Fotografen-Nachlass in Delmenhorst aufgearbeitet

Der Fotograf Friedrich Kunde kommt einem Familien-Chronisten für die Stadt Delmenhorst gleich, so umfangreich ist seine Sammlung von Portraits der Delmenhorster. Das Stadtarchiv Delmenhorst hat nach über einem Jahr Tausende Negative gesichtet und katalogisiert. Im Februar 2011 bekam Stadtarchivar Werner Garbas den Nachlass des Fotografen ausgehändigt, einen Schatz an Negativen, der jahrelang im Keller von Kundes Haus lag.

Das Bildmaterial des Fotografen ist heute ein Panoptikum des Delmenhorster Lebens von vor 50 Jahren. Der Fotograf war in der Stadt bekannt für seine vielen Portraitfotos, für seine Familienbilder zu den verschiedensten Anlässen, wie Hochzeiten oder Familienfeiern.

Spannender als die privaten Fotos sind für das Archiv allerdings die Fotos, die Kunde als Reporter aufgenommen hat, aus der Zeit, als er seinen Lebensunterhalt als Pressefotograf verdiente. Dabei dokumentierte er, wahrscheinlich eher unbewusst, die Stadt Delmenhorst und ihren Wandel im Laufe der Zeit.

Friedrich Kunde wurde am 12. Dezember 1923 in Oldenburg geboren und kam früh mit der Bildkunst in Berührung. Seinen Lebensunterhalt hat Kunde wohl erst spät mit der Fotografie verdient: 1964 bestand er seine Meisterprüfung, im selben Jahr eröffnete er ein Fotostudio. Nebenbei arbeitete er als freier Bildreporter. 2009 verstarb er im Alter von 79 Jahren. Sein Sohn, Frank Kunde, bot dem Stadtarchiv den Nachlass an.

Neben seinen anderen Aufgaben hat Stadtarchivar Garbas den Nachlass in über einem Jahr aufgearbeitet. Die Negative wurden eingescannt und digitalisiert. Bei gläsernen Negativplatten half ihm die Universität Oldenburg. Gern würde er diesen Fundus der Öffentlichkeit zugänglich machen. Das einzige, was dazu noch fehlt, ist ein Sponsor.

Kontakt:
Stadtarchiv Delmenhorst
Rathausplatz 1
– Wasserturmanbau –
27749 Delmenhorst
Telefon (04221) 99-2014
Fax (04221) 99-1279
archiv@delmenhorst.de

Quelle: Weser Kurier, 6.12.2012

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