Zehn Jahre Expo Hannover

Das Stadtarchiv Hannover verlängert die Ausstellung "Über die Expo hinaus: Der Verein Global Partnership – Netzwerk für Kulturaustausch, nachhaltige Entwicklung und weltweiten Umweltschutz" bis zum 30. Juli 2010. Sie zeigt die Aktivitäten des Vereins Global Partnership Hannover e.V., dessen Unterlagen das Stadtarchiv in diesem Jahr in seine Bestände übernommen hat. Der Verein setzt sich für die Fortentwicklung des weltweiten Expo-Netzwerks für Zukunftslösungen ein. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Lesesaals – montags und freitags von 8.30 bis 15.30 Uhr, dienstags und donnerstags von 11 bis 18 Uhr – im Foyer des Stadtarchivs zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Kontakt:
Stadtarchiv Hannover
Am Bokemahle 14-16
30171 Hannover
Tel.: 0511/168-42173
Fax 0511/168-46590
stadtarchiv@hannover-stadt.de

Quelle: Hannover entdecken, 21.7.2010

Uni Münster zeigt die Bilder der Rektoren, Kanzler und Kuratoren seit 1945

Die Rektorin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Professor Dr. Ursula Nelles, und der Uni-Kanzler Stefan Schwartze enthüllten 32 Porträts der Rektorinnen und Rektoren, Kanzlerinnen und Kanzler sowie Kuratoren der WWU. Sie sind es, die die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) Münster nach der Wiedereröffnung im Jahr 1945 zu einer der angesehensten deutschen Hochschulen gemacht haben: Seit dewm 21. Juli 2010 hängen 32 Porträts der Rektorinnen und Rektoren, Kanzlerinnen und Kanzler sowie Kuratoren im münsterschen Schloss, dem Hauptsitz der Universität. Nach der letzten Senatssitzung im Sommersemester 2010 eröffnete Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles die Ausstellung im Rahmen einer kleinen Feierstunde.

Erster Nachkriegs-Rektor der Universität Münster war der katholische Theologe Prof. Dr. Georg Schreiber. Wie viele seiner Nachfolger blieb er nur ein Jahr im Amt. Bis 1970 war dies der übliche Rhythmus, eine Wiederwahl war allerdings möglich. Das Amtsjahr begann jeweils am 15. Oktober, erläuterte Universitäts-Archivarin Dr. Sabine Happ in ihrem Vortrag über "Ämter, Feiern und Rituale im Wandel der Zeit". Die Rektoratsübergabe folgte demnach einer genau festgelegten Zeremonie. Zunächst zogen alle Professoren in den Festsaal ein, wobei die Reihenfolge ebenfalls festgelegt war. Dem alten und neuen Rektor folgten die Rektoren befreundeter Universitäten sowie die Mitglieder der Fakultäten, alle ebenfalls im Talar. Zur Zeremonie der Amtsübergabe gehörte der Bericht des früheren Rektors, der Tausch der Talare zwischen dem alten und dem neuen Rektor, die Umlegung der Rektorkette sowie der Amtseid des neuen Rektors.

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Abb.: Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles und Kanzler Stefan Schwartze enthüllten 32 Porträts der Rektorinnen und Rektoren, Kanzlerinnen und Kanzler sowie Kuratoren der WWU (Foto: WWU – Peter Grewer).

Bei den heutigen Rektoratsübergaben ist von dieser Zeremonie nur das Umhängen der Rektorkette geblieben. Die Anrede "Magnifizenz", die dem Rektor gebührte, wurde nicht nur bei feierlichen Anlässen benutzt, sondern findet sich tatsächlich in den meisten Schreiben, die den Rektor erreichten.

Einem ähnlichen Wandel unterlag das Amt des Kanzlers, des Leiters der Verwaltung. 1945 griff man auf die 1929 vom Wissenschaftsministerium erlassene Satzung für die Universität zurück. Sie legte fest, dass die Universität ihre Angelegenheiten durch die akademischen Behörden selbständig verwaltet. Allerdings stand sie unter der unmittelbaren Aufsicht des Ministers, dessen Vertreter ein Kurator war. Erster Nachkriegskurator der WWU war Clemens Steinbicker, bei dem es keine Zweifel gab, dass er dem nationalsozialistischen Regime fern gestanden hatte. 1933 war er wegen politischer Unzuverlässigkeit aus dem Staatsdienst entlassen worden. 1970 wurde mit einer Verfassungsänderung das Amt des Kurators abgeschafft – an seine Stelle trat der Kanzler, der zudem Mitglied des Rektorats wurde.

