Besuch im Stadtarchiv Olpe

Hunderte von grau-schwarzen Kisten stehen im Parterre der Begegnungsstätte "Altes Lyzeum" in Olpe. Dort werden Dokumente aus fast 650 Jahren Stadtgeschichte verwahrt, erklärt Josef Wermert, Historiker und Leiter des Stadtarchivs Olpe, gegenüber der Westfalenpost. Seit 1991 ist das Stadtarchiv mit Büro, großem Bibliothekssaal und Benutzerraum dort untergebracht. Umgeben von Dutzenden historischen Büchern, Bildern und Ausstellungsstücken wirkt Wermerts Büro zwar wie ein Museum. Die Archivarbeit habe sich aber auch längst den Neuen Medien zugewandt. Viele Archive in NRW bieten ihre Arbeit über das Internet an. So sei man in Olpe dabei, einen Archivführer für den Kreis zu erstellen.

Im Parterre des Gebäudes befindet sich das Magazin des Stadtarchivs Olpe. Der Gesamtbestand umfasst nach Auskunft des Archivleiters rund 2.000 laufende Meter. Luftentfeuchter sorgen im Magazin für ein konstantes Raumklima von 18 bis 20 Grad Celsius bei rund 50 Prozent Luftfeuchtigkeit. Diese Werte gelten als die optimalen Bedingungen für die Lagerung von Archivgut. Das Stadtarchiv Olpe beinhaltet Pergamenturkunden seit 1361, Bücher seit 1478, Akten seit 1584, Landkarten seit dem 16. Jahrhundert, Stadtpläne seit 1795, Zeitungen seit 1841, Fotos seit 1875, Filme seit 1937 und anderes mehr.

Neben umfangreichen Zeitungsbänden seit 1841 – auf diese Quellengattung verweisen Zeitungen in ihren Archiv-"Homestorys" gern – bilden nicht nur die Unterlagen aus der Olper Stadtverwaltung einen wichtigen Bestandteil des städtischen Archivgutes, sondern auch private Nachlässe. „Viele Bestände werden uns auch von Privatleuten, Firmen oder Vereinen überlassen”, so Wermert im WP-Gespräch. Einige davon passen in eine Kiste, andere Nachlässe füllen eine halbe Regalwand. „Ich finde es toll, wenn wir solche Sammlungen bekommen”, sagt er. „Es zeigt, dass unsere Arbeit anerkannt wird. Das gibt Rückhalt.” Für viele Menschen würden Archive erst interessant werden, wenn es sie nicht mehr gibt. Oder zumindest viele Teile davon nicht mehr. „Der Fall aus Köln hat plötzlich das Bewusstsein wieder geweckt, wie wichtig es ist, die Vergangenheit für die Nachwelt zu bewahren”, sagt der Archivleiter. Neben dem Bewahren geht es um das Benutzen. „Mit den Beständen wird gearbeitet. Jeder kann zu uns kommen und hat das Recht, die Bestände zu nutzen”, betont Josef Wermert.

Kontakt:
Stadtarchiv Olpe
Altes Lyzeum
Franziskanerstraße 8
57462 Olpe
Telefon: 02761/831293
Fax: 02761/832293
J_Wermert@Olpe.de

Quelle: Dennis Jerchow, WP/DerWesten, 2000 Meter lebendige Geschichte, 26.1.2010

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