Gründungsdirektor des Deutschen Literaturarchivs Marbach verstorben

Professor Dr. Bernhard Zeller, der Gründungsdirektor des Deutschen Literaturarchivs Marbach, ist am 7. September 2008 im Alter von 88 Jahren verstorben. Nach dem höheren Schul- und Archivdienst wurde Zeller 1953 Archivar am Schiller-Nationalmuseum in Marbach, dessen Leitung er bereits 1955 übernehmen konnte. Im Jahr darauf wurde er offiziell Direktor des neu gegründeten Deutschen Literaturarchivs. Diese Funktion versah er dreißig Jahre lang mit größter Einsatzbereitschaft unter Wahrung seiner wissenschaftlichen Produktivität. 

1985 schied Zeller aus seinem Amt, blieb dem Haus jedoch als willkommener Gast, als Ehrenmitglied der Deutschen Schillergesellschaft, als Berater, Freund und kompetenter, stets aufrichtig interessierter Gesprächspartner aufs Engste verbunden. Zu den zahlreichen Ehrungen, die ihm zuteil wurden, gehören u.a. das Bundesverdienstkreuz, die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und die Eberhard Ludwigs-Medaille des Landkreises Ludwigsburg. Zeller war u.a. Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur/Mainz, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste/München und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung/Darmstadt.

Werkauswahl:
Bernhard Zeller: Marbacher Memorabilien – Vom Schiller-Nationalmuseum zum Deutschen Literaturarchiv 1953-1973. Marbach 1995, ISBN 3929146355 
Bernhard Zeller: Marbacher Memorabilien II – Aus der Museums- und Archivarbeit 1972-1986. Marbach 2000, ISBN 3933679508  

Kontakt:
Deutsche Schillergesellschaft e.V. 
Deutsches Literaturarchiv Marbach
Schillerhöhe 8-10
71672 Marbach am Neckar
Telefon +49 7144 848-0
Telefax +49 7144 848-299

Quelle: Die Berliner Literaturkritik, 8.9.2008

Tagungsdokumentationen zum 77. Deutschen Archivtag 2007 in Mannheim

Vom 25. bis 28. September 2007 fand in Mannheim der 77. Deutsche Archivtag statt. Unter dem Rahmenthema „Lebendige Erinnerungskultur für die Zukunft“ wurde aus zahlreichen Perspektiven die Rolle der Archive für das kulturelle Gedächtnis beleuchtet und diskutiert. Der VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. legt nunmehr als Veranstalter des Deutschen Archivtags die gedruckte Tagungsdokumentation vor. 

Die Gliederung des Tagungsbands entspricht dem Ablauf der einzelnen Veranstaltungen auf dem Archivtag, dessen Rahmenthema, Programm und Ergebnisse in einem einführenden Kapitel skizziert werden. Am Anfang stehen die Grußworte und der grundlegende Vortrag von Aleida Assmann aus der Eröffnungsveranstaltung sowie die beiden Referate der Ersten Gemeinsamen Arbeitssitzung. Eigene Kapitel bilden sodann die vier Sektionen und die Zweite Gemeinsamen Arbeitssitzung. Mit aufgenommen ist hier auch ein Bericht über den thematischen Schwerpunkt der Fachgruppensitzung der Archivarinnen und Archivare an kommunalen Archiven.

Inhalt

Vorwort 9

Robert Kretzschmar
Rahmenthema, Programm und Ergebnisse des 77. Deutschen Archivtags 11

Erinnerungskultur und Archive aus der Sicht der Politik und eines englischen Kollegen. Grußworte in der Eröffnungsveranstaltung 15

Aleida Assmann
Archive als Medien des kulturellen Gedächtnisses 21

Hermann Rumschöttel
Gedächtnisverwaltung oder Erinnerungskultur? Zur geschichtspolitischen Funktion der Archive 35

Ulrich Nieß
Quadrat-Geschichte(n): Mannheims historisches Erinnerungsvermögen 43

Archivische Erinnerungsarbeit im gesellschaftlichen Diskurs

Holger Krahnke
Der Teil und das Ganze. Thesen zum Spannungsverhältnis von unmittelbarer Erfahrung. Erinnerungsarbeit und Überlieferungsbildung am Beispiel eines kleineren Kommunalarchivs im Berliner Land 67

