Thünen-Institut will Nationales Tierstimmen-Archiv aufbauen

Das Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde plant den Aufbau eines Nationalen Tierstimmen-Archivs. Man wolle mit dem Forschungsansatz „Bioakustik“ vergleichen, welche Tiere man jetzt und welche man in 20 Jahren hört, erklärte Thünen-Projektleiter Franz Kroiher gegenüber dem rbb. Dadurch könne man erkennen, ob die Tierstimmen sich verändert hätten, ob neue hinzugekommen oder welche fortgefallen seien.

Um das Ganze vergleichbarer zu machen, sollen die Tierstimmen mit Metadaten verknüpft werden. Bezugsgrößen seien u.a. die Art des Waldes und der Waldbewirtschaftung, die Jahres- und Tageszeit und meteorologische Verhältnisse. Ein Schwerpunkt soll auf dem Klimawandel liegen, da man beispielsweise beobachten könne, dass durch die Klimaerwärmung die Brunft immer später einsetzt. Ein erstes Projekt in Richtung Nationales Tierstimmen-Archiv seien jedoch Wolfsstimmen, die man mit Rekordern in der Schorfheide aufzeichne, um herauszufinden, wie die Rudel sich in der Landschaft bewegen. Bis ins Frühjahr 2022 hinein werde man gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Museums für Naturkunde Berlin mit Mikrofonen und Rekordern auf der Pirsch sein.

Das Naturkundemuseum in Berlin betreibt bereits seit Jahren ein Tierstimmen-Archiv und verfügt über eine der ältesten und umfangreichsten Sammlungen von Tierstimmen weltweit. Etwa 120.000 Tonaufnahmen von 1.800 Vogelarten, 580 Säugetierarten sowie zahlreichen Fisch-, Amphibien-, Reptilien- und Insektenarten bilden das Tierstimmen-Archiv. Die Tonaufzeichnungen stammen aus zoologischen Gärten, experimentellen Untersuchungen und aus dem Freiland in vielen Teilen der Welt.


Abb.: Datenbank des Tierstimmen-Archivs des Museums für Naturkunde Berlin

Die umfangreiche Tierstimmensammlung steht grundsätzlich Wissenschaftlern aller Fachrichtungen offen und wird mit stetig zunehmender Dichte in Form einer Online-Datenbank, die derzeit mehr als 75.000 Einträge umfasst, jedem Interessierten weltweit zugänglich gemacht. Mehr als 40.000 Tonaufnahmen sind über die Datenbank bereits frei zugänglich.

Aus diesem Grunde suchen die Forscher des Eberswalder Thünen-Instituts die Unterstützung der Berliner Kollegen. Deren selbst entwickelte Software zur automatischen Auswertung der Aufnahmen stellt das Museum für Naturkunde Berlin zur Verfügung. Die „Bioakustik“ erwuchs in den 1950er Jahren als Forschungsfeld aus den technischen Möglichkeiten der Schallspeicherung und Schallübertragung und band die Tontechnik als epistemisches Werkzeug in ihren Forschungsalltag ein. Seither helfen Tonaufnahmen der Biologie, die akustische Kommunikation von Tieren zu studieren und deren auditive Wahrnehmungsformen zu ergründen.

Auf das Wolfsprojekt sollen ab 2023 eine Machbarkeitsstudie in Brandenburger Kiefernwäldern über sämtliche Tierstimmen sowie anschließend Audioaufnahmen in hessischen Buchenwäldern folgen. Die Finanzierung soll über eine Förderung des Bundeslandwirtschaftsministerium geschehen.

Kontakt:
Thünen-Institut
Institut für Waldökosysteme
Alfred-Möller-Straße 1, Haus 41/42
16225 Eberswalde
Telefon: +49 3334 3820 300
Fax: +49 3334 3820 354
wo@thuenen.de
https://www.thuenen.de/de/wo/

Franz Kroiher (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)
Telefon +49 3334 3820 309
Fax +49 3334 3820 354
franz.kroiher@thuenen.de

Quelle: rbb/Antenne Brandenburg, Antenne am Nachmittag, 5.1.2022; Thünen aktuell, in: Twitter, 6.1.2022; Judith Willkomm: Tiere, Töne: Tatsachen? Zur Rolle von Medientechnologien in bioakustischer Feldforschung, in: Auditive Medienkulturen, 26.1.2013; BMUV: Das Tierstimmenarchiv des Museums für Naturkunde Berlin, o.D.; Webseite „Tierstimmenarchiv“.

Super-8-Filme vom Willy Nöthlichs im Stadtarchiv Kelheim

Bewegte und bewegende Bilder aus Kelheims Stadtgeschichte.

Das Stadtarchiv Kelheim hat einen weiteren historisch wertvollen Schatz aus der Stadtgeschichte der Nachkriegszeit erhalten: Insgesamt mehr als 40 Super-8 Dokumentarfilme, gut die Hälfte davon vertont und in Spielfilmlänge, sowie die dazugehörigen Tonbänder, Textdokumentationen und Abspielgeräte. Der engagierte Amateurfilmer Willy Nöthlichs hatte es sich in den 1970er Jahren zur Aufgabe gemacht, Geschichte und Alltagsleben in seiner Heimatstadt Kelheim filmisch zu dokumentieren. Er hatte seine Dokumentarfilme, in damals sehr beliebten Veranstaltungen, auch öffentlich vorgeführt.


