Stader Stadtarchivar geht 2010 in den Ruhestand

Nach fast dreißig Jahren im Dienst tritt das "Gesicht der Stader Geschichte", Stadtarchivar Dr. Jürgen Bohmbach, in diesem Jahr in den Ruhestand. Bis spätestens Mitte 2010 will die Stadt Stade einen Nachfolger für den 65-Jährigen finden. Derzeit läuft das Bewerbungsverfahren.

Bohmbachs wissenschaftliche Karriere ist unzertrennlich mit der Aufbereitung der Stader Geschichte verknüpft, mit der Erforschung der Hanse, der Betrachtung der Schwedenzeit und der Reflexion über das Dritte Reich. "Dass ich zuletzt in Teilzeit gearbeitet habe, macht es etwas leichter, sich auf den Ruhestand einzustellen", sagt Bohmbach gegenüber dem Abendblatt. Bohmbach will aber weiter forschen, dies jedoch in der Stader Außenstelle des niedersächsischen Staatsarchivs, um nicht bei seinem Nachfolger den Eindruck erwecken, dass er ihn im Stadtarchiv Stade kontrollieren wolle.

Jürgen Bohmbach, der in Hamburg aufwuchs, studierte zunächst Geschichte, Englisch, Philosophie und Pädagogik in Hamburg. Seine Doktorarbeit verfasste er über die Braunschweiger Geschichte im Mittelalter. Sein Doktorvater empfahl ihm, zur Archivschule in Marburg zu gehen. Nach dem Referendariat wurde er 1973 dem Stader Staatsarchiv zugeteilt.

Als der damalige Stader Stadtarchivar Bernhard Röttgen 1975 verstarb, brauchte das verwaiste Archiv einen neuen Leiter und neue Räume. Mehrere Jahre betreute Bohmbach die Stadtgeschichte vom Staatsarchiv aus, bis er 1983 in die neu ausgeschriebene Stelle des Stadtarchivars eintrat. Es folgte eine Renaissance des Stadtarchivs. Bohmbach kümmerte sich um den Archivneubau in der Altstadt und verfasste rund 30 Bücher über die Stader Geschichte. Tatkräftig unterstützt wurde er von zwei Mitarbeitern, wenngleich das Archiv zukünftig durchaus noch mehr Personal benötige, so Bohmbach.

Kontakt:
Stadtarchiv Stade
Johannisstraße 5
21682 Stade
Telefon: 04141 / 401-460
Fax: 04141 / 401-212
Juergen.Bohmbach@stadt-stade.de

Quelle: Fabian Schindler, Hamburger Abendblatt, 5.2.2010

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