300 Jahre Tiergarten Neustrelitz

Vom herzoglichen Jagdrevier zur öffentlichen Erholungslandschaft.

Gegenwärtige Größe und Bedeutung sind, das ist nun wahrlich keine bahnbrechende Erkenntnis, nicht gleichbedeutend mit dem Alter und der Länge der Traditionslinie. Ganz in diesem Sinne sind die Zoos in Rostock und Schwerin zwar die in Mecklenburg-Vorpommern mit den größten Tierbeständen, nicht jedoch die ältesten hierzulande noch bestehenden Gründungen ihrer Art. Dieses Prädikat dürfte dem Tiergarten Neustrelitz zufallen, der bereits 1721 ins Leben gerufen wurde. Unter diesem Aspekt muss sich die bekannteste aller Online-Enzyklopädien, die den 1752 als private Menagerie begründeten Tiergarten Wien-Schönbrunn als „älteste[n] noch bestehende[n] Zoo der Welt“ deklariert, mindestens hinterfragen und eventuell korrigieren. Als dessen Pendant in Deutschland gilt übrigens der 1844 in Berlin-Mitte für das allgemeine Publikum eröffnete Zoologische Garten.

Womöglich handelt es sich jedoch lediglich um eine Frage der Definition beispielsweise hinsichtlich der konstanten Dauerhaftigkeit des Bestehens, einer mit einer Forschungsintention verbundenen wissenschaftlichen Leitung, oder eines öffentlichen Zugangs für Bildungs- und Erholungszwecke. Verlässliche Antworten darauf lassen sich für den Tiergarten Neustrelitz kaum finden, der Mantel der Geschichte verhüllt hier mehr als Einblicke zu gewähren. Ein solcher Einblick ist allerdings, dass bereits 1710/11 ein herzogliches Jagdhaus in Glienecke am Zierker See entstand, das ab 1726 zum neuen Residenzschloss ausgebaut wurde. Bereits ein halbes Jahrzehnt zuvor, 1721, wurde südöstlich des Jagdhauses ein sogenannter Tiergarten errichtet. Es handelte sich dabei um einen mit Staketen als Wildgatter eingezäunten waldartigen Park, der als Jagdrevier mit Damwild konzipiert war. 1766 erwähnte der englische Reisende Thomas Nugent den vor dem Neustrelitzer Schloss bestehenden Tiergarten, ohne näher auf dessen Charakter oder Bestimmung einzugehen.


Abb.: Wild und Pfleger im Tiergarten Neustrelitz, nach 1930 (Landeshauptarchiv Schwerin, 13.2-1/1, Neustrelitz 45)

Der Tierbesatz scheint, auch wenn neben dem „rudelweise zahme[n] Damwild“ gelegentlich von Gehegen mit Schwarzwild die Rede ist, in nahezu zwei Jahrhunderten ganz unverändert geblieben zu sein. Hieß es doch in einem von Annalise Wagner 1938 herausgegebenen touristischen „Wanderführer“, an dem Staatsarchivrat Carl August Endler ebenso mitarbeitete wie die beiden Konservatoren Konrad Hustaedt und Walter Karbe, vom Neustrelitzer Schlossplatz „geht es durch das Hirschtor in den schönen Tiergarten, in dem noch Damwild gehalten wird.“ Der für die Kreierung einer Erholungslandschaft und den Naturschutzaspekt nicht ganz unwichtige Baumbestand im Tiergarten Neustrelitz, insbesondere eine bereits Ende des 19. Jahrhunderts auf ein Alter von 200 Jahren geschätzte Esche, wird immerhin schon reflektiert. Der „prachtvolle alte Baumbestand“ mit seinen idealen Nistmöglichkeiten für viele Vogelarten galt im Übrigen noch in den 1980er Jahren als „fesselnd[e]“ Besucherattraktion.

Ganz anders als mit der Vermittlung des Wandels von Fauna und Flora, der eigentlich konstitutiven Elemente für Tiergärten bzw. –parks, verhält es sich mit historischen Einlassungen über bauliche Veränderungen. Finden Eiskeller, Wildhüterhaus und eine kleine tempelartige Laube aus dem ersten Jahrhundert kaum Erwähnung, so erfreuen sich Pulverturm und Wildhof bzw. Wildmeisterhaus 1811 bzw. 1818 unter der Ägide des (groß-)herzoglichen Hofbaumeisters Christian Philipp Wolf erbaut – schon größerer Aufmerksamkeit.


Abb.: Wildhof des Tiergartens Neustrelitz, um 1912 (Landeshauptarchiv Schwerin, 13.2-1/1, Neustrelitz 10)

Am Hirsch-Portal, benannt nach zwei von Bronzehirschen gekrönten Granitpfeilern, kommt schließlich niemand mehr vorbei – zu verlockend sind die von Friedrich Wilhelm Buttel stammende Konzeption und die Ausführung der namengebenden Plastiken durch Christian Daniel Rauch nebst der sich darum rankenden Anekdote: Weil ihm die anatomische Umsetzung der beauftragten Hirschfiguren mangels Anschauung Probleme bereitete, sandte der Großherzog den zur Konservierung in branntweingetränktes Tuch verpackten Kopf eines soeben erlegten Zehnenders per Extrapost in die Berliner Werkstatt – der Künstler war’s zufrieden und das Bret noch so frisch, dass davon zwei Festbraten für seine Mitarbeiter abgefallen sein sollen.


Abb.: Hirsch-Portal des Tiergartens Neustrelitz, um 1901 (Landeshauptarchiv Schwerin, 13.2-1/1, Neustrelitz 9)

Der im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges gleichsam nicht mehr existente Tiergarten Neustrelitz konsolidierte sich ab Mitte der 1950er Jahre nicht zuletzt dank sozialistischer Betriebspatenschaften und freiwilliger Aufbaustunden. Infolge dessen konnte er sich, wie es für die 1980er Jahre heißt, „als moderne, gut geleitete und betreute Einrichtung präsentieren.“ Der Bestand wuchs von 58 Tierarten mit 360 Tierindividuen (1983) auf 70 Arten mit 420 Individuen (1985) und 85 Arten mit 850 Individuen (1987). Dabei handelte es sich nach wie vor um heimisches Getier, also Dam-, Rot-, Schwarz-, Muffel- und kleines Raubwild sowie zahlreiche Vogelarten, eine Erweiterung um Elche, Rentiere, Wisente, Luchse und Wölfe stand zumindest auf dem Plan bzw. auf der Wunschliste.

Heute ist der Tiergarten Neustrelitz als ältester Tierpark in Mecklenburg-Vorpommern im Übrigen der mit der wohl zweitgrößten Ausdehnung. Mit 48 ha ist er etwas kleiner als der Zoo Rostock mit 56 ha, jedoch – vom Wisentreservat Damerower Werder auf 320 ha einmal abgesehen – größer als der Zoo Schwerin auf 25 ha.