Julia Besten
Der Vergangenheit erinnern – die Zukunft bauen. Das Beispiel der Ausstellung „Erinnert Namibia! Mission, Kolonialismus und Freiheitskampf“ 79

Peter Pfister
Kirchenarchivische Erinnerungsarbeit – NS-Zeit – Zweites Vatikanisches Konzil – Der deutsche Papst Benedikt XVI. 85

Konrad Pflug
Im Netzwerk von Geschichte und Verantwortung: Die Gedenkstätten zwischen Dokumentation, Erfahren und Erleben 99

Maria Rita Sagstetter
Zusammenfassung und Diskussion 107

Überlieferungsbildung und -sicherung für Migranten

Hans-Christian Herrmann
Gab’s das wirklich? – Migration in die DDR 115

Peter Wagener
Sprache als Quelle der Migrationsforschung 137

Sefa Inci Suvak
Die Geschichte der Migration ist vielstimmig. Das migration-audio-archiv sammelt Biografien von Einwanderern 147

Nina Matuszewski
DOMiD Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e. V. 151

Johannes Grützmacher
Staatliche und nichtstaatliche Überlieferung zum Thema „Vertriebene“. Überlieferungsbildung im Verbund? 157

Ulrike Gutzmann
Zusammenfassung und Diskussion 167

Überlieferungsbildung und ?sicherung in „Freien Archiven“

Jürgen Bacia
Die freie Archivlandschaft in Deutschland. Ein Überblick über Sammlungen, Arbeitsweise und Bedeutung der freien Archive 173

Reiner Merker
Spannungsfeld zwischen „Aufarbeitungsinitiative“ und „klassischem Archiv“. Arbeitsbedingungen und Bedeutung der DDR-Oppositionsarchive 183

Cornelia Wenzel
„Vergessen Sie die Frauen nicht!“ – Die historische Überlieferung von Frauenbewegungen in Deutschland 191

Martin Dallmeier und Michael Diefenbacher
Zusammenfassung und Diskussion 199

Funktion und Zukunft von Spezialarchiven

Ulrich Ringsdorf
Erinnerung an einen Verlust – das Lastenausgleichsarchiv in Bayreuth 205

Andreas Kunz
Vergangenheit ist Gegenwart. Archiv, Erinnerungs- und Lernort: Die Ludwigsburger Außenstelle des Bundesarchivs 215

Matthias Buchholz
Der Bund als Förderer einer unabhängigen Archivlandschaft 227

Jochen Hecht
Das Archiv der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) – ein Spezialarchiv auf Zeit? 235

Gisela Haker
Zusammenfassung und Diskussion 249

Archivische Quellen, die Forschung und die Erinnerungskultur

Kim Eberhard
Records of German Migration to Australia, Uses and Surprises 255

Andreas Hedwig
Wozu brauchen wir authentische Archivalien? – Archive im Dienste der Demokratiesicherung 269

Dietmar Preißler
Archivgut in einem zeithistorischem Museum oder „attracting power“ von Papier 281

Horst-Dieter Beyerstedt
Migrationsforschung und Kommunalarchive. Bericht über den thematischen Teil der Sitzung der Fachgruppe 2 293

Biografien der Autorinnen und Autoren 300

Info:
VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. (Hg.):
Lebendige Erinnerungskultur für die Zukunft. 77. Deutscher Archivtag 2007 in Mannheim
Redaktion: Heiner Schmitt
Selbstverlag des VdA, Fulda 2008
1. Auflage 2008
ISBN 978-3-9811618-1-6

Frauenleben in Lemgo: Stadtrundgang – Ausstellung – Vortrag

Frauengeschichte(n) wurden am 31. August 2008 auf Initiative von Susanne Weishaupt, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lemgo, gemeinsam mit Liesel Kochsiek-Jakobfeuerborn, Stadtführerin und Vorsitzende des Museumsvereins Hexenbürgermeisterhaus, Ursula Heer, Bücherstube Pegasus, und Dr. Anikó Szabó, Leiterin des Stadtarchivs Lemgo in den Mittelpunkt gerückt. 

