Beteiligung von Archiven bei der elektronischen Schriftgutverwaltung

LVR-AFZ nimmt Masterarbeit von Frechener Archivleiter Hendrik Mechernich in die Reihe „Archivistik digital“ auf.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt hat in den vergangenen Jahren zunehmend Fahrt aufgenommen. Die Nutzung von digitalen Dokumenten, welche vollautomatisch bearbeitet und abschließend abgelegt werden, ist für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bereits fester Bestandteil des beruflichen Alltags. Ein zentraler Baustein für die digitale Arbeitswelt stellen Dokumentenmanagementsysteme (DMS) dar.

Da die Einführung und die letztliche Nutzung des DMS einen großen Einfluss auf die Schriftgutverwaltung und insbesondere die spätere Archivierung der digitalen Daten hat, sind Archive an einer aktiven Beteiligung bei der DMS-Einführung sehr interessiert. Wie die Unwetterkatastrophe Mitte Juli 2021 nochmals vor Augen geführt hat, sind elektronische Aktenführung und Digitalisierung nur dann krisensicherer als herkömmliche „Papierakten“, wenn sie gemäß archivfachlicher Standards erfolgen.

Abb.: Dr. Gregor Patt (LVR-AFZ), Hendrik Mechernich und Johannes Thomé (LVR-AFZ) (v.l.n.r.) anlässlich der Vorstellung der Publikation im Stadtarchiv Frechen (Foto: Santina Nicolosi, Stadt Frechen).

Der Leiter des Stadtarchivs Frechen, Hendrik Mechernich, hat sich im Zuge seines Studiums der Archivwissenschaften an der Fachhochschule Potsdam, das er von 2017 bis 2020 während seines Volontariats beim LVR-AFZ absolviert hat, intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt. Im Fokus stehen die Archive des Rhein-Erft-Kreises. Neben der Ist-Analyse soll die Arbeit insbesondere kleineren und mittleren Archiven als Hilfsmittel bei der DMS-Einführung dienen. Zu diesem Zweck hat das LVR-AFZ die Arbeit als fünften Band in die Reihe „Archivistik digital“ aufgenommen. Ein Abruf ist online kostenlos hier möglich:

Info:
Hendrik Mechernich:
Archivische Beteiligung bei DMS-Einführungsprojekten. Ein Vergleich anhand ausgewählter Archive des Rhein-Erft-Kreises,
Archivistik digital Bd. 5
Landschaftsverband Rheinland Köln, 2021

Kontakt:
Stadtarchiv Frechen
Archivleiter Hendrik Mechernich M.A.
Hauptstraße 110-112
50226 Frechen
Tel.: 02234/ 501-1239
archiv@stadt-frechen.de
https://www.stadtarchiv-frechen.de/

LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Postfach 2140
50250 Pulheim
Tel 02234 9854-225
Fax 02234 9854-202
AFZ.Archivberatung@lvr.de

Quelle: Stadt Frechen, Pressemitteilung.

Handwerker-Meisterstücke im Stadtarchiv Villingen-Schwenningen

Wer Handwerksmeister werden möchte, muss zuvor ein Meisterstück anfertigen. Diese Voraussetzung besteht bereits seit langer Zeit, wie auch einige Zeichnungen aus dem baden-württembergischen Stadtarchiv Villingen-Schwenningen bestätigen können. Die Zeichnungen skizzieren sehr detailliert den Entwurf des Meisterstücks. Sie kamen nach Auflösung der Zünfte und Einführung der Gewerbefreiheit 1862 in städtischen Besitz und so ins Stadtarchiv. Unter anderem gibt es sieben Konvolute der Schreinerzunft aus den Jahren 1735 bis 1859.


Abb.: Eine Zeichnung von Gustav Singer aus dem Jahr 1851, die zum Skizzieren seines Meisterstücks diente (Foto: Stadtarchiv Villingen-Schwenningen)

Das Archivale des Monats September 2021 stammt aus einer Mappe mit 16 Stücken aus der Zeit zwischen 1821 und 1859. Gustav Singer zeichnete am 6. September 1851 einen Tisch und eine Kommode. Auf dem 47,8 x 63,8 cm großen Blatt fertigte Singer mit der Feder die Seitenansicht und Konstruktion des Tisches sowie die Vorder- und Aufsicht sowie einen Schnitt der Kommode an. Bei letztgenannter Darstellung ist als Detail die Funktion der oberen Seitenschubladen hervorgehoben. Gustav Singers Arbeit ist sehr sorgfältig ausgeführt

Die Meisterzeichnungen unterlagen bestimmten Vorgaben der Zunft. Im Vergleich sind alle Kommoden seit 1824 gleich aufgebaut und unterschieden sich höchstens in kleinen Schmuckelementen.


