Großteil des Wittenberger Ratsarchivs digitalisiert

Die Städtische Sammlungen der Lutherstadt Wittenberg haben große Bestände des Ratsarchivs digitalisiert und drei digitale Arbeitsplätze für Besucher des Ratsarchivs geschaffen (siehe den Bericht vom 8.5.2007). 

Die Städtischen Sammlungen der Lutherstadt Wittenberg haben eine lange Tradition. Eine Dokumentenkammer ist schon vor über 700 Jahren vom Rat der Stadt Wittenberg angelegt worden. Später kamen auch verschiedenste Gegenstände hinzu, die von der Verwaltungstätigkeit der Stadt Wittenberg künden. Das Aufheben der Dokumente geschah anfangs noch ohne Wissen darum, welche Bedeutung den Dingen Jahrhunderte später einmal beigemessen werden würde. Im 16. Jahrhundert befand sich im damals neu erbauten Rathaus ein eigenes Ratsarchiv, später auch eine Ratsbibliothek. Das älteste erhaltene städtische Schriftstück, abgesehen von Urkunden, stammt aus dem Jahre 1332.

In den Städtischen Sammlungen der Lutherstadt Wittenberg, im Ratsarchiv, befinden sich derzeit etwa 600 laufende Meter an Archivalien, die von sieben Jahrhunderten Stadtgeschichte künden. Diese Bestände sind für die Öffentlichkeit zugänglich und werden von vielen Forschern aus dem In- und Ausland genutzt. Durch die intensive Arbeit mit den zumeist gebundenen Akteneinheiten, Landkarten und historischen Zeitungen, werden diese sehr beansprucht. Mechanische Schäden sind vor allem bei den Urbarien aufgetreten, was dazu führte, dass sie aus dem Nutzerverkehr genommen werden mussten, um Substanzverluste zu verhindern. 

Um den Inhalt der historischen Schriften für die Zukunft zu erhalten, werden die wertvollen Dokumente seit Jahren systematisch sicherheitsverfilmt. Es ist nun begonnen worden, von diesen Filmen digitale Kopien abzunehmen, die der Nutzer an großen Flachbildmonitoren einsehen kann. Insgesamt wurden so drei neue Arbeitsplätze für die Besucher geschaffen. Derzeit sind etwa 70.000 handschriftliche Seiten und 7000 Zeitungsseiten digital verfügbar. Der Benutzer kann jetzt eigenständig Ausdrucke von gewünschten Dokumenten vornehmen. Die Kopien sind gebührenpflichtig. Die technischen Voraussetzungen wurden durch die Spenden der Sparkasse Wittenberg, der Computerfirma Tconet, Büromaschinen und Computer GmbH aus Wittenberg und der Firma SZK Servicezentrum Kossenblatt GmbH ermöglicht.

Kontakt:
Stadtarchiv der Lutherstadt Wittenberg
Lutherstraße 56 
06886 Wittenberg 
Tel.: 03491 / 433493 0 
stadtgeschichte@stadtverwaltung.wittenberg.de 

Quelle: Lutherstadt Wittenberg, Presseservice, 14.12.2007

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