Die Beteiligten knüpften damit an den Erfolg der Veranstaltung vom 8. März, dem Internationalen Frauentag an. Susanne Weishaupt wies zu dem Anlass nochmals auf das Jubiläum hin, wonach 1908 in Preußen, als letztem Bundesstaat des Deutschen Kaiserreiches, Frauen zum Hochschulstudium zugelassen wurden. Im nächsten Jahr ist die Einführung des Frauenwahlrechts vor 90 Jahren zu feiern. 

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Abb.: Foto von links: Susanne Weishaupt, Anikó Szabó, Liesel Kochsiek-Jakobfeuerborn und Ursula Heer

Liesel Kochsiek-Jakobfeuerborn begann den von ihr ausgearbeiteten Rundgang „Frauengeschichte(n) in Lemgo“ im Museum Hexenbürgermeisterhaus, wo das filmischen Portrait der Lemgoer Ehrenbürgerin Karla Raveh zu sehen war. Karla Raveh, geborene Frenkel, wurde in ihrer Heimatstadt als Jüdin während der NS-Zeit verfolgt und überlebte mehrere Konzentrationslager. Nach der Wiederbegegnung mit ihrer Heimatstadt hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Schülerinnen und Schüler über diese Zeit aufzuklären. Dann führte der Rundgang weiter zu bekannten Ecken und Straßen der Stadt, an denen Liesel Kochsiek-Jakobfeuerborn über Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten mit ihren Einschränkungen aber auch ihren Möglichkeiten informierte. Die Beguinenstraße war Anlass, über diese religiöse, freie Lebens- und Arbeitsgemeinschaft von Frauen zu informieren – das Dominikanerinnenkloster und spätere Damenstift St. Marien ganz in der Nähe lieferte gleichfalls zahlreiche Berichte über Frauenleben in Lemgo. Die Hexenverfolgung prägte die Geschichte von Lemgo in der Frühen Neuzeit. Auch vom Schicksal dieser Frauen berichtete Liesel Kochsiek-Jakobfeuerborn. 

Einen Aspekt zur Frauengeschichte griff Dr. Anikó Szabó, Leiterin des Stadtarchivs, in der Ausstellung im Stadtarchiv und in ihrem Vortrag auf: Die Verhältnisse und Verhinderungen, die aus der mangelnden und sehr spezifischen Bildung und Ausbildung von Frauen bis in das 20. Jahrhundert resultierten. Denn Bildung für Mädchen und junge Frauen war auf die spätere Rolle der Frau als Gattin, Mutter und Hausfrau angelegt, auch als die Erwerbstätigkeit von Frauen schon gesellschaftliche Realität war. Frauen wurden gesellschaftliche Aufgaben in sozialen Berufen, der Hauswirtschaft und in Geisteswissenschaften zugewiesen. Gleiche Bildungschancen für die Geschlechter haben sich nur langsam durchgesetzt, bestimmte Berufe blieben aufgrund der spezifischen Mädchenbildung noch lange Männerdomänen. Die Ausstellung beleuchtet Lebensgeschichte und Lebensalltag von Frauen sowie das Ausbildungswesen in Lemgo.

Nachdem Frau Ursula Heer, von der Buchhandlung Pegasus, Publikationen über Frauenbiographien und zur Frauengeschichte vorgestellt hat, ließen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem gemütlichen Umtrunk vor dem Stadtarchiv den Nachmittag ausklingen. 