Abb.: Willy Nöthlichs mit Frau Adelheid und Kamera (Foto: Stadtarchiv Kelheim)

Seine Enkelin und sein Urenkel Heidemarie und Martin Kirner haben nun Willy Nöthlichs filmisches Lebenswerk dem Stadtarchiv Kelheim übergeben. Stadtarchivar Dr. Wolf Kulke schätzt sich glücklich, die mittlerweile sehr umfangreiche Film- und Fotosammlung des Kelheimer Stadtarchivs mit Nöthlichs beeindruckenden Dokumentarfilmen bereichert zu sehen.


Abb.: Nöthlichs Urenkel Martin Kirner und seine Frau Manuela bei der Übergabe im Stadtarchiv Kelheim (Foto: Dr. Wolf Kulke)

Willy Nöthlichs war 1908 in Heinsberg im Rheinland geboren worden und ist in den 1930er Jahren als Monteur in die damals neu errichtete Zellwollefabrik nach Kelheim gekommen. Dort hatte er auch seine Frau Adelheid kennengelernt, die ihn später auch bei seinen Filmprojekten unterstützte. Sie lebten im Kelheimer Mitterfeld und waren begeisterte Hobby-Gärtner und -Imker. Willy Nöthlichs ganz besonderes Interesse galt dem in Kelheim und Umgebung noch heute so deutlich sichtbaren Zusammenspiel von Landschaft und Geschichte, seine Aufnahmen sind daher wirkliche Heimat-Filme im besten Sinne des Wortes. Nöthlichs Filme sind nicht zuletzt auch deshalb von ganz besonderem dokumentarischen Wert für die Kelheimer Stadtgeschichte, weil sie genau in der Zeit des größten städtebaulichen und landschaftlichen Umbruches um 1980 mit der Durchführung des Rhein-Main-Donau-Kanals anstelle der naturbelassenen Altmühl entlang der historischen Altstadt entstanden sind. Nöthlichs Filmdokumentationen zeigen sowohl die traditionelle Fischerei mit hölzernen Zillen und handgeknüpften Netzen auf der Altmühl als auch den gewaltigen Eingriff der Kanalbaustelle mit dinosauriergleichen, riesigen Baggern in beeindruckenden Bildern. Zugleich hat Willy Nöthlichs auch die umfangreichen archäologischen Ausgrabungen im Rahmen des Kanalbaues filmisch dokumentiert.


Abb.: Einige der 8mm-Filme Tonbänder und Geräte aus dem Nachlass von Willy Nöthlichs (Foto: Dr. Wolf Kulke) 

Die Themen seiner Filme sind vielfältig und reichen von historischen Dokumentationen wie „Kelheim – eine Stadt und ihre Geschichte“ und „Zeugen der Vergangenheit“ über Landschaftsfilme wie „Das stille Tal der Altmühl“ und „Kelheim und der RMD-Kanal“ bis hin zu Naturfilmen über Blumen und Bienen, sozialen Themen unter dem Titel „Der Feierabend“ zum Leben der Senioren in Kelheim, bis hin zum regen Alltagsleben der 1970er Jahre in „Eine Fahrt durch die Stadt“, „Eine Stadt feiert“ und „Bildnis einen kleinen Stadt“.

Die Stadt Kelheim plant für 2022 eine öffentliche Vorführung mit Filmen von Willy Nöthlichs, zusammen mit anderen bislang unveröffentlichten Nachkriegs-Filmen aus Kelheims Wirtschaftswunder-Zeit der 50er und 60er-Jahre aus der Filmsammlung des Stadtarchivs Kelheim.

Kontakt:
Stadtarchiv Kelheim
Dr. Wolf-Heinrich Kulke
Alleestraße 22
93309 Kelheim
Tel.: 09441-1745086
wolf.kulke@kelheim.de

Quelle: Stadt Kelheim, Pressemitteilung, 2021 (Dank an Yvonne Kandziora)

Die Archive der jüdischen Gemeinden Griechenlands kehren heim

Gegen Ausgleichsleistungen gibt Russland Dokumente der jüdischen Gemeinden des Landes zurück.

Fast 80 Jahre nach dem Raub durch die deutschen Nationalsozialisten am 11. Juli 1942 kehren die Archive der jüdischen Gemeinden Griechenlands sowie Kultusgegenstände und Bücher aus jüdischen Stiftungen in ihre Heimat zurück, wie die Jüdische Allgemeine berichtet. Diese Überlieferung befand sich seit Mai 1945 zunächst im Besitz der Sowjetunion und später der Russischen Föderation.

Das Archiv zum jüdischen Leben in Griechenland war von Soldaten der Roten Armee durch Zufall entdeckt worden. Verhandlungen auf höchster Ebene entwickelten sich im Lauf der vergangenen Jahrzehnte zu einer Prestigefrage für Russland wie für Griechenland. Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis konnte bei seinem Besuch in Moskau im Dezember 2021 zusammen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einen Schlusspunkt unter das schwierige Kapitel setzen.


Abb.: Der russische Präsident Wladimir Putin kündigt während einer Pressekonferenz am 8.12.2021 mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis die Übergabe der Archive der jüdischen Gemeinden an, die 1945 nach Moskau verbracht worden waren (Foto: KIS.gr)

Griechenland muss dafür, dass das russische Militärarchiv in Moskau das Archiv der griechischen Juden jahrzehntelang »aufbewahrt« hat, Entschädigungszahlungen an Moskau leisten. Und Griechenland wird im Gegenzug für die Rückgabe der jüdischen Archivalien das Archiv des zaristischen Konsulats in Chania auf der Insel Kreta an Russland übergeben. – Das Archiv wird, wenn das Holocaust-Museum in Thessaloniki fertiggestellt sein wird, allen Interessierten zur Verfügung stehen. Die Geschichte des Judentums in Griechenland reicht mehr als 2500 Jahre zurück.