Kontakt:
Landeshauptarchiv Schwerin
Graf-Schack-Allee 2
19053 Schwerin
Dr. Matthias Manke
Tel.: 0385 / 58879455
m.manke@lakd-mv.de

Quelle: Dr. Matthias Manke, Landeshauptarchiv Schwerin, Archivalie des Monats Mai 2021

Spiel ohne Grenzen in Lingen 1971

Das „Spiel ohne Grenzen“ war in den 1960er und 1970er Jahren eine der erfolgreichsten Unterhaltungssendungen im westdeutschen Fernsehen. Einer der Austragungsorte war auch die Stadt Lingen. – Das Stadtarchiv Lingen erinnert in seiner Archivale des Monats Mai 2021 an dieses Ereignis.


Abb.: Spiel ohne Grenzen mit Camillo Felgen, Screenshot fernsehserien.de (Bild: rbb/WDR/Hornung)

Unter der Moderation von Camillo Felgen (1920-2005) traten zwei Städte in verschiedenen Geschicklichkeitsspielen gegeneinander an. Der Sieger hatte sich auf internationaler Ebene zu bewähren. Neben der Bundesrepublik nahmen auch Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande und die Schweiz am „Spiel ohne Grenzen“ teil. Auch Lingen bewarb sich um die Teilnahme und erhielt tatsächlich eine positive Antwort. Der WDR kam in die Stadt, um nach einem geeigneten Austragungsort zu suchen. Man entschied sich für das Emslandstadion, und im Februar 1971 wurde mit der Stadt ein entsprechender Vertrag geschlossen. Derweil wurden die Lingener Sportvereine aufgerufen, mögliche Kandidaten vorzuschlagen, um eine 24-köpfige Lingener Mannschaft zusammenzustellen.

Im Mai vor genau fünfzig Jahren wurde es dann ernst. Schon am Dienstag, den 18. Mai, traf das gegnerische Team aus dem bei Hamm gelegenen Bockum-Hövel in Lingen ein und wurde offiziell auf dem Marktplatz empfangen. Der Spielverlauf war da noch unbekannt, denn keine Mannschaft sollte sich allzu genau auf die Aufgaben vorbereiten können. Erst am Donnerstag wurde das Geheimnis um die insgesamt zehn Spiele gelüftet. Das Thema lautete „Gladiatoren“. Nun blieben den beiden Mannschaften noch zwei Tage, um sich intensiv vorzubereiten.

Am Samstag, den 22. Mai 1971, kam der Tag der Entscheidung. Vormittags fand noch einmal eine Generalprobe statt, besucht ausschließlich von Schulkindern, die für eine Mark eine Karte lösen konnten. Alle anderen – immerhin hunderte von Schaulustigen – mussten die Proben durch den Maschendrahtzaun hindurch verfolgen. Um 13 Uhr dann öffnete sich das Emslandstadion dem herandrängenden Besucherstrom. Rund 6500 Zuschauer versammelten sich auf der Tribüne, davon allein 1500 aus Bockum-Hövel. Zu Hause verfolgten Millionen Zuschauer die Sendung. Es erklangen Fangesänge: „Be-Ha-Tscha-tscha-tscha“ und „Lin-gen Ems“. Spruchbänder wurden hochgehalten. „Fürchtet Euch nicht – wir sind bei euch!“, hieß eines. Ein anderes spielte auf die Gebietsreform und die gerade aktuellen Streitigkeiten um die Bildung einer unabhängigen Gemeinde nördlich von Lingen an: „Nordgemeinde grüßt Lingen – trotz allem!“ Um 15 Uhr ging es los.

Die erste Aufgabe hieß „Römisches Wagenrennen“. Auf einem von zwei Pferden gezogenen Kampfwagen musste der Wagenlenker versuchen, mit einer Lanze die neben der Strecke befestigten Luftballons zum Platzen zu bringen. Dann ging es ans „Steinwerfen“. Dabei musste ein schwerer Stein soweit wie möglich geworfen werden. Wo er zuerst aufkam, wurde erneut geworfen. Wer nach acht Durchgängen die längste Strecke zurückgelegt hatte, hatte gewonnen. Bei „Die Säulen“ galt es, eine aus zehn Einzelteilen aufeinandergeschichtete Säule über einen Parcours zu tragen. Dabei mussten die Kandidaten unter Säulentoren hindurch und über liegende Rohre hinwegbalancieren.


Abb.: „Die Säulen auf dem Hindernisparcours“ (Stadtarchiv Lingen)

Im „Schmierseifenspiel“ drückten je vier Kandidaten einer Mannschaft gegen eine waagerecht aufgebockte Säule, um die andere Mannschaft zurückzudrängen. Lingen konnte kein einziges dieser Spiele für sich entscheiden, und Bockum-Hövel lag damit acht Punkte in Führung. Deshalb zog die Lingener Mannschaft nun ihren Joker: das nächste Spiel zählte doppelt. Es hieß „Der Löwe“. In einem Löwenkostüm für zwei Personen wurde gegen vier Gladiatoren der Gegenmannschaft angerannt, um sie umzuwerfen. Lingen gewann tatsächlich, und damit stand es 4:8.


Abb.: Der Löwe“ beim Gladiatorenschubsen“ (Stadtarchiv Lingen)

Nun zog Bockum-Hövel seinen Joker. Beim „Fahnenspiel“ wurde ein Kandidat von zwei Teamkollegen in ein Wasserbassin geworfen, und zwar in so hohem Bogen, dass sich im Flug eine über dem Becken baumelnde Fahne abreißen ließ. Und so baute Bockum-Hövel seinen Vorsprung weiter aus. „Im Netz“ hieß die nächste Runde. Gemeinsam in einem Netz gefangen mussten sechs Männer einen Hindernisparcours überwinden. Als „Fliegende Gladiatoren“ mussten sich die Kandidaten mit einem Stein zwischen den Füßen eine Seilbahn hinunterschwingen. Im Flug sollten am Boden aufgestellte Löwenbilder mit dem Stein getroffen werden. Bei „Zwei Schilde“ wurden zwei zu einer Rolle verbundene Schilde von zwei Kandidaten gerollt. Ein dritter Kandidat saß obenauf und versuchte, das Gleichgewicht zu halten.


Abb.: Gleichgewicht halten bei dem Spiel „Zwei Schilde“ (Stadtarchiv Lingen)

Die zehnte und letzte Runde war ein „Zweikampf über dem Wasser“. Mit einer Keule bewaffnet hieß es, den Gegner von einem Baumstamm ins Wasser zu stoßen. Wer fiel, wurde sofort durch einen Kollegen ersetzt. Wer übrigblieb, hatte gewonnen.


Abb.: Der „Zweikampf über dem Wasser“ (Stadtarchiv Lingen)

Bei einem abschließenden Sonderspiel musste aus einem Schlüsselbund der richtige Schlüssel gefunden werden, um einen Löwenkäfig zu öffnen. Den Rückstand konnte Lingen allerdings nicht mehr aufholen. Es verlor schließlich mit 10:16. Bockum-Hövel hingegen gewann souverän und qualifizierte sich damit für das Spiel gegen eine französische Mannschaft in Vichy.

