Strukturveränderungen bei der BStU werden begrüßt

Im Anschluss an ein Gespräch mit der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) erklären der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hartmut Koschyk MdB, und der zuständige Berichterstatter, Hartmut Büttner MdB: Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion begrüßt ausdrücklich die eingeleiteten Umstrukturierungsprozesse in der Stasiunterlagenbehörde.

Die AG Innen hat heute mit der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik Marianne Birthler über aktuelle Themen wie die Rekonstruktion von Akten, den Umgang mit den sog. Rosenholzdateien und die Veränderung der Behördenorganisation diskutiert.

Im Interesse aller, die die Dienstleistungen der BStU in Anspruch nehmen, wird die Qualität, die Effizienz und die Transparenz der Arbeit erhöht werden. Die künftige Struktur wird an die gewandelten Aufgabenschwerpunkte der Behörde angepasst. Das geplante Regionalkonzept sieht eine Zusammenführung der bisher an 13 Standorten angesiedelten Archive an fünf Standorten in je einem der neuen Bundesländer vor. Um weiter bürgernah bestimmte Dienstleistungen anbieten zu können, sollen zusätzlich jedem der neuen Bundesländer ein weiterer Standort verbleiben.

Die Konzentration der Archive an 5 regionalen Standorten wird mittelfristig zu erheblichen Einsparungen (gerade im Hinblick auf Wach- und Sicherheitserfordernisse) führen. Das Gespräch hat wieder erneut deutlich gemacht, dass im Hinblick auf die historische Aufarbeitung des MfS, einer der wesentlichen Voraussetzungen für das 40-jährige Überleben einer Diktatur im 20. Jahrhundert, die Arbeit der BStU unverzichtbar ist.

Quelle: ots, Originaltext: CDU/CSU – Bundestagsfraktion, 9.12.2003

Zwickauer Stadtarchiv stellt 250 Jahre alte Zeitungen aus Jena zur Verfügung

„Jena. Den 4ten Nov. vertheidigte unter dem Vorsitz des Herrn Prof. Joh. Ernst Imman. Walchs, Herr Paul Matthias Frenckel, aus Hollstein, eine Dissertation.“ So lautete vor 251 Jahren eine Nachricht in der Jenaer Zeitung. Das Stadtarchiv Jena hat jetzt mehrere Bände mit Originalexemplaren der Privilegierten Jenaischen Zeitungen erhalten.

„Dass noch Originale aus dieser Zeit erhalten sind, ist eine Sensation“, sagt der Jenaer Stadtchronist Jürgen Jache. Bislang hat das Archiv nur Jenaer Zeitungen aus dem 19. Jahrhundert als älteste Exemplare im Original.

Durch den glücklichen Zufall sind die Jenaer nun an die Zeitdokumente gelangt. Das Zwickauer Stadtarchiv hat seine Bestände durchforstet und Material, das keinen Bezug zur Stadt hat, aussortiert. „Wir haben eine Anfrage bekommen, ob wir die Zeitungen gebrauchen können“, sagt Jache. „Für uns ist der Fund unbezahlbar“, jubelt der Chronist.

Das Zwickauer Archiv stellt Zeitungsbände zwischen 1752 und 1765 zur Verfügung. Einige Jahrgänge sind beinahe vollständig. Die Exemplare befinden sich in einem sehr guten Zustand: In der Regel aller drei Tage ist die Privilegierte Jenaische Zeitung erschienen. Auf vier A5-Seiten informiert das kleine Blatt über das Geschehen in Amsterdam oder gar London. „Mit ein bisschen Glück sind auch Meldungen aus Jena dabei“, berichtet Jache, so beispielsweise in der Rubrik „Gelehrte Nachrichten“ über Neuigkeiten aus der Universität.

Bevor der Inhalt systematisch aufgearbeitet wird, bannen die Mitarbeiter des Stadtarchivs das Material auf Mikrofilm. So werden die wertvollen Originale nicht beansprucht, wenn der Chronist die Daten erfasst. „Wir gewinnen aus den Zeitungen vielfältige Informationen“, berichtet Jache. So vervollständigt er die städtische Chronik durch Neuigkeiten, die er aus den alten Blättern erfährt. „Oft ergeben sich so Berichte über völlig neue Ereignisse“, sagt Jache.

Im nächsten Jahr soll die Auswertung der Privilegierten Jenaischen Zeitungen beginnen: Doch den Rekord für die älteste Tageszeitung, die es jemals in Jena gegeben hat, brechen die neu aufgenommenen Exemplare nicht: Die erste Tageszeitung ist nach Informationen des Stadtarchivs im Jahr 1674 erschienen.

