Alarm in der Weimarer Republik im Kreis Pinneberg

„Alarm in der Weimarer Republik. Arbeiterbewegung und NSDAP im Kampf um den Staat“ lautet der Titel einer Broschüre mit Quellen zur Geschichte des Kreises Pinneberg für den Geschichtsunterricht. Erstellt wurde die Broschüre durch Anke Rannegger vom Stadtarchiv Wedel in Zusammenarbeit mit den Lehrern Sönke Zankel (Ludwig-Meyn-Gymnasium Uetersen), Sören Klein und Dirk Cholewa (Johann-Rist-Gymnasium Wedel).

Dr. Sönke Zankel (Ludwig-Meyn-Gymnasium Uetersen), Anke Rannegger (Stadtarchiv Wedel) und Sören Klein (Johann-Rist-Gymnasium Wedel)

Das knapp 25 Seiten starke Heft beleuchtet anhand von Quellen – vor allem Plakate und Flugblätter – aus Wedel und Uetersen den Kampf zwischen Arbeiterbewegung und NSDAP um den Staat. Die Materialsammlung ist für den Schulunterricht an weiterführenden Schulen ab Klasse 9 konzipiert.

„Einen probaten Weg hierfür bietet die Lokalgeschichte“, schreiben die Autoren im Vorwort der Broschüre. Mit dem Unterrichtsmaterial findet das Ende der Weimarer Republik nicht mehr nur in Berlin und München statt. „Die Epoche ist interessant für den Kreis Pinneberg, weil Wedel links war und es spannend zu sehen ist, wie die NSDAP versuchte, sich hier zu etablieren“, sagt Lehrer Sören Klein. Für die Schüler spielt sich der Klassenkampf dort ab, wo sie jetzt wohnen – vor Ort, in Wedel und Umgebung.

Die Quellen sind ein Zeugnis der Propaganda und des Klassenkampfes, bei dem sich beide Seiten nichts schenkten. So wirft die Kommunistische Partei Deutschlands KPD den Nazis in einem Schreiben vor, dem Wedeler Genossen Riemann mit Mord zu drohen und nimmt das zum Anlass, zu einem „rücksichtslosen, außerparlamentarischen Kampf“ aufzurufen. An anderer Stelle wirbt die Wedeler Ortsgruppe der NSDAP um Mitglieder: „Komm zu uns und hör uns an. Du wirst Dich wundern, wie viele gute Bekannte Du bei uns finden wirst.“

„Mit dieser Arbeit ist ein erster Schritt für eine stärkere Einbindung regionaler Quellen in den Schulunterricht getan“, sagen die vier Autoren. Eine Fortführung dieser Materialsammlung für den regionalen Geschichtsunterricht für andere Zeiträume ist angedacht. Interessierte Lehrer aus dem Kreis Pinneberg möchten sich bitte mit Anke Rannegger vom Stadtarchiv Wedel unter der Telefonnummer 04103 707 215 in Verbindung setzen.

Links:

Broschüre mit Quellenmaterial und Arbeitsanleitungen

Plakat „Nazis wollen Genossen Riemann ermorden!“

Plakat „Was wird am 24. Juli?“

Plakat „Zuckerprolet“

Plakat „Deutschland, nur Deutschland, nichts als Deutschland“

Plakat „Frontsoldaten! Deutsche!“

Kontakt:
Stadtarchiv Wedel
Anke Rannegger
Rathausplatz 3 – 5, Zimmer 22
22880 Wedel
Telefon: 04103 707 215
Fax: 04103 707 88 215
A.Rannegger@stadt.wedel.de

Quelle: S. Bauermeister, Pinneberger Tageblatt, 29.6.2013; Stadt Wedel, o.D.

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