Weitere Bergung in Köln steht bevor

Der vergangene kalte Winter machte lange Zeit die weitere Sicherung der Einsturzgrube des Kölner Stadtarchivs unmöglich. Inzwischen ist die Böschung, die seit Herbst 2009 abzurutschen drohte, mit einer Betonauflage gestützt. Danach konnte mit den Vorbereitungen für das Bergungsbauwerk begonnen werden, wozu unter anderem eine asphaltierte Zufahrt und Arbeitsfläche gehören sowie eine Bohrschablone, in die passgenaue Schalengreifer hineinfahren.

Ab dem 1. Oktober 2010 übernimmt der Gutachter Prof. Hans-Georg Kempfert die Kontrolle über die Unglücksstelle am Waidmarkt und soll endlich die Ursache der Katastrophe am 3. März 2009 klären. Archivalien, die bis dahin nicht geborgen sind, werden wahrscheinlich tief im Untergrund vermodern. Derzeit liegen noch 10 bis 15 Prozent des Gesamtbestandes im Grundwasser. Dr. Ulrich Fischer, der stellvertretende Leiter des Historischen Archivs der Stadt Köln, hofft, dass die Bergung nun endlich in der ersten Junihälfte beginnen kann.

Dann werde wieder rund um die Uhr gearbeitet, in drei Schichten und an sieben Tagen in der Woche. Drei bis fünf Mitarbeiter des Archivs werden ständig vor Ort sein. Unterstützt von rund 30 Hilfskräften sorgen sie dafür, dass die geborgenen Archivalien schnell gereinigt, verpackt und schockgefroren werden. Später werden die Dokumente unter Vakuum aufgetaut, damit sich das Eis sofort in Gas verwandelt und keine Nässe zurückbleibt.

Das Stadtarchiv Köln rechnet damit, dass rund fünf Prozent des Gesamtbestandes am Ende endgültig verloren sein werden. Von den bisher geborgenen Materialien haben 35 Prozent schwerste Schäden, 50 Prozent mittlere bis schwere, 15 Prozent nur leichte Schäden.

Kontakt:
Historisches Archiv der Stadt Köln
Heumarkt 14
50677 Köln
Tel. 0221/221-24455
HistorischesArchiv@stadt-koeln.de

Quelle: Werner Grosch, Kölnische Rundschau, 27.5.2010

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