Zahlreiche wertvolle Schriften aus Halberstädter Archiven und Bibliotheken sowie aus dem Domschatz, die bis in die Karolingerzeit (7.-10. Jahrhundert) zurückreichen, werden in den nächsten Jahren wissenschaftlich aufgearbeitet. Möglich macht dies eine Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die dem gemeinsamen Antrag von der Stadt Halberstadt, der Domschatzverwaltung, der Stiftung Dome und Schlösser Sachsen-Anhalt sowie dem Evangelischen Kirchspiel Halberstadt positiv gegenüberstand.
Ein Grund für die fehlende wissenschaftliche Bearbeitung dieser Schriftstücke ist darin zu sehen, dass viele von ihnen erst infolge der „Rückführung kriegsbedingter Auslagerungen“ wieder nach Halberstadt kamen. An die 800 Bücher und Schriftstücke gab allein Russland in den Jahren 1993 bis 2004 zurück. Unter ihnen befanden sich auch 79 Schriftstücke aus dem Stadtarchiv und dem Domschatz. Zu ihnen gehören auch die mittelalterlichen theologischen Handschriften aus verschiedenen Klöstern (die ältesten aus dem 9. Jahrhundert) aus dem Bestand der Halberstädter Gymnasialbibliothek. Aber auch Buchmalereien aus dem 13. Jahrhundert und Schriftstücke Halberstädter Domherren aus dem 18. Jahrhundert zählen dazu.
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser wichtigen Archivalien wird zu einem großen Teil in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel erfolgen, die für eine Zusammenarbeit gewonnen werden konnte.
Quelle: Axel Haase, Volksstimme, 3.7.2006