Quelle: Uni Münster, Pressemitteilung, 21.7.2010

AOK sichert historisches Schriftgut im Kreisarchiv Borken

Einen auf den ersten Blick ungewöhnlichen Dokumentenschatz hat jetzt die AOK-Regionaldirektion Steinfurt/Borken an das Kreisarchiv Borken übergeben. Im Keller des Kreishauses sind nun zum Beispiel Protokollbücher der leitenden Gremien der Ortskrankenkassen, Unterlagen zu den Sozialwahlen, Satzungen, Haushaltspläne, Rechnungsunterlagen und Geschäftsberichte der ehemaligen Ortskrankenkassen im Kreis zu finden. „Diese Unterlagen bieten Forschern viele interessante Möglichkeiten", erklärt Landrat Dr. Kai Zwicker. „Die Dokumente geben einen Einblick in die Geschichte des Gesundheitswesens und gleichzeitig der Wirtschaft im Westmünsterland." Der Landrat dankte dem LWL-Archivamt für Westfalen für die Sichtung und Ordnung der Dokumente. Finanziert hat diese Arbeit die AOK. Winfried Sessing von der Regionaldirektion Steinfurt/Borken der AOK war bei der Übergabe dabei.

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Foto: Hans-Jürgen Höötmann (Mitte) und Nicola Bruns (2. v.r.) vom LWL-Archivamt übergaben die Dokumente mit Winfried Sessing von der AOK-Regionaldirektion Steinfurt/Borken (2.v.l.) an Landrat Dr. Kai Zwicker und Archivleiterin Renate Volks-Kuhlmann (Foto: Kreis Borken)

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen in Westfalen-Lippe wurden nach Inkrafttreten des Bismarckschen Krankenversicherungsgesetzes 1884 auf der Ebene der Gemeinden gegründet. Im Laufe der Zeit wurden sie zu immer größeren Verwaltungsstellen zusammengelegt und passten sich so in etwa dem Zuschnitt der Kreise und kreisfreien Städte an. Die einzelnen Kassen waren bis zu ihrer Fusion zur AOK Westfalen-Lippe im Jahr 1994 rechtlich selbstständig und besaßen im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung auf lokaler und regionaler Ebene eine starke Stellung.

„Daher ist eine Sicherung der Überlieferung der ehemals selbstständigen Kassen und die damit verbundene Ermöglichung sozial- und wirtschaftsgeschichtlicher Forschungen von hohem Wert", betont Hans-Jürgen Höötmann vom Archivamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Seine Kollegin Nicola Bruns übernahm im Kreis Borken die Aufbereitung des historischen Schriftgutes der ehemaligen AOK Borken und ihrer Vorläufer. Der nun übergebene Aktenbestand umfasst den Zeitraum von 1913 bis 1994 und hat mit 158 Archiveinheiten einen Umfang von etwa 3,5 laufenden Metern.

Die Unterlagen geben Auskunft über die Organisation der Krankenversicherung, die Ausgestaltung sozialer Sicherheit bei der Leistungsentwicklung sowie die demokratische Mitbestimmung der Versicherten und Arbeitsgeber. Sie lassen beispielsweise Rückschlüsse auf die öffentlich-rechtliche Daseinsvorsorge im Krankheitsfall zu.

Wie im Kreis Borken bewahren mittlerweile auch viele andere Stadt- und Kreisarchive das Schriftgut ehemaliger Allgemeiner Ortskrankenkassen in Westfalen-Lippe auf. So lassen sich die Quellen auch für vergleichende Untersuchungen nutzen. Mit der Übernahme des historischen Schriftgutes der ehemaligen AOK Borken verfügt das Kreisarchiv Borken nun einen bedeutenden Quellenfundus für die lokale und regionale Sozial- und Wirtschaftsgeschichte – einen Archivschatz, der gehoben werden will. Interessierte, die sich mit der Entwicklung des Gesundheitswesens im Westmünsterland auseinandersetzen möchten, können sich an die Leiterin des Kreisarchivs, Renate Volks-Kuhlmann, wenden.