Abb.: „Der Tischler“ (aus: Was willst du werden Was willst du werden? Bilder aus dem Handwerkerleben, Berlin um 1880)

Während die Zünfte auf Stadtebene lokal organisiert waren, überschritten die Vereinigungen der Schreiner- resp. Tischlergesellen diesen engen Rahmen und agierten bei Auseinandersetzungen um Lohn, Arbeitsbedingungen und Fragen der Standesehre mit der Unterstützung ihrer überregionalen Mobilisierungsmöglichkeiten. Kampfmittel waren Streiks in der Form des Auszuges aus der Stadt, vor allem aber „Verrufe“, Schimpfbriefe, die die Betroffenen sozial isolierten und ökonomisch schädigten, indem sie diese zum Beispiel von der Versorgung mit neuen Arbeitskräften abschnitten. Vor allem im 18. Jahrhundert eskalierten die Auseinandersetzungen zwischen den Meistern und Gesellen des Schreinerhandwerks in zahlreichen, teils heftigen Zwischenfällen.

Die Schreinerzünfte wurden unter der napoleonischen Herrschaft, wie die anderen Zünfte auch, per Dekret aufgehoben. Nach der Niederlage Napoleons wurden die Zünfte wieder eingesetzt – allein wichtige Vorrechte, wie die Zulassung zur Meisterprüfung und ihre Regulierung, z.T. auch die Beschränkung der Beschäftigtenzahl, wurden in vielen deutschen Staaten nicht mehr durchgesetzt. In den 1860er Jahren wurde mit der Einführung der Gewerbefreiheit in den meisten deutschen Staaten das Zunftwesen aufgelöst und die Gesetze der Marktwirtschaft beherrschten auch den Bereich des Tischlerhandwerks.

Kontakt:
Amt für Archiv und Schriftgutverwaltung
Winkelstraße 7, Bau D, 3. OG
78056 Villingen-Schwenningen

Abteilung Stadtarchiv
Lantwattenstraße 4
78050 Villingen-Schwenningen

Postanschrift:
Postfach 12 60
78002 Villingen-Schwenningen

Tel.: 07721 / 82-1810
Fax: 07721 / 82-1817
stadtarchiv@villingen-schwenningen.de
archivbibliothek@villingen-schwenningen.de

Quelle: Stadt Villingen-Schwenningen, Archivale des Monats, 6.9.2021; Art. „Tischler„, in: Wikipedia, 29.8.2021; Christian Zander: Das Tischlerhandwerk in Deutschland (1350-1870), Hamburg 2013; Reinhold Reith, Andreas Grießinger, Petra Eggers: Streikbewegungen deutscher Handwerksgesellen im 18. Jahrhundert, Göttingen 1992.

Neuer Standort für das Staatsarchiv des Kantons St. Gallen geplant

Das Staatsarchiv des Kantons St. Gallen befindet sich heute an drei Standorten in der Stadt St. Gallen. Nun sollen die Räume an einem neuen Standort zusammengefasst werden. Vorgesehen ist der Standort Waldau, der aktuell ein Studienzentrum der Ostschweizer Fachhochschule (OST) beinhaltet. Der Einzug des Staatsarchivs soll im Jahr 2028 erfolgen.

Die vorberatende Kommission, unter dem Vorsitz von Katrin Schulthess aus Grabs liess sich durch die Räumlichkeiten des Staatsarchivs führen und über die Platz- und Betriebsverhältnisse informieren. Die Kommission anerkennt, dass die Verteilung auf drei Standorte zusätzlichen Betriebsaufwand verursacht. Bei der Begehung wurde ersichtlich, dass am Hauptstandort kein effizienter Betrieb mehr möglich ist. Der Raum- und Erneuerungsbedarf ist ausgewiesen.


Abb.: Staatsarchiv des Kantons St.Gallen (Foto: sg.ch)

Die Kommission begrüsst das vorgesehene Projekt auf dem kantonseigenen Grundstück am Schönauweg 4 («Waldau») in St.Gallen. Der Standort Waldau wird in den nächsten fünf Jahren erneuerungsbedürftig; darüber hinaus ist der Auszug des Studienzentrums der OST aufgrund ungenügender Grösse und baulicher Struktur ohnehin angezeigt. Damit der Umbau plangemäss beginnen kann, hat die OST bis Mitte 2024 eine Ersatzlösung zu finden. Die vorberatende Kommission interessierte sich unter anderem für mögliche Standorte der Ersatzlösung, für deren Ausbau der Kanton einen Investitionsbeitrag von 8,3 Millionen Franken vorsieht.

Der Kantonsrat berät die Vorlage in der kommenden Septembersession in erster Lesung und voraussichtlich in der Novembersession 2021 in zweiter Lesung. Stimmt der Kantonsrat dem Vorhaben zu, folgt im Mai 2022 die Volksabstimmung über den Gesamtkredit von 44,3 Millionen Franken. Mit der Fertigstellung des Bauvorhabens ist 2028 zu rechnen. Die Botschaft und der Entwurf sind im Ratsinformationssystem www.ratsinfo.sg.ch unter der Geschäftsnummer 35.21.01 zu finden.

