Abdruck der Vernehmungsprotokolle von Sophie Scholl

Der dramatische Moment, in dem Sophie sich ihrer Verantwortung stellt und dabei doch genau weiß, daß dies unweigerlich ihren Tod nach sich ziehen wird, ist eine der bewegendsten Szenen in Marc Rothemunds Film "Sophie Scholl – Die letzten Tage", der am Donnerstag in die Kinos gekommen ist. Das Drehbuch des auf der Berlinale preisgekrönten Films schrieb der Autor Fred Breinersdorfer auf der Grundlage der Gestapo-Protokolle, die lange Zeit verschollen waren und jetzt erstmals in einem Buch veröffentlicht werden ("Sophie Scholl – Die letzten Tage", S. Fischer Verlag, 480 Seiten, 12,90 EURO).

Das Hamburger Abendblatt hat sich entschlossen, diese einzigartigen Zeugnisse von Mut, Selbstüberwindung und menschlicher Größe in unmenschlicher Zeit als Dokumentation von heute an in Fortsetzungen abzudrucken. Wir tun das keineswegs nur, weil das Schicksal der Mitglieder der "Weißen Rose" durch Rothemunds Film gerade in diesen Tagen sehr viele Menschen bewegt, sondern vor allem, weil wir es für wichtig halten, an jene zu erinnern, die den Mut hatten, der Nazi-Barbarei unter dem Einsatz ihres Lebens zu widerstehen. Auf Grund der besonderen Bedeutung und Aktualität dieses Themas haben wir uns entschieden, die Abfolge der Fortsetzungs-Abdrucke im Abendblatt kurzfristig zu verändern. In Zeiten, in denen Rechtsradikale, von denen einige sogar in einem Landesparlament sitzen, den Nationalsozialismus zu verharmlosen versuchen und zugleich dessen Opfer beleidigen, können Dokumente mit einer solchen Authentizität zu einem klareren Blick auf die Vergangenheit verhelfen.

Quelle: Hamburger Abendblatt, 28.2.2005

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