Kontakt:
Kreisarchiv Borken
Renate Volks-Kuhlmann
Burloer Str. 93
46325 Borken
Tel.: 02861/821347
Fax: 02861-82-1341
r.volks-kuhlmann@kreis-borken.de

Quelle: Pressedienst des Kreises Borken, 21.7.2010;

Kooperation. Konkret. 2010 – Praxis einbinden und gewinnen!

Auch in diesem Jahr schreibt die Medienberatung NRW den landesweiten Wettbewerb „Kooperation. Konkret.“ aus. Bereits zum vierten Mal sind neben weiteren Akteuren in der Bildungs- und Kulturlandschaft auch Archivarinnen und Archivare aus NRW dazu aufgerufen, ihre Kooperationen mit Schulen vorzustellen.

Kooperiert Ihr Archiv langfristig mit einer oder mehreren Schulen? Führen Sie gemeinsam Projekte, Veranstaltungen und Programme durch, um den Schülern auf diesem Wege anregenden und interessanten Unterricht an einem außerschulischen Lernort zu bieten? Unterstützen Sie außerunterrichtliche Angebote im Rahmen der Offenen Ganztagsschule oder Schul-AG’s inhaltlich?

\"Kooperation.Konkret\"

Prämiert werden Konzepte erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen Archiv und Schule. Die Kooperation sollte auf Dauer angelegt sein, um durch Kontinuität allen Schülerinnen und Schülern einen gesicherten Zugang zu den verschiedenen Lernorten zu ermöglichen.

Die eingereichten Beiträge werden auf der Homepage der Medienberatung NRW veröffentlicht, zu gewinnen sind attraktive Geldpreise.

Die Medienberatung NRW schreibt den Wettbewerb im Rahmen der Initiative „Bildungspartner NRW“ aus, um den Prozess der Zusammenarbeit von Schulen mit kommunalen Partnern zu unterstützen.

Einsendeschluss ist der 1. Oktober 2010

Teilnahmebedingungen und weitere Informationen: www.kooperation.konkret.nrw.de

Kontakt:
Medienberatung NRW – Bildungspartner NRW
LVR-Zentrum für Medien und Bildung
Carolin Thielking, Wiss. Volontärin
Bertha-von-Suttner-Platz 1
40227 Düsseldorf
Tel.: 0211/89-98203
Fax: 0221/8284-1450
thielking@medienberatung.nrw.de
www.medienberatung.nrw.de
www.bildungspartner.nrw.de
www.suche.lehrerfortbildung.nrw.de
www.lehrerfortbildung.schulministerium.nrw.de
www.medien-und-bildung.lvr.de

Archivpädagogische Angebote zum Thema Konservieren und Restaurieren von Kulturgut

Im Rahmen des nordrhein-westfälischen Landeswettbewerbs „Archiv und Jugend“ ist ein Projekt entstanden, das sich mit den Aufgaben und Arbeitsweisen der Restaurierung in Archiven beschäftigt. Unter dem Titel „Geschichte in der Werkstatt“ haben Fachleute aus Restaurierungswerkstätten und Archivpädagogen insgesamt acht Module für Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren entwickelt und in einer Praxisphase getestet.

Die Module geben einerseits Einblicke in die Bedrohungen, denen Archivgut durch schleichende Zerfallsprozesse oder auch durch Katastrophen ausgesetzt ist; andererseits informieren sie anhand von Beispielen und Experimenten über Möglichkeiten der Vermeidung und Behebung von Schäden an Urkunden und Akten. Das archivpädagogische Angebot präsentiert sich auf einer eigenen Internetseite: www.archivundjugend-restaurierungswerkstatt.de. Es richtet sich sowohl an Jugendliche, die neugierig sind, Methoden der Konservierung und Restaurierung von Archivgut kennenzulernen und auszuprobieren, als auch an Lehrerinnen und Lehrer, die im Rahmen ihres Unterrichts ein in der Praxis vertieftes Verständnis für die Arbeit archivischer Restaurierung vermitteln wollen. Alle Module verstehen sich als Angebote, die bei den beteiligten Archiven nachgefragt und dort mit Klassen, Kursen und Jugendgruppen durchgeführt werden können.