Kontakte:
Stadtarchiv Jena
Löbdergraben 19
D-07743 Jena
Tel: +49 (3641) 492 255
Fax: +49 (3641) 443 094

Stadtarchiv Zwickau
Lessingstr. 1
08056 Zwickau
(03 75) 83 47 00
(03 75) 83 47 47
stadtarchiv@zwickau.de

Quelle: OTZ Jena, 8.12.2003

Schließungspläne der Birthler-Behörde abgelehnt

Nach Auffassung der sächsischen CDU-Landtagsfraktion sollen die sächsischen Außenstellen der Stasi-Unterlagen-Behörde in Dresden, Chemnitz und Leipzig unverändert fortbestehen. Der Fraktionsvorsitzende Fritz Hähle wandte sich gestern in Dresden gegen Überlegungen der Bundesregierung, die Behörde von Marianne Birthler zu verkleinern. Gerade für ältere Opfer des SED-Unrechts seien die Ämter vor Ort wichtig, weil sie das Einsehen von Unterlagen ohne lange Wege ermöglichten, sagte der Politiker.

Hähle betonte das anhaltend „große Interesse der Bevölkerung an der Aufklärung über das Unrecht der Staatssicherheit“. Deshalb müssten in Sachsen, dem bevölkerungsreichsten der neuen Bundesländer und der „Wiege der Revolution von 1989“, die Archive vor Ort bestehen bleiben. Überlegungen, die Akten der Außenstellen an wenigen Orten zusammenzuführen, seien nicht akzeptabel. Vielmehr sollten die Akten der Behörde mittelfristig in den Archivbestand des Freistaats überführt werden.

Nach Angaben der Birthler-Behörde sind in der rund zwölfjährigen Tätigkeit fünf Millionen Anträge auf Akteneinsicht gestellt worden. Allein 2002 seien 94.000 Anträge eingegangen, die meisten von Ostdeutschen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 8.12.2003

Akten von 1826 helfen den Windmüllern

Das hätten sich die Beteiligten auch nicht träumen lassen, dass zur Durchsetzung des Windrades am Nordholz in Enger tatsächlich Akten aus dem Jahre 1826 heran gezogen werden müssen. Doch die Unterlagen sind allen Ernstes im Detmolder Staatsarchiv ausgegraben worden. Und das kam so:
Das Ehepaar Diekenhorst möchte sein Windrad auf seinem Acker vor dem Nordholz bauen. Das Windrad soll auf Spezialtransportern angeliefert werden, wofür die Betreiber eine Sonderbetriebserlaubnis zur Benutzung und zum entsprechenden Ausbau einer Zuwegung benötigen.

Windkraftgegner unter den Anliegern hatten nun heraus gefunden, dass nicht eindeutig feststand, wem die entsprechende Straße (Nordhofstraße) in diesem Abschnitt gehört. Sechs Anlieger gibt es in diesem Bereich. Knapp 5.000 Quadratmeter Wegfläche wurden daher plötzlich als „herrenlos“ erklärt.

Es kam sogar so weit, dass die Stadt zunächst einmal ihr Wegerecht und in der Folge auch die Sonderbetriebserlaubnis zurückzog, da einer der Windkraftgegner das Wegerecht für sich beanspruchte. Eingeschaltete Rechtsanwälte befürchteten schon eine jahrelange Auseinandersetzung, da der vermeintliche Eigentümer den Diekenhorsts das Wegerecht nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge einräumen wollte, um so den Bau des Windrades zu verhindern. Andere Zufahrtsmöglichkeiten wären nur schwer zu realisieren gewesen.

Doch dann wurde endgültig entschieden, dass die Stadt der wahrscheinlichste Eigentümer des Weges ist. Unterlagen von 1826 belegen, dass die Wegerechte sich aus der früheren Verbindung zwischen Enger und Dreyen für den Kirchgang und den Leichengang bei Beerdigungen ableiten. Die Stadt war ohnehin bisher immer davon ausgegangen, dass sie der Eigentümer ist – was Unterhaltung und Verkehrssicherungspflicht angeht.

Nun arbeitet die Stadtverwaltung wieder an der Sonderbetriebserlaubnis, in der genau geregelt wird, unter welchen Auflagen und Bedingungen das Windrad die Straße benutzen darf.
 
Quelle: NW Enger/Spenge, 5.12.2003

Zwangsarbeiter in Celle und der Lüneburger Heide

Nicht nur namhafte Celler Betriebe wie ITAG, Rheinmetall, Spinnhütte, Berkefeld Filter, Luhmann & Harling, Hostmann-Steinberg, Osthannoversche Eisenbahn (OHE) oder die Baumschule Emmerich beuteten im Dritten Reich Arbeitssklaven aus: „Praktisch jeder kriegswichtige Betrieb im Landkreis Celle beschäftigte zwischen 1939 und 1945 Zwangsarbeiter”, berichtet der Historiker Nils Köhler. Seine Doktorarbeit, die jetzt als Buch erschienen ist, schildert detailliert, wie alltäglich die Ausbeutung der „Fremdarbeiter” im Landkreis Celle war: „Sie waren praktisch überall.”

