Nordhäuser Archive gründen Notfallverbund

Der Vertrag zur Gründung eines Notfallverbundes der Nordhäuser Archive wurde am 16. Juli 2013 im Nordhäuser Rathaus unterzeichnet. Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh (Mitte), Landrätin Birgit Keller (2.v.r.), der Leiter der Gedenkstätte „Mittelbau-Dora“, Dr. Jens-Christian Wagner (rechts) setzten ihre Unterschrift unter den Vertrag wie auch Superintendent Michael Bornschein (2.v.l.) und Jürgen Einenkel, der Leiter der „“Traditionsbrennerei“ (links) (Foto: Stadt Nordhausen).

Gründung des Notfallverbundes Nordhausen

Zur rechtzeitigen, unaufgeregten und gemeinschaftlichen Vorbereitung auf zukünftige Notfälle werden sich die beteiligten Nordhäuser Kulturbewahrer nach dem Beispiel zahlreicher deutscher Archive, Bibliotheken und Museen gemeinsam gegen „Feuer, Wasser, Krieg und andere Katastrophen“ wappnen, um das ihnen anvertraute Kulturgut langfristig angemessener und sicherer zu bewahren. Zusammengefunden haben sich bisher:

Das engagierte Interesse der beteiligten MitarbeiterInnen und der Impuls aus einem vom Stadtarchiv im vergangenen Jahr durchgeführten Förderprojekt der Berliner „Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes“ (http://www.kek-spk.de) bilden seit August 2012 eine tragfähige Grundlage.

Mehrere gemeinsame Arbeitstreffen, eine Studienexkursion zum bereits seit 2007 funktionierenden Weimarer Notfallverbund und ein Fortbildungsseminar im vergangenen Dezember schlossen sich an.

Im Kern soll kein neuer Bürokratismus, sondern eine sich regelmäßig beratende Arbeitsgruppe von MitarbeiterInnen entstehen, die sich über Notfallpläne abstimmt, Handlungsabläufe testet und Prioritäten empfiehlt. Sie soll ausloten, wer welchen Beitrag (nicht) leisten kann und wer welche Maßnahmen bereitstellen kann – beispielsweise Ausweichräume zur Bergung von Sammlungsgut, Notfallcontainer, Schutzkartonagen, Gefrierschränke für durchnässte Archivalien usw. In der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und im Stadtarchiv Nordhausen stehen bereits die ersten Notfallcontainer bereit. Zudem stehen auch die Fortbildung der Mitarbeiterinnen im Bereich der Bestandserhaltung, ein gemeinsamer Austausch von Kontaktdaten sowie das gegenseitige Kennenlernen der jeweils anderen Häuser im Mittelpunkt.

Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh dankte dem Nordhäuser Stadtarchivar Dr. Wolfram Theilemann für die Initiierung des Verbunds und sagte weiter „die Gedächtnisse der Region haben damit einen guten Schutz.“ Dr. Wagner verwies darauf, dass im Archiv und der musealen Sammlung der Gedenkstätte wertvolle Dokumente lägen, die es im Katastrophenfall schnell und fachmännisch zu sichern gelte. „Allein die 700 handschriftlichen Berichte ehemaliger Häftlinge sind unwiederbringliche Zeitzeugnisse.“

Quelle: Stadt Nordhausen am Harz, Pressemitteilung, 16.7.2013; KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Aktuelles, Juli 2013.

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