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Foto: Schüler sammeln praktische Erfahrungen in der archivischen Restaurierung (Foto: Landesarchiv NRW)

Die Liste der Module ist nicht abschließend. Das Projekt „Geschichte in der Werkstatt“ ist ein offenes Angebot, das jederzeit weitere Vorschläge aufnehmen kann. Archivpädagoginnen und ‑pädagogen aus anderen Archiven sind herzlich eingeladen, eigene Ideen und Konzepte für neue Module und Angebote einzubringen. Um den fachlichen Austausch zu verbessern und um die archivpädagogischen Angebote möglichst eng an die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen anzupassen, ist auf der Internetseite des Projekts ein Forum eingerichtet, in dem Modulvorschläge, Fragen oder Anregungen vorgestellt und ausgetauscht werden können (http://blog.archivundjugend-restaurierungswerkstatt.de).

An der Entwicklung und Erprobung des Konzeptes „Geschichte in der Werkstatt“ waren beteiligt:

Der Wettbewerb „Archiv und Jugend“ wird von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens in Kooperation mit den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe durchgeführt. Seit 2007 werden jährlich mit einem Gesamtbetrag von 100.000 Euro Projekte gefördert, um bei Kindern und Jugendlichen Interesse für die Aufgaben von Archiven zu wecken und das Verständnis für archivische Arbeitsweisen zu fördern.

Kontakt:
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen
Technisches Zentrum für
Grundsätze der Bestandserhaltung
Dr. Johannes Kistenich
An den Speichern 11
48157 Münster
Tel. (0251) 620 650-65
Fax (0251) 399250-65

Quelle: Landesarchiv NRW, Pressemitteilung, 19.7.2010

Worms präsentiert Stauferurkunde

Das Stadtarchiv Worms verwahrt in seinen reichen Beständen eine Reihe wichtiger Urkunden der Stauferzeit. Stauferjahr und Nibelungenfestspiele geben nun doppelten Anlass, eine der Urkunden des zurzeit so präsenten Herrschers für die Bürger von Worms aus dem Jahre 1236 für einen begrenzen Zeitraum der interessierten Öffentlichkeit zu zeigen.

Im Rahmen der laufenden Neugestaltung des 2. Obergeschosses im Museum der Stadt Worms (Andreasstift) wird die Urkunde seit einigen Tagen dort neben weiteren authentischen Dokumenten der staufischen Blütezeit, darunter Wormser Münzen und religiösen Gegenständen, der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Abb.: Originalurkunde von Kaiser Friedrich II. (Foto: Stadt Worms)

Die gut erhaltene Pergamenturkunde mit anhängender Goldbulle als Beglaubigungsmittel und Herrscherzeichen bestätigt in seinerzeit gängiger lateinischer Urkundensprache noch einmal die vom Kaiser schon 1220 den ‚getreuen’ Bürgern von Worms ausgesprochene Bestätigung ihrer Rechte und Freiheiten. Dazu gehörte vor allem die eigene Regelung der Friedenswahrung und die städtische Gerichtsverfassung, also zentrale Elemente der Autonomie der Stadt. Das in Würzburg, wohin eine Delegation von Worms aus zum Herrscher gereist sein muss, ausgestellte Herrscherdiplom wird von einer großen Zahl adliger und geistlicher Persönlichkeiten bezeugt, was für die Rechtskraft des Textes wichtig war.

Die Urkunden blieben für den Stadtrat bis zum Ende des Alten Reiches und der Zeit als Reichsstadt 1798 wichtige, wohl verwahrte Rechtsdokumente. Sie haben die Stadtzerstörungen von 1689 und 1945 ohne Schaden überstanden und sind aus konservatorischen Gründen normalerweise nicht in der Öffentlichkeit zu sehen. Die Urkunde belegt die engen und loyalen Beziehungen zwischen der Stadt und dem staufischen Herrscher, der derzeit wieder so im Mittelpunkt des Interesses steht.

Kontakt:
Museum der Stadt Worms im Andreasstift
Weckerlingplatz 7
67547 Worms
Telefon: (0 62 41) 9 46 39 – 0
Telefax: (0 62 41) 2 40 68
museum@worms.de
www.museum.worms.de

Stadtarchiv Worms
Raschi-Haus
Hintere Judengasse 6
67547 Worms
Telefon: (0 62 41) 8 53 – 47 00 (bis – 47 07)
Telefax: (0 62 41) 8 53 – 4710
stadtarchiv@worms.de
www.stadtarchiv-worms.de

Quelle: Stadt Worms, Stadtnachrichten, 16.7.2010

LVR unterstützt Stadtarchiv Köln

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) fördert das Historische Archiv der Stadt Köln mit rund 100.000 Euro. Das hat der Landschaftsausschuss der Landschaftsversammlung Rheinland unter Vorsitz von Jürgen Wilhelm in seiner heutigen Sitzung beschlossen. Für die Jahre 2011 bis 2014 wurden zudem gut 550.000 Euro in Aussicht gestellt.