„Allein im Landkreis und in der Stadt Celle arbeiteten zwischen 1939 und 1945 insgesamt über 22.000 Kriegsgefangene und Zivilarbeiter. Eine erstaunlich hohe Zahl ist dies, wenn man bedenkt, dass bei Kriegsbeginn in Stadt und Landkreis Celle rund 90.000 Einwohner lebten” so Köhler. Zu einer Zeit, da deutsche Arbeitskräfte in den Wahnsinn des Krieges geschickt wurden, war die „Heimatfront” von Arbeitskräften aus den eroberten Gebieten abhängig. Kaum einer kam freiwillig: „So fanden schon im Herbst 1939 erste Razzien in Polen statt. Straßenbahnen oder Kinos wurden von deutscher Polizei umstellt – und alle Frauen und Männer im arbeitsfähigen Alter zur Zwangsarbeit nach Deutschland verpflichtet.” Nach mehrtägiger Fahrt in Güterwaggons landeten die Menschen im Landkreis Celle – zuerst Polen, dann Franzosen, Belgier, Jugoslawen und schließlich Russen.Hungrig in Lumpen zur Arbeit getriebenZerrissen, zerlumpt, teilweise ohne Schuhe und Strümpfe, wohlweislich Hunger, Ungeziefer und Krankheiten ausgesetzt, wurden die Fremdarbeiter eingesetzt. „Im Rahmen meiner Recherchen ließen sich allein für den Landkreis Celle 180 Ausländerunterkünfte lokalisieren, davon rund 30 in Celle”, berichtet Köhler, der seit 1997 im Kreisarchiv geforscht hatte.

„Mehrere größere Firmen der Stadt Celle richteten eigene Lager für ihre ausländischen Arbeiter ein. Der größte Arbeitgeber der Stadt, das Seidenwerk Spinnhütte, verfügte allein über zwei Lager.” ITAG, Berkefeld Filter, Luhmann & Harling, Hostmann-Steinberg, Osthannoversche Eisenbahn (OHE) oder die Baumschule Emmerich sind weitere Firmen, deren Überleben im Krieg Zwangsarbeiter sicherten.Fiel einer der Sklavenarbeiter auf, wurde ihm mitunter das gemacht, was im NS-Jargon „kurzer Prozess” hieß, so Köhler: „Im Landkreis Celle hat es eine solche Aktion gegeben, die in der Umgebung einiges Aufsehen erregte. Ein Pastor aus Beedenbostel berichtete nach Kriegsende: Der Tierarzt hier aus dem Ort, sitzt noch, der war hier Ortsgruppenleiter, er hat einmal einen Polen aufhängen lassen, dazu mussten alle Polen frei kriegen, mussten in den Wald marschieren, bei Höfer, und zusehen wie das vollstreckt wurde. Der 18-jährige polnische Arbeiter Stanislaus Mikolayczyk wurde am 2. November 1942 wegen einer – Zitat: unerlaubten Beziehung – zu einer deutschen Frau an einem transportablen Galgen öffentlich erhängt.”

Die „komplette Celler Wirtschaft” habe vom braunen Zwangsarbeits-System profitiert, so Köhlers nüchterne Bilanz. „Vom kleinen Handwerksbetrieb bis zur Großfirma wie der ITAG – kein einziger Betrieb hat den Ausländereinsatz abgelehnt, und das, obwohl keine Firma dazu gezwungen wurde. Alle hatten Fremdarbeiter – deswegen ist fraglich, ob es Sinn macht, heute einzelne Betriebe herauszupicken und anzuprangern.”

Info:
Nils Köhler: „Zwangsarbeit in der Lüneburger Heide”, ISBN 3-9805636-7-7,
Verlag für Regionalgeschichte, 24 Euro. 

Quelle: Cellesche Zeitung, 5.12.2003

Tag der offenen Tür zum 25. Geburtstag des Stadtarchivs Bad Oeynhausen

Bad Oeynhausens Stadtgeschichte auf kleinstem Raum – das konnten die vielen Besucher des Stadtarchivs beim Tag der offenen Tür zum 25-jährigen Bestehen der Sammlung erleben. Durch Führungen bekamen Interessierte einen Einblick in die verschiedenen Sammelgebiete des Archivs.

