Potsdamer Stasi-Akten sollen nach Berlin

In Potsdam befand sich zu DDR-Zeiten die größte Bezirksverwaltung der Staatssicherheit des Landes. Heute lagern in der Potsdamer Außenstelle der Birthler-Behörde BStU 4,7 Kilometer Akten. Nachdem die Außenstelle Potsdam aufgrund der Nähe zu Berlin ursprünglich bereits in diesem Jahr hatte geschlossen werden sollen, bleiben die Potsdamer Akten aller Voraussicht nach noch knapp zwei weitere Jahre in der Stasi-Unterlagenbehörde.

Die Leiterin der Außenstelle, Gisela Rüdiger, benennt nun den November 2007 als Termin für den Umzug der Einrichtung nach Berlin. Die Mitarbeiter würden dann in der Zentrale am Alexanderplatz arbeiten und die Akten kämen in die Ruschestraße in Berlin-Lichtenberg. In Potsdam verbleibe allenfalls eine kleine Informationsstelle.

Zu den Aufgaben der Behörde für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR gehört die Bearbeitung von Anträgen zur Akteneinsicht von Betroffenen. 30.000 Anträge waren es beim Start des Stasi-Unterlagengesetzes im Jahre 1992. Auch heute noch sind es monatlich rund hundert Anträge. Viele Menschen hätten Angst, Nachbarn und Verwandte als Stasi-Spitzel in den Akten zu finden und schieben die Antragstellung daher immer wieder auf, so Gisela Rüdiger.

100.000 Menschen haben bisher von ihrem Recht auf Akteneinsicht in Potsdam Gebrauch gemacht. Zehntausende sind noch nicht zu Ende bearbeitet, darunter etwa 30.000 Anträge auf Offenlegung von Decknamen. Deren Entschlüsselung ist schwierig, rund vierzig Prozent bleiben ungeklärt. Etwa zehn Wochen nach einem Antrag auf Akteneinsicht erfolge eine Benachrichtigung, ob es einen Vorgang gibt. Später kommt der Bescheid zur Akteneinsicht. Auch Wiederholungsanträge seien erfolgversprechend, da die Behörde seit 1992 neue Aktenberge erschlossen hat, bis hin zum Zusammenfügen zerrissener Papiere. 

Kontakt:
BStU Außenstelle Potsdam
Großbeerenstraße 301
14480 Potsdam
Telefon: (03 31) 50 56 – 0 
Fax: (03 31) 50 56 – 18 19 
astpotsdam@bstu.bund.de 

Quelle: Günter Schenke, Potsdamer Neueste Nachrichten, 27.1.2006

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