Virtuelle Präsentation zum 475. Todestag von Johannes Aventinus (1477-1534)

Der am 4. Juli 1477 geborene Humanist Johannes Turmair (Aventinus) gilt gemeinhin als einer der großen und einflussreichen Väter der bayerischen Geschichtsschreibung. Turmair, der sich nach seiner Heimatstadt Abensberg „Aventinus“ nannte, war nach einer Studienzeit als Prinzenerzieher am Münchner Hof tätig. Er verfasste als wittelsbachischer Hofhistoriker in den Jahren 1517 bis 1521 die „Annales ducum boiariae“ (Annalen der Herzöge von Bayern) und einige Jahre später seine berühmte, volkstümliche „Baierische Chronik“. 

Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Reichsstadt Regensburg Literalien 300 fol. 1

Abb.: Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Reichsstadt Regensburg Literalien 300 fol. 1. Fol. 1 des ursprünglich mit keiner Seiten- oder Blattzählung versehenen Manuskripts trägt nur den vollständigen Titel des Werks samt einer Erwähnung Aventins als des Autors. 

Aventinus verwendete für seine Werke erstmals die reiche Überlieferung der bayerischen Klosterarchive und -bibliotheken. Zugleich verherrlichte er in seinen Schriften die bayerische Vergangenheit und übte mit seinem Geschichtsbild großen Einfluss auf die bayerische Landesgeschichte aus. Eine (nicht vollständige) Ausgabe seiner Werke ist zwischen 1881 und 1908 in sechs Bänden erschienen, herausgegeben von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (diese Ausgabe ist im Internet abrufbar unter: www.bayerische-landesbibliothek-online.de). 

Aventinus starb am 9. Januar 1534 in Regensburg. Anlässlich seines 475. Todestages stellt das Bayerische Hauptstaatsarchiv in einer Internetpräsentation ausgewählte Archivalien zur Verfügung. Die jetzt frei geschaltete Internetpräsentation enthält mehrere, teils unbekannte originale Schriftstücke zu seiner Biographie sowie zwei Handschriften mit einer von Aventinus geschriebenen Regensburger Stadtgeschichte. Aventinus verfasste die Stadtgeschichte in seinen letzten Lebensjahren in Regensburg. Darin hob er die historische Bedeutung und das hohe Alter der Stadt Regensburg hervor. Diese beiden aus dem 16. Jahrhundert stammenden wertvollen Handschriften werden ebenfalls im Original präsentiert.

Die virtuelle Präsentation ist ein Angebot der staatlichen Archive Bayerns unter Mitwirkung des Amtes für Archiv und Denkmalpflege der Stadt Regensburg.

Kontakt:
Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns
Schönfeldstraße 5
80539 München
Telefon: (0 89) 2 86 38-2482 
Telefax: (0 89) 2 86 38-2615
poststelle@gda.bayern.de
www.gda.bayern.de

Quelle: Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, Pressemitteilung, 29.12.2008

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