Kontakt:
Stadtarchiv Lemgo
Süsterhaus
Rampendal 20a
32657 Lemgo 
Tel. 0 52 61 / 21 32 75
Fax 0 52 61 / 2 13 1 61
stadtarchiv(at)lemgo.de

Quelle: Alte Hansestadt Lemgo, Pressemitteilung, 2.9.2008

Landesarchiv Baden-Württemberg erhält RAF-Akten

Das Landesarchiv Baden-Württemberg hat vom Innenministerium 53 ausgestufte Akten aus dem Verschlusssachenarchiv des Innenministeriums Baden-Württemberg und eine bisher beim Landeskriminalamt aufbewahrte Handakte des ehemaligen LKA-Präsidenten erhalten. Die Dokumente betreffen die 70er Jahre und enthalten Informationen zur Thematik „Abhöraktion in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart Stammheim“ und zum Ermittlungsverfahren gegen den damaligen Innenminister Karl Schiess (CDU, Amtszeit von 1972 bis 1978). Schiess stand nach den spektakulären Terroristen-Selbstmorden vom 18. Oktober 1977 unter starkem politischen Druck.

Landesarchivpräsident Professor Dr. Robert Kretzschmar begrüßte die Entscheidung des Innenministeriums, die Akten herunter zu stufen und dem Archiv zu übergeben. „Ich rechne mit einem großen Interesse. Die neuen Dokumente können für die wissenschaftliche Aufarbeitung der Abhöraktionen in Stammheim und des „Deutschen Herbstes“ genutzt werden. Sie stehen auch für journalistische Recherchen zur Verfügung.“

Das Innenministerium hat die Akten über die RAF-Prozesse im Stuttgarter Gefängnis Stammheim an das Staatsarchiv Ludwigsburg übergeben. Die Dokumente unterliegen den Sperr- und Schutzfristen des Landesarchivgesetzes. Sie können unter Beachtung der archivgesetzlichen Bestimmungen und Auflagen, die das Innenministerium festgelegt hat, in Ludwigsburg eingesehen werden.

Ein Antrag auf Verkürzung der Sperrfristen ist im Internet abzurufen unter:
http://www.landesarchiv-bw.de/sixcms/media.php/25/Antrag_Verkuerzung_Sperrfristen1.pdf 

Kontakt:
Staatsarchiv Ludwigsburg
Arsenalplatz 3
71638 Ludwigsburg
Telefon: 07141/18-6324
Telefax: 07141/18-6311
staludwigsburg@la-bw.de

Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Pressemitteilung, 4.9.2008; SWR.de, 7.9.2008

Übergabe des Gutsarchivs Goseck an das Landeshauptarchiv Magdeburg

Das bedeutende Archiv der Familie Graf von Zech-Burkersroda findet im Landeshauptarchiv in Sachsen-Anhalt eine neue Bleibe. Georg Graf von Zech-Burkersroda, der derzeitige Dechant der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatsstifts Zeitz, habe sich zu der Übergabe entschlossen, teilte das Landeshauptarchiv in Magdeburg mit. 

Schloss Goseck, heute Sitz des europäischen Musik- und Kulturzentrums, war im Mittelalter Domizil eines Benediktinerklosters und wurde seit dem 16. Jahrhundert als Rittergut bewirtschaftet. Von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war es im Besitz der Familie Graf von Zech-Burkersroda. 

Das historisch bedeutsame Guts- und Familienarchiv der Familie Graf von Zech-Burkersroda auf Schloss Goseck war in den Wirren der Nachkriegszeit zerrissen worden: Ein Teil war im Zuge der Bodenreform enteignet, im Staatsarchiv Magdeburg verwahrt und der Familie 2005 restituiert worden, ein anderer Teil war in den Westen gelangt, wo er im Archiv des Westfälischen Archivamts in Münster verwahrt wurde. Weiteres Archivgut befand sich zudem noch in Familienbesitz. 

Georg Graf von Zech-Burkersroda, dem Land seiner Vorfahren heute wieder eng verbunden, entschloss sich in beispielhafter Weise, das Archiv seiner Familie zusammenzuführen und im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt öffentlich zugänglich zu machen. 

Das vereinigte Archiv Goseck wird künftig am Standort Wernigerode verwahrt, wo der Bestand gemeinsam mit über 250 weiteren Herrschafts- und Gutsarchiven aus dem Gebiet der früheren preußischen Provinz Sachsen für die historische Forschung zur Verfügung steht.

