Archiv und Wirtschaft 4/2005

Vor kurzem erschien die aktuelle Ausgabe von „Archiv und Wirtschaft“, der Zeitschrift der Vereinigung der Wirtschaftsarchivarinnen und Wirtschaftsarchivare e.V. (VdW).


Inhaltsverzeichnis „Archiv und Wirtschaft“ 4/2025

AUFSÄTZE

Sabina Potthoff: Institutionelles Gedächtnis im Aufbau. Wie durch das Archiv der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt Naturschutzgeschichte sichtbar und nutzbar wird. (184-188)

Christian Leitz und Christine Stoy: Unternehmerische Nachhaltigkeit seit den 1970er Jahren – am Beispiel der UBS (189-197)

Jonas Springer: Im Kriegsfall Kulturgut in Kopie? Zur Relevanz des Barbarastollens für Wirtschaftsarchive (198-206)


BERICHTE

Luca Schönauer: Unternehmensgeschichte authentisch, nachhaltig und lebendig gestalten – Zeitzeug:inneninterviews mit ehemaligen Mitgliedern des Vorstands und Bereichsleitungen (207-209)

REZENSIONEN

Manfred Grieger: Die Süddeutsche Zucker-AG im Nationalsozialismus. Zuckererzeugung, Nazifizierung, Zwangsarbeit, Kontinuität (Martin Krauß) (210-212)

Rainer Karlsch, Stefanie van de Kerkhoff und Andrea H. Schneider-Braunberger:Waffeningenieure im Zwielicht. Die Mauserwerke, die HASAG und die Gründungsgeschichte von Heckler & Koch (Dirk Wiegand) (212-214)
John Palatini und Christian Drobe (Hrsg.): Nach den Maschinen. 100 Jahre Industriefotografie aus Sachsen-Anhalt (Ralf Stremmel)  (215-216). Michael C. Schneider: Die Isabellenhütte Heusler während der Zeit des Nationalsozialismus 1933 – 1945 (= Schriften zur hessischen Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte, Bd. 14) (Matthias Weber) (216-218)

Rezensionsliste (220-221)
Impressum (224)

Kontakt:
Julia-Maria Leibundgut
Redaktion „Archiv und Wirtschaft“
Vereinigung der Wirtschaftsarchivarinnen und Wirtschaftsarchivare e. V. (VdW)
E-Mail: redaktion@wirtschaftsarchive.de
Postfach 60155 | D – 10051 Berlin
www.wirtschaftsarchive.de
https://www.linkedin.com/company/vereinigung-der-wirtschaftsarchivarinnen-und-wirtschaftsarchivare-e-v-vdw

40 Jahre Archiv des LVR – Videoreihe erzählt Archivarbeit neu

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Archivs des Landschaftsverbandes Rheinland (ALVR) ist eine Videoreihe entstanden, die den Archivalltag in den Mittelpunkt stellt. Entwickelt wurde das Projekt von den Archivarinnen und Archivaren des LVR in Zusammenarbeit mit dem LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler.

Abb.: Einblicke in die Kurzvideos. Foto: Ariane Jäger (LVR-AFZ).
Abb.: Einblicke in die Kurzvideos. Foto: Ariane Jäger (LVR-AFZ).

Die Videoreihe führt hinter die Kulissen des Archivs und zeigt auf humorvolle und lebendige Weise, was Archivarbeit heute ausmacht. Dabei geht es nicht nur um Akten, Dokumente und historische Quellen, sondern um die Menschen, die täglich mit Engagement, Fachwissen und Leidenschaft dafür sorgen, dass Geschichte bewahrt, erforscht und für die Zukunft zugänglich gemacht wird. Überraschende Einblicke und ein augenzwinkernder Blick auf den Berufsalltag zeigen, dass Archive alles andere als trocken und verstaubt sind.

Das Jubiläumsprojekt ist als fortlaufende Reihe angelegt. Von Januar bis einschließlich Dezember 2026 erscheint jeden Monat ein neues Video. Start ist der 21. Januar 2026. Jedes einzelne Video widmet sich einem anderen Aspekt der Archivarbeit und entdeckt das Archiv des LVR immer wieder neu. So entsteht über das Jubiläumsjahr hinweg ein abwechslungsreiches Gesamtbild des Archivs.

Ob Geschichtsinteressierte, Kulturbegeisterte oder einfach Neugierige: Die Videoreihe richtet sich an alle, die Lust haben, das Archiv des LVR aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.

Link: https://www.youtube.com/@lvr-kulturzentrumabteibrau1513/playlists

Kontakt:
LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Ehrenfriedstraße 19
50259 Pulheim
Tel 02234 9854-0
Fax 02234 9854-202
afz@lvr.de

Quelle: LVR-AFZ, Pressemitteilung, 12. Januar 2026.