Schon im Vorfeld hatte Camillo Felgen beide Parteien dazu aufgerufen, nicht zu vergessen, dass alles nur ein Spiel sei. „Ein Wort des Dankes sollte jeder für jeden finden, wenn dieses Spiel zu Ende ist.“ Und er reimte: „Das müsste uns in Lingen doch wirklich auch gelingen! Ich kann’s nicht besser!“ Bei einem abschließenden Empfang im Hotel Nave taten die Bürgermeister beider Städte genau das. Helmut Pytlik lud den Lingener Rat nach Bockum-Hövel ein, und Hans Klukkert versprach, für die Spiele in Vichy die Daumen zu drücken.

Quellen und Literatur:

  • StadtA LIN, AV-Medien, Nr. 2a.
  • StadtA LIN, Fotoserien, Nr. 85, Nr. 342.
  • StadtA LIN, Lingener Tagespost vom 18.-24. Mai 1971.
  • StadtA LIN, OStDir, Nr. 222-227.
  • WDR (Hg.): Spiel ohne Grenzen ‘71. Ein Fernseh-Städteturnier, veranstaltet vom Westdeutschen Rundfunk am Sonnabend, dem 22. Mai 1971, um 15.00 Uhr im Emsland-Stadion, Lingen (Ems), Dinslaken 1971.

Kontakt:
Stadtarchiv Lingen (Ems)
Baccumer Straße 22
49808 Lingen (Ems)
Tel.: 0591 / 91671-11
stadtarchiv@lingen.de

Quelle: Stadtarchiv Lingen, Archivalie des Monats Mai 2021

Impressionen aus Nachkriegs-Sommerlagern der Falken

Stadtarchiv Nürnberg präsentiert Fotos aus Nachlass.

Im Nachlass von Eva Rößner (1926-2020) und ihrer Familie (E 10/212), der dem Stadtarchiv Nürnberg Mitte des Jahres 2020 durch deren Töchter überlassen wurde, findet sich eine große Kollektion von Fotos, die Szenen aus den Sommerlagern des Kinder- und Jugendverbands der Falken – einer überparteilichen linken Jugendorganisation – zum Thema haben.

Die Fotos finden sich deshalb im Nachlass, weil die Arbeit in den linksorientierten Parteien von der Weimarer Zeit an bis in die 1990er Jahre eine grundlegende Tätigkeit des Lebens mehrerer Familienmitglieder darstellte, und Eva Rößner selber die Sommerlager der Falken in der Nachkriegszeit als Betreuerin begleitet hat. Die Fotos – 171 an der Zahl – sind im Allgemeinen nicht beschriftet oder datiert.


Abb.: Pflege der Lederschuhe durch ein einziges Mädchen, das mit allen Schuhen ganz allein auf der Lichtung zu sehen ist (Stadtarchiv Nürnberg E 10/212 Nr. 15/135)

Eine Ausnahme bildet ein Foto, auf dessen Rückseite zu lesen ist: „Veilbronn, September 1948“. Einen weiteren Hinweis bietet ein zweites Foto, das ein Banner mit der Aufschrift „Ferienlager der Falken Klingenhof 1948“ zeigt. Weitere Informationen gibt das Konvolut nicht preis, es bleibt also bei der Annahme, dass hier mehrere Sommerlager dokumentiert werden, die in der Nachkriegszeit um 1948 in Nürnbergs näherer oder weiterer Umgebung stattgefunden haben.


Abb.: Das Foto dokumentiert die Körperpflege im Freien an einem Waschbecken mit mehrfachen Wasserausgängen, wozu möglicherweise eine ehemalige Tränke umfunktioniert worden ist (Stadtarchiv Nürnberg E 10/212 Nr. 15/170)

Andere Bilder, die einzelne Teilnehmer und deren Blick auf die Landschaft einfangen, bestätigen Franken als Ort des Geschehens. Momente aus Spielsituationen, von Wanderungen und von Mahlzeiten auf einer Lichtung, im Hintergrund ein großes Zelt, samt obligatorischer Geschirrpflege sind gleichfalls festgehalten.


Abb.: Traditionelles Musizieren im Sommerlager mit der ästhetisch überzeugenden Wellenbewegung der Akkordeons, die bildlich für den schwingenden, aber nun verlorenen Ton stehen kann (Stadtarchiv Nürnberg E 10/212 Nr. 15/154)

Die Fotos belegen anschaulich Aktivitäten des Freizeitlebens unter einfachsten Bedingungen – in dieser Art sicher nur bei dem offenbar gewährleisteten schönen Sommerwetter ins Werk zu setzten.

Kontakt:
Stadtarchiv Nürnberg
Marientorgraben 8
90402 Nürnberg
Tel.: 09 11 / 2 31 – 27 70 oder – 27 71
Fax: 09 11 / 2 31 – 40 91
www.stadtarchiv.nuernberg.de

Quelle: Alexandra Edzard, Stadtarchiv Nürnberg, Neueste Beiträge, 03.05.2021

Kulturgut Verpackung – Dresden als Zentrum der Verpackungsindustrie

Das Stadtarchiv Dresden hat in den letzten Monaten eine neue Fachausstellung mit dem Titel „Verpacktes Wissen – wir konservieren Stadtgeschichte“ vorbereitet, die am Montag, den 17. Mai 2021 gestartet ist.


Abb.: Ausstellungsplakat (Foto: Anja Maria Eisen/Antje Werner)

Vom mittelalterlichen Urkundenfass über den Aktenschrank und die Kartonage bis hin zum digitalen Datenträger – in den Verpackungsformen des Wissens spiegelt sich die Entwicklungsgeschichte verwalterischen und archivarischen Arbeitens und zugleich eine Kulturgeschichte des Wissens – seiner Ordnung und Verwahrung, seiner Konservierung und Tradierung. In diesem Sinne widmet sich die Ausstellung der materiellen Kultur der Archive. Sie fragt nach den vielfältigen Funktionen von Verpackungen im Rahmen der Archivarbeit. Dabei beleuchtet sie die Anfänge der Konservierung schriftlicher Dokumente ebenso, wie aktuelle Fragen der Sicherung zunehmend entmaterialisierter digitaler Informationen, etwa im Rahmen des Elektronischen Stadtarchives.


Abb.: Verpackung und Konservierung von Urkunden (Foto: Elvira Wobst)

In den letzten Jahren wurden Verpackungen selbst zunehmend als überlieferungswürdige Kulturzeugnisse erkannt und damit archivwürdig. Grund genug, um zudem einen Einblick in die Sammlung historischer Produktverpackungen des Dresdner Stadtarchivs und die sich mit ihnen verbindende Geschichte der Dresdner Verpackungsindustrie zu gewähren. In der Konfrontation mit populären Warenverpackungen der Vergangenheit kann dann jeder selbst einmal austesten, inwieweit persönliches Erinnern auch über das Kulturgut Verpackung funktioniert.


Abb.: Messeprospekt für eine Süßwarenverpackungsmaschine des VEB Verpackungs- und Schokoladenmaschinenfabrik NAGEMA in Dresden um 1955 (Foto: Stadtarchiv Dresden)

Ob Pralinenschachtel, Suppentüte oder Waschpulverkarton – Verpackungen und Markenlabels funktionieren über Wiederkennungseffekte und werden oft zu persönlichen und kollektiven Erinnerungsträgern ganzer Generationen. Sie erst erschaffen gewissermaßen ein Produkt, wie beispielsweise die berühmte ODOL-Flasche Lingners.