Kontakt:
Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt 
Abteilung Magdeburg 
Standort Wernigerode
Lindenallee 21
38855 Wernigerode
Telefon: (03943) 26268-0
Telefax: (03943) 26268-25
wernigerode@lha.mi.sachsen-anhalt.de

Schloss Goseck
Burgstraße 52
06667 Goseck
www.schlossgoseck.de

Quelle: Ministerium des Innern, Pressemitteilung 220/08, 4.9.2008; Naumburger Tageblatt, 5.9.2008

Bottroper Stadtarchiv organisiert Ausstellung über Reichspogromnacht 1938

Unter dem Titel „Kristallnacht, Verfolgung und Deportation der Juden – auch in Bottrop\“ präsentiert das Bottroper Stadtarchiv vom 17. Oktober bis 22. November 2008 eine Ausstellung in der Galerie im Kulturzentrum August Everding. Geöffnet ist die Ausstellung an der Blumenstraße 12-14 von Montag bis Freitag zwischen 9 und 20 Uhr, Samstags von 9 bis 12 Uhr . Am 11. November bleibt die Ausstellung geschlossen. 

Auch in Bottrop kam es in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, der so genannten „Kristallnacht“, zu gewalttätigen Übergriffen auf jüdische Geschäfte, Wohnungen und den Jüdischen Betsaal an der Tourneaustraße. Die Gewalt richtete sich aber auch gegen Bottroper Juden selbst. 

Die Ausstellung erinnert mit Fotos und Dokumenten an die lokalen Ereignisse und an das Schicksal der Juden in Bottrop in der gesamten Zeit des Nationalsozialismus. Ergänzend und umrahmend wird die Wanderausstellung der Berliner Gedenkstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“ mit dem Titel „Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden 1933 – 1945“ gezeigt, die insbesondere für Jugendliche konzipiert wurde. 

Der Eintritt zu den Ausstellungen ist frei.

Kontakt:
Stadtarchiv Bottrop
Blumenstr. 12-14
46236 Bottrop
Telefon: 02041/ 70 37 54
Telefax: 02041-70-3833
stadtarchiv@bottrop.de

Quelle: Pressedienst der Stadt Bottrop, Pressemitteilung, 5.9.2008

Baubeginn im Domstift St. Petri in Bautzen

Am 1. September 2008 haben Bauarbeiten am Gebäude des Domstifts St. Petri in Bautzen (An der Petrikirche 6) begonnen: Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Gebäude erhält eine Brandschutzsicherung; zudem wird eine teilweise Außensanierung vorgenommen und werden Archiv und Bibliothek erweitert. 

Finanziert werden die Baumaßnahmen aus Fördermitteln für Städtebau von Bund und Land, Zuschüssen der Stadt Bautzen sowie den Eigenanteilen des Bauherrn, des Domkapitels St. Petri. Die Bauarbeiten werden etwa eineinhalb Jahre dauern.

Nach Möglichkeit sollen die Domschatzkammer und das Archiv mit der Bibliothek weiter geöffnet bleiben; es kann jedoch zu kurzfristigen Einschränkungen kommen.

Beim Tag des offenen Denkmals am 14. September 2008 werden in den Räumen des Domstifts die Baupläne öffentlich vorgestellt. Führungen durch Bibliothek und Domstiftsarchiv für jeweils max. 20 Personen gibt es an diesem Tag um 10.30 Uhr, 11.45 Uhr, 13.15 Uhr, 14.30 Uhr und 16 Uhr.

Link: www.bistum-dresden-meissen.de 

Kontakt:
Zentralabteilung Archiv-Bibliothek-Kunst
Bischöfliches Ordinariat
An der Petrikirche 6
02625 Bautzen
Tel.: 03591 – 35 19 50

Quelle: Bistum Dresden-Meißen, Presseinformation, 3.9.2008

Nachlass Arno Müller

Im März 2005 verstarb der 1930 in Stuttgart geborene Psychologe Professor Dr. Arno Müller. Von 1954 bis 1956 war Müller als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. (IGPP) tätig, wo er seine Dissertation Möglichkeiten und Grenzen der Graphologie bei der diagnostischen Erfassung der Unfallgefährdung vorbereiten und 1956 abschließen konnte. 

