Spurensuche jüdischen Lebens in Siegburg

Im 15-jährigen Jubiläumsjahr der Gedenkstätte startet der Förderverein Gedenkstätte Landjuden an der Sieg e.V. mit einer eigenen, kleinen Publikationsreihe, in der jeweils ein überschaubares und abgeschlossenes Thema aufgegriffen werden soll. Den Anfang hierfür macht die 24-seitige Broschüre „Spurensuche jüdischen Lebens am Beispiel der Siegburger Familie Rochmann“, initiiert und verfasst von Anette Hirzel, der Schulpfarrerin des Anno-Gymnasiums in Siegburg. Tatkräftig ihr zur Seite standen die beiden Schülerinnen Clara Rockstroh und Ludmilla Radke. Clara Rockstroh übernahm die Archiv- und Zeitzeugensuche, Ludmilla Radke die Recherche zum Reichsarbeitsdienstlager (RAD) in Much. Die Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ kann jeden Mittwoch von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr sowie jeden 3. Sonntag im Monat von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr besucht werden. Führungen sind auch außerhalb der genannten Zeiten möglich. 

Die Idee, der Familie Rochmann mit einer Dokumentation über ihr Leben und Sterben ihre Identität und damit ihre einzigartige menschliche Würde zurückzugeben und mit ihrer Geschichte stellvertretend allen ermordeten Juden in Siegburg und im Kreisgebiet ein lebendiges Gesicht zu geben, kam der evangelischen Schulpfarrerin bei einem Besuch des Children´s Memorial, dem Gedenkort in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, an dem der 1,5 Millionen ermordeten Kinder gedacht wird. Hier erklangen auch die Namen von Cilly Rosa, Kurt und Edith Rochmann aus Siegburg. „Denn eine anonyme Erinnerung birgt die Gefahr in sich, zu einem sinnentleerten Ritual zu degenerieren. Es ist der Mensch an sich, dessen Schicksal uns in der Erinnerung zu berühren vermag,…“, schreiben Michael Solf, MdL, Vorsitzender des Fördervereins, und Dr. Claudia Maria Arndt, Leiterin von Archiv und Wiss. Bibliothek des Rhein-Sieg-Kreises sowie Geschäftsführerin des Fördervereins in ihrem Vorwort zur vorliegenden Publikation. 

Die Präsentation der Broschüre erfolgte im Siegburger Walter-Mundorf-Stadion im Rahmen eines Sponsorenlaufs mit Kuchenverkauf, mit dem die beteiligten Schülerinnen und Schüler die Materialkosten für einen auch in Arbeit befindlichen Gedenkstein für die Familie Rochmann auf dem jüdischen Friedhof finanzieren wollen. Die Steinmetzarbeiten übernimmt der Siegburger Steinmetzmeister Markus Weisheit ehrenamtlich in Abstimmung mit dem Landesverband der jüdischen Gemeinden von Nordrhein und der Unteren Denkmalbehörde der Kreisstadt Siegburg. 

Info: Die Broschüre „Anette Hirzel: Spurensuche jüdischen Lebens am Beispiel der Siegburger Familie Rochmann. Siegburg 2009. (Gedenkschriften – Schriftenreihe des Fördervereins Gedenkstätte Landjuden an der Sieg e.V. Hrsg. v. Claudia Maria Arndt; Heft 1)“, ISBN: 978-3-9813097-0-6, kostet 5 Euro und kann direkt beim Förderverein, Geschäftsstelle Archiv des Rhein-Sieg-Kreises oder im Buchhandel bezogen werden. 

Kontakt:
Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“
Archiv und Wiss. Bibliothek des Rhein-Sieg-Kreises
Kaiser-Wilhelm-Platz 1 (Kreishaus)
53721 Siegburg
Tel.: 02241 / 13 – 2928
Fax: 02241 / 13 – 3271
gedenkstaette@rhein-sieg-kreis.de
archiv@rhein-sieg-kreis.de

Quelle: Pressemeldung Rhein-Sieg-Kreis, 25.6.2009

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