Für die Zeit der Moderne werden Warenverpackungen zunehmend als wichtige Quellen für die Alltags-, Konsum-, Design-, Industrie- und Handelsgeschichte erkannt und erhalten einen eigenständigen Kultur- und Sammlungswert. Das Stadtarchiv Dresden bewahrt mit Sammlungen zum Dresdner Verpackungsmaschinenbau und mit dem Betriebsarchiv des VEB Polypack und seiner Vorgängerunternehmen umfangreiche Bestände zur Geschichte des Verpackungswesens. Dazu gehört auch eine bedeutende Mustersammlung von Warenverpackungen der DDR aus Polypack-Produktion.


Abb.: Erste Friedensproduktion des VEB Polypack Dresden (Foto: Sylvia Drebinder-Pieper)

Exemplarisch für diesen bedeutenden Teil Dresdner Industriegeschichte präsentiert das Stadtarchiv Dresden im Monat Mai 2021 ein Messeprospekt für eine Süßwarenverpackungsmaschine des VEB Verpackungs- und Schokoladenmaschinenfabrik NAGEMA in Dresden aus der Zeit um 1955.

Dass der Raum Dresden sich frühzeitig zu einem innovativen Zentrum der deutschen Papierverarbeitungs- und Verpackungsindustrie entwickeln konnte, ist dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren zu verdanken: Die Residenzstadt war wichtiger Standort einer verpackungsintensiven Kolonial-, Genuss- und Luxuswarenfabrikation in Deutschland. Das sich früh industrialisierende Sachsen bildete zudem ein Zentrum des Maschinenbaus, welches zeitig auf neue Entwicklungen im Bereich der Papierherstellung und -verarbeitung reagierte. Namhafte Unternehmen machten den Großraum Dresden um 1900 zu einem bedeutenden Fabrikationsort für Papiermaschinen. Firmen wie Universelle, Loesch, Gäbel und andere bemühten sich in teils enger Zusammenarbeit mit der Dresdner Tabak- und Schokoladenindustrie um die Entwicklung und Herstellung fortschrittlicher Verpackungsmaschinen.

Im Anschluss an diese breite Vorkriegstradition blieb der Standort Dresden trotz reparationsbedingter Demontagen, Verstaatlichung der Betriebe und Abwanderung vieler Unternehmerfamilien in der DDR-Zeit erhalten. So entstand 1950 der VEB Schokoladen- und Verpackungsmaschinen Dresden, auch „Schokopack“ genannt, durch die Vereinigung von Maschinenbaufirmen des Dresdner Ballungsraums. 1972 bildete sich durch die Zusammenlegung des VEB Schokopack und des VEB Tabakuni, als der Nachfolgefirma von Universelle Zigarettenmaschinen, der VEB Verpackungsmaschinenbau Dresden. Dieser war bis 1990 der Leitbetrieb des Kombinates Nahrungs- und Genussmittelmaschinenbau NAGEMA.

Im Rahmen der Archivale des Monats Mai sowie als Teilbereich der Ausstellung „Verpacktes Wissen. Wir konservieren Stadtgeschichte“, welche vom 17. Mai bis 24. September 2021 im Stadtarchiv Dresden zu sehen ist, werden aufgrund des aktuellen Pandemie-Geschehens erste Einblicke in die Ausstellung zunächst nur online präsentiert.

Quellen:
Stadtarchiv Dresden, Bestand 13.72 Förderverein für Wissenschaftler, Ingenieure und Marketing Dresden e.V. (WIMAD), Nr. 18 Verpackungsmaschinenbau NAGEMA. Stadtarchiv Dresden, Bestand 9.1.30 Aktiengesellschaft für Kartonagenindustrie/Polypack.

Kontakt:
Stadtarchiv Dresden
Elisabeth-Boer-Straße 1
01099 Dresden
Tel.: 0351 / 4881515
Fax: 0351 / 4881503
stadtarchiv@dresden.de

Quelle: Stefan Dornheim, Stadtarchiv Dresden, Archivale des Monats Mai 2021; Stadtarchiv Dresden, Ausstellungen

Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu an Mainzer Landesmuseum ausgeliehen

Das Jahr 2020/21 hat die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) zum „Kaiserjahr“ in ganz Rheinland-Pfalz ausgerufen und lädt mit dem Themenschwerpunkt „Mittelalter“ bis 31. Oktober 2021 zur Entdeckungsreise ein. Im Mittelpunkt steht die große Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“, die noch bis zum 13. Juni 2021 im Landesmuseum Mainz der GDKE gezeigt wird.

In einer faszinierenden Schau mit einzigartigen Exponaten beleuchtet die Landesausstellung erstmals das dynamische Beziehungsgeflecht, in dem über einen Zeitraum von fünf Jahrhunderten Kaiser und Könige, Fürsten und Feldherren, Ritter und Reichsfürsten, Bürger und Städte miteinander verwoben waren. Sie stellt ausgewählte Kaiserpersönlichkeiten und die „Säulen ihrer Macht“ vor. Angefangen bei der Krönung Kaiser Karls des Großen im Jahr 800 über die hochmittelalterliche Kaisermacht bis zum Erstarken der Städte und Fürsten.
Interessanterweise blieb der Raum am Rhein mit seinem Zentrum im heutigen Rheinland-Pfalz über Jahrhunderte hinweg die politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrallandschaft Europas. Hier lag, wie der Chronist Otto von Freising im 12. Jahrhundert schrieb, die „größte Kraft des Reichs“. Und nirgendwo sonst schlossen sich drei jüdische Gemeinden zu einem einzigartigen Verbund zusammen, genannt SchUM, die bis heute als „Wiege des aschkenasischen Judentums“ gelten.

Die Ausstellung beinhaltet herausragende Exponate und spannende Geschichten, darunter einzigartige Leihgaben international renommierter Museen, die es in dieser Zusammenstellung noch nie zu sehen gab und auf Jahrzehnte nicht mehr zu sehen geben wird. – Zu diesen herausragenden Exponaten gehört auch die im Niedersächsischen Landesarchiv – Abteilung Wolfenbüttel verwahrte Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu aus dem Jahre 972, die zu den prachtvollsten Urkunden zählt, die aus dem frühen Mittelalter erhalten sind und zu den wertvollsten des Niedersächsischen Landesarchivs.


Abb.: Die Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu aus dem Jahr 972 (Bildrechte: Niedersächsisches Landesarchiv)

In dem in lateinischer Sprache abgefassten Dokument bezeugt Kaiser Otto II., dass er seiner Braut, der byzantinischen Prinzessin Theophanu, Landbesitz von außerordentlichem Umfang in Italien, Deutschland, Belgien und den Niederlanden als Heiratsgut überträgt. Die aus drei aneinandergeklebten Pergamentblättern bestehende Urkunde von fast anderthalb Metern Länge und etwa 40 cm Breite ist komplett farbig in Gold, Purpur und Indigoblau mit kunstvollen Ornamenten und Tierfiguren gestaltet, und der Text ist in einer kalligraphischen Buchminuskel mit Goldschrift geschrieben. Somit handelt es sich nicht nur um ein Rechtsdokument von höchster politischer Bedeutsamkeit, sondern zugleich um ein einzigartiges Kunstwerk, das 2005 sogar zur Aufnahme in das Weltdokumentenerbe nominiert wurde.

