ZeitRaum Brentano

Der virtuelle Escape-Room ist im Aschaffenburger Digitalladen präsentiert worden.

Ein Sprung in die digitale Welt lohnt sich auch bei Angeboten, die auf die Vermittlung komplexerer Zusammenhänge ausgelegt sind und historische Objekte beinhalten. Das wurde am 9.2.2023 im Aschaffenburger Digitalladen bei der Vorstellung des Projekts „ZeitRaum Brentano“ mehr als deutlich.


Abb.: Am 9.2.2023 wurde im Digitalladen das Projekt „ZeitRaum Brentano“ vorgestellt – eine virtuelle Zeitreise in die Epoche der Romantik. Screenshot der Internetseite „ZeitRaum Brentano“ (Foto: Julia Kraus / Stadt Aschaffenburg).

„ZeitRaum Brentano“ lädt alle Interessierten zu einer virtuellen Zeitreise in die Epoche der Romantik ein. Die virtuellen Räume können ganz ähnlich einem analogen Escape-Room bespielt werden. Möglich ist dies durch die Anlage des Escape-Rooms als virtuellem Interaktionsraum: Die Teilnehmer*innen können sich als sogenannte „Videobubbles“ in der „romantischen Welt“ frei bewegen und sich über Mikrofon oder Headset direkt miteinander austauschen, wie Dr. Danica Brenner-Orthmann und Dr. Vaios Kalogrias für das Aschaffenburger Projektteam erläuterten. Neben zahlreichen historischen und phantastischen Objekten und multimedialen Angeboten erwarten die Spielenden auch ausgesuchte Vertreter*innen der Epoche der Romantik, darunter Angehörige der Aschaffenburger Brentano-Familie.

Carsten Köchel als Vertreter des beteiligten Dienstleisters bot den Teilnehmenden einen „Live“-Rundgang durch die virtuellen Räume von „ZeitRaum Brentano“. Interessierte können sich unter https://aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de/projekt/zeitraum-brentano/ informieren und anmelden.

Dieses Vorzeige-Projekt der digitalen Vermittlung sei, so Aschaffenburgs Bürgermeister und Digitalreferent Eric Leiderer, „eines von vielen digitalen Vorhaben, die die Stadt Aschaffenburg gerade umsetzt. Sie alle passen zur Digitalstrategie Aschaffenburgs als ‚Dialog City‘. Der Name ist Programm und setzt sich zusammen aus ‚digital‘ und ‚analog‘ für unsere Stadt. Wir wollen eine dialogorientierte Digitalisierung, die Menschen abholen, und mit ihnen gemeinsam den Weg in die digitale Transformation gehen.“

Archivleiter Dr. Joachim Kemper wies ergänzend darauf hin, dass am Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg bereits Ende 2022 ein weiteres digitales Vermittlungsprojekt zur Epoche der Romantik gestartet war: Die virtuelle Archivausstellung „Dialog Romantik“, die sich vornehmlich an Schulklassen ab Klassenstufe 8 richtet.

Escape Rooms zählen zu einem bei allen Altersgruppen beliebten Unterhaltungsphänomen. Sie werden auch zunehmend von Kultureinrichtungen als Vermittlungsmedium eingesetzt, und das mit teils großem Erfolg. Auch digitale, also virtuelle Escape-Rooms erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, unter anderem, weil sie ortsunabhängig erkundet werden können, ohne dabei auf den direkten Austausch mit den Mitspielenden verzichten zu müssen.

Das digitale Vermittlungsangebot „ZeitRaum Brentano“ wurde ermöglicht durch eine Förderung in Höhe von 174.600 Euro durch „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ der Kulturstiftung des Bundes, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Programm NEUSTART KULTUR. Dive in unterstützt die Umsetzung von Vorhaben der digitalen und hybriden Vermittlung an Kulturinstitutionen. Dabei werden innovative digitale Anwendungen entwickelt und erprobt, die zur Ansprache eines breiten Publikums geeignet sind.

Kontakt:
Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg
Dr. Joachim Kemper
Tel. 06021 330-2420
joachim.kemper@aschaffenburg.de
https://aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de/projekt/zeitraum-brentano/

Quelle: Stadt Aschaffenburg, Pressemitteilung, 10.2.2023

Neues Stadtarchiv Bonn entsteht im Einklang mit Denkmalschutz

Der Umbau der ehemaligen Pestalozzischule als künftiger Standort des neuen Stadtarchivs Bonn ist in vollem Gange und aktuell im Zeitplan. Zurzeit wird die Baugrube für den Neubau ausgehoben, der später das Magazin des Archivs beherbergen wird. Mit dem Rohbau soll ab Mai 2023 gestartet werden.


