450 Jahre Reformation in Baden und der Kurpfalz

\“Die evangelischen Kirchenordnungen sind Bausteine unserer modernen europäischen Verfassung\“. Vom 26. Oktober bis zum 10. November 2006 präsentieren die Melanchthon-Akademie Bretten, die Heidelberger Akademie der Wissenschaften und das Landeskirchliche Archiv Karlsruhe mit Unterstützung beider evangelischer Landeskirchen in der Baden-Württembergischen Landesvertretung in Brüssel die Ausstellung \“Kirche ordnen. Welt gestalten\“. Dabei werden anlässlich des 450. Reformationsjubiläums Originaldrucke gezeigt und auf 20 Schautafeln die gesellschaftliche, politische und religiöse Situation des deutschen Südwestens im 16. Jahrhundert wieder lebendig gemacht. Nach rund einem Jahr Vorbereitungszeit war es möglich, auch seltene Exponate wie etwa ein Versehkästchen aus der Reformationszeit und die Büste des Kurfürsten Ottheinrich aus dem Kurpfälzischen Museum Heidelberg für die Ausstellung zu erhalten.

\“Die Landesvertretung Baden-Württembergs in Brüssel bot sich als Ausstellungsort deshalb für uns an, weil die Evangelischen Kirchenordnungen von zentraler Bedeutung nicht nur für die Kirchen-, sondern auch für die europäische Verfassungsgeschichte sind\“, so Pfarrer Dr. Konrad Fischer, für die Badische Landeskirche, Theologischer Referent der Europäischen Melanchthon-Akademie in Bretten. \“In den Kirchenordnungen jener Epoche zeigen sich bereits deutlich erkennbar Elemente des modernen Rechts- und Sozialstaates sowie eines öffentlichen Bildungsauftrags, die auf heutige Verfassungen vorausweisen. Die reformatorischen Kirchenordnungen sind tatsächlich Bausteine in der modernen europäischen Verfassungsgeschichte.\“ Die Kontinuität dieser historischen Entwicklung in allgemeinverständlicher und anschaulicher Form zu zeigen, ist Anliegen der Ausstellung. Sie soll in den nächsten beiden Jahren auch in Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Simmern, Bretten und Zweibrücken zu sehen sein.

Die wissenschaftliche Erarbeitung wurden von der Forschungsstelle \“Evangelische Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts\“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, wissenschaftliche Landesakademie Baden-Württembergs, gemeinsam mit Prof. Dr. Armin Kohnle (Universität Heidelberg) und Dr. Udo Wennemuth (Landeskirchliches Archiv Karlsruhe) geleistet. \“Interessant ist, dass im Jahre 1556 sowohl der Markgraf von Baden, als auch Kurfürst Ottheinrich in Heidelberg die württembergische Kirchenordnung praktisch unverändert übernahmen. So erscheint das heutige Baden-Württemberg unter verfassungsgeschichtlichen Gesichtpunkten erstmals als ein geschlossenes Gebiet\“, so Pfarrer Dr. Thomas Bergholz, von der Forschungsstelle \“Evangelische Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts\“.

Kontakt:
Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Tel.: 06221 / 54 34 00
Fax: 06221 / 54 33 55
johannes.schnurr@urz.uni-heidelberg.de
www.haw.baden-wuerttemberg.de

sowie
Pfr. Dr. Thomas Bergholz
Forschungsstelle Evangelische Kirchenordnungen
Telefon: 06221/ 54 81 69
Fax: 06221/ 54 43 95
thomas.bergholz@urz.uni-heidelberg.de

sowie
Pfr. Dr. Konrad Fischer
Europäische Melanchthon-Akademie
Melanchthonstr. 1, 75015 Bretten
Telefon: 07252-944112 (Sekr.)
Fax: 07252-944116
martin@melanchthon.com
www.melanchthon-akademie.org 

Quelle: Uni-Protokolle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, 21.10.2006

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