Die schwierigen Voraussetzungen des Bad Oeynhausener Archivs machte Archivleiter Rico Quaschny gleich zu Anfang deutlich: „Nach der Besatzungszeit waren fast alle Dokumente verschwunden. Zum einen verbrannt oder gestohlen, aber auch vom Werrehochwasser zerstört, deshalb zeugen nur 600 Akten aus der Zeit vor 1945.“ Mittlerweile lagern jedoch trotzdem 12.000 Akten in den Räumen des Archivs, hinzu kommen 15.000 Fotos, 900 Karten, 8.000 Bücher und Zeitungen, die bis in das Jahr 1912 zurückgehen. „Wir wollen die ganze Stadtgeschichte und die gesellschaftliche Entwicklung überliefern“, erklärt Quaschny die Aufgabe des Archivs. Um dies zu gewährleisten werden im Bad Oeynhausener Stadtarchiv neben Verwaltungsschriften auch Archivgüter von Vereinen, Firmen oder Familien gesammelt. „Das ist nicht selbstverständlich für ein Stadtarchiv“, betont Quaschny.

Welche große Bedeutung die Sammlungen haben, wird schnell klar: „Fast alle Akten sind Unikate. Und wenn nicht jetzt, dann spätestens in 100 Jahren“, erläutert Quaschny. Besonders wichtig ist das Stadtarchiv deshalb für Hobby-Familienforscher wie Wilfried Bröer, der es als „wahre Fundgrube“ bezeichnet. Der gebürtige Bad Oeynhausener hat zwar in den fünfziger Jahren seine Heimatstadt verlassen, kehrt nun jedoch für Recherchen immer wieder hierher zurück. „Im Alter habe ich wieder mehr Zeit. Da findet man zu seinen Wurzeln zurück“, erzählt Bröer. Insbesondere interessiere er sich für die Höfe in Niederbecksen. Seine Forschungen reichen dazu bereits bis ins 18. Jahrhundert zurück. „Der Stammbaum der Familie ist dabei allerdings erst der Anfang. Interessant wird es, wenn man versucht, ihn mit Geschichten zu füllen und Lücken zu schließen“, nennt Bröer seine Motivation. Immer wieder entdeckt der heutige Friedewalder kleine Anekdoten, die vom Leben der damaligen Zeit erzählen. „Einmal musste sogar eine Hochzeit um ein Jahr verschoben werden, weil der Inhalt der Truhe mit der Mitgift gestohlen worden war. Alles musste neu gewebt und genäht werden“, fasst Bröer die von ihm herausgefundene Geschichte zusammen.

So günstige Voraussetzungen hatten Stammbaumforscher allerdings noch nicht immer. „Früher waren Archive nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, heute wird von der Gesellschaft für die Gesellschaft überliefert“, sagt Quaschny.

Kontakt:
Stadtarchiv Bad Oeynhausen
Bahnhofstr.43
D-32545 Bad Oeynhausen
Telefon: 05731-14-1505
Telefax: 05731-14-1900
 
Quelle: NW Bad Oeynhausen, 8.12.2003

Bilder der Vergangenheit

Archive seien das Gedächtnis der Verwaltung, sagt Dr. Karl Emsbach. Aber das sei für die Arbeit der Historiker im Kreisarchiv Zons zu wenig. Und so freute sich Emsbach am Freitag, dass er eine neue Sammlung auswerten darf, eine Sammlung übrigens, die etwas ganz Besonderes ist.

Die Eheleute Anni und Peter Gilges haben über Jahrzehnte einen Schatz bewahrt, den Gilges Vater einst zusammen getragen hatte: Glasdias, Stereoskop-Bilder, ein Fotoapparat vom Anfang des 20. Jahrhunderts und ein Dia-Vorführgerät aus der gleichen Zeit. „Wir haben schon oft erlebt, dass vieles einfach weggeworfen wird“, sagt Peter Gilges. So war es auch nach dem Tod des Vaters im Jahr 1956, als dessen Frau keinen Bedarf mehr für die Bilder sah. Peter Gilges hat aber einen Teil davon retten können.

„Ich habe das vor einigen Jahren dem Stadtarchiv Neuss angeboten, aber dort hat man sich nicht weiter um die Sammlung gekümmert.“ Dabei sind unter den Bildern, die zwischen 1858 und dem frühen 20. Jahrhundert entstanden sind, viele Neusser Motive dabei. Etwa vom Schützenfest, von der ehemaligen Brandgasse, von der Münsterkirche mit dem alten Altar oder vom Hochwasser in Neuss. Auch Schützenzüge sind vertreten, zum Beispiel das Gruppenfoto des Zuges „Quirinus Pütz“.

Dort halten alle Zugkameraden kleine Puppen in der Hand, wohl in Erinnerung daran, dass in Neuss die Kinder aus dem Quirinusbrunnen kommen. Doch Peter Gilges Vater, der den gleichen Vornamen hatte wie der Sohn, hat nicht nur selbst fotografiert. So erwarb er vom Gutsbesitzer Binger vom Nauenhof in Willich eine Sammlung von Glasdias, die Binger auf seiner Hochzeitsreise nach Afrika gemacht hatte. Außerdem gehört zur Sammlung auch ein Stereoskop-Bild, das den Mond im Jahr 1858 zeigt.

