Münster nach 1945: Hunger nach Kultur

Mit dem kulturellen Neubeginn nach 1945 beschäftigt sich der letzte Themenabend des Jahres im Stadtarchiv Münster am 28. November um 18 Uhr. Zahlreiche Dokumente, die in den klimatisierten Magazinräumen des Archivs aufbewahrt werden, geben Auskunft über das immense Interesse, das die münstersche Bevölkerung an Kultur – besonders am Musik- und Theaterleben – trotz der großen Zerstörungen und Belastungen durch den Krieg hatte.

Rund 3.000 kulturhungrige Menschen etwa lauschten am 30. Juni 1945 im Schlossgarten der Musik des Städtischen Orchesters, als dieses zum ersten Konzert nach dem Zweiten Weltkrieg eingeladen hatte. Die Räumlichkeiten des Stadttheaters waren noch so zerstört, dass eine Freiluftveranstaltung unter der Leitung von Generalmusikdirektor Heinz Dressel angesetzt wurde. Werke von Händel, Grieg, Bizet und anderen standen zum Eintrittspreis von 1 Reichsmark auf dem Programm.

Der Nachlass des ehemaligen Kulturdezernenten Wilhelm Vernekohl, aber auch Plakate, Fotos und die ersten Zeitungen ermöglichen einen lebhaften und authentischen Eindruck von der Zeit. Prof. Dr. Franz-Josef Jakobi, bis Juni Leiter des Stadtarchivs, vermittelt, welchen Stellenwert die Kultur in jenen Jahren für die Menschen in Münster hatte. 

Die Teilnahme am Themenabend im Stadtarchiv, An den Speichern in Coerde ist kostenlos. Wegen der begrenzten Raumkapazität wird um telefonische Anmeldung gebeten: 0251/4 92-47 03, oder per E-Mail: linkr@stadt-muenster.de.

Quelle: Presse-Info, Münster 22.11.2005

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