Heute leben noch rund 5.000 Juden in Griechenland. Während der Schoa wurden 70.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder, knapp 70 Prozent der damaligen Gemeindemitglieder, ermordet. Am schlimmsten traf es die zu fast 95 Prozent ausgelöschte Gemeinde von Thessaloniki. „Für uns, die Israelitische Gemeinde Thessalonikis, ist die Rückkehr der Archive aus Moskau etwas sehr Wichtiges, es ist unsere Geschichte. Wir alle müssen wissen, was passiert ist, das Verbrechen, wie es passiert ist, und wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir florierende Gemeinden, die eine große Rolle im Handel, in der Buchproduktion und in der Musik spielen, fast vollständig verloren haben“, kommentierte der Vorsitzende des Zentralrats und der Gemeinde von Thessaloniki, David Saltiel, gegenüber der Nachrichtenagentur AMNA die frohe Kunde von der Rückkehr des Archivs.


Abb.: Erfassung jüdischer Männer zur Zwangsarbeit, Propagandaaufnahme der Wehrmacht (Juli 1942) (Bundesarchiv, Bild 101I-168-0894-19A / Dick / CC-BY-SA 3.0)

Die Archivbestände, Bücher und Kultgegenstände der jüdischen Gemeinde waren von deutschen Einheiten am 11. Juli 1942 geraubt worden, als 30 Synagogen, Bibliotheken und Gemeindeeinrichtungen in Thessaloniki geplündert worden sind. – Am 7. Juli 1942 hatte der Befehlshaber Saloniki-Ägäis, General Curt von Krenzki, die Anordnung zur Zwangsarbeit für alle männlichen unbeschäftigten Juden griechischer Staatsangehörigkeit im Alter von 18 bis 45 Jahren erlassen. Am 11. Juli 1942, einem Sabbath, hatten sie sich auf dem Freiheitsplatz zur Musterung und Erfassung zur Zwangsarbeit versammeln („Schwarzer Sabbath“). Etwa 3.500 von rund 8.000 Juden, die kein Beschäftigungsverhältnis nachweisen konnten, wurden zwangsverpflichtet und vorwiegend im Straßenbau eingesetzt, dafür in malariaverseuchte Sümpfe geschickt, oder sie mussten Schwerarbeit in Chrombergwerken leisten. Die gesamte Aktion trug alle Merkmale der „Vernichtung durch Arbeit“.

Quelle: Wassilis Aswestopoulos: Ein Archiv kehrt heim, in: Jüdische Allgemeine, 3.1.2022; greekreporter.gr, 8.12.2021; The Central Board of Jewish Communities in Greece / KIS.gr, 8.12.2021; Central Board of Jewish Communities in Greece, Pressemitteilung, 9.12.2021; Israelischer Botschafter in Griechenland begrüßt die Rückgabe der Archive der jüdischen Gemeinden (engl.), in: ANA-MPA, 9.12.2021; Art. Jüdische Gemeinde Thessaloniki, in: Wikipedia, 17.6.2021; Holocaust Memorial Thessalonikis, in: Gedenkorte Europa.eu

Unterrichtsmaterialien zu den Wahlen der Weimarer Republik in Coesfeld

Wer war die erste Coesfelderin, die in ein Parlament gewählt wurde? Gab es auch schon vor 1933 Nationalsozialisten in der Stadt? Wie unterschied sich eine katholische geprägte preußische Kreisstadt im ländlichen Westfalen vom Deutschlandtrend? – Antworten auf diese und weitere Fragen liefert das Unterrichtsmaterial „Wahlen der Weimarer Republik in Coesfeld (1919-1933)“, das von der Website des Stadtarchivs Coesfeld abgerufen werden kann.


Abb.: Dr. Hendrik Lange (Bild) hat gemeinsam mit dem Coesfelder Stadtarchivar Norbert Damberg Informationen zu den Wahlen der Weimarer Republik in Coesfeld erarbeitet (Foto: Stadtarchiv Coesfeld).

Geschichtslehrer Dr. Hendrik Lange und Stadtarchivar Norbert Damberg haben sich dafür ein weiteres Mal zusammengesetzt: „Wir bauen unsere digitalen Unterrichtsmaterialien kontinuierlich aus. Die neue Handreichung ergänzt sehr gut unsere bisherigen Veröffentlichungen zum Kriegsende 1918 und zur Nachkriegszeit nach 1945“, erläutert Norbert Damberg. Und Dr. Hendrik Lange ergänzt: „Mit den Anregungen kann ein guter und kompetenzorientierter Unterricht erfolgen. Gerade der lokale Fokus ergänzt das Schulbuch um wichtige Fragestellungen. Die Grundinformationen richten sich aber auch an allgemein historisch Interessierte.“

In dem Material sind Forschungsergebnisse auf lokaler und regionaler Ebene gebündelt; das ausführliche Literaturverzeichnis dient als Ausgangslage für weitere Forschungen. Neben den reinen Wahlergebnissen gibt es Informationen zu einzelnen Politikern und Parteien. Dank des übersichtlichen Inhaltsverzeichnisses findet sich schnell das passende Material. Die zehn didaktischen Anregungen bieten einen abwechslungsreichen Aufgabenpool. So kann jede Lehrkraft individuell schauen, welche Aufgaben sie auswählt.

