Koeppens Nachlass archivarisch aufgearbeitet

Pünktlich zum 100. Geburtstag Wolfgang Koeppens (23.6.1906-15.3.1996) und zehn Jahre nach seiner Ankunft in Greifswald ist der Nachlass des Schriftstellers nun für die wissenschaftliche Nutzung aufgearbeitet, gab der Leiter des Greifswalder Koeppen-Archivs Walter Erhart bekannt. Rund 25.000 Einträge in einer Datenbank dokumentieren Koeppens Erbe mit seiner 12.000 Briefe umfassenden Korrespondenz, mit 500 Manuskripten und seiner 10.000 Bände umfassenden Arbeitsbibliothek. Kleine Notizzettel Koeppens, die an Illustrierten-Ausgaben heften, wurden ebenso aufgenommen wie Randbemerkungen in Büchern seiner Handbibliothek, sagt Anja Ebner, Mitarbeiterin des Archivs. Der literarische Nachlass wurde zudem digitalisiert.

Als der 1906 in Greifswald geborene Koeppen vor zehn Jahren starb, richtete sich die Aufmerksamkeit der deutschen Literaturwissenschaft auf das damals noch ungeordnete Konvolut: Findet sich in den Mappen der große autobiografische Roman, auf den man vergebens gewartet hatte? Wie arbeitete Koeppen? Gibt der Nachlass Erklärungen über das jahrzehntelange Schweigen des Schriftstellers? Den großen autobiografischen Roman hat man nicht gefunden, aber das Fragment „Jawang-Gesellschaft“, von dem Koeppen einst behauptete, es sei bei einem Wohnungsbrand in Berlin untergegangen. „Viele Fragen sind auch jetzt noch unbeantwortet“, erklärt Erhart.

Kontakt:
Wolfgang Koeppen Archiv Greifswald
Bahnhofstraße 4
17489 Greifswald
Tel. +49 3834 86-3428
Fax +49 3834 86-3429
wkoeppen@uni-greifswald.de

Postanschrift:
Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Institut für deutsche Philologie
Rubenowstraße 3
17487 Greifswald

Info:
Greifswalder Koeppenjahr 2006 – Vortragsreihe »Wolfgang Koeppen – 1906-1996«. Eine Veranstaltung des Literaturzentrums Vorpommern (KOEPPENHAUS) in Kooperation mit dem Institut für Deutsche Philologie der EMAU Greifswald 

Die nächsten Vorträge:
28.6.2006
Dr. Roland Ulrich
»Weltverflochten und unbehaust«
Ort: Greifswald, Koeppenhaus, Bahnhofstraße 4
Beginn: 20:00 Uhr
Preis: Eintritt frei

6.7.2006
Prof. Dr. Günter Häntzschel
»Bürgerliche Saturnalien« — Wolfgang Koeppens München
Ort: Greifswald, Koeppenhaus, Bahnhofstraße 4
Beginn: 20:00 Uhr
Preis: Eintritt frei

Mehr Infos: www.koeppenhaus.de

Quelle: Onlineportal stimme.de, 23.6.2006

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