Abb.: Einen Einblick in die Arbeiten gaben bei einem Pressetermin am 8.2.2023 Margit Ventulett (1.v.l.) und Volker Assenmacher (1.v.r.) aus der Abteilung Neubau beim Städtischen Gebäudemanagement (SGB) zusammen mit Constanze Falke (Mitte), Denkmalberaterin SGB, Stadtarchiv-Leiterin Dr. Yvonne Leiverkus (2.v.l. und Dr. Philipp Hoffmann (2.v.r.), Leiter Zentrum für Stadtgeschichte und Erinnerungskulturen Bonn (Foto: Bundesstadt Bonn/Sascha Engst).

Verwaltung, der Bereich für die Nutzerinnen und Nutzer sowie die Werkstatt des Stadtarchivs Bonn sollen im denkmalgeschützten Altbau, in dem sich seit 1911/1912 die erste Berufsschule Bonns befand, untergebracht werden. Beim Umbau wird eng mit der Unteren Denkmalbehörde zusammengearbeitet, da viele Details zu beachten sind.

Erhalten bleiben etwa die glasierten braunen Fliesen im Eingangsbereich, die die Wände von unten bis etwa zur Hälfte bedecken. Die Treppenstufen des großzügigen Haupttreppenhauses, welches die vier Stockwerke miteinander verbindet, sind mit rotem, weißem und schwarzem Terrazzo-Boden belegt. Die geschwungenen Handläufe aus Gusseisen sind bis heute erhalten. Die markanten Stützen werden oben von Kapitellen abgeschlossen.

All diese typischen Gestaltungselemente des Historismus (Baustil des späten 19./ frühen 20. Jahrhunderts) werden erhalten und restauriert. Auch das Eichenholzparkett in den ehemaligen Klassenräumen bleibt und wird aufgearbeitet. Genauso wie die vielen Türen und Nischenschränke, von denen letztere zwar in den vorigen Jahrzehnten zum Großteil mit Farbe übermalt wurden, die jedoch davon befreit werden, um ihr eigentlich dunkles Holz wieder zum Vorschein zu bringen.

Die Außenfassaden werden ab Mai 2024 instandgesetzt, dabei bleiben die denkmalprägenden historischen Holzfenster zum Großteil erhalten. Da die Fenster noch eine Einfachverglasung aufweisen, werden auf der Innenseite sogenannte Kastenfenster ergänzt. Dabei handelt es sich um ein zweites Fenster, das gewährleistet, dass das historische Fenster auf der Außenseite erhalten bleibt und künftig die Anforderungen an heutige energetische Standards erfüllt.


Abb.: Drohnenaufnahme der Pestalozzischule Bonn. Hinter der Schule wird die Baugrube für den viergeschossigen Neubau ausgebhoben (Bundesstadt Bonn/ Giacomo Zucca)

Wiederentdeckte Elemente und Details aus der Bauzeit
Bei den vorbereitenden Arbeiten in dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude kamen auch überraschende Baudetails wieder zum Vorschein: So etwa die „Oculi“, ovale Fenster, die sich über den Zugangstüren der Klassenräume befinden und über die Zeit zugemauert wurden. Viele dieser Fenster wurden freigelegt und tragen zu einer guten Lichtdurchflutung des gesamten Gebäudes bei.

„Aus Sicht des Denkmalschutzes ist die Pestalozzischule ein spannendes Projekt, weil wir vielfältige Erkenntnisse über die Gestaltung der Erbauungszeit erfahren haben. Dass ein Großteil der Oberflächen und der Ausstattung des Schulbaus, wie er 1912 aussah, bis heute erhalten sind, ist ein wahrer Glücksfall“, so Constanze Falke, Denkmalberaterin und Bauforscherin beim Städtischen Gebäudemanagement (SGB). „Durch den Erhalt und die Restaurierung dieser Originalteile können wir zeigen, mit welcher Wertigkeit die erste Berufsschule Bonns damals ausgestattet wurde. An den Stellen, an denen die Details bereits verloren sind oder aufgrund von Anforderungen der heutigen Zeit nicht erhalten werden können, achten wir darauf, zumindest Ausschnitte zu erhalten: Durch die Schadstoffsanierung musste der gesamte Putz an Wänden und Decken abgetragen werden, dadurch sind die Zeugnisse der früheren Farbgestaltung verloren gegangen. Vorab wurden daher sogenannte ‚Befundfenster‘ in den Räumen definiert – kleine Reste der Wandfassungen, die die verschiedenen Farbaufträge an den Wänden überliefern.“