„Die Beschäftigung mit lokalen Wahlergebnissen ist nicht nur etwas für die Freunde der Statistik. Es geht um die Frage von Kontinuität und Wandel“, erklärt Oberstudienrat Dr. Hendrik Lange, der an der Gesamtschule Gescher unterrichtet. Er sieht einen klaren Gegenwartsbezug: „Die Themen Antisemitismus, Rechtsextremismus oder Frauen in der Politik sind auch heute noch aktuell.“

Das Unterrichtsmaterial steht wie die bisher schon veröffentlichten kostenlos als PDF-Download zur Verfügung.

Kontakt:
Stadtarchiv Coesfeld
Walkenbrückenstr. 25
48653 Coesfeld
Tel: 02541-939-3010 / -3014
stadtarchiv@coesfeld.de
https://stadtarchiv.coesfeld.de

Quelle: Stadtarchiv Coesfeld: Weimarer Republik, Aug. 2021

Spurensuche Bielefeld 1933-1945

Mitte Dezember 2021 ist das neue Onlineportal „Spurensuche Bielefeld 1933-1945“ an den Start gegangen. Es ermöglicht einen geographischen Zugang zu vielfältigen Ergebnissen der Erinnerungskultur in Bielefeld. In sogenannten „Spuren“ werden Opfer, Täter und Strukturen der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in Bielefeld sowie die ‚Spuren‘ der direkten Vorgeschichte und Nachwirkungen sichtbar.

Das Onlineportal startet mit etwa 110 Spuren in einer interaktiven Karte der Stadt Bielefeld. Enthalten sind erstmals 80 Biogramme der deportierten Jüdinnen und Juden, die in Bielefeld als wohnhaft registriert waren und am 13. Dezember 1941 nach Riga deportiert wurden. Weitere Spuren betreffen die Verfolgung von Homosexuellen, Sinti und Roma, SPD- und KPD-Mitglieder, Bibelforscherinnen und Bibelforscher sowie die Rolle der Stadt- und Finanzverwaltung u.v.m.

Ne­ben dem „Na­tio­nal­so­zia­lis­mus in Bie­le­feld“ gibt es wei­te­re, breit­ ge­stal­te­te Zu­gän­ge und ver­schie­de­ne in­halt­li­che Schwer­punk­te der Er­in­ne­rungs­kul­tur. Sie rei­chen von As­pek­ten der De­mo­kra­tie­ge­schich­te des 19. und 20. Jahr­hun­derts, über den Ko­lo­nia­lis­mus, dem vor­mo­der­nen und mo­der­nen jü­di­schen Le­ben, die Ver­fol­gung und par­ti­el­ler Gleich­stel­lung von Ho­mo­se­xu­el­ler und Trans­gen­der bis zur In­te­gra­ti­on von Sin­ti und Soma, der sog. „Gast­ar­bei­ter“, ver­schie­de­ne Mit­bür­ger/in­nen mit Flucht- und Mi­gra­ti­ons­er­fah­rung u.v.m. Sie wer­den in den nächs­ten Jah­ren Ein­gang in das On­lin­e­por­tal fin­den.

Die Inhalte werden partizipativ von Erinnerungsinitiativen, interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Bildungs- und Kulturinstitutionen erarbeitet. Die ersten 29 Autorinnen sind Historikerinnen und Historiker, fachkundige Bürgerinnen und Bürger sowie Studierende, Schülerinnen und Schüler. Weitere Spuren werden derzeit geschrieben und befinden sich in Vorbereitung. Ei­nen Über­blick über mög­li­che wei­te­re The­men und „Spu­ren“ fin­det man un­ter der Rubrik „Weiße Flecken“. Das Informationsangebot wird stetig erweitert. Für den Redaktionsprozess und die inhaltliche Qualitätssicherung ist das Stadtarchiv Bielefeld zusammen mit einer zivilgesellschaftlich-partizipativ besetzten Redaktion verantwortlich.

Alle Interessierten sind eingeladen, „Spuren zu legen“, Inhalte bereit zu stellen oder sich über die Erinnerungskultur in Bielefeld zu informieren.

Link: https://spurensuche-bielefeld.de

Kontakt:
Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld
Kavalleriestraße 17
33602 Bielefeld
Tel.: +49 521 518516
jan-willem.waterboehr@bielefeld.de
https://www.stadtarchiv-bielefeld.de/

Quelle: Jan-Willem Waterböhr, Meldung für Nachrichtensammlung Westfaelische-Geschichte, 21.12.2021; Über das Onlineportal „Spurensuche Bielefeld 1933-1945“, Dez. 2021

Stadtarchiv Karlsruhe erhält Förderung für die Digitalisierung von Akten des Tiefbauamts

Stadtbaugeschichte Karlsruhe 1715–2000 erschienen.

Das Stadtarchiv Karlsruhe erhält im Rahmen des Förderprogramms „WissensWandel. Digitalprogramm für Bibliotheken und Archive“ als Teil des Rettungs- und Zukunftsprogramms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien eine finanzielle Unterstützung zur Digitalisierung des Archivbestandes des Tiefbauamtes.


Abb.: Eine einzigartige Quelle stellen die Akten des Karlsruher Tiefbaumts dar: Bald kann online zur baulichen Entwicklung, etwa wie hier zur „Trümmerbahn“, recherchiert werden (Foto: Stadtarchiv Karlsruhe).

