CFP: 45. Deutscher Historikertag 2004 in Kiel

Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands bittet um Vorschläge für Sektionen für den 45. Deutschen Historikertag, der vom 14.-17.9.2004 in Kiel unter dem Motto „Kommunikation und Raum“ stattfinden wird (http://www.historikertag2004kiel.de/).

Mit der Kategorie des Raumes möchte der Ausschuss des Verbands dazu einladen, eine weitgehend verdrängte, weil nationalistisch vereinnahmte Grundbestimmung allen historischen Geschehens wieder in den Vordergrund des Nachdenkens zu rücken. Dabei soll deutlich werden, dass räumliche Beziehungen nicht nur als geographische zu verstehen, sondern auf allen Ebenen historischer Zusammenhänge präsent sind. Raum prägt und gliedert Wirtschafts- und Handelsverbindungen ebenso wie politische, soziale und kulturelle Kontakte. Er bildet einen elementaren Faktor der Strukturierung und gegebenenfalls der Hierarchisierung von Netzwerken und „Systemen“ in allen Bereichen des historischen Geschehens. In diesem Sinn muss er als ebenso fundamentale Kategorie der Geschichte gelten wie die Zeit. Im übrigen verdient der Raum auch deshalb neue Aufmerksamkeit, weil er sich mit Grundannahmen des „cultural turn“ der letzten anderthalb Jahrzehnte verbindet. Er wird weniger als essentialistische, sozusagen „materielle“ Kategorie gedacht, sondern eher als erfahrungsvermittelte, historisch wandelbare Konstruktion nach Maßgabe von Erfahrung, Wahrnehmung und Vision.
Räume werden konkret durch Kommunikation, die idealiter als gegenseitiger Austausch zu denken ist. In diesem Sinn fand und findet Kommunikation auf verschiedenste Weise statt, vom Güterverkehr bis zu publizistischen Debatten. Kommunikation nimmt in dem Maße zu, wie Handlungen und Entscheidungen eines Akteurs andere Akteure aufgrund räumlicher Beziehungen betreffen. Kommunikation schafft auf diese Weise nicht nur Zusammenhänge, sondern auch Zusammenstöße. Zugleich hilft sie, solche zu vermeiden. Beide sind im Rahmenthema mitgedacht, das daher weder eine zeitliche noch eine räumliche Vorgabe enthält. Vielmehr könnte die inhaltliche Symbiose der beiden Titelbegriffe dazu einladen, die Stabilität auch und gerade in der „langen“ Dauer mehrerer Epochen und im globalen Maßstab zu prüfen.

Partnerländer Polen, Estland, Lettland und Litauen
Der Ausschuss des Verbands hat außerdem beschlossen, erstmals in der Geschichte der Historikertags Partnerländer zu benennen: Polen und die baltischen Staaten. 65 Jahre nach dem deutschen Überfall auf Polen im Zuge des Zweiten Weltkriegs und im Jahr des Eintritts Polens, Estlands, Litauens und Lettlands in die Europäische Union werden deutsche, polnische und baltische Historiker gemeinsam über die Geschichte ihrer Länder referieren, unterschiedliche Sichtweisen austauschen und gemeinsame Forschungsprojekte vorstellen. Hiermit ist jedoch kein inhaltlicher Schwerpunkt verbunden. Die Mitglieder des Verbands werden jedoch gebeten, bei ihren Sektionsvorschlägen nach Möglichkeit Kolleginnen und Kollegen aus den genannten Partnerländern einzubeziehen.

Vorschläge für Sektionen bis 31.10.2003 an:
Prof. Dr. Heinz Duchhardt,
Institut für Europäische Geschichte,
Alte Universitätsstraße 19,
55116 Mainz
http://www.historikertag2004kiel.de/callforpapers.htm

Kontakt:
Organisationsbüro Historikertag Kiel 2004
Historisches Seminar
Leibnizstraße 8
24118 Kiel
organisation@historikertag2004kiel.de

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