Dr. Philipp Hoffmann, Leiter des im März 2022 gegründeten Zentrums für Stadtgeschichte und Erinnerungskulturen, sagt: „Den Instituten des Zentrums stehen allesamt Umzüge und Veränderungen bevor – ob der Gedenkstätte, dem Stadtmuseum oder natürlich dem Stadtarchiv. Bei ersteren sind wir noch am Anfang mit den Planungen oder Machbarkeitsstudien zu möglichen Gebäuden. Ich freue mich, dass es mit der alten Pestalozzischule bereits einen geschichtsträchtigen Bonner Ort für das Stadtarchiv gibt, den wir nach Fertigstellung mit neuem Leben füllen können.“

Dr. Yvonne Leiverkus, Leiterin des Stadtarchivs Bonn ergänzt: „Bis wir ins neue Stadtarchiv umziehen können, dauert es zwar noch etwas, trotzdem freut es mich, dass die Arbeiten an dem Projekt so gut laufen. Ich danke den Kolleginnen und Kollegen beim SGB herzlich für ihren Einsatz beim Um- und Neubau. Das fertige Gebäude wird einen sicheren und modern ausgestatteten Ort für unser Archiv bieten.“

Neues Stadtarchiv Bonn in Zahlen
Der Neubau entsteht als Anbau an den Altbau der ehemaligen Schule. Dieser ist als viergeschossiges Gebäude geplant und bietet genug Platz für die Akten und Objekte des Archivs. Der nicht denkmalgeschützte Anbau aus den 50er Jahren wurde dafür abgerissen und wird mit angepassten Geschosshöhen wiederhergestellt. Hier sind die Anlieferung des Magazins, weitere Magazinräume und ein Treppenhaus mit Lastenaufzug geplant.

Die Nutzfläche des sanierten denkmalgeschützten Altbaus beträgt 3.350 Quadratmeter, die des Archivneubaus 3.750 Quadratmeter. Die Lauflänge der Regale im neuen Archivgebäude bemisst sich auf 30.500 Meter. Es werden 80 Kartenschränke sowie diverse Medienschränke eingebaut. Die Archivfläche ist auf einen Zuwachs von 25 Jahren ausgelegt.

Die denkmalpflegerischen Arbeiten im Altbau werden durch Fördermittel in Höhe von 408.000 Euro durch das Denkmalförderprogramm des Landes NRW unterstützt. Weitere Fördermittel wurden bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beantragt. Die neue doppelgeschossige Rollregalanlage im Magazinneubau des Stadtarchivs wird mit Fördermitteln in Höhe von 220.000 Euro aus dem Programm der Regionalen Kulturförderung des LVR unterstützt.

Die Gesamtkosten für das Projekt Stadtarchiv betragen gemäß politischem Beschluss zur Entwurfsplanung (Rat vom 18. Juni 2020) rund 29 Millionen Euro. Darin eingerechnet ist eine Baukostensteigerung von vier Prozent pro Jahr und ein Risikozuschlag von 30 Prozent, da im Bestand gebaut wird und vor allem in Bezug auf die Baugrube mögliche Risiken einkalkuliert wurden.

Die bauliche Fertigstellung des Stadtarchivs Bonn ist für Ende 2024 geplant. Die Inbetriebnahme erfolgt voraussichtlich im Frühjahr 2025.

Kontakt:
Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn
Berliner Platz 2
53111 Bonn
Tel.: 0228 / 772410
stadtarchiv@bonn.de

Zentrum für Stadtgeschichte und Erinnerungskulturen
Adenauerallee 18-22
53113 Bonn

Quelle: Bundesstadt Bonn, Pressemitteilung, 8.2.2023

stern-Fotoarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek ist online

Das stern-Fotoarchiv-Portal der Bayerischen Staatsbibliothek ist online. Damit macht die Bibliothek eines der bedeutendsten visuellen Archive der Bundesrepublik der Öffentlichkeit zugänglich. Unter stern-fotoarchiv.de stehen die ersten 250.000 Bilder der insgesamt rund 15 Millionen Aufnahmen für Wissenschaft, Öffentlichkeit und kommerzielle Nutzung zur Verfügung. Das Portal befindet sich im Aufbau und wird laufend erweitert (Ausschnitt, Abb. unten).

Die herausragende Bedeutung des stern-Fotoarchivs für das visuelle Gedächtnis der Bundesrepublik wird bereits auf der Startseite deutlich. Nutzerinnen und Nutzer gelangen hier direkt zum Herzstück des Bildportals mit bereits mehr als 1.000 Reportagen, die zwischen 1972 und 2001 entstanden sind. Sie zeigen zentrale Ereignisse des damaligen Weltgeschehens wie den Nahost-Krieg, den Balkankrieg oder die Hungersnot in Äthiopien. Andere Reportagen porträtieren bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport wie Willy Brandt, Günter Grass oder Torwartlegende Toni Schumacher.