Später forschte und lehrte Müller über drei Jahrzehnte lang als Verkehrspsychologe an der Universität des Saarlandes, wo er sich 1976 in ‚Medizinischer Psychologie’ habilitiert hatte. Seit seiner Freiburger Zeit beschäftigten Arno Müller Themen aus dem Spektrum der so genannten unorthodoxen Deutungs- und Beratungspraktiken wie Astrologie oder Graphologie. Zahlreiche Publikationen aus seiner Hand sind Zeugnis dafür, mit welchem Elan er diesen Forschungsfeldern in Ergänzung zu seinen universitären Aufgaben nachging. 

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Abb.: Karteikarte A. Müller: \“Berühmte Frauen/Männer: Bardot, Brigitte\“ (IGPP-Archiv, Best. 10/30)

Zuletzt erschien 2002 sein Buch Berühmte Frauen von Maria Stuart bis Mutter Teresa: Persönlichkeit, Lebensweg und Handschriftanalyse. Vor allem im Rahmen seiner Recherchen zu historischen Persönlichkeiten betätigte sich der Psychologe Müller regelmäßig als Hobbyhistoriker und Genealoge und konsultierte dazu zahlreiche Archiveinrichtungen. 

Ein mittlerweile im Archiv des IGPP vorhandener Teilnachlass im Umfang von rund 3,5 lfdm. umfasst Arno Müllers wissenschaftliche Unterlagen, Korrespondenzen und Sammlungen zu Astrologie und Graphologie. Arno Müller steht mit seinem Nachlass stellvertretend für zahlreiche Wissenschaftler/innen, die sich neben ihrer etablierten beruflichen Tätigkeit (nicht selten unbekannterweise) den ‚Grenzgebieten’ widmeten. 

Kontakt:
Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V.
Institutsarchiv
Uwe Schellinger M.A.
Wilhelmstraße 3a
79098 Freiburg i.Br
0761/2072161
schellinger@igpp.de
www.igpp.de

Quelle: Uwe Schellinger, Schaufenster ins IGPP-Archiv, Nr. 09-08, 1.9.2008

Helden gesucht. Archive unterstützen Geschichtswettbewerb

Sie werden verehrt, sie werden verkannt, manche geraten in Vergessenheit: Ob Feldherr oder Trümmerfrau, Abenteurer oder Widerstandskämpfer, Popstar oder sozialer Engel – Helden gehören zur Alltagskultur der Menschen. Der neue Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten fragt nach diesen Helden. Wer waren sie? Warum und für wen galten sie als Helden? 

Zahlreiche Archive in Deutschland unterstützen die interessierten Lehrerinnen und Lehrer als Tutoren sowie die Schülerinnen und Schüler als Teilnehmer. Zum Wettbewerbsauftakt finden an vielen Orten in Deutschland Fortbildungen zur historischen Projektarbeit und Informationsveranstaltungen zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten statt. Die Veranstaltungen werden vom Geschichtswettbewerb und seinen Netzwerkpartnern im gesamten Bundesgebiet angeboten.

Das Stadtarchiv Magdeburg beispielsweise wird die Teilnehmer und ihre Mentoren durch Beratung und Bereitstellung historischer Unterlagen im Lesesaal unterstützen. Im Stadtarchiv sind zum Beispiel Informationen und Fotos von Personen, die in Magdeburg gewirkt haben, sowie die Tageszeitungen seit dem 18. Jahrhundert vorhanden. Die Öffnungszeiten vom Lesesaal des Stadtarchivs sind montags und donnerstags von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 13.00 bis 15.00 Uhr, dienstags von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 13.00 bis 17.30 Uhr sowie freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr. Die Benutzung der Unterlagen ist kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung ist telefonisch (0391/5 40 27 27) oder per E-Mail (archiv@magdeburg.de) dringend erforderlich.