„Der Vater ging nie ohne Fotoapparat aus dem Haus“, sagte Anni Gilges. Das Haus der Familie stand damals am Neumarkt, „es ist längst abgerissen“. Heute leben die Eheleute Gilges in Gnadental. Die vier Kinder der beiden wollten die Sammlung zwar durchaus haben, doch letztlich haben sich Anni und Peter Gilges dafür entschieden, die Bilder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

So lagern jetzt im Kreisarchiv 200 Glasdiapositive aus der Zeit um 1900 sowie 100 Stereoskop-Bilder, darunter viele Neusser Motive und Bilder aus dem Kreis, wie zum Beispiel Zons. Mit dabei ist übrigens auch eine Aufnahme der Hammer Pont, einer Fähre, von der es laut Emsbach bislang noch kein Foto gab. Über den voll funktionstüchtigen Diaprojektor freut sich der Kreisarchivar auch. Denn nun kann er sich endlich die Glasdias anschauen, die bereits aus anderen Sammlungen im Archiv lagern.

Kontakt:
Kreisarchiv Neuss
Schloßstr. 1,
41541 Dormagen-Zons
Telefon: 02133 / 46061 Telefax: 02133 / 10564

Quelle: Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 5.12.2003

Kissinger belastet

Der damalige US-Außenminister Henry Kissinger drängte die argentinische Militärjunta im Oktober 1976, schneller gegen die linke Opposition vorzugehen. Dies geht aus Dokumenten hervor, die vom State Department freigegeben und vorgestern an der Universität Buenos Aires von Forschern des „National Security Archive“ vorgestellt wurden.

Am 7. Oktober 1976, ein gutes halbes Jahr nach dem Militärputsch, sagte Kissinger gegenüber seinem argentinischen Kollegen, Marineadmiral César Guzzetti: „Wir wünschen Ihren Erfolg. Ich bin der altmodischen Meinung, dass man Freunde unterstützen soll.“ In den USA werde nicht verstanden, dass in Argentinien ein „Bürgerkrieg“ stattfinde. Menschenrechtsprobleme würden beachtet, aber nicht der Kontext: „Je schneller Sie Erfolg haben, desto besser. Wir wollen eine stabile Situation. Wir werden Ihnen keine unnötigen Probleme verursachen.“ Anschließend warnte Kissinger vor möglichen Sanktionen durch das US-Parlament: „Wenn Sie fertig werden, bevor der Kongress seine Sitzungen [im Frühjahr 1977] wieder aufnimmt, umso besser.“ Diskret deutete er einen weiteren Grund für seine Eile an: den möglichen Sieg des Demokraten Jimmy Carter bei der bevorstehenden Präsidentenwahl.

Für Carlos Osorio vom „National Security Archive“ belegen die neuen Dokumente, dass US-Präsident Gerald Ford „eine offizielle und eine geheime“ Argentinien-Politik verfolgte. Öffentlich und in der Korrespondenz mit dem eigenen Botschafter in Buenos Aires versicherten hohe Regierungsbeamte, sie beharrten auf der Einhaltung der Menschenrechte. Als Botschafter Robert Hill empört nach Washington meldete, wie begeistert der Marineadmiral von seinem Treffen mit Kissinger zurückgekommen war, bekam er zur Antwort: „Guzzetti hörte nur das, was er hören wollte.“

Und noch ein aufschlussreiches Dokument präsentierten die Forscher: Argentiniens Armeegeheimdienst habe eine Liste von 22.000 zwischen 1975 und Mitte 1978 ermordeten oder „verschwundenen“ Menschen, berichtete 1978 ein chilenischer Geheimdienstagent seinen Vorgesetzten. Menschenrechtsgruppen gehen schon lange von 30.000 Todesopfern während des Militärregimes (1976 bis 1983) aus. Offiziell hingegen war stets von 9.000 Verschwundenen die Rede.

Quelle: taz Nr. 7227, 6.12.2003, 10.

Bibelausstellung in Wesel

Drucke und Kommentare vom 14. bis 18. Jahundert: Die katholische Pfarrgemeinde St. Martini in Wesel lädt zu einer Bibelaustellung, die in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum enstanden ist, in ihre Kirche ein. Die Ausstellung ist ein Beitrag zum Jahr der Bibel und präsentiert insgesamt 19 Werke aus der Fraterherren- und der Heresbach-Bibliothek. \“Sie zeigt einen Teil des kulturellen Reichtums der Stadt\“, so Dr. Martin Roelen vom Stadtarchiv.

Den Anfang der Austellung bilden klassische, lateinische Bibeln. Seit etwa 1452 werden Bibeln gedruckt. Erstes großes Ereignis war die in Mainz hergestellte \“Gutenberg-Bibel\“. Im 15. Jahrhundert erschienen 94 komplette lateinische Bibelausgaben. Im 16. Jahrhundert wurden mit mindestens 438 Vulgata-Ausgaben ungefähr so viele lateinische Bibeldrucke gezählt wie im 15., 17. und 18. Jahrhundert zusammen.

