Medienstation Goldene Bulle in Frankfurt

Seit dem Jahr 2013 ist mit der Goldenen Bulle das zentrale Verfassungsdokument des Heiligen Römischen Reiches in die Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen (s.a. Bericht vom 20.6.2013). Die 1356 verkündete, 86 Seiten umfassende Urkunde, regelte bekanntlich das Verfahren der deutschen Königswahl durch die Kurfürsten bis zum Jahr 1806. Ihr Name leitet sich von dem goldenen Siegel Kaiser Karls IV. ab (lat. bulla = Siegel). Die Goldene Bulle schützte die Souveränität der Kurfürsten und ihrer Territorien, wodurch sich statt zentralstaatlicher föderale Strukturen auf Jahrhunderte – bis hin zu den heutigen Bundesländern – entwickelten und etablierten. Frankfurts gewohnheitsrechtlich entstandener Status als Wahlort der römisch-deutschen Könige wurde in der Goldenen Bulle verfassungsrechtlich festgeschrieben.

Medienstation

Abb.: Nutzerin an der neuen Medienstation zum UNESCO-Weltdokumentenerbe Goldene Bulle im Institut für Stadtgeschichte, © Institut für Stadtgeschichte, Foto: Jutta Zwilling

Mit der Aufnahme des Frankfurter Exemplars der Goldenen Bulle – gemeinsam mit den sechs anderen Ausfertigungen und der Prachthandschrift König Wenzels aus dem Jahr 1400 – in das Weltdokumentenerbe ist die Verpflichtung verbunden, solche herausragenden historischen und kulturellen Quellen der Öffentlichkeit digital zugänglich zu machen.

Im Foyer des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt am Main ist seit Dezember 2016 die Goldene Bulle per Medienstation vollständig „anklickbar“. Die multimediale Präsentation erlaubt nicht nur das Blättern im hochwertig digitalisierten Original, sondern auch die genau angepasste oder vergleichende Lektüre unterschiedlicher Fassungen (lateinischer Text, mittelalterliche und moderne deutsche Übersetzung).

goldenebulleZudem enthält die digitale Edition zahlreiche Erläuterungen zum Inhalt der Urkunde, zu deren Siegel, zur Rezeption des Frankfurter Exemplars in der Literatur und zum UNESCO-Programm „Memory of the World“. Damit verfügt das Institut für Stadtgeschichte über ein sehr modernes und ansprechendes multimediales Angebot zur Goldenen Bulle (weitere Exemplare, die auch zum Weltdokumentenerbe zählen, liegen in Darmstadt, München, Nürnberg, Stuttgart und Wien). Eine Internetversion der digitalen Präsentation befindet sich in Planung.

Kontakt:
Stadt Frankfurt am Main
– Der Magistrat –
Institut für Stadtgeschichte
Im Karmeliterkloster
Münzgasse 9
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069 / 212-37914
Fax 069 / 212-30753
info.amt47@stadt-frankfurt.de
www.stadtgeschichte-ffm.de

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