Für die Anfertigung von Scans der insgesamt 926 Akten bis einschließlich Oktober 2022 stellt der mit der Koordination beauftragte Deutsche Bibliotheksverband dem Karlsruher Stadtarchiv mehr als 40.000 Euro an Fördergeldern zur Verfügung.

„Damit setzt das Stadtarchiv die erfolgreiche Einwerbung von Drittmitteln in den Bereichen Bestandserhaltung und Digitalisierung fort“, sagt Dr. Katrin Dort, Leiterin des Stadtarchivs. So konnten beispielsweise in diesem Jahr über dasselbe Förderprogramm 2.296 Akten des Bestandes der Hauptregistratur mit einer Fördersumme von nahezu 100.000 Euro in die digitale Welt überführt werden.

Neustart Kultur
Seit Sommer 2020 läuft das Rettungs- und Zukunftsprogramm NEUSTART KULTUR. Mit mittlerweile über 70 Programmlinien und Mitteln in Höhe von zwei Milliarden Euro hilft die Bundesregierung, den Kulturbetrieb und die kulturelle Infrastruktur dauerhaft zu erhalten.

Stadtbaugeschichte Karlsruhe 1715–2000
Nicht unpassend zum Förderprojekt „Tiefbauamtsakten“ präsentiert das Stadtarchiv Karlsruhe mit der „Stadt­bau­ge­schichte Karlsruhe“ erstmals eine ­Ge­samtschau der Karlsruher Stadt­ent­wick­lung von der Stadt­grün­dung im Jahr 1715 bis ins Jahr 2000. Schon der Beginn war außer­ge­wöhn­lich: Mit dem Schlos­sturm als Zentrum wurde das Karlsruher Umland durch 32 Alleen in alle Himmels­rich­tun­gen er­schlos­sen. Zwischen den neun südlichen „Strahlen“ entstand die ur­sprüng­li­che Stadt des 18. Jahrhun­derts als „Fächer­stadt“.

Seitdem hat Karlsruhe, insbe­son­dere seit Beginn des 19. Jahr­hun­derts, eine gewaltige bauliche Entwick­lung erlebt. Im Stadt­zen­trum entstand mit der „Via Trium­pha­lis“ vom Schloss­platz ­zum Ettlinger Tor eine zentrale Stadtachse. Umfang­rei­che Ein­ge­mein­dun­gen seit Ende des 19. Jahrhun­derts, schließ­lich die Anlage neuer Siedlungen und ganzer Stadtteile im 20. Jahrhun­der­t ­ga­ben der Stadt ihr heutiges Bild.

Das Buch „Stadt­bau­ge­schichte Karlsruhe 1715-2000“ von Harald Ringler beschäf­tigt sich mit diesen Expan­sio­nen der Stadt nach außen und mit Verdich­tun­gen im Inneren sowie mit der Entwick­lung ­der Infra­struk­tur. Daneben werden charak­te­ris­ti­sche Gebäude der ein­zel­nen Zeitab­schnitte, aber auch Persön­lich­kei­ten aus dem Gebiet der Archi­tek­tur und Stadt­pla­nung, die das Stadt­bild präg­ten, vorge­stellt.

Zum Autor:
Dr.-Ing. Harald Ringler, geboren 1948, Studium der Archi­tek­tur, Raum­pla­nung und Raumord­nung TU Wien, Wissen­schaft­li­cher ­Mit­ar­bei­ter am Öster­rei­chi­schen Institut für Raumpla­nung in Wien, Promotion Univer­si­tät Stuttgart, Stadt­pla­ner im Stadt­pla­nungs­amt Karlsruhe, Geschäfts­füh­rer des Zentrums für Kunst und Medien­tech­no­lo­gie Karlsruhe (ZKM) 1989-1994, Leiter des Stadt­pla­nungs­am­tes der Stadt Karlsruhe 2004-2013, Lehr­be­auf­trag­ter am KIT, Stadt­di­rek­tor a.D., Publi­ka­tio­nen zur Stadt­pla­nung sowie zur Stadt­bau­ge­schichte von Karlsruhe.

Info:
Harald Ringler: Stadt­bau­ge­schichte Karlsruhe 1715-2000, Ubstadt-Weiher u.a. 2021 (Veröf­fent­li­chun­gen des Karls­ru­her ­Stadt­ar­chivs Band 36), 424 Seiten, ca. 300 Abbil­dun­gen, fester Ein­band, Verlag Regio­nal­kul­tur, Ubstadt-Weiher 29,80 €

Kontakt:
Stadt­ar­chiv Karlsruhe
Mark­gra­fen­straße 29
76133 Karlsruhe
Tel. 0721 133-4225
Fax 0721 133-4299
archiv@kultur.karlsruhe.de

Kontakt für die Reser­vie­rung eines Arbeits­plat­zes im Le­se­saal:
Tel. 0721 133-4277
archiv2@kultur.karlsruhe.de

Quelle: Stadt Karlsruhe, Stadtzeitung, 6.1.2022; Stadtarchiv Karlsruhe, Stadtgeschichte, Publikation: Stadtbaugeschichte, 2021; Stadt Karlsruhe, Neues Führungsteam, 26.5.2021; Stadt Karlsruhe, Pressemitteilung, 14.12.2021; Staatsministerin für Kultur und Medien, Programm/Coronahilfen „Neustart Kultur“.

