Das Stadtarchiv Celle in seiner heutigen Form ist eine sehr junge Einrichtung. Am Alter der im Stadtarchiv verwahrten Unterlagen kann man allerdings feststellen, dass auch schon in vergangenen Zeiten Sorgfalt auf die Bewahrung der alten Dokumente verwandt wurde. So stammt das älteste im Celler Stadtarchiv erhaltene Schriftstück aus dem 13. Jahrhundert: die Stadtgründungsurkunde Celles vom 25. Mai 1292. Aber erst seit 1930 gibt es in Celle ein selbständiges und für die Öffentlichkeit benutzbares Stadtarchiv.
Sein 75-jähriges Bestehen feierte das Celler Stadtarchiv dieser Tage mit einer musikalisch-historischen Zeitreise durch seine Bestände: Eine Sängerin, eine Pianistin und eine Historikerin setzten Originelles und nachdenklich stimmendes aus Urkunden und Akten in Szene (siehe Veranstaltungen). Die promovierte Historikerin Karin Ehrich hat aus Anlass des Jubiläums das Celler Stadtarchiv systematisch durchforscht. Rund 500 der insgesamt 40.000 Akten hat sie gesichtet und aussagekräftige Passagen zu einer historischen Zeitreise zusammengestellt.
Karin Ehrich erläuterte in ihrem spannenden Vortrag zunächst die geschichtlichen Meilensteine des Celler Stadtarchivs, bevor sie die Chronisten beispielhaft zu Wort kommen ließ. Aufrufe zur „redlichen Lebensweise“ und Heiratsverordnungen aus dem 19. Jahrhundert regten eher zum Schmunzeln an, während der zwischen Aktendeckeln verborgene Zynismus des Nationalsozialismus immer noch ein Frösteln hervorrief.
Während eines Tages der offenen Tür am 12. November haben die Besucher die Möglichkeit von 11 bis 16 Uhr das Stadtarchiv Celle und seine Bestände zu erkunden. Führungen durch das Aktenmagazin, durch die Bibliothek des Stadtarchivs und die verschiedenen Sammlungen sollen die Archivarbeit vorstellen. Aber auch eigene Nachforschungen sind möglich.
Kontakt:
Stadtarchiv Celle
Westerceller Straße 4
29227 Celle
Tel. 05141 – 936 00 11 o. 12343.
stadtarchiv@celle.de
Quelle: Rolf-Dieter Diehl, Cellesche Zeitung, 6.11.2005
