Neues Kölner Stadtarchiv soll in fünf Jahren fertig sein

Die Leiterin der Kölner Stadtarchivs, Bettina Schmidt-Czaia, hofft, dass 50 bis 60 Prozent der bei dem Gebäudeeinsturz Anfang März verschütteten Kulturgüter gerettet werden können. Eine genaue Prognose sei aber noch nicht möglich, sagte Schmidt-Czaia am 26. März in Köln.

Ihren Angaben zufolge wurden bislang sieben Regalkilometer Archivgut an der Unglücksstelle in der Kölner Südstadt geborgen, die übrigen 23 Kilometer des Bestandes seien noch verschollen. Der Kölner Kulturdezernent Georg Quander sagte, es bestehe mehr Hoffnung als in den ersten Tagen nach dem Einsturz am 3. März. Unter den Trümmern tauchten ganze Stücke auf, die relativ geringe Schäden aufwiesen. "Ein großer Teil der Archivalien liegt in der Baugrube, und dort ist es trocken", sagte Quander.

Unter anderem konnte der Tresor des Archivs mit einigen der wertvollsten Stücke unversehrt freigelegt werden. Des Weiteren wurden unter anderem Protokolle des Stadtrats aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit (1396-1798) geborgen, sowie etliche der 550 so genannten Schreinsbücher aus dem gleichen Zeitraum. Auch wurden Dokumente aus der Zeit entdeckt, in der Köln unter französischer und preußischer Verwaltung stand. Alle Fundstücke müssten aufwendig gesäubert und teilweise erheblich restauriert werden.

Feuerwehr-Einsatzleiter Peter Hartl berichtete von anhaltend schwierigen Bergungsmaßnahmen. Wegen der erheblichen Unfallgefahr am Trümmerkrater müssten die Einsatzkräfte und Helfer von den Spezialisten der Höhenrettungstrupps aufwendig mit Seilen gesichert werden. Untersuchungen des Landesumweltamtes hätten inzwischen ergeben, dass die Unglücksstelle entgegen ersten Befürchtungen asbestfrei sei.

Kontakt:
Historisches Archiv der Stadt Köln
Tel. 0221/22128746 und 0221/22124455
HistorischesArchiv@stadt-koeln.de

Quelle: Aachener Zeitung, 26.3.2009; AP/PR Inside, 26.3.2009

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