Katalonien erhält Bürgerkriegsarchive zurück

Nach einem 25-jährigen Streit hat Spanien begonnen, im Bürgerkrieg geraubte Archive an die autonome Region Katalonien zurückzugeben. Wegen des Widerstands der Lokalbehörden der westspanischen Stadt Salamanca gegen den Transfer der Dokumente wurden die Unterlagen unter Polizeischutz aus dem Nationalarchiv von Salamanca abtransportiert. Die Archive waren im spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) von den Truppen des späteren Diktators Francisco Franco in Katalonien erbeutet worden.

Sie dienten dem Franco-Regime (1939-1975) dazu, Informationen über politische Organisationen zu bekommen und Gegner der Diktatur zu verfolgen. Ein großer Teil der Unterlagen wurde später vernichtet. Der Rest wurde in das Nationalarchiv in Salamanca eingegliedert. Katalonien forderte seit 1980 die Rückgabe der Archive. Die politische Rechte war gegen eine Rückgabe, die Linke dafür.

Die sozialistische spanische Regierung hat im Dezember 2005 schließlich die Rückgabe der Unterlagen an Katalonien angeordnet und stützt sich bei ihrer Entscheidung auf das Gutachten einer Expertenkommission, die die Forderung der Katalanen als berechtigt bezeichnet hatte.

Quelle: Der Standard, 19.1.2006

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