Die Mittel des LVR werden dazu eingesetzt, das durch den Archiveinsturz geschädigte Archivmaterial zu identifizieren und nach Schadensbildern zu klassifizieren, um es in einem nächsten Schritt restaurieren zu können. Das LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum in Brauweiler übernimmt einen Teil dieser Arbeit und unterstützt damit die Kölner Archivarinnen und Archivaren bei der Wiederherstellung des Materials.

Das Institut hat von Beginn an maßgeblich zur Rettung des Kölner Stadtarchivs beigetragen, so zum Beispiel bei Bergungsarbeiten oder der Aufbereitung gefriergetrockneter Archivalien.
„Trotz der prekären Haushaltssituation der kommunalen Familie leistet der Landschaftsverband Rheinland damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Erhaltung der vielfältigen kulturellen Landschaft im Rheinland. Kultur ist mehr als die ‚Sahne auf dem Kuchen\’", sagt Wilhelm. „Sie ist eine gesellschaftliche Pflichtaufgabe, der der LVR im Rheinland vorbildlich nachkommt."

Kontakt:
LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Postfach 2140
50250 Pulheim
Tel.: +49 (0)2234/9854-0
Fax.: +49 (0)2234/9854-285
afz@lvr.de

Quelle: LVR, Pressemitteilung, 14.7.2010

125 Jahre Stadtarchiv Karlsruhe

Das Stadtarchiv Karlsruhe konnte am 10. Juli 2010 seinen 125. Geburtstag mit einem Festakt und der Herausgabe einer Festschrift "Stadtarchiv Karlsruhe. Gedächtnis der Stadt" feiern. Vor rund 200 Gästen ging Oberbürgermeister Heinz Fenrich zunächst auf die Geschichte des Archivs ein und betonte, dass der Erlass eines Ortstatuts über die Verwaltung des städtischen Archivs im Jahr 1885 das Ergebnis eines schon länger andauernden Prozesses war.

Von der Bürgerschaft wurde die Verwaltung in ihrer Absicht bestärkt, die Geschichte der erst 1715 gegründeten Stadt zu erforschen und zu sichern. Ein Aufruf, wichtige stadtgeschichtliche Dokumente abzugeben, war so erfolgreich, dass die Stadt darin das Bedürfnis erkannte, "die Erinnerung der Stadt zu erhalten". Der Aufbau eines Stadtarchivs wurde als eine Investition für die Zukunft gesehen, "die vorzugsweise den nachfolgenden Generationen zu gute kommen wird." In einer Zeit, in der sich die Städte in Deutschland im Zuge der kommunalen Daseinsvorsorge intensiv um den Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur kümmerten, gehörte das Stadtarchiv als wichtiger Beitrag dazu.

\"Stadtarchivleiter

Abb.: Stadtarchivleiter Dr. Ernst Otto Bräunche, VdA-Vorsitzender Dr. Michael Diefenbacher und Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich während des Festaktes am 10. Juli 2010 (Foto: Stadtarchiv Karlsruhe)

Der Vorsitzende des VdA- Verband deutscher Archivarinnen und Archivare, Dr. Michael Diefenbacher, überbrachte die Glückwünsche des Berufsfachverbandes und hob in seinem Grußwort auf die identitätsstiftende Wirkung der Arbeit von Stadtarchiven ab. Um ihre Funktion als Garanten für zielorientiertes Informations- und Wissensmanagement in den Kommunen weiterhin zu erfüllen, benötigten die Archive fachlich geschultes Personal. Der VdA habe auf die geänderten Anforderungen schon mit der Ausarbeitung des Papiers "Berufsbild" reagiert, dessen fünf Thesen er kurz vorstellte. Das Stadtarchiv Karlsruhe sei auf einem guten Wege mit dem für Ende 2011 geplanten Abschluss des Ausbaus eines weiteren Magazins.