Die vorliegenden Reportagen stammen von 15 renommierten, beim stern festangestellten Fotografen, von denen die Bayerische Staatsbibliothek bereits die Nutzungsrechte erworben hat, darunter so prominente Namen wie Harald Schmitt, Jay Ullal und Jürgen Gebhardt. Im Portal wird jeder stern-Fotograf mit einem Kurzporträt präsentiert, zu den jeweiligen Reportagen wird direkt verlinkt.


Einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit der stern-Bildredaktion erlauben die Kontaktbögen der einzelnen Reportagen, auf denen häufig handschriftliche Markierungen zu sehen sind. Mittels eines „best of”-Filters („Best of: Vorauswahl stern”) können gezielt nur die durch die stern-Bildredaktion oder den stern-Fotografen markierten Aufnahmen angezeigt werden. Die Kontaktbögen ordnen zudem jede Aufnahme in ihrem Entstehungskontext ein. Die vertiefenden Text-Informationen auf den Kontaktbogenrückseiten sind durchsuchbar (Abb.: stern-Fotoarchiv, Kontaktbogen mit handschriftlichen Markierungen der stern-Bildredaktion, Aufnahmen von Jürgen Gebhardt | © BSB/Hans-Rudolf Schulz).

Verschiedene Such- und Filtermöglichkeiten, wie z. B. die auf der Gemeinsamen Normdatei (GND) basierenden Suchbegriffe oder diverse Zeit- und Ortsfilter führen zum gewünschten Suchergebnis. Zudem sind alle Reportagen über eine Weltkarte geografisch verortet und von dort aus bequem aufrufbar.

Nutzerinnen und Nutzer können ihre Lizenzanfrage über eine Warenkorbfunktion direkt aus dem Portal heraus bestellen; die Bereitstellung der lizenzierten Bilder erfolgt via Download-Link. Damit können Nutzeranfragen aus Wissenschaft, Öffentlichkeit oder zu kommerziellen Zwecken effektiv und schnell bearbeitet werden.

Aktuell sind mehr als eine halbe Million Negative des analogen Archivs digitalisiert. Davon sind zum jetzigen Zeitpunkt bereits 250.000 Einzelbilder und 17.000 dazugehörige Kontaktbögen über das stern-Fotoarchiv online recherchierbar. 2019 hatte die Bayerische Staatsbibliothek das analoge Fotoarchiv des stern mit rund 15 Millionen Negativen, Abzügen und Dias übernommen. Bis Ende 2025 werden in einem ersten Digitalisierungsprojekt die ersten 3 Millionen Negative mit Aufnahmezeitpunkt ab etwa 1971 und die zugehörigen Kontaktbögen digitalisiert und über das stern-Fotoarchiv online zugänglich gemacht.

Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek: „Das Fotoarchiv des stern gilt als visuelles Gedächtnis nicht nur der Bundesrepublik Deutschland, sondern der Zeitgeschichte allgemein. Für Wissenschaft und Öffentlichkeit ist das stern-Fotoarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek eine einzigartige zeithistorische Quelle von nationaler und internationaler Bedeutung.“

Kontakt:
Bayerische Staatsbibliothek
Ludwigstr. 16
80539 München
Tel.: +49 89 28638-2322
https://www.bsb-muenchen.de/

Quelle: BSB München, Pressemitteilung, 6.2.2023; stern.de, 7.2.2023

Neuer E-Learning-Kurs »Notfallvorsorge« ist online

LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum nimmt Anmeldungen entgegen.

Ein Notfall kommt meist unangekündigt. Mitarbeitende in Kulturgut verwahrenden Institutionen können plötzlich mit einem Schadensereignis konfrontiert sein. Ein defektes Leitungsrohr oder ein Unwetter führen zu einem Wasserschaden im Magazin oder Depot. In kürzester Zeit entstehen dann große Beschädigungen an historischen Überlieferungen, die nur mit großem zeitlichen, finanziellen und personellen Aufwand bewältigt werden können.
Abb.: Screenshot der Übersichtsseite des E-Learning Kurses „Notfallvorsorge“ (Foto: LVR-AFZ)

Das Thema „Notfallvorsorge“ ist deshalb eine Kernaufgabe des Kulturgutschutzes und der Bestandserhaltung. Präventionsmaßnahmen, eine gezielte Notfallplanung und ein koordiniertes Vorgehen im Schadensfall minimieren Schäden und im schlimmsten Fall Totalverluste. Zudem ist eine durchdachte Prävention immer günstiger als die Bewältigung eines akuten Schadens sowie die anschließende Nachsorge.