Teildrucke in Volkssprachen

Neben den kompletten Vulgatadrucken erschienen in dieser Frühzeit des Buchdrucks auch zahlreiche Teildrucke der Bibel – nicht nur in Latein, Griechisch oder Hebräisch, sondern auch in verschiedenen Volkssprache: Ausgaben in hochdeutsch bis katalanisch.

Die Ausstellung zeigt deutschsprachige Übersetzungen der Episteln und Evangelien aus dem lateinischen Missale im Spätmittelalter. Diese mittelhochdeutschen und mittelniederdeutschen Plenarien gehören zu den meistgedruckten und weitverbreitesten Büchern vor der Reformation.

Die erste komplette englische Bibelübersetzung, die Wyclif-Bibel, enstand von 1380 bis 1384. Die in der Ausstellung präsentierte Ausgabe geht auf ein Manuskript zurück, das nur das Neue Testament enthält.

Auswahl von Polyglottenbibeln

Darüber hinaus wird eine Auswahl so genannter Polyglottenbibeln gezeigt, die seit dem 16. Jahrhundert herausgeben wurden und aus editionsphilologischen Gründen neben dem hebräischen und griechischen Urtext verschiedene Übersetzungen desselben im Spaltendruck wiedergeben.

Unter verschiedenen Bibelkommentaren befindet sich \“das älteste und kostbarste Stück\“, so Pfarrer Heinrich Pauen, der Austellung – ein Bibelkommentar von 1481, eine prächtige, auf Pergament gedruckte, vierbändige Ausgabe des berühmtesten Exegeten des Spätmittelalters, Nikolaus de Lyra. Um den zentralen, fortlaufenden Bibeltext herum stehen Glossen des Autors.

Info:
Bis zum Sonntag, 11. Januar, können Interessierte die kostbaren Werke begutachten – vor und nach den Gottesdiensten werk- wie sonntags, von Dienstag bis Samstag in der Regel von neun bis 17 Uhr durch den Turmeingang (Kath. Pfarrgemeinde St. Martini in Wesel).

Kontakt:
Stadtarchiv Wesel
Klever-Tor-Platz 1
D-46467 Wesel
Telefon: 0281-1645-401
Telefax: 0281-1645-397

Quelle: NRZ Wesel, 5.12.2003

Heftige Debatte über Nauroder Heimatdichter

Der Streit um die Einschätzung des Nauroder Heimatdichters Rudolf Dietz und die persönlichen Angriffe des Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Bernhard Lorenz, gegen Mitarbeiter des Wiesbadener Stadtarchivs beschäftigte gestern erneut das Stadtparlament. Die Grünen hatten sich per Antrag für die Archivare stark gemacht (siehe auch die Pressemitteilungen der Grünen vom 2.10. und vom 14.10.). Nach über einstündiger Debatte erklärte eine Mehrheit aus CDU, FDP und Republikanern die Sache für „durch Aussprache erledigt“.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung seien „kein politisches Freiwild für junge wild gewordene Fraktionsvorsitzende“, mahnte Hubert Müller (Grüne) eine Entschuldigung von Lorenz und klare Rückendeckung für das Stadtarchiv von Oberbürgermeister Hildebrand Diehl an. Doch müsse man zur Kenntnis nehmen, dass Lorenz „sein Vergaloppieren nicht zugibt und nicht die Größe besitzt, sich bei den Mitarbeitern des Stadtarchivs zu entschuldigen“. Scharf kritisierte Müller das Redeverbot, das OB Diehl nach dem Vorfall über städtische Mitarbeiter verhängt hatte.

Für die CDU erwiderte Andreas Guntrum, ob Dietz Antisemit gewesen sei oder nicht, lasse sich nicht per Parlamentsbeschluss festlegen. Guntrum wiederholte die Vorwürfe des CDU-Fraktionsvorsitzenden, die Archivare hätten bei ihrer Beurteilung des Heimatdichters die Grundprinzipien wissenschaftlichen Arbeitens nicht beachtet: „Sie haben eine voreingenommene, schlampige und unwissenschaftliche Arbeit vorgelegt“.

Diese neue Attacke auf ihre Mitarbeiter wies Kulturdezernentin Rita Thies zurück. „Man fasst die Nachricht nicht und erschlägt den Überbringer“, beurteilte sie das Verhalten der CDU. Die Archivare hätten nie den Auftrag gehabt, ein wissenschaftliches Gutachten zu verfassen. Es sei nur um eine Stellungnahme gegangen.

