Gründung der Wim Wenders Stiftung in Düsseldorf

Menschen in aller Welt haben Filme von Wim Wenders gesehen, viele sind von ihnen geprägt worden, und einige der Filme sind zu Klassikern oder Kultfilmen geworden. Sie gehören einem kollektiven Gedächtnis von Zuschauern jeden Alters und vieler Nationalitäten. Dass sein Werk in Zukunft allen gehört, ist ein langjährig gehegter Wunsch des Filmemachers. Dafür gibt es jetzt mit der Gründung einer Stiftung eine durchaus realistische, vielleicht einmalige Gelegenheit.

Wim und Donata Wenders haben zu diesem Zweck die Wim Wenders Stiftung ins Leben gerufen, um so in der Tat damit zu beginnen, das Werk von Wim Wenders der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die Stiftung hat ihren Sitz in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf und wird einen wertvollen Beitrag zum kulturellen Leben des Landes Nordrhein-Westfalen und zu seinem kulturellen Austausch über die Landesgrenzen hinaus leisten.

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Abb.: Gründung der Wim Wenders Stiftung mit (v.l.) Beat Wismer (Generaldirektor der Stiftung Museum Kunstpalast), Bernd Desinger (Direktor Filmmuseum Düsseldorf), Hans-Georg Lohe (Kulturdezernent Stadt Düsseldorf), Donata und Wim Wenders, Petra Müller (Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW), Marc Jan Eumann (Medienstaatssekretär des Landes NRW). Foto: Heike Herbertz (Foto: Stadt Düsseldorf).

Mit der Stiftung werden zunächst die Rechte an allen Filmen von Wim Wenders, die in Fremdbesitz sind, bis Ende des Jahres 2012 erworben. Mit der engagierten Hilfe des Landes NRW, der Stadt Düsseldorf und der Kulturstiftung der Länder sowie privaten Zustiftern ist es gelungen, die finanziellen Mittel zum Kauf der Rechte zusammenzubringen. Mit großem Engagement haben der Medienstaatssekretär des Landes NRW, Dr. Marc Jan Eumann, das Kulturministerium NRW und der Kulturdezernent der Stadt Düsseldorf, Hans-Georg Lohe, das Vorhaben von Anfang an begleitet. Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, hat alle Beteiligten an einen Tisch gebracht. Das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Düsseldorf werden im Kuratorium der Stiftung vertreten sein. Die Stadt Düsseldorf stellt in Beat Wismer, dem Generaldirektor der Stiftung Museum Kunstpalast, ein Vorstandsmitglied. Das Kompetenz-Center Stiftungen der Stadtsparkasse Düsseldorf hat Wim Wenders bei der Gründung der Stiftung beraten. Die erste Geschäftsführerin der Wim Wenders Stiftung wird Carolin von Roth sein.

Im kommenden Jahr werden die Filme aus den letzten Jahren, über die Wim Wenders ohnehin verfügt, der Stiftung zugeführt werden, ebenso wie dann Zug um Zug auch sein photographisches, künstlerisches und literarisches Werk. Das filmische (und schließlich das gesamte) Werk soll als Ganzes gepflegt, erhalten und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, auch für Studienzwecke und wissenschaftliche Arbeiten.

Darüber macht sich die Wim Wenders Stiftung zum Ziel innovative Erzählkunst zu fördern. Neue Medien, deren Erforschung sich so charakteristisch durch das gesamte Werk von Wim Wenders zieht, werden durch die Vergabe von Stipendien an junge Filmemacher und Videokünstler gefördert, deren Vision es ist, mit neuen ästhetischen und technischen Mitteln zu erzählen und unsere Bildsprache zu bereichern und zu erneuern. Gemeinsam mit der Film- und Medienstiftung NRW soll hierzu im kommenden Jahr das sogenannte Wim Wenders Stipendium ausgelobt werden.

Wim Wenders Stiftung – Stimmen der Beteiligten
Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen: "Aus den Gesprächen mit Wim Wenders weiß ich, dass ihm diese Stiftung eine Herzensangelegenheit ist. Doch sie ist auch dem Kulturland Nordrhein-Westfalen eine Herzensangelegenheit. Umso mehr freue ich mich darüber, dass die Wim Wenders Stiftung nun in Nordrhein-Westfalen ihre Heimat findet. Das Filmland NRW und Wim Wenders sind eng verbunden: Von der Zeit, als er die Schule für die Oberhausener Kurzfilmtage geschwänzt hat, über so legendäre Frühwerke wie "Alice in den Städten", bis hin zu internationalen Erfolgen wie zuletzt dem Oscar-nominierten Tanzfilm "Pina". NRW hat das Filmschaffen von Wim Wenders begleitet und befördert. Dazu passt auch, dass die Stiftung über die Pflege des imposanten Filmwerks hinaus den filmischen Nachwuchs dauerhaft fördern will – eine Sache, die uns besonders wichtig ist. Diese Stiftung wird das Filmkulturland NRW dauerhaft sehr bereichern. Deshalb unterstütze ich Wim Wenders bei der Gründung der Stiftung."

Wim Wenders, Filmemacher und Gründer der Wim Wenders Stiftung: "Ich freue mich riesig auf die Arbeit mit der Wim Wenders Stiftung in meiner Heimatstadt, und auf die Zusammenarbeit mit den Düsseldorfer Freunden und Kollegen."

Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf: "Ich freue mich sehr, dass es in einem gemeinsamen Akt gelungen ist, die Wim Wenders Stiftung in Düsseldorf, der Heimatstadt von Wim Wenders, anzusiedeln. Filmmuseum und Stiftung Museum Kunstpalast werden eng mit der Wim Wenders Stiftung zusammenarbeiten."

Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW: "Mit der Wim Wenders Stiftung bekommt das beeindruckende Gesamtwerk des großen Filmemachers, Autors und Fotografen ein Zuhause. In der gemeinsamen Anstrengung von Wim und Donata Wenders, dem Land NRW, der Stadt Düsseldorf, der Kulturstiftung der Länder, privaten Zustiftern und der Filmstiftung NRW ist es gelungen, die Stiftung in Wenders Geburtsstadt Düsseldorf anzusiedeln. Hier sollen seine Arbeiten archiviert, erforscht und ausgewertet werden. Besonders schön ist, dass darüber hinaus auch der Nachwuchs profitieren soll. Bereits im kommenden Jahr wollen wir gemeinsam ein Wim Wenders Stipendium für innovatives Filmschaffen vergeben. Wir freuen uns sehr und haben sehr gerne mitgeholfen."

Beat Wismer, Generaldirektor der Stiftung Museum Kunstpalast und Vorstandsmitglied der Wim Wenders Stiftung: "Das Angebot, mit Wim Wenders zusammenzuarbeiten nehmen wir gerne an – und das nicht nur, weil ich persönlich seit den siebziger Jahren eine große Affinität zu seinem filmischen Werk habe. Die Stiftung Museum Kunstpalast versteht sich als das künstlerische Gedächtnis und Gewissen der Kunststadt Düsseldorf. Die Zusammenarbeit mit der Wim Wenders Stiftung leistet einen großen Beitrag dazu, diesem Selbstverständnis gerecht zu werden."

Weiterführende Links zum Werk von Wim und Donata Wenders:

Quelle: Stadt Düsseldorf, Pressemitteilung, 14.12.2012

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