Das Staatsarchiv St. Gallen archiviert alle politisch, rechtlich, administrativ und historisch wichtigen Informationen staatlichen Handelns des Kantons St. Gallen. Seit der Kantonsgründung im Jahr 1803 wurden historische Urkunden, Akten und Schriftgut von Behörden und Verwaltung an wechselnden Orten im Regierungsgebäude oder in diversen Aussenmagazinen gelagert. Im Jahr 1978 konnte das Staatsarchiv zusammen mit dem Kantonsgericht und dem Stiftsarchiv den umgebauten und erweiterten Nordflügel des Regierungsgebäudes (Klosterhof 1) beziehen. Seit dem Jahr 1983 gehört die Liegenschaft Klosterhof 1 als Teil des Stiftsbezirks zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Das Gebiet des heutigen Kantons St.Gallen setzte sich vor 1798 aus zwölf selbständigen „Staaten“ zusammen. Der Fürstabt von St. Gallen und die alteidgenössischen Orte waren die bedeutendsten Landesherren. Ihre Verwaltungstätigkeit hat bis heute Spuren in der Archivlandschaft hinterlassen. Das Archivwesen der ehemaligen eidgenössischen Landvogteien ist recht kompliziert. Im Staatsarchiv St. Gallen liegen nur Teile der Archivalien dieser Regionen. Wer sich über die Geschichte dieser Gebiete orientieren will, muss auch die Archive der früheren Herrschaftsorte besuchen. Bis heute fehlt eine Übersicht sanktgallischer Archivbestände aus der Zeit vor 1798 in anderen Schweizer Archiven.

Kontakt:
Staatsarchiv St.Gallen
Regierungsgebäude
Klosterhof 1
9001 St.Gallen
+41 (0) 58 229 32 05
www.sg.ch/kultur/staatsarchiv

Quelle: Kanton St. Gallen, Pressemitteilung, 2.9.2021; 35.21.01 Kantonsratsbeschluss über den Bau des neuen Staatsarchivs des Kantons St.Gallen am Standort Waldau in St.Gallen und über einen Kantonsbeitrag für den Ersatz des Studienzentrums Waldau der Ost – Ostschweizer Fachhochschule

Stadtarchiv Moers sendet Podcast zu jüdischer Schule

Neue Wege zur Vermittlung von Geschichte geht das Stadtarchiv Moers. In einem dreiteiligen Podcast schildern die Stadtarchivarinnen Daniela Gillner und Alena Saam die Entwicklung der jüdischen Schule in Moers. Der Podcast ist ab Montag, 6. September 2021, auf der Internetseite der Stadt Moers als Download abrufbar. Er ist Rahmen der Moerser Beiträge zur Veranstaltungsreihe ‚1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland‘ entstanden. „Wir wollten das Thema coronakonform umsetzen und eine der zahlreichen Facetten jüdischen Lebens in Moers aufzeigen“, erläutert Daniela Gillner, Leiterin des Stadtarchivs.


Abb.: Die jüdische Volksschule in Moers ist Thema des Podcasts des Stadtarchivs Moers. Sie war von 1899 bis 1932 am Neumarkt 8 zu finden. Danach begann eine Odyssee an Raumwechseln, die schließlich in einer Baracke in der Matthecksiedlung endete. (Foto: Stadtarchiv Moers)

Wichtig sei es den Macherinnen auch gewesen, einen etwas ‚leichteren‘ Aspekt des Judentums in Moers darzustellen, als beispielweise die Auswirkungen der Shoah in der Grafenstadt zu schildern. Neben den Dialogen der beiden Archivarinnen ist auch jüdische Musik zu hören, wie zum Beispiel ein altes jiddisches Kinderlied. Die technische Umsetzung ist im Studio des Bürgerfunk entstanden.

Nationalsozialisten trennten Schüler
Teil 1 des Podcasts startet mit den ersten Jahren der Schule, die von 1850 bis 1875 privat betrieben und damit selbst finanziert war. „Dadurch war es schwierig Lehrerinnen und Lehrer zu bekommen, weil sie kaum bezahlt werden konnten“, erklärt Gillner. Jüdische Schüler konnten zwar damals christliche Schulen besuchen, konnten dort aber keine jüdischen Feiertage begehen. Zudem war das damalige 6-Tage-System problematisch für den Sabbath, der jüdischen Menschen samstags keine Arbeit erlaubt. Die beiden Räume der Schule befanden sich anfangs in der Synagoge in der Friedrichstraße, die 1818 gegründet wurde.

