Bei einem erstmaligen Besuch in Erfurt 60 Jahre nach ihrer dort erlittenen Zeit als Zwangsarbeiter erfuhren zwölf Männer und Frauen aus der Ukraine, dass während des Zweiten Weltkrieges insgesamt zwischen 10.000 und 15.000 Zwangsarbeiter in Erfurt waren. Dr. Astrid Bauer, Archivarin im Erfurter Stadtarchiv, erläuterte, dass die alte Röntgenkartei des Gesundheitsamtes etwa 9.000 von ihnen aufliste.
Aus den Karten gehe auch hervor, dass etwa 2.000 Zwangsarbeiter, die vorrangig aus Osteuropa kamen, in den Feinmechanischen Werken (Feima) gearbeitet haben. Andere arbeiteten in der Berlin-Erfurter Maschinenfabrik Henry Pels und auch bei Topf & Söhne. Insgesamt gab es mehr als ein Dutzend Betriebe, in denen Zwangsarbeiter angestellt waren. Sie lebten in den extra angelegten Lagern. \“In dem Lager der Feima herrschten KZ-ähnliche Bedingungen\“, weiß die Archivarin Dr. Bauer zu berichten.
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Quelle: Jana Heintze, Thüringische Landeszeitung, 3.6.2005
