Historische Grundwissenschaften als Mittel der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

Prof. Dr. Susanne Freund, Fachbereich Informationswissenschaften der FH Potsdam, hielt am 9. November 2015 auf Einladung der Fachgruppe Historische Hilfswissenschaften im Archiv der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem einen Vortrag über die Rolle der Historischen Hilfswissenschaften in der archivischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Anhand von anschaulichen Beispielen erläuterte sie den besonderen Lerneffekt für SchülerInnen mit Quellen wie Urkunden, Siegeln oder Wappen im Archiv zu arbeiten. Denn die Faszination der Authentizität des Originals lässt nicht nur Kinderaugen leuchten, wenn sie eigene Siegel gießen oder Urkunden selbst erstellen. Auch die Jugendlichen in der Oberstufe sind begeistert bei der Sache, wenn sie sich in einer eigenen Archiv-Forschungsarbeit für den Geschichtswettbewerb um den Preis des Bundespräsidenten qualifizieren.

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Abb.: Dr. Bettina Reimers, Prof. Dr. Eckart Henning (Fachgruppensprecher Historische Hilfswissenschaften Berlin), Prof. Dr. Susanne Freund (von links nach rechts)

Und nicht zuletzt ist das Stolperstein-Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig, auf das Frau Prof. Freund am Gedenktag des 9. November noch einmal ausdrücklich hinwies, als Schnittstellenkooperation zwischen Archiv und Schule ein großer Erfolg. SchülerInnen aller Altersstufen gehen auf Spurensuche im Archiv, um Biographien der ermordeten jüdischen BürgerInnen während des Nationalsozialismus für die Verlegung eines Stolpersteins zu recherchieren.

Die Reihe der Beispiele ließe sich noch weiter fortsetzen. Zentral ist aber die Lesefähigkeit alter Handschriften und damit verwies Frau Prof. Freund auf den nachfolgenden Vortrag von Dr. Bettina Reimers, Archivleiterin der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung Berlin zur „Entwicklung der Sütterlin-Schreibweise und ihre Umsetzung in Fibeln“. Frau Dr. Reimers illustrierte mittels ausgewählter Fibel-Dokumente, die nicht nur historisch, sondern auch künstlerisch wertvoll sind, welche Unterrichtsmaterialien es im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gab, um Kindern das Alphabet beizubringen und sie vor allem in einer gelenken und schönen Handschrift zu üben. Die Methoden haben sich inzwischen auf das Smartboard und interaktive multimediale Anwendungen verlagert, wenngleich es noch immer heißt: üben, üben, üben …

Kontakt:
Prof. Dr. Susanne Freund
freund@fh-potsdam.de

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