Im zweiten Teil geht es um die Zeit ab 1887, in der die Schule von der Stadt anerkannt und finanziert wurde. Dadurch stiegen die Qualität der Lehre und die Zahl der Schülerinnen und Schüler. Die jüdische Schule in der Zeit des Nationalsozialismus beleuchtet der dritte Teil des Podcasts. Das Perfide war, dass die Nationalsozialisten die Schule bis 1941 erhalten haben, um die jüdischen und ‚arischen‘ Schüler zu trennen. Sie wurde aber aus der Innenstadt gedrängt und war zum Schluss in einer Baracke in der Mattheck untergebracht.


Weitere Informationen und einen aktuellen Veranstaltungskalender zu der Reihe ‚1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland‘ gibt es auf der Internetseite 1700Jahre.moers.de

Kontakt:
Stadtarchiv Moers
Leitung Daniela Gillner
Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrum
Wilhelm-Schroeder-Straße 10
47441 Moers
Telefon: 0 28 41 / 201-737
Telefax: 0 28 41 / 201-760
Stadtarchiv@Moers.de

Quelle: Stadt Moers, Pressemitteilung, 2.9.2021

Dreharbeiten im Stadtarchiv Bad Waldsee

Am 20.8.2021 fanden Dreharbeiten für den Dokumentarfilm „Lange Schatten des Schweigens – eine deutsch-niederländische Fami­liengeschichte im Kontext von Judenverfolgung, Besatzung, Nationalsozialismus und Wider­stand“ im Stadtarchiv Bad Waldsee statt. Der Sozialpädagoge Prof. Dr. Rudolph Leiprecht von der Universität Oldenburg, der 1955 in Bad Waldsee geboren wurde, hat mit einem niederländischen Filmteam den Stadtarchivar von Bad Waldsee, Michael Tassilo Wild, interviewt und sich histo­rische Dokumente präsentieren lassen.

Das Projekt entstand aus einer Forschungsarbeit heraus und zeigte den Weg einer Familie zwischen Verfolgung in der NS-Zeit und Aufarbeitung in der jungen Bundesrepublik. Zahl­reiche Zeugnisse aus dem Wald­seer Stadtarchiv und anderen Einrichtungen, wie der Gedenk­stätte in Auschwitz, illustrieren diesen eindrucksvoll.

Es ist geplant, den fertigen Film 2022 in Kooperation mit der Seenema-Genossenschaft in Bad Waldsee vorzuführen.

Kontakt:
Stadtarchiv Bad Waldsee
Stadtarchivar Michael Tassilo Wild
07524 49851
Klosterhof 3
m.wild@stadtarchiv-bad-waldsee.de

Quelle: Stadt Bad Waldsee, Pressemitteilung, 3.9.2021

Eröffnung des Archivneubaus in Köln

Rund zwölf Jahre nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln in der Kölner Südstadt wird am 3. September 2021 der Neubau für das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv der Stadt Köln am Eifelwall feierlich eröffnet. Der Festakt wird live gestreamt. Interessierte sind eingeladen, ihn am Freitag, 3. September 2021 ab 15.30 Uhr auf der Westtribüne des RheinEnergie Stadions bei Imbiss und Umtrunk zu verfolgen. Eine Anmeldung ist erforderlich.


Abb.: Der Neubau des Historischen Archivs der Stadt Köln (Foto: Stadt Köln)

Dem Festakt zur Eröffnung folgt eine Informationswoche für die Öffentlichkeit. Vom 4. bis 10. September 2021 werden täglich mehrere kostenlose Führungen durch den Neubau angeboten. Am Eröffnungswochenende wird zudem der Kölner Männergesangsverein eigens für die Eröffnung des Archivgebäudes erstellte Kurzaufführungen im Neubau präsentieren. Die kostenlosen Führungen können online gebucht werden.

Vom 3. bis 8. September 2021 jeweils ab Einbruch der Dunkelheit bis zum Einbruch der Dämmerung wird die Lichtinstallation von LichtKunstLicht die Fassade des Archivneubaus weithin sichtbar inszenieren. Die Choreographie zeichnet metaphorisch das Prinzip nach, das für Archive als Wissen strukturierende Einrichtungen im Allgemeinen und ganz besonders für das Historische Archiv der Stadt Köln nach dem Einsturz gilt: „Vom Chaos und Unordnung zu neuer Struktur und Ordnung“. Dazu werden Strahler auf dem Dach sowie im Innenhof platziert, die zunächst Lichtstrahlen als Streiflicht in unterschiedlichen Farben und Richtungen über die Metallfassade des „Schatzhauses“ senden. Im Laufe der Choreographie beruhigen sich die Bewegungen und Helligkeitsveränderungen hin zu einem geordneten, spiegelsymmetrisch zu den Gebäudeachsen ausgerichteten Lichtstrahlen in einheitlichem Warmweiß.

