Der neue Leiter des Bonner Stadtarchivs, Dr. Norbert Schloßmacher, recherchierte kürzlich in Minsk/Weißrußland nach Spuren ehemaliger Fremdarbeiter aus dem Zweiten Weltkrieg und fand auch noch einige Zeitzeugen, die Bonn, das seit zehn Jahren durch eine Städtefreundschaft mit Minsk verbunden ist, einladen wird.
Hinweise führten Schloßmacher aber auch zu einem Feld, auf dem Tote verscharrt worden waren. Zu diesen Toten gehören nach seinen Erkenntnissen auch 150 Bonner Juden – der erste große Transport von jüdischen Mitbürgern, der am 20. Juni 1942 die Stadt verließ, in das Lager Brostenez gebracht und dort liquidiert wurde.
Ein Fund, der Schloßmacher von neuem bestätigte, dass das Amt des Archivars so etwas wie das Gedächtnis und das Gewissen einer Stadt ist. – Als Schloßmacher 1987 an das Bonner Archiv kam, waren neben dem Leitenden Archivar noch zwei weitere wissenschaftliche Archivare tätig. Heute trägt Schloßmacher die Verantwortung allein, gestützt auf ein Team engagierter Mitarbeiter, das allerdings schon reduziert ist. So ist die Stelle des Verwalters des großen und wichtigen Bildarchivs nicht mehr besetzt worden. Schloßmacher ist als Stadtarchivar auch Geschäftsführer des Heimat- und Geschichtsvereins, der Arbeitsgemeinschaft aller hiesigen Geschichtsvereine und der Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft.
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Quelle: Bonner General-Anzeiger, 4.7.2003
