Olympia 1936 – Deutsches Rundfunkarchiv veröffentlicht unbekannte Original-Radioreportagen und Bilder

Die Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen und insbesondere die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin zählen zu den großen Medienereignissen des 20. Jahrhunderts. In bis dahin unbekanntem Ausmaß bemühte sich die NS-Diktatur um die mediale Inszenierung und Verbreitung der olympischen Ereignisse. Von zentraler Bedeutung war hierbei der zum Massenmedium gereifte Rundfunk, der im propagandistischen Konzept der NS-Führung von jeher eine hervorgehobene Stellung eingenommen hatte. Das durch perfekte Organisation und Gastfreundschaft suggerierte Bild eines friedfertigen und leistungsfähigen nationalsozialistischen Deutschlands sollte durch die weltweite Übertragung der Olympischen Spiele möglichst weitläufig transportiert werden und so den Ruf des nationalsozialistischen Regimes verbessern. In der Realität wurde dieses Bild durch eine unvermindert aggressive Außenpolitik Hitlers (Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland am 7. März 1936, kurz nach Ende der Winterspiele) und teilweise sogar verschärfte Repressionen gegen politische Gegner und ethnische Minderheiten im Vorfeld und auch während der Olympiade konterkariert – selbst mit dem Bau eines Konzentrationslagers, des KZ Sachsenhausen, wurde im unmittelbaren Vorfeld der Olympischen Sommerspiele in Berlin begonnen.

\"Die  

Die Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv hat in einem umfangreichen Internetangebot teilweise unbekannte Radioreportagen und Bilder zu den Olympischen Spielen 1936 in Berlin und Garmisch-Partenkirchen veröffentlicht (http://1936.dra.de). Dabei bekommt der Besucher nicht nur einen Eindruck von den sportlichen Ereignissen der erstmals weltweit im Rundfunk übertragenen Olympischen Spiele, sondern auch von der propagandistischen Instrumentalisierung der Wettkämpfe durch das NS-Regime.

Anlass für die Erstellung des Angebots mit dem Titel "Die Olympischen Spiele 1936 im NS-Rundfunk – Eine rundfunkhistorische Dokumentation" ist der bevorstehende 75. Jahrestag der Olympischen Sommerspiele am 1. August 2011. Neben zahlreichen Bildern und Tönen, die größtenteils aus dem Bestand der ehemaligen „Reichs-Rundfunk-Gesellschaft“ stammen, werden eine Vielzahl weiterer Informationen zur Rolle und Arbeit des Rundfunks während der Olympischen Spiele 1936 vorgestellt:

  • ausführliche Artikel erläutern die immensen organisatorischen, personellen und technischen Aufwände des NS-Rundfunks;
  • Besonders der Bildbestand eröffnet eine interessante, wenig bekannte Perspektive, da er nicht die olympischen Wettkämpfe und Sportler dokumentiert, sondern die Arbeit des Rundfunkpersonals: Reporter bei der Live-Berichterstattung oder bei Interviews mit Olympioniken, Rundfunktechniker bei der Schallplattenaufzeichnung, Grafiken der Mikrofonstandorte an den Sportstätten und vieles mehr;
  • Bei den Tondokumenten handelt es sich in erster Linie um Rundfunkreportagen von den olympischen Wettkämpfen. Eine Vielzahl der Aufnahmen werden erstmals veröffentlicht, dies gilt vor allem für die Berichte von den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen, siehe Hörzitate (http://1936.dra.de/index.php?id=17) bzw. Wettkampfreportagen Winterspiele (http://1936.dra.de/index.php?id=118) und Sommerspiele (http://1936.dra.de/index.php?id=119). Erläuterungen zu den Live-Reportagen und zu Tondokumenten aus dem Rahmenprogramm der Olympischen Spiele (z.B. Fackel-Staffellauf) geben interessante Hintergrundinformationen;
  • eine Übersicht aller nachweislich gemeldeten Rundfunkreporter, teils ergänzt durch Kurzbiografien, dokumentiert den Umfang der internationalen Berichterstattung;
  • weitere Artikel beleuchten verschiedene Facetten der Olympischen Spiele von 1936 aus rundfunkspezifischer Perspektive.

Mit dem Internet-Angebot „Die Olympischen Spiele 1936 im NS-Rundfunk“ bietet das DRA der interessierten Öffentlichkeit, Kultur, aber auch Wissenschaft und Forschung einen multimedialen Einblick zu einem größtenteils noch unerforschten Aspekt der Olympischen Spiele von 1936.

Kontakt:
Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv
Standort Frankfurt
Bertramstraße 8
D-60320 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 156 87 – 0
Fax: (069) 156 87 – 100
dra-frankfurt@dra.de
www.dra.de

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


  • Um AUGIAS.Net aktuell zu halten, würden wir uns auch über Ihre Mithilfe freuen: Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf, wenn Sie Neuigkeiten aus dem Archivwesen haben (Nachrichten, Literatur, Links, Termine etc.).
Top