Aufgrund ihres Wertes und ihrer besonderen Empfindlichkeit werden Anfragen zur Ausleihe für Ausstellungen meistens abgelehnt. Doch der Leihanfrage der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz vom Oktober 2019 wurde ausnahmsweise zugestimmt, da für die große Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“ im Landesmuseum Mainz weitere hochkarätige Leihgaben aus ganz Europa vorgesehen waren, u.a. die Heidelberger Liederhandschrift Codex Manesse, das Armreliquiar Karls des Großen aus dem Pariser Louvre, die Grabkrone von Kaiserin Gisela und die Mainzer Goldene Bulle (aus Wien), die nach über zwei Jahrhunderten an ihren Ursprungsort zurückkehrt.

Die aktuelle Situation in Zeiten der Covid-19-Pandemie bildete dabei eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten auf Museums- und Archivseite. Die weiteren Schritte erfolgten in enger Abstimmung mit der Zentralen Werkstatt des Landesarchivs, wobei erstmals das neu ausgearbeitete Leihverfahren mit Facility Report, detaillierten Checklisten und einheitlichem Vertragsformular zur Anwendung kam. Zu den Bedingungen dieser Ausleihe gehörte eine Befristung auf acht Wochen (22.02.-18.04.2021), so dass die Urkunde einen besonderen Höhepunkt zum Ende der Ausstellung bilden würde. Ein dauerhaftes Aufbewahrungs- und Schutzbehältnis aus Plexiglas, bestehend aus Unterteil und Deckel, wurde passend für diese Urkunde angefertigt.


Abb.: Klimakiste für das Aufbewahrungs- und Schutzbehältnis aus Plexiglas für die Urkunde (Foto: Niedersächsisches Landesarchiv)

Ebenfalls eine Spezialanfertigung war die von der beauftragten Kunstspedition gelieferte Klimakiste für den Transport, die schon im Januar eintraf, um sich ausreichend bis zum geplanten Transport im Februar akklimatisieren zu können.

Doch dann zeichnete sich ab, dass die aufgrund der Covid 19-Pandemie Anfang November 2020 erfolgte Schließung des Museums über den Februar hinaus andauern würde. Damit konnte der ursprüngliche Leihtermin nicht gehalten werden, ja es stand sogar die ganze Ausleihe in Frage. Nach Abstimmung mit zahlreichen Leihgebern wurde jedoch eine Verlängerung der Ausstellung bis zum 13.6.2021 und damit ein neuer Leihvertrag möglich. Am 14.4.2021 wurde die Urkunde durch die Kunstspedition und in Begleitung einer Restauratorin des Landesarchivs aufwändig verpackt, zum Mainzer Museum transportiert und mitsamt der Klimakiste in den Ausstellungsraum gebracht. 24 Stunden später konnte die Kiste geöffnet und die Urkunde – berührungsfrei im Plexiglasunterteil liegend – anstelle des bisher gezeigten Faksimiles in die Ausstellungsvitrine gelegt werden.


Abb.: Die Urkunde wird im Mainzer Museum in die Ausstellungsvitrine gelegt (Bildrechte: Niedersächsisches Landesarchiv)

Es steht zu hoffen, dass das Museum bald seine Pforten wieder öffnen kann, so dass noch möglichst viele Besucherinnen und Besucher Gelegenheit zur Besichtigung bekommen. Zwischenzeitlich wird die Heiratsurkunde der Theophanu auch in einer Digitalen Kurzführung präsentiert.

Um dennoch vielen Interessierten einen Besuch der Ausstellung zu ermöglichen, wurde das gesamte Konzept der Schau inzwischen in eine kostenfreie Online-Version übertragen. So sind Einblicke in alle Sektionen der Schau möglich, die Ausstellungsmedien wie Filme, Grafiken oder auch Auszüge aus dem Audio-Guide sind abspielbar und viele wichtige Exponate werden ausführlich vorgestellt.

Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf begrüßt das zusätzliche digitale Angebot: „Hier wird unsere rheinland-pfälzische Landesausstellung für alle Interessierten kostenfrei nach Hause gebracht. Die Präsentation macht Lust, Originalexponate später auch persönlich im Mainzer Landesmuseum in Augenschein zu nehmen. Der virtuelle Besuch ist informativ und ganz einfach ohne Anmeldung oder Registrierung möglich. Eine schöne Ergänzung bis unser Landesmuseum wieder öffnen kann“.

Seit dem ersten Lockdown nach Eröffnung der Landesausstellung hat die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) ihr Digitalangebot rund um die Kaiserausstellung sukzessive ausgebaut. Unter http://www.kaiser2020.de/ ist nicht nur ein knapp 5-minütiger Video-Rundgang, sondern auch eine Reihe von interessanten Kurzführungen zu entdecken. Einzelne Exponate der Schau werden dabei ganz persönlich vorgestellt und wöchentlich durch weitere Filme ergänzt (auch zu finden auf Instagram).

Auch auf Instagram, wo bereits seit Beginn der Ausstellung viele interessante und spannende Aspekte der Landesausstellung vorgestellt werden, sind diese Filme eingestellt.„Wir haben uns für die Online-Version sehr stark am tatsächlichen Ablauf der aktuellen Ausstellung im Landesmuseum orientiert und auch an die optische Anmutung angelehnt. Sie ist zudem eine wunderbare Ergänzung und ganz besonders für alle Besucherinnen und Besucher geeignet, die die Ausstellung schon gesehen haben und ganz gezielt einige Abschnitte nachbereiten wollen“, so Dr. Birgit Heide, Direktorin des Mainzer Landesmuseums.

Die Angebote sollen auch nach dem offiziellen Ende der Landesausstellung am 13. Juni 2021 verfügbar bleiben und die Geschichte des Mittelalters in der Region für alle Interessierten zugänglich sein.

Kontakt:
Niedersächsisches Landesarchiv – Abteilung Wolfenbüttel
Forstweg 2
38302 Wolfenbüttel
Tel.: 05331 / 935 – 0
Fax: 05331 / 935 – 211
Wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de

Landesmuseum Mainz
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz
Große Bleiche 49 – 51
55116 Mainz
Tel.: 06131 / 28 57-0
Fax: 06131 / 28 57-288
landesmuseum-mainz@gdke.rlp.de

Quelle: Niedersächsisches Landesarchiv, Aktuelles; Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDK), Aktuelle Nachrichten, 23.04.2021; Landesmuseum Mainz, Faszination Mittelalter, Das Kaiserjahr

Die Spanische Grippe 1918/19 in den Kreisen Wiedenbrück und Halle

Broschüre und digitale Ausstellung des Kreisarchivs Gütersloh.

