Einen Fund mit seltenen Fotos von Kaiser Wilhelm II. hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gestern erhalten. Ein Berliner Privatmann hatte den \“Schatz\“ bereits Anfang der 1970er Jahre auf dem Sperrmüll am Schlachtensee in einem Pappmaché-Koffer aus Pepita-Muster gefunden. Erst jetzt – beim Besuch der Ausstellung "Die Kaiser und die Macht der Medien" im Schloss Charlottenburg – fielen dem 62-jährigen die Fundstücke wieder ein. Sie lagerten wohltemperiert im Keller in Hermsdorf.
Der Original-Koffer hat die Jahrzehnte nicht überlebt, wohl aber der Inhalt. Rund 100 Bilder und 30 Dokumente wie Konfirmations-, Geburts- und Sterbeurkunden umfasst die Schenkung. Unter den Fundstücken sind Porträtfotos, Hochzeitsfotos der Kaiserenkel und Aufnahmen der Beerdigung Wilhelms im Juni 1941. Für die Stiftung haben sie einen besonderen Wert, da davon bislang keine Fotos bekannt waren.
Die Unterlagen und Bilder gehörten wohl einer Vertrauten der Hohenzollernfamilie, Anni Brandt, die für die Finanzen von Wilhelms zweiter Frau Hermine zuständig war. Jörg Kirschstein, Archivar in der Stiftung, wird die Kaiserfotos und die Dokumente zum Kaiserhaus bearbeiten und in die Sammlung aufnehmen. „Für die Geschichtsschreibung haben die Aufnahmen einen gewissen Wert“, sagt Kirschstein. Einen monetären Wert könne man aber noch nicht beziffern. Es sei eine gute Ergänzung zur Ausstellung, in der die Regierungszeit von 1888 bis 1918 behandelt wird.
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Quelle: Matthias Jekosch, Tagesspiegel, 3.3.2006; Berliner Morgenpost, 3.3.2006
