Neheim-Hüstener Geschichte verzeichnet

2.300 Akten in 600 Archivkartons – Sebastian Post hat während seines dreimonatigen Praktikums im Stadtarchiv Arnsberg ein gewaltiges Arbeitspensum absolviert. Zum Glück für alle, die sich für die Geschichte Neheims interessieren, denn der Student der Fachhochschule Potsdam mit dem Studienabschluss \“Diplom-Archivar\“ verzeichnete die Verwaltungsakten der Stadt Neheim-Hüsten von 1941-1975. Der gebürtige Neheimer bewertete über dreitausend Akten.

Bei jeder einzelnen Akte musste er eine Entscheidung treffen über Vernichtung (Kassation) oder dauerhafte Aufbewahrung im historischen Archiv. Letztendlich verzeichnete er mit einer neuen Archivsoftware über 2.300 Akten. Sie stehen nun erstmalig interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Einsichtnahme und freien Recherche zur Verfügung.

Die Neheim-Hüstener Akten bilden nun einen der größten Bestände im Stadtarchiv. Das Findbuch, in dem sie verzeichnet sind, ist über 400 Seiten stark. Es wird in Kürze auch über den Internet-Auftritt der Stadt (www.arnsberg.de) und das landesweite Portal www.archive.nrw.de recherchierbar sein. Die Originalakten selbst können dann im Stadtarchiv eingesehen werden.

Der Aktenbestand dokumentiert hochinteressante Abschnitte der Stadtgeschichte, so die letzten Jahre der nationalsozialistischen Diktatur und des Zweiten Weltkrieges, natürlich auch die Möhnekatastrophe und den Einsatz von \“Fremdarbeitern\“. Besonders gut überliefert sind die Nachkriegsjahre und die britische bzw. belgische Besatzung, die zahlreiche Wohnhäuser beschlagnahmte aber auch den demokratischen Neubeginn in Neheim-Hüsten unterstützte.

Großen Raum nimmt die Lösung der Probleme ein, die mit dem Zustrom tausender Vertriebener und Flüchtlinge auftraten bis hin zu ihrer gelungenen Integration. Einblicke in persönliches Leid und Elend gestatten Akten des Sozial- und Jugendamtes: der Krieg und die Entwurzelung Tausender warfen lange Schatten bis weit in die 1960er Jahre.

Ebenfalls gut verfolgen lässt sich die städtebauliche Entwicklung, die Erschließung von Neubaugebieten (z.B. Moosfelde, Rusch, Bergheim) oder der Bau der Umgehungsstraße und des Trauringes – beide ebenfalls schon Geschichte – sowie der Bau des neuen Rathauses.

Spannend der Aufbau der städtischen Kulturarbeit nach dem Krieg, die Wirtschaftswunderjahre und der Ausbau von Schulen und Freizeiteinrichtungen. Der Aufstieg vieler Unternehmen in der Stadt und manchmal auch ihr Niedergang spiegeln sich in den Unterlagen. Schon früh wird die Frage der Kommunalen Neugliederung diskutiert. Mit ihr endet die Stadt Neheim-Hüsten, die 1975 Teil der heutigen Stadt Arnsberg wird.

Die Stadt Neheim-Hüsten wurde während des Dritten Reiches am 1. April 1941 durch den Zusammenschluss der Stadt Neheim und der Freiheit Hüsten \“geboren\“. Sie war damals die größte Stadt im Kreis Arnsberg und existierte über 30 Jahre lang bis zur Kommunalen Neugliederung, als am 1. Januar 1975 die neue Stadt Arnsberg entstand.

Kontakt:
Stadtarchiv Arnsberg
Rathausplatz 1
59759 Arnsberg
Telefon: 02932-201-1241 / 201-1859
Telefax: 02932/201-1426
stadtarchiv@arnsberg.de

Quelle: Stadt Arnsberg, Pressemeldung, 27.3.2008

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