Josel von Rosheim (1478 bis 1554) zwischen dem Einzigartigen und Universellen

Josel ben Gerschon von Rosheim (1478-1554) ist eine herausragende jüdische Persönlichkeit des 16. Jahrhunderts. Er unterhielt enge Verbindungen zu Kaiser Karl V., die er nutzte, um die Rechtsstellung und Sicherheit der Juden im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation in einer Zeit des Umbruchs zu schützen. Die Reformation, die seit 1517 das Reich religiös zunehmend spaltete, führte zu tiefgreifenden Veränderungen, die sich zum Teil in gewalttätigen Übergriffen äußerten. In dieser Zeit wurden jüdische Gemeinden des Reiches häufig in die Position eines Sündenbocks gedrängt.

Als schtadlan (Fürsprecher) erreichte Josel von Rosheim eine reichsweit anerkannte Position sowohl bei den jüdischen Gemeinden des Reiches als auch bei den christlichen Landesregierungen, durch die er längerfristig eine stabilere Rechtsstellung jüdischer Gemeinden unter christlichen Herren durchsetzen konnte. Mit persönlichem Engagement verhinderte Josel vielfach religiös oder wirtschaftlich motivierte Austreibungsversuche lokaler Obrigkeiten.

Die Sonderausstellung \“Josel von Rosheim (1478-1554) zwischen dem Einzigartigem und Universellen\“ widmet sich Leben und Wirken dieses besonderen Menschen, der auch am damals in Speyer ansässigen Reichskammergericht für die Belange der jüdischen Gemeinden wirkte.

Es werden Rahmeninformationen zu den wichtigsten politischen Ereignissen des konfessionellen Zeitalters gegeben sowie die Person Josels und sein Wirken vorgestellt. Sein politischer und geistiger Nachlass wird in die Umstände der Zeit eingebunden. In einem Ausblick werden Parallelen zu heute aufgeworfen, die zu einer weiteren Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen anregen.

Die Ausstellung ist vom 1. Juni bis 29. Juni 2012 in Speyer im Alten Stadtsaal (1. OG, Rathaushof, Maximilianstraße 12) zugänglich (Montag bis Donnerstag 9 bis 17 Uhr, Freitag 9 bis 12 Uhr).
Zusätzlich geöffnet ist sie im Rahmen des Begleitprogramms sowie während der Speyerer \“Kult(o)urnacht\“ am 1. Juni.

Begleitprogramm zur Ausstellung (Alter Stadtsaal):
Montag 4. Juni 2012, 19:00 Uhr
Josel von Rosheim in seinem jüdischen Kontext (Prof. Dr. Birgit Klein, Hochschule für Jüdische Studien, Heidelberg)

Montag 11. Juni 2012, 19:00 Uhr
Imperiale Versuchungen? Josel von Rosheim und Kaiser Karl V. (Dr. Stephan Wendehorst, Justus-Liebig-Universität Gießen/Universität Wien)

Montag 18. Juni 2012, 19:00 Uhr
Josel von Rosheim als „Befehlhaber der deutschen Judenheit“ (Prof. Dr. Friedrich Battenberg, Darmstadt)

Montag 25. Juni 2012, 19:00 Uhr
Einführung in die Ausstellung (mit Führung) (Dr. Werner Transier, Historisches Museum der Pfalz)

Kontakt und Organisation:
Stadtarchiv Speyer
Johannesstraße 22a
67346 Speyer
Tel. 0049 (0)6232 14 2265
stadtarchiv@stadt-speyer.de

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