Jahreskalender 2013 zum 50. Geburtstag des Landeskirchlichen Archivs Bielefeld

Im Oktober 1961 hat die 4. Westfälische Landessynode die Errichtung einer planmäßigen Archivratsstelle beim Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von Westfalen einstimmig beschlossen, mit Jahresbeginn 1963 wurde Dr. Hans Steinberg (1920-1997) zum ersten Leiter des Landeskirchlichen Archivs Bielefeld ernannt, das damit seine Geburtsstunde erlebte.

\"Kalender

Anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums 2013 hat das Landeskirchliche Archiv einen Wandkalender gestaltet, mit dem es einen Einblick in seine vielfältigen Schätze gibt. Im Kalender sind verschiedenste Archivalien – Urkunden, Akten, Bauzeichnungen, Fotos – dargestellt und mit kurzen Texten versehen, die zusätzliche Informationen und amüsante Geschichten aus den Quellen wiedergeben. Die Archivalien stammen aus den Beständen der landeskirchlichen Verwaltung und aus den Nachlässen von kirchlich bedeutenden Persönlichkeiten. Außerdem sind Dokumente aus den Archiven der Kirchengemeinden ausgewählt worden. Mehr als 200 evangelische Kirchengemeinden deponieren ihre Archive in den Magazinen des Landeskirchlichen Archivs am Bethelplatz. Im Gegensatz zur Überlieferung der zentralen Behörden reichen die Archive der Kirchengemeinden oft sogar bis in die Zeit vor der Reformation zurück. Eine der Urkunden aus dem Archiv der Ev. Kirchengemeinde Gevelsberg, verknüpft mit der dramatischen Geschichte der Ermordung des Erzbischofs von Köln Engelbert I. im Jahr 1225 schmückt die November-Seite des Kalenders. Diese Pergamenturkunde ist eine der ältesten der rund 850 Urkunden, die im Landeskirchlichen Archiv verwahrt werden.

Im Kalender sind historisch herausragende Dokumente abgebildet, darunter die Barmer Theologische Erklärung, mit der sich 1934 evangelische Christen von der herrschenden NS-Ideologie abgrenzten, sowie ein Ausschnitt aus dem Augenzeugenbericht des SS-Offiziers und aus der Schülerbibelarbeit stammenden Widerständlers Kurt Gerstein (1905-1945) über die Vernichtungslager und den Holocaust. – Hinzu kommen thematische Darstellungen, wie z.B. zur Geschichte der Frauenhilfe und der Kleinkinderschule. Zum Thema „Konfirmation“ sind Gruppenfotos aus dem Zeitraum von 1895 bis 1990 ausgewählt worden. Mädchen in Kleidern, die bis zum Knöchel reichen, und Mädchen in Miniröcken: Mode im Wandel der Zeiten. Ebenso geändert hat sich die Haltung der jungen Leute der Fotokamera gegenüber: 1895 sehen die Jugendlichen ernst, sogar verkrampft aus, 1990 präsentieren sie sich der Kamera fröhlich und unbekümmert.

Eine Besonderheit wurde für den Monatsblatt Juni ausgewählt: das sog. Nebe-Kästchen, ein kleines Holzkästchen mit fest verankerten Klapptafeln, die mit Fotos und schönen Verzierungen bestückt sind. Dies war ein Geschenk der Westfälischen Provinzialsynode im Jahr 1905 an den Generalsuperintendenten D. Gustav Nebe (1835-1919) und zeigt die von ihm eingeweihten Kirchen und Gemeindehäuser. Es ist nicht nur eine eindrucksvolle Quelle zum Kirchbau, sondern ein wahrer Hingucker!

Dem Betrachter wird möglich gemacht, in historischen Quellen zu lesen, sei es die eigenhändige Widmung der Kaiserin Auguste Victoria in einer Bibel, der Stundenplan einer Kleinkinderschule aus dem Jahr 1894 oder kritische Bemerkungen eines Pfarrers über ein 1722 verstorbenes Gemeindeglied.

Der farbig gestaltete Kalender im DIN A3-Format (42×30 cm) lässt die Geschichte durch ihre Quellen aufleben. Er ist als Band 17 in der Reihe „Schriften des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen“ im Luther-Verlag erschienen und im Handel für den Preis von 14,95 Euro zu erwerben (ISBN 978-3-7858-0530-5).

Der Kalender wird auch zum freien Download hier angeboten: http://tinyurl.com/boe2ayv

Kontakt:
Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen
Bethelplatz 2
33617 Bielefeld
Telefon: 0521 594-164
Telefax: 0521 594-267
archiv@lka.ekvw.de
www.archiv-ekvw.de
https://www.facebook.com/archivekvw

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