In viereinhalb Jahren Bauzeit hat man am Eifelwall Europas modernstes kommunales Archiv geplant und errichtet, in dem das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv ihre neue Heimat finden. Gebaut wurde nach den Plänen des Architekturbüros Waechter + Waechter Architekten aus Darmstadt. Eine hochkomplexe Gebäudetechnik sorgt für neun verschiedene Klimazonen, um für alle Archivalien optimale konservatorische Bedingungen zu gewährleisten. Zur effizienten Nutzung der Energie ist ein Eisspeicher mit 400.000 Litern Wasser im Erdreich verbaut worden.


Abb.: Der Lesesaal im neuen Historischen Archiv der Stadt Köln (Foto: Martina Goyert)

Von den insgesamt 14.492 Quadratmetern Nutzfläche stehen allein 8.800 Quadratmeter für den Magazinbaukörper mit mehr als 50 Regalkilometern und 460 Planschränken für das Archivgut zur Verfügung. Das Rheinische Bildarchiv bekommt weitere 2,2 Regalkilometer Lagerfläche. Zudem bietet der Neubau rund 150 Mitarbeitenden hochfunktionale Arbeitsplätze. Im Lesesaal stehen 45 Plätze für die Arbeit mit Archivgut der beiden Nutzerarchive zur Verfügung. Die Gesamtkosten für den Neubau Historisches Archiv und Rheinisches Bildarchiv betragen vorbehaltlich der noch ausstehenden Schlussrechnungen für die abschließenden Kostenfeststellung rund 90 Millionen Euro.

Beim Festakt zur Eröffnung des Neubaus für das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv der Stadt Köln begrüßte Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Beisein von Baudezernent Markus Greitemann die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Die beiden Archivleiterinnen Dr. Bettina Schmidt-Czaia (Historisches Archiv Köln) und Dr. Johanna Gummlich (Rheinisches Bildarchiv) führten die Oberbürgermeisterin und die Umweltministerin durch das neue Archivgebäude.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker:

Wie für mich war für viele Kölnerinnen und Kölner der 3. März 2009 ein schmerzlicher Tag. Menschen verloren ihr Leben –  viele ihr Zuhause. Und mit dem Archivgebäude war nicht irgendein Gebäude versunken, was schlimm genug gewesen wäre, mit dem Gebäude lag unser jahrtausendealtes Gedächtnis in Morast und Wasser unter einem Berg von Schutt und Trümmern begraben. Beim Blick in den Abgrund wurde uns in Köln bewusst, was ein Archiv für eine Gesellschaft wirklich bedeutet. Es dient eben nicht bloß der Wissenschaft. Es dient der Selbstverortung und Selbstvergewisserung. Aus der Gesamtheit der Quellen speist sich unsere Mentalität, auf die wir so stolz sind. Umso bedeutender ist es für die Stadt Köln, dass das neue Archiv vor allem als Bürgerarchiv wahrgenommen wird. Eine Narbe wird immer bleiben, aber versuchen wir, stolz zu sein, ein solch schickes, modernes, nachhaltiges und faszinierendes neues Archivgebäude in der Stadt zu haben.

Umweltministerin Ursula Heinen-Esser:

Es ist ein ganz besonderes Gefühl, heute den Neubau des Historischen Archivs und des Rheinischen Bildarchivs einweihen zu können. Vor zwölf Jahren war ich tief erschüttert, nicht nur, weil ich Kölnerin bin. Der Schutt begrub Menschen, denen wir heute besonders gedenken. Und die Trümmer begruben einen Teil des Kölner Stadtgedächtnisses. Umso erfreulicher ist es, dass es gelungen ist, den Großteil der Archivalien zu bergen. Schritt für Schritt werden sie restauriert. Unter anderem durch die „Landeshilfe Substanzerhalt“ sowie digitale Techniken sind viele Bestände wieder zugänglich. Sie tragen zur Identitätsbildung, zum Selbstverständnis und zur Kultur der Stadt bei. Vielen Dank an alle, die daran mitgewirkt haben, die historischen Schätze zu sichern und in dieses großartige moderne Gebäude zu überführen. Alle Bürgerinnen und Bürger sollten von diesem wundervollen neuen Angebot rege Gebrauch machen.

Die leitende Archivdirektorin Dr. Bettina Schmidt-Czaia, die selbst Zeugin des Einsturzes 2009 war, stimmt die Eröffnung des Archivneubaus zuversichtlich, nun vor allem nach vorn schauen zu können. Sie betont:

Den 3. März 2009 werde ich wie die meisten Kölner*innen niemals vergessen, aber die Freude über diesen Neubau macht den Schock und Schmerz dieses Tages mit seinen unzähligen Schäden erträglicher. Dem Architektenteam von Waechter + Waechter ist hervorragend gelungen, das, was ein Archiv ausmacht, in die Sprache und Ausstrahlung des Gebäudes umzusetzen. Unser Neubau hat eine ganz besondere Atmosphäre. Wir haben hier die besten Voraussetzungen, unserem Anspruch gerecht werden zu können, ein Bürgerarchiv zu sein.

