www.bam-portal.de: ein gemeinsamer Zugang zu Bibliotheken, Archiven und Museen

BAM ist ein Akronym für Bibliotheken, Archive und Museen. Das BAM-Portal bietet wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Nutzern einen ersten Zugang zu Bibliotheksgut, Archivalien und Museumsobjekten und leitet gleichzeitig in die jeweiligen Fachinformationssysteme weiter. Innerhalb des Portals werden die Ergebnisse einer Suchanfrage in einer Kurzanzeige dargestellt – bei Archivalien umfasst diese die Elemente Titel, Signatur, Laufzeit, Bestand und Archiv. Jeder Treffer ist mit dem Herkunftssystem verlinkt, so daß der Nutzer dort die vollständige Verzeichnungseinheit in ihrem Kontext betrachten kann. Das Element Bestand ist mit der jeweiligen Bestandseinleitung verlinkt, das Element Archiv mit der Homepage des Herkunftsarchivs.\"www.bam-portal.de:

Das Projekt
Das BAM-Portal startete 2002 als DFG-Projekt in Baden-Württemberg. Ziel war es zunächst, einen Prototyp für ein übergreifendes Portal als Zugang zu kulturellen Informationen zu schaffen. In der dritten Projektphase seit Ende 2005 wuchs das Portal über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus. Archivischer Projektpartner ist nun neben dem Landesarchiv Baden-Württemberg auch das Bundesarchiv. Die Museen werden durch das Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim und das Institut für Museumskunde (Stiftung Preußischer Kulturbesitz) in Berlin vertreten. Das Bibliotheks-Service-Zentrum Baden-Württemberg vertritt die Bibliotheken und setzt die technische Realisierung des Portals um.

Inhalte
Zur Zeit können über das Portal der Katalog des Südwestdeutschen-Bibliotheksverbunds (SWB) und des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds (GBV) durchsucht werden. Von archivischer Seite sind die Online-Findmittel des Landesarchivs Baden-Württemberg und des Bundesarchivs bereits integriert, die Einspeisung der Daten aus dem hessischen Online-Findmittel HADIS steht kurz bevor. Danach soll die Integration der Daten der rheinland-pfälzischen und saarländischen Staatsarchive in Angriff genommen werden. Zahlreiche Museen haben mittlerweile ihr Interesse an einer Teilnahme bekundet, integriert sind bisher die digitalen Inventare der Staatlichen Museen zu Berlin, des Landesmuseums Württemberg, des Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig, des Landesmuseums für Technik und Arbeit in Mannheim, des Badischen Landesmuseums und der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Ebenfalls auf der Warteliste steht der Datenbestand eines anderen Portals: die Informationen zu Nachlässen und Autographen aus der Kalliope-Datenbank.

Die neue Portaltechnik
Das Portal wurde Ende 2005 auf eine neue technische Basis umgestellt, da sich die in der zweiten Projektphase verwendete verteilte Suche auf externe Datenbestände als zu langsam und fehleranfällig erwiesen hatte. Die recherchierbaren Metadaten zu Beständen und Sammlungen aus den beteiligten Institutionen werden seitdem in einem Data-Warehouse System vorgehalten. Im Portal wird ein zentraler Suchindex aufgebaut, für den die beteiligten Institutionen ihre Daten liefern (oder abholen lassen). Dieser Suchindex enthält die vollständigen Verzeichnungsangaben. Bei einer Anfrage werden also auch Enthältvermerke oder spezielle Felder der Urkundenverzeichnung durchsucht, obwohl sich die Trefferanzeige innerhalb des Portals auf die Kernelemente (Titel, Laufzeit etc.) beschränkt. Das Portal basiert auf der freien Software Lucene und ist im Kern eine Suchmaschine. Diese ist jedoch direkt angebunden an die Fachinformationssysteme, deren Metadaten sie durchsucht. Das Portal integriert aber auch andere Dienste, zum Beispiel Benutzerdienste wie eine Merkliste und Informationen über die teilnehmenden Institutionen (noch im Aufbau). Als Datenaustauschformat für die teilnehmenden Archive wird der XML-Standard Encoded Archival Description (EAD) genutzt, was die Kompatibilität zu anderen Portalen erhöht, zum Beispiel zum geplanten deutschen Archivportal. Gleichzeitig fördert die Verwendung dieses amerikanischen Standards dessen Weiterentwicklung und Anpassung an die deutschen Gegebenheiten.

Zukunft
Das BAM-Projekt wird bis April 2007 von der DFG gefördert. Danach soll ein Konsortium der bisherigen Projektpartner den Weiterbetrieb sichern. In der restlichen Projektzeit steht die weitere Integration von Datenquellen auf dem Programm und es sollen möglichst viele Vorgänge – zum Beispiel die Datenlieferung – automatisiert werden. Die Funktionalität der Portaloberfläche wird noch schlüssiger durchstrukturiert werden, außerdem erhalten die Portalseiten voraussichtlich Ende des Jahres ein neues Design. Schon jetzt lohnt es sich, das BAM-Portal für eine übergreifende Suche entweder in den drei Sparten oder nur innerhalb der Archivsparte zu benutzen. Vor allem aber hat das Portal in der dritten Projektphase technisch und inhaltlich den kritischen Punkt überschritten, an dem seine Weiterexistenz und sein weiterer Ausbau wahrscheinlich ist. Nicht zuletzt können die hier gewonnenen Erfahrungen für den Aufbau anderer ergänzender Portale genutzt werden: zum Beispiel für ein deutsches Archiv- oder Museumsportal, oder für spartenübergreifende Portale auf europäischer Ebene.

Sigrid Schieber, Landesarchiv Baden-Württemberg.

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