Eine neue Broschüre des Kreisarchivs Gütersloh beschäftigt sich mit der Spanischen Grippe, die kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges ausbrach und mehrere Millionen Opfer forderte. Die Broschüre erlaubt Einblicke in das Leiden der Opfer und ihrer Hinterbliebenen, in das behördliche Wirken, aber auch generell in den Umgang der Menschen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Seuchen und Krankheiten.


Abb.: Güterslohs Kreisarchivar Ralf Othengrafen hat die Corona-Pandemie zum Anlass genommen, eine Broschüre über die Spanische Grippe im Kreis Gütersloh zu veröffentlichen (Foto: Kreis Gütersloh)

Die Broschüre kann beim Kreisarchiv Gütersloh per E-Mail oder telefonisch bestellt werden. Außerdem steht die Broschüre auch als Download zur Verfügung. Über die Internetseite des Kreisarchivs können sich darüber hinaus alle Interessierten auch die mit dem Ausstellungstool der Deutschen Digitalen Bibliothek erstellte digitale Ausstellung zur Spanischen Grippe „In dem Land der Pyrenäen möge sie begraben sein“ ansehen.

Schnell verbreitete sich die Spanische Grippe ab dem Sommer 1918 auch in den ehemaligen Kreisen Halle und Wiedenbrück. Eines der ersten Opfer ist der 23-jährige Gütersloher August Varnholt, Schütze einer Maschinengewehr-Kompagnie. Er erkrankt während seines Heimaturlaubes „an Lungenentzündung, die jetzt seinen Tod herbeiführte“, wie es in der Todesanzeige heißt.


Abb.: In den Zeitungen sind auch Empfehlungen für Medikamente ausgesprochen worden. Zeitweise waren diese in den Apotheken sogar knapp. Hier die Morsey’sche Apotheke in Wiedenbrück („SG_Apotheke“, Sammlung Michael Bleisch, Kreisarchiv Gütersloh)

Im Herbst 1918 steigen die Infektionszahlen und damit auch die Todesfälle auf einen Höchststand. An den Schulen sind teilweise über die Hälfte der Kinder erkrankt.


Abb.: Schülerinnen des Gütersloher Lyzeums, das schon zu Beginn der Pandemie stark betroffen war („SG_Lyzeum”, Kreisarchiv Gütersloh)

Einzelne Schulschließungen sind die Folge. Alleine in Werther sterben Anfang November täglich fünf bis sechs Menschen.


Abb.: Viele der Pandemie-Opfer verstarben in Krankenhäusern, etwa dem Evangelischen Krankenhaus in Gütersloh („SG_Ev_Krankenhaus”, Kreisarchiv Gütersloh)

Erst im März 1919 wird die Spanische Grippe an Wucht verlieren, es folgen allerdings noch mehrere „normale“ Grippewellen. Obwohl mehrere hundert Menschen der Pandemie in dieser Region zum Opfer fallen, gelangt sie erst jetzt – infolge der Corona-Pandemie – stärker ins Bewusstsein der Menschen.

Die Suche nach Quellen zur Spanischen Grippe im Kreis Gütersloh gestaltete sich schwierig, wie Kreisarchivar Ralf Othengrafen feststellen musste. Zum Teil wurden wichtige Ereignisse damals überhaupt nicht festgehalten, zum Teil sind Quellen aber auch im Laufe der Jahrzehnte verloren gegangen.

Damit dies nicht auch bei der Corona-Pandemie passiert und sich künftige Generationen ein Bild machen können, sammelt das Kreisarchiv Gütersloh bereits jetzt Fotos, Filme, Flugblätter, Plakate, Schriftstücke und andere Zeugnisse, die im Kontext der Pandemie entstanden sind. Ob in der Öffentlichkeit (zum Beispiel bei Demonstrationen), in der Firma, im Privaten, ob von Befürwortern oder Kritikern der Maßnahmen und sogar Leugnern der Pandemie – das Kreisarchiv möchte gerne alles überliefern! Es ruft deshalb dazu auf, dem Kreisarchiv Gütersloh alle diesbezüglichen Materialien zur Verfügung zu stellen.

Kontakt:
Kreisarchiv Gütersloh
Moltkestraße 47
33330 Gütersloh
Tel.: 05241 / 852003 oder 05241 / 852004
archiv@kreis-guetersloh.de

Quelle: Aktuelles aus dem Kreisarchiv Gütersloh, 11.05.2021; Aktuelles aus dem Kreisarchiv Gütersloh, 27.04.2021; Jan Focken, Pressemitteilung Kreis Gütersloh, 07.05.2021.

Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen während der NS-Diktatur

Das Niedersächsische Landesarchiv – Abteilung Oldenburg stellt aus seinen Magazinen im Monat Mai 2021 ein Schreiben des Direktors der Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen bei Oldenburg vor, in dem Dr. Carl Petri versichert, „Nein, in Wehen sind keine Verbrechen geschehen.“



Abb.: Antwortschreiben des Anstaltsdirektors Dr. Carl Petri an das Staatsministerium in Oldenburg vom 16.05.1946 (Niedersächsisches Landesarchiv – Abteilung Oldenburg, Best. 131 Nr. 635 Fol. 75)

Im Mai 1946 hielt der oldenburgische Ministerpräsident Theodor Tantzen den Zeitpunkt für gekommen, eine Bilanz der menschlichen und materiellen Schäden der NS-Diktatur im Freistaat Oldenburg zu ziehen. Dazu erhielten alle staatliche Behörden und Einrichtungen einen Fragebogen. So hatte die Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen bei Oldenburg darüber zu berichten, wie viele Kranke „vergast“ worden seien.

Dem Anstaltsdirektor Dr. Petri, der sich in einer heiklen Lage befand, weil er seit 1937 die Verantwortung für die Behandlung der Kranken getragen hatte, eröffnete diese Formulierung ein Schlupfloch. Denn er konnte wahrheitsgemäß sagen, dass niemand vergast worden war, dass das Krankenhaus nicht an der berüchtigten „T4-Aktion“ teilgenommen hatte.

Tatsache war jedoch, dass bereits seit 1935 aus finanziellen wie ideologischen Gründen die Kranken inhuman behandelt worden waren. Es herrschten dauernde und drastische Überbelegung bei gleichzeitiger Unterversorgung an ärztlicher Hilfe, Nahrung, Desinfektion und Heizung. Hatte die jährliche Sterberate 1928 bei 5,3 Prozent von 298 Kranken gelegen, so waren es 1944 23,68 % von 806 Insassen. Wer keine zusätzlichen Lebensmittel von Angehörigen bekam und nicht über eine robuste körperliche Gesundheit verfügte, hatte schlechte Überlebensaussichten.

Diese Zustände waren kein Geheimnis, in der Bevölkerung hatte die Anstalt einen schlechten Ruf, der bis in 1970er Jahre anhielt. Dr. Carl Petri wurde noch 1946 entlassen, vor allem, weil er als überzeugter Nationalsozialist galt. 1948 nahm er sich das Leben. Danach wurde es leicht, die gesamte Verantwortung auf ihn abzuschieben. Die Beamten und Amtsärzte, die über die Situation in Wehnen informiert gewesen waren und nichts zum Schutz der Patienten unternommen hatten, wurden nie belangt.

