Jahresbericht 2015 des Staatsarchivs Luzern

Das Staatsarchiv Luzern hat am 28.5.2016 seinen Jahresbericht 2015 publiziert. – Die Anzahl der Aktenablieferungen von staatlicher Seite lag mit 48 im Rahmen des Vorjahres (50), darunter waren sechs rein digitaler Art. Die Menge der abgelieferten Unterlagen in Papierform stieg mit insgesamt 645 Laufmetern wider Erwarten auch 2015 nochmals an, allerdings nur noch in geringem Ausmaß (Vorjahr 590).

20160530

An nichtstaatlichen Archivalien sind 21 sehr kleine bis sehr große Ablieferungen im Umfang von rund 75 Laufmetern eingegangen. Darunter sind vollständige Archive, aber auch Nachlieferungen. Besondere Erwähnung finden im Jahresbericht die Archive des Berufsverbandes der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner Sektion Zentralschweiz (23 Lfm.) und das Archiv der Zeitung „Luzern heute“ (1.5 Lfm.). Im kirchlichen Bereich erhielten gelangte das Archiv des Dekanats Entlebuch (0.5 Lfm.) sowie eine Nachlieferung des Stifts St. Leodegar im Hof (18 Lfm.) an das Staatsarchiv Luzern und von der Christkatholischen Kirchgemeinde Luzern das Archiv des aufgelösten Kirchenchors Melodia (1.6 Lfm.).

Im Jahr 2015 benutzten 553 externe BenutzerInnen (Vorjahr 551) und 26 (33) Dienststellen Bestände des Luzerner Staatsarchivs, wobei die reinen Lesesaal- oder Bibliotheksbenutzerinnen nicht erfasst sind. Diese Personen waren an 3132 Tagen (2911) im Archiv. 293 Personen (340) konnten an 21 (23) Führungen das Archiv „hinter den Kulissen“ besichtigen. Von den 8389 (Vorjahr 7894) Ausleihen gingen 7031 (6582) an BenutzerInnen im Lesesaal, 740 (640) an archivinterne Mitarbeitende und 618 (675) an Dienststellen der kantonalen Verwaltung.

Das Staatsarchiv bewältigt auch unglaubliche Mengen Papier. So hat es 2015 „in house“ knapp 12,5 Tonnen Papier geschreddert, gleich viel wie im Vorjahr. Dazu wurden 5,9 Tonnen extern zur Aktenvernichtung übergeben.

Der Jahresbericht erinnert auch ausführlich an den am 15. Mai 2015 verstorbenen Alt-Staatsarchivar Fritz Glauser. Glauser, geboren am 29. Februar 1932, hat seit 1960 als „Adjunkt“ und von 1971 bis 1997 als Staatsarchivar das Luzerner Staatsarchiv in mehrfacher Hinsicht entscheidend geprägt und modernisiert. Er hat
u.a. die rasche und konsequente Erschließung aller modernen Neuzugänge eingeführt und damit überhaupt die organische und heute zunehmend geschätzte Funktion des Staatsarchivs als Partner der Verwaltung im Informationsmanagement in die Wege geleitet. Gleichzeitig hat sich Fritz Glauser auch um das Weiterbestehen der alten Schätze gekümmert und mit dem Aufbau einer professionellen Restaurierungsabteilung diesbezüglich neue Maßstäbe gesetzt.

Neue Maßstäbe gesetzt hat Fritz Glauser auch im Archivbau. Der nach zäher Überzeugungsarbeit zustande gekommene, 1993 bezogene Neubau des Staatsarchivs Luzern war lange Zeit das Studienobjekt, um das Architekten nicht herum kamen – und er überzeugt mit seinem ausgefeilten Konzept noch heute. Da Archive nicht ohne gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter funktionieren können, hat Fritz Glauser ab den späten 1980er Jahren auch gezielt eine Equipe von jungen Wissenschaftlern aufgebaut, die das Staatsarchiv Luzern im Wesentlichen heute noch trägt. Fritz Glauser war auch überzeugt, dass ein Staatsarchiv neben dem eigentlichen Archivbetrieb Forschung betreiben müsse, weil nur die persönliche Forschungserfahrung den Blick verschaffe für die Bewertung der Unterlagen.

Link: Jahresbericht 2015 des Staatsarchivs Luzern

Kontakt:
Staatsarchiv Luzern
Schützenstrasse 9
Postfach 7853
6000 Luzern 7
Telefon 041 228 53 65
Fax 041 228 66 63
staatsarchiv@lu.ch
https://staatsarchiv.lu.ch/

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


  • Um AUGIAS.Net aktuell zu halten, würden wir uns auch über Ihre Mithilfe freuen: Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf, wenn Sie Neuigkeiten aus dem Archivwesen haben (Nachrichten, Literatur, Links, Termine etc.).
Top