Eine Projektgruppe aus den Archives nationales de Luxembourg, des Saarländischen Landesarchivs und des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums hat daher in Kooperation mit der Open Universiteit Heerlen den E-Learning-Kurs „Notfallvorsorge“ entwickelt. Er versteht sich als Baustein zum Aufbau einer erfolgreichen Notfallprävention und steht nun auf dem E-Learning-Portal www.bestandserhaltung.eu zur Verfügung. Das neue Modul ist kostenfrei und in deutscher Sprache abrufbar. Zielgruppe sind Mitarbeitende und Führungspersonal in Archiven, Bibliotheken und Museen, interessierte Laien in Kultur- und Gedächtniseinrichtungen, Auszubildende für Medien- und Informationsdienste (Archiv, Bibliothek) und Mitarbeitende in Behörden ohne archivfachliche Qualifikation.

Der E-Learning-Kurs bietet die Möglichkeit, selbstständig sowie zeit- und ortsungebunden neues Wissen zu erlangen sowie bereits erworbene Kenntnisse zu vertiefen oder aufzufrischen. In drei Kapiteln werden die Lernenden durch die Themenfelder „Handeln im Schadensfall“, „Warum Notfallvorsorge – Vorsorge ist besser als Nachsorge“ und „Vorbereitet sein“ geleitet. Sie erfahren, wie im Schadensfall sachgerecht vorgegangen wird, weshalb Notfallvorsorge wichtig ist und wie sich Institutionen auf unterschiedliche Notfälle vorbereiten können. Fachtexte, Minispiele, Quizaufgaben, Videos sowie Zeitzeug*inneninterviews und Checklisten sind ebenso Bestandteile des Moduls wie Handlungsabläufe und Arbeitsmaterialien, die zum Download bereitstehen. Der Kurs bietet somit eine praxisnahe Hilfestellung für die eigene Notfallplanung.

Das Projekt wurde mit Fördergeldern der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK), realisiert.

Am 01. März 2023 findet eine Online-Präsentation des neuen E-Learning-Angebots mit Diskussionsrunde statt. Nähere Informationen sind hier zu finden: Das E-Learning-Portal www.bestandserhaltung.eu – moderne Weiterbildung für Mitarbeitende in Archiven und anderen Kulturgut sichernden Institutionen.

  • Anmeldung (am Ende der Seite auf „Weiter“ klicken)
  • Anmeldeschluss: 24.02.2023
  • Termin: 01.03.2023, 10 bis 12 Uhr
  • Veranstaltungsort: Online
  • Entgelt: Es wird kein Entgelt erhoben.

Kontakt:
LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Ehrenfriedstraße 19
D-50259 Pulheim
Fon  00 49 (0) 22 34 / 98 54-468
Fax  00 49 (0) 22 34 / 98 54-349
afz.fortbildungszentrum@lvr.de
www.afz.lvr.de

Quelle: Anna Katharina Fahrenkamp (LVR-AFZ), Pressemitteilung, 23.1.2023

Kriminalfälle aus dem Kreisarchiv Stormarn

Der Trittauer Hexenprozess.

Im Kreisarchiv Stormarn schlummern interessante Kriminalfälle der Vergangenheit, die in Zeitungsartikeln und Fotos dokumentiert sind. Sie bilden die Grundlage für eine Artikelserie, die von Betrug bis Mord alles beinhaltet. Teil 1 von „Tatort Stormarn“ widmet sich dem „Trittauer Hexenprozess“.


Abb.: Prozess [„Hexenprozess“] gegen Martha Demuth wegen erwerbsmäßigen Besprechen von Krankheiten. Martha Demuth im Sitzungsraum vor Richterpodium mit Richter Gerhard Bluhm und Staatsanwalt (Name unbekannt) (Foto: Kreisarchiv Stormarn).

„Wenn man Böses dir getan, nagele es an der Eiche an“ – mit diesem Spruch, der nach altem Aberglauben Krankheiten bekämpft, schickte die Heilerin Martha Demuth Mitte der 1950er-Jahre eine schwer kranke Frau aus Kuddewörde nachts auf den Friedhof, wo sie einen Nagel in eine Eiche schlagen sollte. Damit sollte der Bann gebrochen werden, den angeblich ein Hexer über die kranke Frau gebracht hatte. Diese Praktiken sorgten dafür, dass die 62-jährige Martha Demuth im April 1956 vor dem Trittauer Amtsgericht erscheinen musste.

Dort wurde sie „wegen unerlaubter Ausübung des Heilgewerbes“ in sieben Fällen zu 35 DM Strafe an Stelle von sieben Tagen Haft verurteilt. Das Kreisarchiv Stormarn hat den „Trittauer Hexenprozess“ mit Texten und Fotos von Raimund Marfels archiviert. „Der Hexenprozeß … warf eine Anzahl von Fragen auf, die im Rahmen dieses Verfahrens nicht ausreichend geklärt werden konnten“, schrieb ein Berichterstatter der „Lübecker Nachrichten“ am 12. April 1956.