Kontakt:
Niedersächsisches Landesarchiv – Abteilung Oldenburg
Damm 43
26135 Oldenburg
Tel.: 0441 / 92 44 100
Fax: 0441 / 92 44 292
Oldenburg@nla.niedersachsen.de

Quelle: Niedersächsisches Landesarchiv, Aus den Magazinen des Landesarchivs, Mai 2021; Jens Fliege: Die Namenlosen von Wehnen, in: taz, 21.2.2000, 24

Ein Stausee für die Bochumer Bevölkerung

Im Dezember 1933 stellte der Bochumer Anzeiger einen neuen See im Ruhrtal vor: den Bochumer Stausee, oder auch Herbeder See genannt. Niemand sollte fortan mehr weit reisen müssen, um die Vorzüge eines Sees zu genießen – eine echte Bereicherung für die Freizeitgestaltung. Es sollte nicht nur eine einfache Erholung am Strand möglich sein, sondern auch Wassersportler und Wanderfreunde sollten auf ihre Kosten kommen.


Abb.: Artikel im Bochumer Anzeiger, Dez. 1933 (Quelle: Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte)

Der angekündigte See mit einer Länge von zwei Kilometern und einer Breite von 300 Metern, war seit Jahren geplant von den Städten Bochum, Hattingen, Herbede, Witten und dem Ruhrverband Essen und sollte nun endlich Wirklichkeit werden. Entwürfe und Gutachten, die jedoch nicht nur Positives beinhalteten, lagen schon seit den 1920er Jahren vor. In dem Zeitungsartikel vom Dezember 1933, den das Stadtarchiv Bochum in seiner monatlichen Reihe „Schaufenster Stadtgeschichte“ für Mai 2021 vorstellt, ist sogar der genaue Lageplan des Stausees abgebildet.

Lange war man sich jedoch nicht nur uneins über die Lage des Wehrs, sondern auch über den Einfluss auf den Bergbau gab es kontroverse Diskussionen. Und so gingen die Verhandlungen weiter. Am 30. Dezember 1933 hieß es dann: „Was die technische Seite des Seeprojekts angeht, so haben die bisherigen Verhandlungen leider kein positives Ergebnis gehabt.“ Das angekündigte Kleinod für die Bochumer Bevölkerung ließ also weiterhin auf sich warten. Noch 1942 wurden ohne Ergebnis Gutachten ausgetauscht, so dass das Seeprojekt schließlich förmlich ins Wasser fiel.

Aber manche Wunder dauern halt ein bisschen länger. Nach etlichen Jahren ist es schließlich im Jahre 1979 doch noch gelungen, der Bochumer Bevölkerung endlich das ersehnte und dringend notwendige Naherholungsgebiet zu verschaffen – den heutigen Kemnader Stausee.


Abb.: Bochum Kemnader See mit Blick nach Osten (Wikipedia, eigenes Bild)

Angelegt wurde er vom Ruhrverband, dem größten Wasserwirtschaftsverband in Nordrhein-Westfalen. Er umfasst neben einem Badestrand auch Wander- und Radwege. Offiziell eröffnet wurde der See am 18. September 1980 mit einem Fest und vielen Aktionen für Wassersportler. Mit seinen zahlreichen Freizeitmöglichkeiten und Festen ist der Kemnader See inzwischen das Highlight im Bochumer Süden.

Kontakt:
Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte
Wittener Straße 47
44789 Bochum
Tel.: 0234 / 9109501
Fax: 0234 / 9109504
stadtarchiv@bochum.de

Quelle: Schaufenster Stadtgeschichte, Archivale des Monats Mai 2021; Wikipedia: Kemnader Stausee.

 

Zeitzeugen gesucht: 75 Jahre Rheinland-Pfalz

Die frühen Jahre am Deutschen Eck 1947 bis 1957.

Am 30. August 1946 wurde die Geburtsurkunde des neuen Landes von der französischen Besatzungsmacht überreicht. Mit dieser Verordnung Nr. 57 des französischen Oberkommandierenden, General Pierre König, die ohne Beteiligung deutscher Politiker formuliert wurde, bildeten die Franzosen durch Zusammenlegung der sehr unterschiedlichen Regionen Rheinland, Nassau, Rheinhessen und Pfalz das Land Rheinland-Pfalz.


Abb.: Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus von Adolf Süsterhenn in der Bahnhofstr. 7 in Unkel/Rhein zur Erinnerung an die Entstehung der Landesverfassung von Rheinland-Pfalz und zwei seiner Verfasser (Ernst Biesten, Adolf Süsterhenn) (Foto: Sir James).

Obwohl Mainz von den Franzosen als Hauptstadt des neuen Landes bestimmt worden war, richtete die vorläufige Landesregierung ihren Sitz vorerst in Koblenz ein, so dass die Stadt an Rhein und Mosel im Mittelpunkt der Entstehungsgeschichte des Bundeslandes stand. Am 18. Mai 1947 stimmten die Rheinland-Pfälzer mehrheitlich für die neue Verfassung und machten die Landesgründung damit offiziell. Aber auch nach dem Umzug von Landtag und Landesregierung nach Mainz wusste sich die Stadt an Rhein und Mosel zu behaupten und sich den Herausforderungen zu stellen.

Wie waren diese frühen Jahre des Bundeslandes? Der Beginn in Trümmern und Zerstörungen: Hunger, Wohnungsnot und Armut? Der Kampf um das nackte Überleben in den ersten Nachkriegsjahren? Die Zeit zwischen Währungsreform und Wirtschaftswunder, zwischen beginnender Konsolidierung und beginnendem Ost-West-Konflikt?

Wer war dabei, als das Land noch in den Kinderschuhen steckte? Wer erinnert sich an den Alltag, an die Sorgen, Nöte und Hoffnungen in dieser Zeit? Wer besitzt Erinnerungstücke, Briefe, Aufzeichnungen, Fotos oder ähnliches? – Diese sollen Teil eines Ausstellungsprojektes der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz und des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz mit Unterstützung zahlreicher Partner aus Stadt, Land und Bund werden, das im Mai 2022 in Koblenz eröffnet werden soll.

Kontakt:
Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz – Landeshauptarchiv Koblenz
Dr. Christine Goebel
Karmeliterstraße 1/3
56068 Koblenz
Tel.: 0261 9129-117
Fax: 0261 9129-112
c.goebel@landeshauptarchiv.de

Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz – Landeshauptarchiv Koblenz
Andrea Grosche-Bulla
Tel.: 0261/9129 -104

Postadresse:
Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz
Landeshauptarchiv Koblenz
Postfach 20 10 47
56010 Koblenz

Quelle: Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Aktuelles, 28.04.2021

Aachener Stadtpuppenbühne »Öcher Schängche« besteht seit 100 Jahren

Inspiriert nicht zuletzt durch ein Gastspiel des bekannten Puppenspielers Ivo Puhonny im Aachener Kurhaus gründeten vor 100 Jahren der Aachener Mundartdichter und Zeitungswissenschaftler Will Hermanns, der Bildhauer Alfred Pieper, der Kunstmaler Willi Kohl, der Dekorateur Hein Lentzen und der Ingenieur Joseph Lausberg gemeinsam die „Aachener Marionettenspiele“, die heutige Stadtpuppenbühne Öcher Schängchen.