Archiv-info 2025

Das Mitteilungsblatt Archiv-info des Archivs des Deutschen Museums informiert einmal jährlich über Neuerwerbungen, Projekte und Bestände des Archivs. Ende 2025 erschien die neueste Ausgabe, die u.a. über Nachlässe von Charlotte Houtermans und Friedrich Ahlborn, den 100. Jahrestag der Eröffnung des Museusmgebäudes auf der Münchner Museumsinsel sowie über Vorträge zur “Stunde Null” berichtet.

Info:
ARCHIV-info
Herausgegeben vom Deutschen Museum
ISSN (Print) 2626-5354
ISSN (Online) 2626-5362
Redaktion: Dr. Matthias Röschner M.A.

Kontakt:
Deutsches Museum, Archiv
80306 München
Tel. 089/2179-220
Fax 089/2179-465
archiv@deutsches-museum.de

Stolpersteinführung durch die Limburger Innenstadt

Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker erinnert an Opfer des Nationalsozialismus.
Gemeinsam mit einer Klasse der Adolf-Reichwein-Schule hat Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker eine Stolpersteinführung durch die Limburger Innenstadt durchgeführt. Dabei wurden verschiedene der mittlerweile insgesamt 134 verlegten Stolpersteine in Limburg besucht und die dahinterstehenden Lebensgeschichten der Opfer des Nationalsozialismus erläutert. Die Führung verdeutlichte, wie wichtig es ist, die Erinnerungskultur insbesondere bei der jüngeren Generation aufrechtzuerhalten, gerade in einer Zeit, in der es immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gibt.

Abb.: Im Rahmen eines gemeinsamen Rundgangs mit einer Klasse der Adolf-Reichwein-Schule stellte Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker ausgewählte Schicksale von Menschen vor, an die mit den derzeit insgesamt 134 verlegten Stolpersteinen erinnert wird (Foto: Stadt Limburg).

Während der Führung wurden unter anderem die drei Stolpersteine am Neumarkt 1, heute vor dem Geschäft Vohl & Meier, thematisiert. Sie erinnern an die jüdische Kaufmannsfamilie Löwenberg. Emmy Löwenberg heiratete 1901 den Limburger Kaufmann Moritz Löwenberg und war Mitbesitzerin des Hauses und der Firma am Neumarkt. Sie engagierte sich im Israelitischen Frauen-Verein Limburg. Nach einer schweren Erkrankung wurde sie 1942 aus einer Heil- und Pflegeanstalt von der Gestapo verhaftet, nach Sobibor deportiert und dort ermordet. Ihr Ehemann Moritz Löwenberg gründete 1897 in Limburg das Kaufhaus G. Löwenberg, eines der größten seiner Art in der Stadt. Nach Boykotten, der Zerstörung des Geschäfts am 9. November 1938 und massiven Zwangsmaßnahmen musste er Limburg verlassen. 1941 wurde er nach Lodz/Litzmannstadt deportiert und kam dort ums Leben. Die Tochter Ilse Löwenberg arbeitete nach ihrer Ausbildung im elterlichen Geschäft und war unter anderem für den Einkauf und die Schaufensterdekoration verantwortlich. Eine geplante Auswanderung kam nicht mehr zustande. Sie wurde 1941 gemeinsam mit ihrem Vater deportiert und zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet.

Das Projekt Stolpersteine, initiiert vom Künstler Gunter Demnig, erinnert mit kleinen Messingtafeln im Gehweg an Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Die Steine werden vor den letzten frei gewählten Wohn- oder Wirkungsstätten der Opfer verlegt und holen die Erinnerung bewusst in den Alltag zurück.

Dr. Christoph Waldecker hob im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern die persönliche Bedeutung der Erinnerungsarbeit hervor:

„Es ist immer sehr berührend, wenn Verwandte der Opfer Kontakt aufnehmen, um mehr über die Vergangenheit und die Geschichte der Vorfahren zu erfahren. Sowohl die Stolpersteine als auch Dokumente über die Familiengeschichte im Stadtarchiv rufen bei den Verwandten der Opfer große Emotionen aus und zeigen deutlich, wie wichtig diese Erinnerungsarbeit ist.“

In den nächsten Jahren werden weitere Stolpersteine in Limburg verlegt. Die Führung machte einmal wieder mehr deutlich, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und ihre Geschichten weiterzugeben, als Mahnung und als Verantwortung für die Zukunft.

Kontakt:
Stadtarchiv Limburg
Mühlberg 3
65549 Limburg a. d. Lahn
Tel. 06431/203-368
christoph.waldecker@stadt.limburg.de

Quelle: Stadt Limburg, Pressemitteilung, 18. Dezember 2025.