Fotos im Bestand des Kreisarchivs zeigen Martha Demuth mit Kopftuch und runder Brille vor Gericht, wo Richter Gerhard Bluhm das Urteil „wegen erwerbsmäßigen Besprechens von Krankheiten“ spricht. Zuvor hatte eine Reihe von Zeugen für die Frau ausgesagt, die vor Gericht angegeben hatte, das Besprechen im Alter von 40 Jahren von ihrer Mutter gelernt zu haben.

Bis heute gibt es im ländlichen Raum so genannte „weise Frauen“ oder auch Heiler, die bestimmte Krankheiten wie Gürtelrose, Furunkel oder Warzen durch Besprechen behandeln. Laut Tradition dürfen sie für ihre Heiltätigkeit kein Geld nehmen, ebenso ist es üblich, dass der Behandelte freiwillig eine Gabe oder auch etwas Geld zurücklässt.

So war es auch bei Martha Demuth. Vor Gericht sagten damals viele Zeugen für die Angeklagte aus. Laut Zeitungsartikel erklärte ein Tischlermeister aus Trittau, dass er wie seine Mutter an einer Gürtelrose gelitten habe, die kein Arzt habe heilen können. Erst als er die Krankheit von Martha Demuth habe besprechen lassen, sei sie verschwunden.

„Ich bin nur durch die Kunst dieser Frau geheilt“, zitiert ihn der Reporter. „Nach ihm beschwor ein 66jähriger Bauer, daß seine „Schweinsbeulen“ am Kopf durch „Abraten“ entfernt wurden. Am offenen Herdfeuer habe die Angeklagte den Zauberspruch gesagt: „Hier nehme ich sie weg und werfe sie hin, wo keine Sonne und kein Mond hinkommt“, zitiert das „Stormarner Tageblatt“ einen anderen Zeugen. Ein weiterer Mann sagte aus, dass die Heilerin ihn von seinen Koliken geheilt habe, derentwegen er gerade zu einer Kur geschickt werden sollte.

Vor Gericht gab Martha Demuth laut Archivmaterial an, nur Rosen, Koliken und andere leichte Krankheiten behandelt zu haben, bei deren Besprechung auch schon andere Heiler Erfolg gehabt hätten. „An dem Hokuspokus der Besprechung störten sich die meisten nicht“, hält der LN-Berichterstatter fest. Das habe man als notwendiges Beiwerk gesehen, „ebenso wie den leise gemurmelten Spruch, der einem alten Hexenbuch entnommen sein könnte.“

Aber einen Zeugen hatte es doch gestört: Ihn hatte die Angeklagte ihrerseits als „Hexer“ identifiziert und ihm deshalb eine Reihe von Tees verschrieben. Misstrauisch geworden hatte der solchermaßen Verunglimpfte die Tees in einer Apotheke untersuchen lassen – „mit dem Ergebnis, dass es sich um durchaus gesundheitsfördernde Kräutertees handele.“ In der Urteilsbegründung betonte der Richter laut „Stormarner Tageblatt“ die Gefahr des Besprechens von Krankheiten, weil dadurch die ärztliche Behandlung schwerer Krankheiten verzögert werden könnte, bis es zu spät sei.

„Zuhörer bei dem Trittauer Prozeß war auch der Leiter des Hamburger Archivs zur Bekämpfung des neuzeitlichen Hexenwahns, Johann Kruse“, berichteten die „Lübecker Nachrichten“ zehn Tage später noch einmal über den Prozess. Der Hexenforscher Kruse, der in den 1950er-Jahren viele Hexenprozesse verfolgte und als „Anwalt der Hexen“ in die Geschichte einging, hat sein Archiv 1978 als „Johann-Kruse-Archiv zur Erforschung des neuzeitlichen Hexenglaubens“ dem Hamburger Museum für Völkerkunde übergeben. Ein Foto von Marfels zeigt ihn in Trittau, wo er den Prozess gegen die Heilerin verfolgte.

Anlass der erneuten Berichterstattung war, dass die Lübecker Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Amtsgerichts Trittau Berufung eingelegt hatte. Sie kritisierte das Strafmaß von 35 DM Geldbuße. „Diese Strafe wurde von verschiedenen Seiten als zu milde angesehen“, so die Begründung. – In der Bevölkerung wurde das offenbar anders gesehen. Der Journalist berichtet, dass mehrere Leser sich zu dem Fall gemeldet hätten, die in der Tätigkeit der „weisen Frauen“ nichts Verwerfliches sähen. Auch Martha Demuth hatte vor Gericht angegeben, dass ihr kein Fall bekannt sei, bei dem ihre Heilkunst versagt habe. Ob es tatsächlich zu einem Berufungsverfahren kam, ist nicht dokumentiert.