Abschließend stellte der Leiter des Stadtarchivs Dr. Ernst Otto Bräunche die zum Jubiläum erschienene Festschrift vor, die auf neue Bestände, darunter das Karlsruher Sportarchiv, und aktuelle Aufgabenschwerpunkte wie das Gedenkbuch für die ermordeten Karlsruher Juden eingeht. Als wichtige Zukunftsaufgaben sah er dabei die anstehende Übernahme digitaler Daten aus der Stadtverwaltung sowie die Fortsetzung und Intensivierung bestandserhaltender Maßnahmen und der erfolgreich begonnenen Digitalisierung der Sammlungsbestände.

Kontakt:
Stadtarchiv Karlsruhe
Markgrafenstraße 29
76124 Karlsruhe
Tel: 0721/133-4223
Tel: 0721/133-4225
Fax: 0721/133-4299
archiv@kultur.karlsruhe.de
www.karlsruhe.de/kultur/stadtgeschichte/stadtarchiv.de

Quelle: Stadtarchiv Karlsruhe, Bericht zum Jubiläum, 11.7.2010; Badische Neueste Nachrichten, 12.7.2010.

Kantonsübergreifendes Portal »Archives Online« gestartet

Wer die Aktenbestände verschiedener Deutschschweizer Archive durchforsten will, kann dies ab sofort via Internet tun. Möglich macht dies die seit dem 12. Juli 2010 frei geschaltete Suchplattform www.archivesonline.org. Sie ermöglicht die archivübergreifende Suche.

Am Portal angeschlossen sind das Staatsarchiv Zürich, das Staatsarchiv Basel-Stadt, das Staatsarchiv Zug und Staatsarchiv Thurgau sowie das Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich, die das System gemeinsam entwickelt haben. Vertreter der Kantone sprachen von einem "Quantensprung" und von einem "Meilenstein" in der Archivrecherche. Zu dem "fast schon revolutionär einfachen Suchsystem" werden in Kürze weitere Archive aus dem In- und Ausland stoßen, so teilen es die Betreiber in einer Pressemitteilung mit.

Fast schon revolutionär am neuen Portal ist dessen Einfachheit. Bestehende Systeme im Ausland betreiben riesige eigene Datenbanken. Wer sich anschließen will, muss seine Daten für die Publikation aus dem eigenen System exportieren und sie an eine zentrale Stelle schicken. Dort werden sie überarbeitet und für die Anzeige im Internet in eine Datenbank importiert. Ergänzungen, Korrekturen und Änderungen müssen immer wieder neu eingepflegt werden. Das verursacht Kosten – und zwar vermeidbare. Denn das Portal «Archives online» kommt ohne diese Zwischenschritte aus. Es macht sich den Umstand zunutze, dass größere Archive heute ohnehin eigene Online-Datenbanken betreiben. Dieser eine Datenstamm, wo ein Archiv alle seine aktuellen Verzeichnisse pflegt, wird vom Portal abgefragt. Und die angezeigten Treffer sind nichts anderes als Verweise auf eben diese Datenbanken – die immer auf dem neusten Stand sind.

Für die Phase der Entwicklung blieb die Arbeitsgemeinschaft mit den vier Kantonen und dem ETH-Archiv bewusst klein. Nur so war es den fünf Archiven möglich, die angestrebte Lösung innerhalb weniger Monate realisieren zu lassen. Ziel war es jedoch von Anfang an, dass unmittelbar nach der Freischaltung des Portals weitere Archive dazu stoßen sollten. Entsprechend ist bereits auf Ende August 2010 in Zürich eine Informationsveranstaltung angesetzt, zu der sich inzwischen Dutzende von in- und ausländischen Archiven angemeldet haben. Ab Herbst werden weitere schweizerische Kantone und größere Städte aufgeschaltet, zudem solche aus ausländischen Nachbargebieten. Auch nationale Archive haben ihr Interesse angemeldet.