Kontakt:
Historisches Archiv der Stadt Köln
Eifelwall 5
50674 Köln
Postfach 10 35 64
50475 Köln
Telefon 0221 / 221-22327
Telefax 0221 / 221-22480
historischesarchiv@stadt-koeln.de

Quelle: Stadt Köln, PM Neueröffnung des Archivgebäudes, 2021; Stadt Köln, Pressemitteilung, 3.9.2021

Aus der Sammlung des Fotografen Hans Lachmann im Archiv der EKiR

Das Bildarchiv „Junge Republik“ wurde aus der Fotosammlung des Bildberichterstatters Hans Lachmann (1920-2006) im Archiv der Evangelischen Kirche in Rheinland (Signatur: 8SL 071) zusammengestellt. Der Nachlass des Fotografen liegt dem Archiv der EKiR mit allen Nutzungs- und Verwertungsrechten vor und ist nicht zuletzt deswegen eine Hauptquelle für dessen Online-Bildarchiv, wo die Digitalisate seiner Arbeiten öffentlich unter der Creative Commons-Lizenz BY-SA 3.0 DE zur Verfügung stehen.


Abb.: Bildarchiv „Die junge Republik“ (Foto: Archiv der EKiR)

Mit dem neuen Bildarchiv wurden nun auch Bilder digitalisiert, die nicht unmittelbar mit der Geschichte der evangelischen Kirche im Zusammenhang stehen. Hans Lachmann hat zwar Zeit seines Lebens für die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR), ihre Gemeinden und ihre Vereine fotografiert, aber seine Sammlung ist weitaus vielfältiger. Als der Bildjournalist Hans Lachmann am 31. Juli 2006 in Monheim am Rhein verstirbt, hinterlässt er ein Erbe, mit dem sich noch Generationen nach ihm befassen werden. In seinem Nachlass befindet sich die bildliche Dokumentation eines halben Jahrhunderts, festgehalten auf rund einer halben Million Abzügen. Eine vom Düsseldorfer Archiv konzipierte virtuelle Ausstellung gibt einen guten Überblick über sein Schaffen und sein Werk aus beinahe 500.000 Elementen.


Abb.: Hans Lachmann beim „Aufbruch zu einer Reportage“ (Rückseite) (Foto: Archiv der EKiR)

In seiner mehr als 40jährigen Tätigkeit als Fotograf hat er die bewegten Zeiten der Bonner Republik seit den späten 1940er Jahren dokumentiert. Nicht nur die ersten Bildserien sind eindrucksvolle Zeitdokumente. Sie zeigen eilig zusammengezimmerte Flüchtlingslager für Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten oder spielende Kinder in Trümmerstädten, die mühsam wiederaufgebaut wurden. Beeindruckend ist auch der visuell nachvollziehbare Wandel der jungen Republik. Das Wirtschaftswunder und der Aufbruch der Jugend in den 1960ern, Individualisierung und Politisierung der Gesellschaft in den 1970ern, Technisierung und Protest in den frühen 1980er Jahren sind nur einige Beispiele für den Inhalt des neuen Bildarchivs. Und immer wieder der Gegensatz zwischen Stadt und Land, Arbeiter- und Agrargesellschaft, Armut und Reichtum.

Mehr als 5.000 dieser Aufnahmen wurden für das Projekt ausgewählt und innerhalb von vier Monaten digitalisiert, mit Metadaten versehen und online gestellt. Ohne die Fördermittel des Digitalprogramms WissensWandel des Deutschen Bibliotheksverbandes, als Teil des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, wäre diese Akkordarbeit nicht möglich gewesen. Zwei Projektkräfte haben Tag für Tag ausschließlich Bilder bearbeitet und das Archiv „Die junge Republik“ Stück für Stück aufgebaut.

In dem Bildarchiv gelangt man unter dem letzten Reiter „Junge Republik“ zu dem Digitalisierungsprojekt Alltag in der frühen Bundesrepublik: Das Bildarchiv des Fotografen Hans Lachmann (1920-2006). Die angelegte Struktur ist chronologisch gegliedert, über die Suchfunktion können dank der erfassten Metadaten aber auch verschiedene Themen aufgerufen werden. Die Bilder dürfen kostenfrei in verschiedenen Formaten und Auflösungen heruntergeladen werden und, wie erwähnt, unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz BY-SA 3.0 DE weiterverwendet werden.