Kontakt:
Kreisarchiv Stormarn
Mommsenstraße 14
23843 Bad Oldesloe
kreisarchiv@kreis-stormarn.de

Quelle: Kreis Stormarn, Pressemeldung, 24.1.2023

Neue Leitung im Kreisarchiv Osterholz

Seit dem 1.1.2023 hat das Kreisarchiv Osterholz in Osterholz-Scharmbeck (Niedersachsen) eine neue Leitung. Mit der Historikerin Alice Rath konnte eine Nachfolgerin für Gabriele Jannowitz-Heumann, die mit Ende des Jahres 2022 in den Ruhestand verabschiedet wurde, gefunden werden.


Abb.: Die neue Leiterin des Kreisarchivs Osterholz, Alice Rath, an ihrem neuen Arbeitsplatz (Foto: Landkreis Osterholz).

Die 36jährige Alice Rath hat Geschichte sowie Frauen- und Geschlechtergeschichte in Wien studiert. Spezialisiert auf die deutsche Zeitgeschichte und mit Leidenschaft für die Geschichtsvermittlung war sie seit 2016 als freiberufliche Historikerin überwiegend im Museumsbereich tätig. Die wissenschaftliche Erfassung von Sammlungsbeständen, die Arbeit in Museumsarchiven, Konzeption von Sonder- und Dauerausstellungen sowie die regelmäßige Organisation und Durchführung von Veranstaltungen zur Geschichtsvermittlung gehören seit Jahren zu Alice Raths‘ Berufsalltag.

Nun freut sich die gebürtige Niederbayerin auf die vielfältigen neuen Aufgaben im Landkreis Osterholz. „Das Kreisarchiv im Landkreis Osterholz sehe ich als einen besonderen außerschulischen Lernort der Forschung, Beratung und Begegnung. Durch die umfangreichen Sammlungen und die tolle Ausstattung ermöglicht das Kreisarchiv verschiedene Arten der Geschichtsvermittlung“, ist Alice Rath von ihrer neuen Stelle überzeugt.

Nach der durch die Corona-Pandemie resultierenden Einschränkung kann Alice Rath zudem verkünden, dass das Kreisarchiv seit Anfang des Jahres erweiterte Öffnungszeiten anbietet:

Montag: 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Dienstag: 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr
Mittwoch: nach Vereinbarung
Donnerstag: 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Freitag: geschlossen

Kontakt:
Kreisarchiv Osterholz
Am Barkhof 10a
27711 Osterholz-Scharmbeck
Telefon: 04791 930-2260
Telefax: 04791 930-112260
kreisarchiv@landkreis-osterholz.de

Quelle: Landkreis Osterholz, Pressemeldung, 2.2.2023

Freiwilliges Soziales Jahr im Kreisarchiv Warendorf

Das Kreisarchiv Warendorf bietet jungen Menschen auch im Jahr 2023/24 wieder an, im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres (FSJ-Kultur) die Arbeit in einem Archiv und mit Originalquellen aus 800 Jahren kennenzulernen. Derzeit verbringt Lena Eckernkemper ihr FSJ im Kreisarchiv, um sich nach dem Abitur beruflich zu orientieren. Neben der Ordnung und Erschließung historischer Unterlagen liegt ein Schwerpunkt ihrer vielseitigen Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit.


Abb.: Für ein Jahr im Archiv unterwegs – und in der Geschichte: Lena Eckernkemper absolviert ihr freiwilliges soziales Jahr im Kreisarchiv. „Zur Zeit arbeite ich mich für ein Projekt „Die Zeitung vor 100 Jahren“ durch die Tageszeitungen von 1923 – eine sehr spannende Aufgabe“, meint Lena Eckernkemper (Foto: Kreis Warendorf).

„Um erste Erfahrungen in einem beruflichen Umfeld zu sammeln, ist das FSJ eine gute Möglichkeit. Hier kann man eigenverantwortliche Arbeit lernen und seine Fähigkeiten in einem eigenen Projekt umsetzen“, so Dr. Knut Langewand, Leiter des Kreisarchivs Warendorf. Neben Einblicken in die Geschichte des Kreises und seiner Orte bekommen die Freiwilligen auch ein Bild von der Arbeit der Kreisverwaltung – und ein „Taschengeld“ von monatlich 400 Euro.

Wer ab September 2023 ein freiwilliges Jahr im Archiv absolvieren möchte, kann sich noch bis zum 15. März 2023 im Portal Freiwilligendienste Kultur und Bildung oder direkt beim Kreisarchiv Warendorf bewerben.

