Skandinavische Wissenschaftler fordern Freigabe von DDR-Spionage-Akten

In einem gemeinsamen Appell an ihre Regierungen haben rund 50 Wissenschaftler aus Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark die Freigabe bislang geheim gehaltener Dokumente zur DDR-Spionage gefordert. Es handelt sich hierbei um Teile der so genannten Rosenholz-Dateien, welche die skandinavischen Staaten im Jahre 2003 von der amerikanischen Central Intelligence Agency (CIA) ausgehändigt bekommen hatten.

Die Originale der Rosenholz-Dateien waren in der DDR vernichtet worden, eine Kopie jedoch über Umwege an die CIA geraten. 2003 händigte der Geheimdienst den Großteil der Unterlagen dann an die Bundesrepublik Deutschland aus, wo sie bei der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) zu wissenschaftlichen Zwecken eingesehen werden können. Die CIA hatte jedoch nur das Material über die Bundesrepublik Deutschland nach Berlin geliefert, die Dokumente andere Staaten betreffend wurden an die jeweiligen Nachrichtendienste übergeben. Dort werden die Quellen bisher unter Verschluss gehalten. Wissenschaftler und Journalisten bemühen sich seit Jahren darum, Einsicht in die Dokumente zu erhalten. Die skandinavischen Forscher hoffen nun durch das Manifest, welches sie im Rahmen einer Historikertagung auf der Insel Gotland veröffentlicht haben, ihre Regierungen zum Umdenken bewegen zu können. Neben der Freigabe der Rosenholz-Dateien fordern die Wissenschaftler, die Dokumente in Gänze an die BStU zu übergeben.

Kontakt:
BStU
Karl-Liebknecht-Straße 31/33
10178 Berlin
Telefon: 030/232450
Telefax: 030/23247799
post@bstu.bund.de
www.bstu.bund.de

Quelle: Berliner Umschau, 28.9.2011

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