Die öffentlichen Archive kommen nicht darum herum, ein Online-Angebot aufzubauen, das den Nutzungsgewohnheiten des 21. Jahrhunderts entspricht. Fast alle haben in den letzten fünfzehn Jahren moderne Datenbanken aufgebaut, die die Papierverzeichnisse sukzessive ablösen. Seit einigen Jahren schalten immer mehr Archive Online-Datenbanken auf, die Recherchen und die gezielte Vorbereitung eines Archivbesuchs ermöglichen. In jüngster Zeit beginnen erste Archive damit, zentrale Aktenserien aufs Netz zu stellen. So ist etwa das Staatsarchiv Zürich daran, alle Regierungsratsbeschlüsse und Kantonsratsprotokolle seit 1803 online zu publizieren, zudem Karten und Pläne – und schon bald Rechtsquellen aus der Zeit der alten Eidgenossenschaft. Basel-Stadt publiziert neben seinen Findmitteln seit Jahren immer mehr Bilder im Netz, eindrückliche Fotos aus 150 Jahren Geschichte. Das Staatsarchiv Zug präsentiert nicht nur seine eigenen Bestände, sondern auch diejenigen der Bürgergemeinde Zug. Das Staatsarchiv Thurgau, das erst seit einigen Monaten mit seiner Datenbank online ist, macht Verzeichnisse publik, die es bis vor wenigen Jahren noch gar nicht gab: detaillierte Findmittel zu Klosterarchiven, zum Landvogteiarchiv, aber auch zum jungen Kanton Thurgau und zu zahlreichen privaten Beständen. Und das Archiv für Zeitgeschichte der ETH publiziert die Verzeichnisse zu seinen zahlreichen Beständen von Firmen, Organisationen und Privatpersonen – Bestände, die teilweise eng verknüpft sind mit staatlichen Akten. Vielerorts haben also Quantensprünge stattgefunden, die teilweise kaum bemerkt wurden.

Dass sich wegen des Online-Angebots die Lesesäle der Archive leeren werden, glauben die beteiligten Archivare übrigens nicht. Denn einerseits erspart die Online-Suche nur in den seltensten Fällen das Studium der Akten. Und andererseits machen Archivrecherchen regelrecht süchtig. Wer einmal die Schwelle zu einem Archiv betreten hat, kommt in der Regel wieder. Das Online-Portal wird die Spurensuche erleichtern – und da und dort einen Narrengang ersparen. Entsprechend rechnen die beteiligten Archive wegen des neuen Suchangebots mit steigenden Besucherzahlen.

Links:

Kontakt:
Dr. Beat Gnädinger
Staatsarchivar des Kantons Zürich
044 635 69 10

André Salathé
Staatsarchivar des Kantons Thurgau
052 724 28 99

Dr. Peter Hoppe
Staatsarchivar des Kantons Zug
041 728 56 81

Esther Baur
Staatsarchivarin des Kantons Basel-Stadt
061 267 86 02

Dr. Gregor Spuhler
Leiter des Archivs für Zeitgeschichte (ETH Zürich)
044 632 36 44

Quelle: Medienmitteilung der Kantone Zürich, Zug, Basel-Stadt, Thurgau und des Archivs für Zeitgeschichte der ETH Zürich, 13.7.2010; NZZ, 13.7.2010

München im Wandel

Am Tag der Landesgeschichte 2010 beteiligt sich das Stadtarchiv München mit dem Projekt "Stadt im Wandel – Eine Erkundung am Beispiel der Schleißheimer Straße". Am Beispiel dieser Straße – einer der ältesten und längsten in München – kann exemplarisch der Prozess des urbanen Wandels während der letzten zwei Jahrhunderte veranschaulicht werden.

Das Münchner Stadtarchiv mit seiner "Zweitadresse" Schleißheimer Straße 105 bietet Informationen zur Geschichte der Straße und dient als Ausgangspunkt für geführte Erkundungen und Exkursionen zur sozialen, wirtschaftlichen und architektonischen Topographie der Schleißheimer Straße.

Info:
Erkundung "Schleißheimer Straße"
Donnerstag, 22. Juli 2010, 15.00 – 16.30 Uhr, Stadtarchiv München.
Freitag, 23. Juli 2010, 15.00 – 16.30 Uhr, Stadtarchiv München.
Treffpunkt jeweils: Schleißheimer Str. 105 (gegenüber Nordbad)

Leitung: Elisabeth Angermair M.A., Dr. Andreas Heusler

Teilnehmerzahl: 25. Eintritt frei!
Telefonische Voranmeldung ab 8. Juli 2010 unter (089) 233-0308

Kontakt:
Stadtarchiv München
Winzererstraße 68
80797 München
Tel. +49 (0)89 233 0308
Fax +49 (0)89 233 30830
stadtarchiv@muenchen.de
www.muenchen.de/stadtarchiv

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