Kontakt:
Evangelische Kirche im Rheinland
Landeskirchliches Archiv
Hans-Böckler-Straße 7
40476 Düsseldorf
Telefon 0211/4562-225
Fax 0211/4562-421
archiv@ekir.de
www.archiv-ekir.de

Quelle: Archiv der EKiR, Alltag in der jungen Bundesrepublik: Das Bildarchiv des Fotografen Hans Lachmann (1920-2006); Maike Schwaffertz: Neues Onlinebildarchiv – Die junge Republik in Bildern von Hans Lachmann, in: https://blog.archiv.ekir.de/, 31.8.2021; Hans Lachmann. Zeitgeschichte in Momentaufnahmen (DDB-Ausstellung des Archivs der EKiR)

Abteilungsleiter des Landeskirchlichen Archivs Karlsruhe im Ruhestand

Am 27.8.2021 wurde Dr. Udo Wennemuth nach 22-jähriger Dienstzeit als Abteilungsleiter der Landeskirchlichen Bibliothek, des Landeskirchlichen Archivs und der Registratur der Evangelischen Landeskirche in Baden mit einer Andacht in der Christuskirche Karlsruhe und einem anschließenden Stehempfang in den Ruhestand verabschiedet. Die Andacht stand unter dem Wort aus 2. Tim. 3, 16: „Und auch dazu ist jede Schrift nützlich, die sich dem Wirken von Gottes Geist verdankt. Sie hilft, recht zu lehren, die Irrenden zurechtzuweisen und zu bessern. Und sie trägt dazu bei, die Menschen zur Gerechtigkeit zu erziehen.“ Pfarrerin Susanne Labsch zog dabei einen Vergleich zum Dienst Udo Wennemuths in Archiv, Bibliothek und Registratur und verdeutlichte, wie wichtig noch heute trotz Sparmaßnahmen der Kirchen die Bewahrung des Schriftguts in Registraturen, Archiven und Bibliotheken ist.


Abb.: Mitglieder der Altbestandskommission überreichen Dr. Wennemuth ihre Festschrift (Foto: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe, Annette Großmann)

Mit Worten zum Abschied würdigte Mareike Ritter Udo Wennemuth, indem sie Meilensteine und seine Leistungen aus den vergangenen 22 Jahren aufzeigte. Anschließend wurde Udo Wennemuths Arbeit in Grußworten honoriert. Dr. Henning Pahl, Leiter des Evangelischen Zentralarchivs in Berlin, brachte ein Grußwort der Arbeitsgemeinschaft der Archive und Bibliotheken in der evangelischen Kirche (AABevK) und deren zwei Verbände mit, und Dr. Jürgen Treffeisen, stellvertretender Leiter des Generallandesarchvis Karlsruhe, dankte im Namen der Karlsruher Archive Udo Wennemuth für seine Arbeit. Wennemuth fungiert auch als Geschäftsführer des Vereins für Kirchengeschichte in der Evangelischen Landeskirche in Baden sowie in den vergangenen fünf Jahren als Leiter des Verbandes kirchlicher Archive in der AABevK.

Schließlich wurde von Mitgliedern der Altbestandskommission des Verbands kirchlich-wissenschaftlicher Bibliotheken (Dr. Sorbello Staub, Dr. Grutschnig, Prof. Dr. Stork, Dr. Meinhardt und Dr. Schlechter) ein Preprint einer Festschrift zu Ehren Dr. Wennemuths überreicht.

Kontakt:
Landeskirchliches Archiv Karlsruhe
Blumenstraße 1-7
76133 Karlsruhe
Tel.: 0721/9175-795
archiv@ekiba.de

Quelle: Landeskirchliches Archiv/Mareike Ritter: Aktuelles aus dem Archiv, 31.8.2021

Historische Urlaubsgrüße aus Bruchsal

Sommerzeit… Ausflugszeit! Wer konnte, nahm eine Kamera mit. So entstanden viele Gruppenfotos von Ausflugsgesellschaften verschiedener Vereine oder Belegschaften, die auf dem ein oder anderen Weg Aufnahme auch in die Bestände des Stadtarchivs Bruchsal gefunden haben.

Während im Kaiserreich noch ausladende Damenhüte und korrekte Dreiteiler vorherrschten, ist in der Weimarer Republik der legere Reformkleidungsstil im Mainstream angekommen. Odenwaldclub und Pfadfinder waren mit ihren familiären und zwanglosen Vereinsausrichtungen da ganz im Zeitgeist. Leider ist nur einer der Abgebildeten auch mit Namen überliefert: Unter dem obigen Bild des Odenwaldclubs auf einer Wanderung nach Schriesheim von 1929 ist vermerkt „Robert Bohn beim Kopfstand“.