Hilfreich zur Seite steht auch das Stadtarchiv Münster mit Beratung, Recherchetipps sowie zwei Workshops für Pädagogen. Helden ziehen sich durch die Geschichte auch der Stadt Münster. Einigen werden Denkmäler gesetzt. Andere sind Namensgeber für Schulen oder Straßen wie Kardinal von Galen oder die Politikerin Catharina Müller. Manche Helden wirkten im Stillen. Meinburgis de Wessede gehört dazu, die im 14. Jahrhundert ein Haus für arme Witwen stiftete. Oder Theo Geringhoff, der auch in der NS-Zeit seiner demokratischen Haltung treu blieb. Prominente oder unentdeckte Helden, bewunderte oder ungeliebte: \“Es gibt viele Beispiele aus der lokalen Geschichte, denen es nachzuspüren lohnt\“, ermuntert Roswitha Link vom Stadtarchiv zur Teilnahme. Manche Helden von einst erscheinen längst in einem kritischen Licht. Andere gilt es zu entdecken. 

Kinder und Jugendliche bis zu 21 Jahren aller Altersstufen und Schulformen sind zum Mitmachen eingeladen. Ganze Klassen können sich auf Heldensuche begeben. Genauso willkommen sind Gruppen oder einzelne Schüler. Für unterstützende Begleitung ist gesorgt. Das Stadtarchiv bietet Hilfe bei der Themensuche, es berät bei Recherche und Literatur. Wertvolle Tipps gibt es für Lehrer in zwei Workshops. Informationen für weiterführende Schulen stehen am 11. September um 15 Uhr auf dem Programm. Am 24. September, 16 Uhr, lädt das Stadtarchiv erstmals die Grundschulen zu einer eigenen Informationsveranstaltung rund um den Schülerwettbewerb ein. Anmeldungen erbittet das Stadtarchiv unter Telefon 02 51 – 4 92-47 03 oder per E-Mail an LinkRoswitha@stadt-muenster.de. Weitere Infos im Stadtnetz: www.muenster.de/stadt/archiv. Schon jetzt steht fest: Alle Beiträge aus Münster werden im nächsten Jahr in einer Ausstellung gezeigt. Unabhängig von Preisen und Platzierungen.

Quelle: Stadt Münster, Pressemitteilung, 1.9.2008; Landeshauptstadt Magdeburg, Presseinformation, 2.9.2008

Die Welt im Kasten. Fotografie und Film nach 1900

Im Winter 2008/2009 widmet sich die gemeinsame Veranstaltungsreihe von Staatsarchiv Ludwigsburg und VHS Ludwigsburg bewegten und stehenden historischen Bildern. Vorträge und Vorführungen spannen den Bogen von Naturschutzbildern bis zu Fotos vom Ersten Weltkrieg.

Das schöne Bild vom Wahn. Weinsberger Patientenfotografien aus dem frühen 20. Jahrhundert 
Die Ausstellung \“Das schöne Bild vom Wahn\“ zeigt historische Fotografien des ersten ärztlichen Direktors der Heilanstalt Weinsberg Dr. Paul Kemmler (1865-1929). Der Psychiater Kemmler hat im Rahmen seiner ärztlichen Tätigkeit zwischen 1904 und 1918 einen Fundus von rund 1000 Einzelporträts und Gruppenbilder seiner Patienten angelegt. Kemmler berücksichtigte bei seinen Aufnahmen – im Unterschied zu den Fotografen anderer Psychiatrien jener Zeit – durchweg den gesellschaftlichen Status seiner Patienten und ihre persönliche Würde. Er nutzte dabei mit hohem ästhetischen und handwerklichen Anspruch die Möglichkeiten der Fotografie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Staatsarchiv hat diese einzigartige Sammlung im Sommer 2005 vom Klinikum am Weissenhof in Weinsberg übernommen und präsentiert diese nun erstmalig im Kontext bürgerlicher Fotografie nach 1900. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband mit Aufsatz- und Katalogteil. 

Alltag und Grauen des Ersten Weltkriegs – die Glasplattensammlung des Photoateliers Kugler im Staatsarchiv Sigmaringen
Vortrag von Gebhard Füßler, Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen
Die Sammlung Kugler enthält circa 10.000 fotographische Glasplattennegative aus der Zeit von 1916-1938. Rund 300 Glasplatten mit Motiven aus dem Ersten Weltkrieg bilden einen der wichtigsten und historisch interessantesten Teile des Fotonachlasses, der dadurch auch international Aufsehen erregt hat. Die Bilder wurden ausschließlich an der Westfront angefertigt. In dem Bildvortrag wird die Sammlung Kugler mit der spannenden Geschichte ihrer Wiederentdeckung vorgestellt. 