Nachdem Guntrum eine „wissenschaftliche und rechtsstaatlich saubere“ Aufarbeitung gefordert hatte, hielt Peter Schickel (SPD) ihm die Ergebnisse der Nauroder Ortsbeiratsdiskussion vor. Selbst der habe erkannt, dass Teile des Dietzschen Werks problematisch und peinlich seien. „Das sieht doch ein Blinder mit Krückstock, was das für Inhalte sind“, so Schickel.

Stefan Krakowka (CDU) mokierte sich über „die unglaubliche Arroganz, mit der Sie auf einem Toten herumtrampeln, der sich nicht wehren kann“. Falls eine genaue Analyse Rudolf Dietz als Antisemit bewerte, sollte man „unter Umständen eventuell Konsequenzen ziehen“, so Krakowka.

Mehrfach nutzten Redner der „Republikaner“ die Gelegenheit, ihre Ideologie zu verbreiten, ließen sich über Antisemitismus und über Martin Hohmann aus. Ex-Republikaner Hirzel sprach vom „völkischen Grundgesetz“.

„Bereiten Sie diesem unseligen Unfug ein Ende“, mahnte SPD-Fraktionschef Rolf Praml Lorenz zur Entschuldigung, er nannte die Debatte „eine Schande für die Stadt“. Bernhard Lorenz schwieg.

Anfang November hatte auch DER SPIEGEL unter der Überschrift „Kulturkampf in Wiesbaden“ über die Auseinandersetzungen in Wiesbaden berichtet:
 
Vier vergilbte Zähne werden im Heimatmuseum von Wiesbaden-Naurod aufbewahrt – auf grünem Filz und unter Glas. Neben Rasiermesser, Brillen, Spazierstock und zahlreichen Fotos und Büchern. Diese Zähne waren einst dem Heimatdichter Rudolf Dietz gezogen worden. Und er – ein Poet für alle Gelegenheiten- hatte die schmerzhafte Operation in neckischen Versen verewigt.
Die Nauroder lieben „ihren Rudolf“, manche nennen ihn „nassauischen Goethe“, sie kennen ihn auswendig, zitieren ihn auf Hochzeiten und Beerdigungen. Für Alwin Becht, 72, dem Vorsitzenden des Geschichts-und Heimatvereins, ist er „der größte Sohn der Gemeinde“. Die Wander- und Heimatlieder des schriftstellernden Lehrers, der 1863 in Naurod geboren wurde und 1942 in Naurod starb, werden heute noch gesungen. Die Schüler der dritten Klasse lernen bis heute im Sachkundeunterricht zwei bis drei seiner Gedichte. Natürlich nur die netten.

Neben Märchen, Tiergeschichten und Theaterstücken für Laiendarsteller flossen auch Werbe-Sprüchlein für „Zobus Senf“ und „Rheingau Schokolade“ aus seiner Feder. An die 15 Straßen und Plätze in der Region sind nach ihm benannt, sowie ein paar Quellen im Nassauischen, dem Gebiet zwischen Wiesbaden und Limburg an der Lahn. Schon seit 1957 ist Rudolf Dietz Namenspatron der Nauroder Grundschule.

Und genau darüber hat sich das idyllische Dorf am Rande des Taunus, das seit 1977 Stadtteil der Landeshauptstadt Wiesbaden ist, in zwei emotionsgeladene feindliche Lager gespalten. Der Verse schmiedende Biedermann mit dem Zwirbelbart und dem Kneifer, der im Kreise seiner Familie so freundlich aus den alten Fotos lächelt, ist nach Ansicht seiner Kritiker ein „doppelter Rudolf“ dessen düstere Seite heute verborgen wird.

Rassistische Häme

Neben den launigen Liedern über die Freuden und Leiden seiner Mitmenschen hat Rudolf Dietz nämlich mindestens 30 Gedichte geschrieben, in denen er mit rassistischer Häme über „Schmuhlche“, „Mosesche“ oder „Nathansche“ herzieht, die „die klaane Leit“ ausplünderten.

Dietz lässt kaum ein antisemitisches Klischee aus, stellt in einem Gutachten das Stadtarchiv Wiesbaden fest: Juden sind hässlich, geldgierig, verlogen, kriminell, Kinder wollen nicht neben ihren stinkenden jüdischen Mitschülern sitzen. Diese erschreckenden Texte – alle in der lieblich klingenden hessisch-nassauischen Mundart – habe Dietz – so die Aussage seines Zeitgenossen Werner Prediger- sogar bei Schulfeiern vorgelesen. 
 