Mitarbeiter der Vereinigten Eisenbahn-Signalwerke (VES) holten ihre Fahrräder und Spazierstöcke raus und organisierten Tagesausflüge, auf denen auch die Ehepartnerinnen mit von der Partie waren (Foto oben). Über spätere Mitarbeitergenerationen haben sich die Fotos aus der Zeit der Jahrhundertwende von Ausflügen zur Burg Trifels oder der Wanderung nach Sinsheim überliefert (Bildnachweis: beide Fotos oben stammen aus dem Stadtarchiv Bruchsal). Zwanzig Jahre später ist von den steifen Hüten und Korsetts der Damen nur noch wenig geblieben… die Ideen der Lebensreformbewegung, die legere Reformkleidung und Freizeitgestaltung im Freien für alle Geschlechter vertrat, waren in der Weimarer Republik im Mainstream angekommen.

Kontakt:
Stadtarchiv Bruchsal
Rathaus am Otto-Oppenheimer-Platz 5
76646 Bruchsal
stadtarchiv@bruchsal.de

Quelle: Stadtarchiv Bruchsal, Archivale des Monats August 2021; Urlaubsgruß des Stadtarchivs Bruchsal

Vorläufige Liste saarländischer Euthanasieopfer

Mit einer ersten vorläufigen, bereits Anfang 2021 veröffentlichten Liste saarländischer Euthanasieopfer will das Landesarchiv Saarland dazu beitragen, ein würdiges Gedenken zu ermögli­chen und das Leid der Opfer vor dem Vergessen zu bewahren.


Abb.: Garage der grauen Busse, mit denen Menschen in die Tötungsanstalt Hadamar gebracht wurden. Heute Teil der Gedenkstätte Hadamar (Foto: Volker Thies (Asdrubal), Gedenkstätte Hadamar, 29.11.2008).

Die Euthanasiepolitik des NS-Regimes forderte auch im Saarland zahlreiche Opfer. Wichtige Forschungen wurden hierzu insbesondere von Christoph Braß und Claudia Flöter durch­geführt [vgl. Christoph Braß: Zwangssterilisation und „Euthanasie“ im Saarland 1935-1945, 2004; Claudia Flöter: Zwangssterilisation und Euthanasie an neurologisch-psychiatrischen Patienten sowie Umgang mit ausländischen Patienten und Zwangsarbeitern im Landeskrankenhaus Homburg/Saar, 2016]. Allerdings fehlt bis heute eine für die Öffentlichkeit einsehbare Liste der saarlän­dischen Euthanasieopfer, die größtenteils bis 1939 in der Heil- und Pflegeanstalt Merzig sowie im Landeskrankenhaus Homburg untergebracht waren.


Abb.: Landeskrankenhaus Merzig / Psychiatrie-Museum Merzig (Foto: Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes)

Nach einer Anfrage der saarländischen Landtagsfraktion DIE LINKE im Juni 2018 sowie einer Petition Günter Schotts, die beide das Gedenken an die Euthanasieopfer anmahnten, beschäftigte sich auch der Landtag des Saarlandes mit diesem Thema. Im Zuge des historischen Bemühens um Auf­klärung begann die Staatskanzlei mit der Zusammenstellung einer Opferliste und übermit­telte die dabei gewonnenen Daten dem Landesarchiv Saarland zur Überprüfung und Vervollständi­gung. Bisher konnten 670 Personen, die in der Liste aufgeführt sind, zweifelsfrei als Opfer des NS-Krankenmordes verifiziert werden.


Abb.: Ausschnitt aus der Liste saarländischer Euthanasieopfer, Stand: 26.1.2021 (Landesarchiv Saarland)

Folgende Quellen wurden zur Erstellung der Liste ausgewertet:

Es handelt sich hierbei um eine vorläufige bzw. unvollständige Liste, die noch durch weitere Recherchen vervollständigt oder korrigiert werden muss. Sie enthält folgende Informationen zu den als saarländische Euthanasieopfer identifizierten Personen: Name, Vorname, (bei ver­heirateten Frauen) Geburtsname, Geburtsdatum, Geburtsort/Wohnort, Todesdatum, Todes­ort/Tötungsanstalt. Als „saarländisch“ werden dabei all jene Opfer der NS-Euthanasie ver­standen, die im Saarland geboren wurden und/oder zum Zeitpunkt der ersten Verlegung im Saarland wohnhaft oder Patienten in einer der beiden Anstalten waren, die zwischen dem 1. September 1939 und Kriegsende in einer Einrichtung, die speziell der Tötung Kranker diente, oder in einer sogenannten Zwischenanstalt mit überdurchschnittlichen jährlichen Todes­raten starben.

Kontakt:
Landesarchiv Saarland
Dudweilerstraße 1
66133 Saarbrücken-Scheidt
Tel: +49 681 501-1931
Fax: +49 681 501-1933
landesarchiv@landesarchiv.saarland.de

Quelle: Landesarchiv Saarland, Aktuelle Meldungen, 25.1.2021

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