Ukrainische Archivalien in der Bayerischen Staatsbibliothek

Zu Beginn des Jahres 2009 konnte die Bayerische Staatsbibliothek mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft einen weiteren mikroverfilmten Bestand an ukrainischen Archivalien aus dem Staatsarchiv des Gebiets Kiew erwerben. Der Kaufpreis betrug knapp 27.000 Euro.

Mehr als 90.000 Seiten umfassen die Unterlagen der Stadtverwaltung Kiew während der deutschen Besatzungszeit von 1941 bis 1943. Darunter finden sich u.a. Dokumente zum Gesundheitswesen, zur Kultur und Erziehung, Wohnungssituation sowie zur Industrie. Der Bestand bietet außerdem Materialien zur Zwangsrekrutierung von Arbeitskräften für das Deutsche Reich und ergänzt so die bereits in der Bayerischen Staatsbibliothek vorhandenen Überlieferungen ukrainischer Zwangsarbeiter.

Die neu erworbene Mikrofilmsammlung bereichert die vielfältigen Bestände der Bayerischen Staatsbibliothek zur Geschichte der Ukraine. Die Archivalien aus diesem Land decken vor allem die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ab, beispielsweise mit Unterlagen über die jüdische Emigration oder den Akten der Kommunistischen Partei der Ukraine zur großen Hungersnot Anfang der 1930er Jahre ("Holodomor").

In Verbindung mit amerikanischen und britischen mikroverfilmten Archivalien zu Osteuropa sowie Büchern und Zeitschriften aus und über diese Zeit bietet die Bayerische Staatsbibliothek Wissenschaftlern und der interessierten Öffentlichkeit außergewöhnliche Forschungs- und Informationsmöglichkeiten. 

Verzeichnis der Mikroformen zur Geschichte in der Bayerischen Staatsbibliothek:
www.bsb-muenchen.de/mikro/litten.htm

Kontakt:
Bayerische Staatsbibliothek
Abteilung Bestandsaufbau und Erschließung
Dr. Freddy Litten
Ludwigstraße 16 
80539 München
Tel.: +49 (0) 89/28 638 2331
freddy.litten@bsb-muenchen.de 
www.bsb-muenchen.de

Quelle: idw-online / Peter Schnitzlein, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Bayerische Staatsbibliothek, 23.1.2009

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