Mehr noch. Schon vor der Machtergreifung Hitlers gehörte der Heimatdichter zum berüchtigten „Deutschbund“ einer antisemitischen, faschistischen Vorläuferorganisation. Im April 1933 trat er dann in die NSDAP ein. Nicht etwa eine Jugendsünde. Dietz war damals schon 70 Jahre alt und als Lehrer pensioniert. In mehreren Gedichten bejubelt er die Machtergreifung Hitlers, so in seinem 1936 veröffentlichten Gedicht „Reichslied“ und beschwört die Einigkeit „unterm Hakenkreuz“. Die beiden letzten Zeilen der Propaganda-Reime: „Nie mehr trennt ein fremder Keil, uns're Treuschar. – Hitler Heil!“

Im siebenköpfigen Ortbeirat (CDU,4, SPD,2, Grüne,1) wurde in einer turbulenten öffentlichen Sitzung beschlossen, sich zwar „vom politischen Dietz“ zu distanzieren, den Namen der Schule jedoch nicht anzutasten. So einfach scheint das zu sein. „Es ist unfair aus unserem heutigen Denken den Stab über etwas zu brechen, was in der damaligen Zeit nichts Ungewöhnliches war“, argumentierte Hermann Stöcker, CDU, in seinem Rundbrief an die Bürger Naurods.

Kritiker werden als „Nestbeschmutzer“ beschimpft

Allein der Grüne Hans-Jürgen Anderle stimmte für die Umbenennung und wurde dafür öffentlich als „Nestbeschmutzer“ beschimpft: „Ich weiß, dass Dietz ein eher kleiner Fisch war. Nur leider gab es viel zu viele dieser „kleinen Fische“, sagt Anderle, „wir können die Kindern nicht die Ideale von Demokratie und Toleranz lehren, wenn ihr Schulpatron das Gegenteil gelebt hat.“ Außerdem verstießen die Parteien, die das zuließen gegen das hessische Schulgesetz und gegen das Grundgesetz.

Zwar hatte das Lehrerkollegium der Rudolf-Dietz-Schule geschlossen für einen neuen Namen gestimmt. Aber die Schulkonferenz kippte zwar nur mit einer Stimme Mehrheit den Beschluss. Schulleiter Bernd Siebold gibt sich gelassen: „Wir haben trotz des Namens 45 Jahre lang gute pädagogische Arbeit geleistet, und wir werden das weiterhin tun, wie immer unsere Schule heißt.“

Weniger entspannt ist die Atmosphäre im Dorf. In vielen Geschäften werden Unterschriften für Rudolf Dietz gesammelt. Es wird getuschelt, Nachbarn grüssen sich nicht mehr. An einigen hölzernen Hoftoren kleben Pamphlete, die auch in den beiden Wiesbadener Tageszeitungen als Anzeige erschienen. Darin bezichtigen zwei Nauroder Bürger die Befürworter der Umbenennung des „Hangs zur Diktatur“.

Der Konflikt um den umstrittenen Heimatdichter Rudolf Dietz hat Kreise gezogen: Zweimal schon hat die Stadtverordnetenversammlung der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden das heikle Thema auf der Tagesordnung gehabt. Bisher hat sich das Stadtparlament um eine Abstimmung gedrückt.

„Dann müssten wir auch Kant-, Hegel-, Fichte-, Luther- und Marx prüfen“

Denn auch hier steht die Front der Verweigerer. Da sind auf der einen Seite die grüne Fraktion und die SPD, die im Gegensatz zu ihren Nauroder Genossen für die Umbenennung sind. Auf der anderen Seite stehen geschlossen die CDU und die Fraktion der Republikaner. Die FDP ist gespalten und hat für die Abstimmung den Fraktionszwang aufgehoben.

Eine ganz besondere Begründung für die Ablehnungsfront hat sich der Wiesbadener CDU-Fraktionschef Bernhard Lorenz zurechtgebastelt: „Wir wollen Dietz nicht reinwaschen. Aber wenn man seinen Namen streicht, dann muss man auch alle Kant-, Hegel-, Fichte-, Luther- und Marxstrassen auf den Prüfstand stellen.“ Alle diese in Deutschland so verehrten Denker hätten sich antisemitisch geäußert.

Jetzt hat sich Oberbürgermeister Hildebrand Diehl (CDU) in den Streit um den Heimatpoeten eingeschaltet. Er will einen Prominenten finden, der per Gutachten Rudolf Dietz ein Gütesiegel verpasst – oder auch nicht. Letzte Woche erhielt er eine erste Absage von dem Historiker Michael Wolffsohn, Professor für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr in München. Wolffsohn dankte für die „wertvolle Aufgabe“, für die er jedoch leider keine Zeit habe. Der Streit um die Frage, ob die Grundschule des Wiesbadener Stadtteils Naurod den Namen des umstrittenen Mundartdichters behalten soll, geht weiter.

Kontakt:
Stadtarchiv Wiesbaden
Im Rad 20
Postleitzahl/Ort:  65197 Wiesbaden
Telefon:  0611 / 31-3329, 31-3747, 31-5429 
Fax:  0611 / 31-3977 
E-Mail:  stadtarchiv@wiesbaden.de

Quelle: Wiesbadener Tagblatt, 5.12.2003, SPIEGEL online, 6.11.2003.