Abb.: Puppenspielfigur „Schängchen“ (Bildergalerie Öcher Schängche)

Als Hauptinitiator schrieb Will Hermanns (1885-1958) die ersten Theaterstücke für die neue Bühne und kreierte damit die bis heute maßgeblichen Hauptfiguren: das alterslose, gewitzte Schängche, seine Freundin et Jretche, die als rabiates, großmäuliges und schimpfwütiges Marktweib mit gutem Kern agierende Tant Hatzor, die Freunde Nieres und Veries wie auch den Polizisten Noppeney und nicht zuletzt den Teufel Krippekratz.


Abb.: Puppenspielfigur „Teufel Krippekratz“ (Bildergalerie Öcher Schängche)

Mit dem noch heute jeweils zur Spielzeiteröffnung gezeigten Stück „Der Teufel in Aachen oder Et Schängche köllt der Krippekratz“ wurde das Puppentheater am 4. Mai 1921 in der Hartmannstrasse im Saal der Gaststätte „Zur Maus“ eröffnet. Bei der Bevölkerung fand es sofort großen Anklang.

Die fünf Puppenspielliebhaber waren nicht nur durch die Freude am Spiel mit Figuren motiviert, sondern wollten mit künstlerischer Aktivität auch dem „jugend- und volksverderbenden Sensationsfilm“ etwas entgegensetzen und den Mitbürgern mit kleinem Geldbeutel anspruchsvolles Theatererlebnis ermöglichen.

Zum Repertoire des Stabpuppenspiels „Öcher Schängche“ gehören neben Märchenadaptionen, Aachener Sagen und Kinderstücken auch Stücke für Erwachsene, darunter Kriminalstücke, eine jährlich zu Karneval stattfindende Puppen-Karnevalssitzung sowie seit 2008 auch das Stockpuppenkarabarett „Pech&Schwefel“.


Abb.: Aufführung des Öcher Schängchens (Foto: Nina Krüssmann)

Für ihre Verdienste um die Aachener Mundart wurde die Bühne 1986 mit dem Thouet-Mundartpreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Neben der Stockpuppenbühne in Lüttich und dem „Hännesche Theater“ in Köln ist das „Öcher Schängche“ eine Bühne, die auf die große Zeit des Figuren- und Puppentheaters verweist, aus dem schon Johann Wolfgang von Goethe Motive für „Faust“ geschöpft hat.

In seiner wechselvollen Geschichte hatte das „Öcher Schängche“ insgesamt acht Spielstätten, unter anderem in der heutigen Stadtbibliothek und im Ballsaal des Alten Kurhauses. Im Winter 1981/82 erfolgte schließlich der finale Umzug vom Jugendheim Kalverbenden in das dauerhafte Domizil in der Barockfabrik am Löhergraben, dem heutigen Kulturhaus Barockfabrik in Trägerschaft der Stadt Aachen.

Im Laufe der Jahrzehnte erlebte das Öcher Schängchen, wie die Bühne bald hieß, unterschiedlichste Höhen und Tiefen, wobei auch die leitenden Personen immer mal wechselten. 1989 löste der bis dahin bereits als Spieler tätige Otto Trebels Matthias Stevens in der künstlerischen Leitung ab, die er bis heute innehat. Peter Reuters spielt seit vielen Jahren die Figur des Schängche. Die Bühne blieb jedoch stets auch ein Herzenskind von Will Hermanns.

Hermanns, der auch zahlreiche Mundart-Bücher veröffentlichte, begann Anfang der 1930er Jahre eine Zusammenarbeit mit dem Maler Bert Heller (1912-1970), der einige seiner Publikationen illustrierte. Als die Bühne im September 1942 in den Saal im Mittelstandshaus in der Wirichsbongardstraße umzog, ließ er diesen Saal von Heller passend ausmalen.

Bert Heller, geboren und aufgewachsen in Aachen und nächster Umgebung, hatte an der Kunstgewerbeschule Aachen von 1927 bis 1930 studiert und sich dann in Laurensberg als freischaffender Künstler niedergelassen. Sein Geld verdiente er zu dieser Zeit vor allem mit Gebrauchsgrafik wie Warenhausschildern, Kinoreklamen und Illustrationen. Ab 1940 absolvierte er noch ein zusätzliches Studium an der Kunstakademie in München.

Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt in den 1930er Jahren entwarfen Hermanns und Heller gemeinsam einige Postkarten mit direktem Bezug zu den Figuren des Öcher Schängchen. Diese blieben jedoch wohl unveröffentlicht.

Aus Anlass des Jubiläums des Öcher Schängchens präsentiert das Stadtarchiv Aachen aus dem Nachlass Will Hermanns einen dieser Postkarten-Entwürfe.


Abb.: Die zart aquarellierte Zeichnung von Bert Heller zeigt das Marktweib Tant Hatzor mit einer Käuferin und einem Jungen, im Hintergrund das Aachener Rathaus (Stadtarchiv Aachen)

Unter der Zeichnung ist von der Hand von Will Hermanns der Text gesetzt:

„Wat? Ming Schavoue sönd net jot?

Madämmche, kaucht Üch Ühre Hot!

Do sönd noch Vitamine dren,

Sue wohr ich de Tant Hatzor ben!“ WH“

Übersetzt heißt der Text „Was? Meine Wirsingkohlköpfe sind nicht gut? Verehrte Dame, kochen Sie doch Ihren Hut! Da sind noch Vitamine drin, so wahr, wie ich die Tante Hatzor bin!“

Mit der Ausstellung dieser Zeichnung von Bert Heller gratuliert das Stadtarchiv Aachen dem Öcher Schängchen zum Jubiläum. Corona-bedingt wurde das 100-jährige Jubiläum Anfang Mai 2021 lediglich digital gefeiert. Aktuell laufen jedoch schon die Planungen für einen Nachholtermin der verschobenen Jubiläumsfeierlichkeiten am 19. September 2021.

Man kann bis dahin dem Schängchen und seinen hölzernen Freunden aus der Stadtpuppenbühne auch auf @ Kulturhaus Barockfabrik auf Facebook und Instagram folgen.


Abb.: Titelblatt der Jubiläums-Festschrift von 2021 (Nina Krüsmann / iStock.com)

Außerdem ist passend zum Gründungsjubiläum genau 100 Jahre später, ebenfalls am 4. Mai 2021, eine digitale Festschrift erschienen, die alle Fans des „Öcher Herzbuben Schängche“ hier downloaden können.

Kontakt:
Stadtarchiv Aachen
Reichsweg 30 (Nadelfabrik)
52068 Aachen
Tel.: 0241 / 4324972
Fax: 0241 / 4324979
stadtarchiv@mail.aachen.de

Quelle: Stadtarchiv Aachen, Neuigkeiten, Archival des Monats Mai 2021, 30.04.2021; Stadt Aachen, Aktuellste Pressemitteilungen, 30.04.2021