Forschungsprojekt zu den Opfern des Nationalsozialismus in Ingolstadt

Die Zeit des Nationalsozialismus in Ingolstadt aufarbeiten und vor allem den Opfern der Nazi-Diktatur ein Gesicht geben, das ist das Ziel einer neuen Forschungsgruppe, die am Stadtarchiv Ingolstadt angesiedelt ist. Die Aufgabe übernommen haben Lutz Tietmann und Janina Rummel.


Abb.: Lutz Tietmann und Janina Rummel bei der Eröffnung der Ausstellung »KZ überlebt« (Foto: Ulrich Roessle/Stadt Ingolstadt)

Zwar hat es zu den Ingolstädter Opfern des Nationalsozialismus in der Vergangenheit bereits Forschungen gegeben, die sowohl von städtischen Einrichtungen als auch von engagierten Bürgerinnen und Bürgern unternommen wurden. Diese Forschungen beschränkten sich jedoch bewusst auf ausgewählte Opfergruppen und häufig exemplarisch auf einzelne Personen. Über viele Opfergruppen – beispielsweise die der NS-„Euthanasie“ – liegen allerdings bis heute nur wenige bis gar keine Informationen vor. Dementsprechend groß ist die Lücke auch bei der Aufarbeitung und Vermittlung von Opferbiographien.

Um ein Zeichen für eine zukunftsgerichtete Erinnerungskultur zu setzen, wurde im Frühjahr 2021 durch den Ingolstädter Stadtrat einstimmig die Einrichtung einer Forschungsgruppe zur Aufarbeitung der vielfältigen Schicksale der „Opfer des Nationalsozialismus in Ingolstadt“ beschlossen. Die Projektgruppe ist im Stadtarchiv Ingolstadt verortet und bearbeitet seit Juli 2021 als zentrale Handlungsfelder den Dreiklang aus Forschung, Dokumentation und Vermittlung der Geschichte der Opfer des Nationalsozialismus.

Das Projekt konzentriert sich auf alle Personen, die vor, während oder nach ihrer Verfolgung in Stadt und Landkreis Ingolstadt entweder geboren sind, gewohnt oder gearbeitet haben oder hier gestorben sind. Die bisherige Beschäftigung mit Opfern der NS-Zeit in Ingolstadt rückte primär die Todesfälle in den Fokus. Für die neue Forschungsgruppe werden als „Opfer“ alle Menschen verstanden, die durch das NS-Regime ihrer Menschenwürde beraubt wurden, Schaden an Leib und Leben, Schaden an ihrem Eigentum, den Verlust ihrer Existenzgrundlage oder den Verlust ihrer Heimat erlitten haben.

Ziele des Projektes sind eine möglichst umfassende Identifikation aller Ingolstädter Opfer und Opfergruppen der NS-Zeit, aufbauend auf einer Sichtung und Revision der bereits schon vorhandenen Ergebnisse, allen voran der Arbeiten von Dr. Theodor Straub. Die Rekonstruktion der jeweiligen Schicksale sowie die Dokumentation von Biographien und Quellen in Form einer archivischen Datenbank sollen als Grundlage für die Konzeption von Vermittlungsangeboten für Schülerinnen und Schüler sowie für Erwachsene dienen.

Das Forschungsprojekt hat eine Laufzeit bis Ende 2026 und wurde mit zwei neuen Kräften besetzt. Lutz Tietmann, Diplom-Soziologe mit dem Schwerpunkt betriebliche Weiterbildung, ist den Themen des Projekts seit über dreißig Jahren tief verbunden und engagierte sich in Ingolstadt insbesondere in den Bereichen der Forschungs- und Vermittlungsarbeit, auch im Rahmen der „Initiative für Mahn- und Gedenkstätten in Ingolstadt“. Seine Themenschwerpunkte lagen bisher im Bereich der NS-Wehrmachtsjustiz und der jüdischen Geschichte Ingolstadts. Er trat die Stelle im Forschungsprojekt im Juli 2021 an.

Im August 2021 folgte ihm die Kunsthistorikerin Janina Rummel, die die Forschungsgruppe vervollständigte. Nachdem sie im Stadtarchiv Nürnberg ein Projekt mit stadthistorischem Schwerpunkt betreute, war sie zuletzt für die Museen der Stadt Nürnberg im Bereich der Sammlungsstrategie und der Entwicklung digitaler Vermittlungsformen tätig. Zudem war sie als Kuratorin an verschiedenen analogen sowie digitalen Ausstellungsprojekten beteiligt. Rummel besetzt nun die Stelle mit Schwerpunkt auf Dokumentation und Vermittlung der Forschungsergebnisse.

Als erste öffentlichkeitswirksame Maßnahme betreuten die beiden die neue Sonderausstellung des Stadtmuseums Ingolstadt „KZ überlebt – Porträts von Stefan Hanke“ (s. Abb. oben), die noch bis 27. März 2022 zu sehen ist. Zudem sollen bereits im Frühjahr 2022 erste Forschungsergebnisse in Form eines Online-Gedenkbuches veröffentlicht werden.

Die Ausstellung „KZ überlebt – Porträts von Stefan Hanke“ widmet sich Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager: Wie lebten diese Menschen mit den erlittenen physischen und psychischen Zerstörungen weiter? Diese Frage begleitete den Regensburger Fotografen Stefan Hanke, als er von 2004 an zehn Jahre lang Betroffene aufsuchte. In seinem Projekt „KZ überlebt“ porträtierte er 121 von ihnen in sieben europäischen Ländern. Das Stadtmuseum Ingolstadt zeigt eine Auswahl von 52 Fotografien aus diesem Konvolut, darunter zwei Porträts von Ingolstädter Überlebenden.

