Von Homburg nach Kanada – das Tagebuch des Philipp Jakob Hildebrandt

Das Stadtarchiv Bad Homburg stellt gemeinsam mit dem Kreisarchiv des Hochtaunuskreises das bislang unbekannte Tagebuch des Philipp Jakob Hildebrandt (1733-1783) aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg vor. Die Veranstaltung findet unter dem Titel „Von Homburg nach Kanada“ am Mittwoch, 18. Januar 2012, im Gartensaal des Gotischen Hauses, Tannenwaldweg 102 in Bad Homburg v.d.Höhe, statt. Beginn ist um 19 Uhr. Referent ist Prof. Dr. Holger Th. Gräf aus Marburg.

Die Arbeit von Professor Gräf und Lena Haunert M.A. mit dem Titel „Unter Canadiensern, Irokesen und Rebellen – Das Tagebuch des Hessen-Hanauer Jägers Philipp Jakob Hildebrandt aus den Jahren 1777-1781“ ist als Band 46 der Hanauer Geschichtsblätter erschienen. Es handelt sich dabei um ein in der Öffentlichkeit bislang unbekanntes Tagebuch, dessen Verfasser zwölf Jahre in Homburg wirkte. Er war zunächst als Leutnant, später als Forst- und Stallmeister tätig. Später trat er in Hanauer Dienste und ging 1777 nach Amerika. Seine dortigen Erlebnisse und Begegnungen mit der nordamerikanischen Urbevölkerung hielt er Tag für Tag schriftlich fest und schuf auf diese Weise ein für die Nachwelt einzigartiges zeitgenössisches Dokument zur Geschichte des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs.

Diese Aufzeichnungen waren bislang völlig unbekannt und wurden erst vor wenigen Jahren von Prof. Dr. Gräf in einem privaten Nachlass entdeckt. Die Besonderheit, die diesem Tagebuch ihre herausragende Bedeutung verleihen, lässt sich in drei Punkten fassen: Anders als in den Regimentsjournalen werden hier die sehr persönlichen Eindrücke von Land und Leuten ebenso wie die Erlebnisse während der Kampfhandlungen und in den monatelangen Winterquartieren beschrieben. Darüber hinaus liefert Hildebrandt den einzigen Bericht über die Beteiligung der Hessen-Hanauer an der abenteuerlichen Expedition des britischen Brigadegenerals Barry St. Leger und der Belagerung des Fort Stanwix im August 1777, deren Scheitern wiederum als eine Voraussetzung für den amerikanischen Erfolg bei Saratoga und damit für die militärische Wende des Krieges gilt. Schließlich lernte Hildebrandt die Lebensgewohnheiten und Kriegsbräuche der Indianer und der „Canadienser“, also den Frankokanadiern, aus nächster Nähe kennen, wodurch seine Aufzeichnungen als einzigartige Quelle für die Gesellschaft in dem erst anderthalb Jahrzehnte zuvor in britischen Besitz gelangten Kanada gelten dürfen.

Prof. Dr. Holger Th. Gräf absolvierte sein Studium an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und an der University of Leicester. Von 1992 bis 1996 war er wissenschaftlicher Assistent an der Berliner Humboldt-Universität. Seit 1996 ist er als Akademischer Oberrat am Hessischen Landesamt.

Info:
Holger Th. Gräf / Lena Haunert (Herausgeber):
Unter Canadiensern, Irokesen und Rebellen: Das Tagebuch des Hessen-Hanauer Jägers Philipp Jakob Hildebrandt aus den Jahren 1777-1781
Hanauer Geschichtsblätter, Band 46
Hanauer Geschichtsverein 1844 e. V., Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde
Taschenbuch: 180 Seiten
Verlag: Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde; Auflage: 1 (1. Dezember 2011)
ISBN-10: 3921254795
ISBN-13: 978-3921254790

Quelle: Bad Homburg, Pressemitteilung, 16.1.2012; Uni Marburg, FB 6, Nachrichten, 21.12.2011

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