Frühe Fotosammlungen in Ludwigsburger Archiven 
Vortrag von Wolfgang Läpple, Stadtarchiv und Dr. Stephan Molitor, Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg 
Das Stadtarchiv verfügt ebenso wie das Staatsarchiv Ludwigsburg über einen reichen Fundus an frühen Fotosammlungen, die einzigartige historische Eindrücke von Stadt und Region vermitteln. Die fotografische Sammlung des Stadtarchivs geht bis in die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts und erlaubt einen Blick auf fast 150 Jahre Stadtgeschichte im Spiegel des Bildes. Weit über die Region hinaus führt die einzigartige \“Meinel-Sammlung\“ mit 100.000 Ansichtskarten über Städte, Burgen sowie Landschaften in ganz Deutschland. Im Staatsarchiv dokumentiert zum Beispiel die Glasplattensammlung des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg die Geschichte von württembergischen Kunst- und Bauwerken nach 1900. An dem Abend werden aus den Fotosammlungen besonders eindrucksvolle Aufnahmen aus der Region Ludwigsburg vorgestellt. 

Fotografien im Dienste von Naturschutz und Forstwirtschaft 
Vortrag von Johanna Gässler, Freiburg 
Der Stuttgarter Forstmeister Otto Feucht (1879 – 1971) war einer der Wegbereiter des Naturschutzes in Württemberg. Neben zahlreichen Veröffentlichungen zu Forstwirtschaft und Naturschutz schuf er einen umfangreichen Bestand an Fotografien – insbesondere aus der Region Stuttgart. Diese stellen für die Landespflege, den Naturschutz und die Forstwirtschaft wertvolle historische Quellen dar und setzen die Motive sowohl dokumentarisch als auch künstlerisch ins Bild.

Eine Filmreise durch Baden-Württemberg. Historische Filmdokumente aus der Landesfilmsammlung 
Dr. Reiner Ziegler, Landesfilmsammlung Baden-Württemberg 
In der Landesfilmsammlung Baden-Württemberg wurden u.a. Impressionen aus Baden und Württemberg ab 1903, Familienalltag oder private Urlaubsreisen im Amateurfilm aus allen Jahrzehnten des Zwanzigsten Jahrhunderts, Filmaufnahmen vom Wiederaufbau nach 1945, aber auch zahlreiche andere historische Filmdokumente aus kommunalen, kirchlichen, staatlichen und Unternehmensarchiven zusammengetragen. Wir laden Sie zu einer Filmreise durch unser Bundesland ein, die nicht nur Ansichten aus allen Regionen des Landes, sondern auch traditionelles Brauchtum zeigt. Außerdem werden – passend zur Ausstellung im Staatsarchiv – Filmaufnahmen über den Alltag in Krankenanstalten vorgeführt.

Baden-Württemberg auf Postkarten. Das Bildarchiv der Firma Metz 
Dr. Stefan Kirchberger, Haus der Geschichte Baden-Württemberg 
Mit dem Archiv des Tübinger Postkartenverlags Metz besitzt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg eine besondere Quelle zur südwestdeutschen Landesgeschichte: über 300.000 Glasplattennegative dokumentieren die Entwicklung von Städten, Dörfern und Landschaften seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts. In dem Bildvortrag wird die Sammlung Metz unter anderem anhand von Beispielen aus der Region Ludwigsburg vorstellt.

Info:
Die Welt im Kasten. Fotografie und Film nach 1900
Veranstaltungsreihe 26.11.2008 bis 27.03.2009 (Staatsarchiv Ludwigsburg)

Kontakt:
Staatsarchiv Ludwigsburg
Arsenalplatz 3
71638 Ludwigsburg
Telefon: 07141/18-6310
Telefax: 07141/18-6311
staludwigsburg@la-bw.de

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