Das Stadtarchiv Ingolstadt befindet sich zusammen mit dem Stadtmuseum, dem Spielzeugmuseum und der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek in einem ehemaligen Festungsbau aus dem Jahre 1838/43, dem Kavalier Hepp.

Kontakt:
Stadtmuseum, Stadtarchiv, Wissenschaftliche Stadtbibliothek
Kavalier Hepp
Auf der Schanz 45
85049 Ingolstadt
Telefon: 0841 305-1881
Fax: 0841 305-1888
stadtmuseum@ingolstadt.de

Stadtarchiv Ingolstadt
Auf der Schanz 45
85049 Ingolstadt
Telefon: 08 41/3 05-18 81/-18 82
Fax: 08 41/3 05-18 88
stadtarchiv@ingolstadt.de

Quelle: Stadt Ingolstadt, Aktuelle Meldungen, 5.1.2022; Stadtmuseum Ingolstadt, Ausstellung „KZ überlebt“

Neuer Mikrofilmscanner im Stadtarchiv Pritzwalk

Langsam rollt die Filmspule durch das beleuchtete Feld zwischen den zwei Glasscheiben. Zeitgleich taucht auf dem Computerbildschirm ein klares Zeitungsbild auf. Ein neuer Scanner im Stadtarchiv Pritzwalk nimmt seine Arbeit auf. Er macht die zum Beispiel auf Mikrofilmen gespeicherten historischen Zeitungen und Akten künftig für Nutzerinnen und Nutzer nicht nur einfacher lesbar. Die digitalisierten Dateien sind nun auch für weitere Zwecke nutzbar.


Abb.: Archivarin Christiane Knorn legt einen Mikrofilm in den neuen Mikrofilmscanner ein, der die Recherche in auf Mikrofilm gebannten historischen Akten vereinfacht (Foto: Beate Vogel).

Darüber freut sich nicht zuletzt Archivarin Christiane Knorn, die damit den Benutzern und – nicht zuletzt – dem Museum Pritzwalk bessere Bedingungen bieten kann. Denn die Mitarbeiterinnen und der Museumsleiter Lars Schladitz recherchieren im Rahmen ihrer Arbeit häufig historische Dokumente im Stadtarchiv Pritzwalk.

Mehrere hundert Jahre haltbar
Archive lassen historische Bestände auf Mikroformen – Mikrofilmen oder den etwa karteikartengroßen Mikrofiches – als Miniaturen abspeichern. Diese Filme sind bei richtiger Lagerung über mehrere hundert Jahre haltbar. Auch seltene Unikate können so für verschiedene Archive bereitgestellt werden.

Mit dem bisherigen, recht alten Gerät konnte man die Dokumentseiten auf Mikrofilm zwar am Bildschirm ansehen, nicht aber speichern, geschweige denn ausdrucken. Der neue Mikrofilmscanner kann verschiedene Filmtypen scannen und in HD-Qualität digitalisieren.

Repertorium reicht bis 1820
Die Akten des ehemaligen Magistrates zu Pritzwalk, der späteren Stadtverwaltung, reichen bis 1820 zurück, wie das Repertorium ausweist. Diese Akten wurden zum Beispiel auf 35-Millimeter-Film für die Nachwelt festgehalten. Manches Original liegt in anderen Archiven, etwa im Landeshauptarchiv Brandenburg. Die älteren Pritzwalker Akten sind fast alle dem großen Stadtbrand vor 200 Jahren zum Opfer gefallen.

In den Magazinen des Stadtarchivs lagern darüber hinaus weitere Bestände:

  • Personenstandsbücher (Geburten-, Heirats- und Sterbebücher ab dem 01.10.1874)
  • Meldekartei ab 1950 für die Familienforschung und Erbenermittlung
  • Sammlungsobjekte (Zeitungen, Jahrbücher, Heimathefte, Gesetzessammlungen, Kreisblätter der Ostprignitz)
  • Archivbestand der Stadtverwaltung Pritzwalk ab 1945 bis in die Gegenwart (Unterlagen der Stadtverordneten, Protokolle des Rates und der einzelnen Fachabteilungen)
  • historische Bauakten der Innenstadt für Hausbesitzer (und welche, die es werden wollen)
  • Karten und Pläne (historisch und auch neueren Datums)

Auf Mikrofilm liegen bereits Zeitungen vor, zum Beispiel die einstige Märkische Volksstimme für den Kreis Pritzwalk. „Wir haben alle Jahrgänge von 1952 bis 1990 – lückenlos“, erklärt Christiane Knorn. Oft genug fragen Bürger nach einer Geburtstagszeitung für ihre Angehörigen. Hinzu kommen später auch historische Bauakten, die mitunter für aktuelle Projekte benötigt werden. Viele Dokumente liegen bereits digitalisiert vor.

Für die Recherche einen Termin vereinbaren
Die Nutzer sollen künftig, nach Terminvereinbarung und nachdem die Archivarin sie eingewiesen und den Mikrofilm mit den gesuchten Dokumenten eingelegt hat, am Bildschirm selbstständig nach ihren gewünschten Seiten suchen können. Die Maske des Programms ist einfach und übersichtlich aufgebaut. Die Akten lassen sich dann als Datei abspeichern oder vor Ort ausdrucken – gegen eine Gebühr.

Kontakt:
Stadtarchiv Pritzwalk
Kietz 64 (im Gebäude der Stadtbibliothek, hinterer Gebäudeeingang)
16928 Pritzwalk
Telefon 03395/40 05 98
archiv@pritzwalk.de

Quelle: Beate Vogel, Neuer Mikrofilmscanner im Stadtarchiv, in: Stadt Pritzwalk, Nachrichten, 3.1.2022; Stadtarchiv Pritzwalk.

Diebstahl aus dem Stadtarchiv Staßfurt

Am Vormittag des 3.1.2022 wurde der Polizei mitgeteilt, dass es zwischen dem 20.12.2021 und dem 3.1.2022 zum Einbruch in das Stadtarchiv Staßfurt kam. Unbekannte Täter betraten das umfriedete Gelände vermutlich über einen Bauzaun und schlugen anschließend ein Fenster ein, um in das Gebäude zu gelangen. Nach ersten Erkenntnissen wurden mehrere historische Dokumente entwendet. Die Schadenshöhe konnte zum Zeitpunkt der Anzeigenaufnahme noch nicht benannt werden.

Hinweise zur Tat, den vermeintlichen Tätern oder zum Verbleib des Diebesgutes nimmt das Polizeirevier Salzlandkreis unter der 03471-3790 entgegen.

 
Abb.: Neubau Bibliothek / Stadtarchiv Staßfurt 2020 und 2021 (Fotos: Stadt Staßfurt)

In Staßfurt ist erst am 15.10.2021 der Neubau „Haus am See“ mit einem Tag der offenen Tür eröffnet worden. Die dortige neue Bibliothek und das Stadtarchiv Staßfurt wurden tags drauf der Öffentlichkeit präsentiert. Der Neubau am Stadtsee ist im Rahmen der IBA-Prozesses entstanden. 4,2 Millionen Euro hat die Stadt Staßfurt in die Errichtung des Gebäudes investiert. Im Rahmen der Städtebauförderung haben sich Bund und Land mit rund 2,4 Millionen Euro Fördermitteln beteiligt.


Abb.: Neubau am Großen Markt: Das Bauteil I umfasst die von der Wohnungs- und Baugesellschaft Staßfurt zu errichtenden 19 barrierefreie Wohnungen. Bauteil II umfasst Ausstellung resp. Veranstaltungssaal / Archiv / Bibliothek der Stadt Staßfurt (Foto: Wohnungs- und Baugesellschaft Staßfurt).

Kontakt:
Stadt Staßfurt
Zentrales Verwaltungsarchiv
Rathausstraße 1
39418 Staßfurt
Telefon: 03925 981390
archiv@stassfurt.de

Quelle: Presse Sachsen-Anhalt, Polizeimeldung 003/2022, 4.1.2022; Wohnungs- und Baugesellschaft Staßfurt, Aktuelle Baumaßnahmen, 2020; Stadt Staßfurt, Aktuelles, 28.9.2021; Stadt Staßfurt, Pressemitteilung, 22.10.2021; Stern, 4.1.2022

Universitätsarchiv Münster digitalisiert Matrikelbücher von 1780 bis 1905

Die Studierendenverzeichnisse, die sogenannten Universitätsmatrikeln, sind eine wichtige Quelle der universitätsgeschichtlichen Forschung. Deshalb hat das Universitätsarchiv der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster die Matrikelbücher von 1780 – der offiziellen Eröffnung der WWU Münster – bis 1905 nunmehr digitalisiert. Die Bände sind ab sofort online einsehbar.


Abb.: Interessierte können die Matrikelbücher der WWU Münster von 1780 bis 1905 online einsehen. Das Bild zeigt eine Seite aus dem zweiten Band von 1808 bis 1827 (Foto: WWU Münster/Universitätsarchiv). 

„Wir werden regelmäßig nach früheren Studierenden gefragt. Durch die digitalisierten Bände können Interessierte nun online recherchieren“, erläutert Dr. Sabine Happ, Leiterin des Universitätsarchivs der WWU. Durch die Digitalisate erfahren die Nutzer nicht nur das Immatrikulationsdatum von ehemaligen Studierenden, sie bekommen auch einen Eindruck, wie die Matrikelbände aussehen. Ergänzend zu den Matrikeln gibt es ab 1844 gedruckte Personalverzeichnisse der Königlichen Akademie. Sie umfassen neben den Namen der Studierenden weitere Angaben zu ihrem Studium.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die einzelnen Matrikelbände einzusehen: als gesamten Band oder getrennt nach Jahren. Eine Ausnahme ist der erste Matrikelband von 1780 bis 1808, bei dem die Einteilung nach Fakultäten übernommen wurde. „Wir haben jeweils die einzelnen Jahre bestehend aus Sommer- und Wintersemester aufbereitet, damit Interessierte nicht riesige Dateien von teilweise mehreren Hundert Seiten durchsehen müssen“, erklärt Sabine Happ.

Die Matrikel der Universität / Akademie Münster 1780-1905:

Zudem gibt es Personalverzeichnisse ab 1844, die die Studierenden auflisten (Recherchehilfen), sowie eine Edition des ersten Matrikelbandes:
Kohl, Wilhelm, Giesler, Robert: Die Matrikel der Universität Münster 1780 bis 1818. Edition und biographische Erläuterungen (Veröffentlichungen des Universitätsarchivs Münster, 1), Münster 2008.

Kontakt:
Universitätsarchiv Münster
Leonardo-Campus 21
48149 Münster
Tel: +49 (0) 251 83-32099
uni-archiv@uni-muenster.de
https://www.uni-muenster.de/Archiv/

Quelle: WWU Münster, News, 20.12.2021; WN, 29.12.2021

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