Kontakt:
Kreisarchiv Warendorf
Waldenburger Straße 2
48231 Warendorf
Tel.: 02581/531041
kreisarchiv@kreis-warendorf.de

Quelle: Kreis Warendorf, Pressemitteilung, 1.2.2023

Bundesarchiv unternimmt neuen Versuch zur Rekonstruktion zerrissener Stasi-Akten

Mehr als 30 Jahre nach der deutschen Einheit will das Bundesarchiv einen neuen Anlauf starten, Millionen Seiten zerrissener Stasi-Akten mit Computertechnik rekonstruieren zu lassen. Dazu werde der Vertrag mit dem bisher beauftragten Fraunhofer Institut gekündigt, teilte der Präsident des Bundesarchivs, Prof. Dr. Michael Hollmann, am 31.1.2023 mit. Nun folge eine „Markterkundung“ und die Suche nach einem geeigneten Anbieter für die virtuelle Rekonstruktion nach heutigem Stand der Technik.


Abb.: Rund 16.000 solcher Säcke mit von Hand zerrissenen Stasi-Unterlagen sind nach dem Ende der DDR aufgefunden worden (Foto: Bundesarchiv).

Beschäftigte des Ministeriums für Staatssicherheit hatten während der friedlichen Revolution in der DDR 1989 und 1990 im großen Stil Akten des Geheimdiensts zerrissen. Rund 15.500 Säcke mit Schnipseln wurden gesichert in der Hoffnung, die zeitgeschichtlich wichtigen Dokumente wieder zusammenzusetzen. Das Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) prüfte seit 2007, wie dies mithilfe von Computertechnik zu bewerkstelligen wäre und konnte seitdem 23 Säcke mit 91.000 Seiten bearbeiten.

Im Herbst 2013 konnte das Fraunhofer IPK nachweisen, dass die von seinen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelte Software, der sogenannte e-Puzzler, prinzipiell funktioniert. Das Verfahren erwies sich allerdings nicht als massentauglich. Insgesamt hat das Projekt zu keiner Zeit die vorgesehene automatisierte Rekonstruktionsquote von mindestens 80 Prozent erreicht.

Einige manuell rekonstruierte Dokumente hätten sich zum Beispiel auf die Bespitzelung und Verfolgung von Oppositionellen wie Jürgen Fuchs, Robert Havemann oder des Schriftstellers Stefan Heym bezogen, erläuterte das Bundesarchiv. Auch Einblicke in die Dopingpraxis des DDR-Sports und die Grenzsicherung seien möglich geworden.

Linkhttps://www.stasi-unterlagen-archiv.de/archiv/rekonstruktion/

Kontakt:
Bundesarchiv
Stasi-Unterlagen-Archiv
10106 Berlin
Telefon: 030 18 665-50
Fax: 030 18 665-7799
post.stasiunterlagenarchiv@bundesarchiv.de
https://www.stasi-unterlagen-archiv.de/

Quelle: Bundesarchiv, Stasi-Unterlagen-Archiv, Pressemitteilung, 31.1.2023; Deutschlandfunk, 31.1.2023; rbb24 Inforadio, 31.01.2023, 14:10 Uhr; ntv.de, 31.1.2023

Großformat-Scanner für das Stadtarchiv Aachen

Das Stadtarchiv Aachen erhielt jetzt aus dem von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien initiierten Rettungs- und Zukunftsprogramm „Neustart Kultur“ gehörigen Digitalprogramm „WissensWandel“ eine Förderung von mehr als 85.000 Euro, um einen A0-Scanner zum Digitalisieren von Großformaten zu beschaffen.


Abb.: (v.l.n.r.) Kulturdezernent Heinrich Brötz, Archivdirektor Dr. René Rohrkamp, Dr. Thomas Müller, die stellvertretende Archivleiterin Angelika Pauels sowie IT-Projektmanager Detlef Stoffels präsentieren den neuen A0-Scanner im Aachener Stadtarchiv (Foto: Stadt Aachen / Andreas Herrmann).

Eine Bundesförderung, mit der das Stadtarchiv die Möglichkeit erhält, selbständig und unabhängig von jeweils gerade zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln und Dienstleistern seine großformatigen Archivalien zu digitalisieren. Darüber freut sich Kulturdezernent Heinrich Brötz gemeinsam mit Archivleiter Dr. René Rohrkamp und sagt: „Das Stadtarchiv ist mit diesem Scanner in der Lage, bedeutende großformatige Archivbestände umfassend zu sichern und auf komfortable Weise für die interessierte Öffentlichkeit nutzbar zu machen“.

Durch die Digitalisierung wird nicht nur die Benutzung der großformatigen Archivalien erleichtert; diese werden auch nachhaltig konservatorisch geschont, weil sie nicht mehr im Original vorgelegt werden müssen. Durch die hohen Auflösungen, die bei der Digitalisierung erzielt werden können, lassen sich auch kleine Details auf großflächigen Plänen detailliert darstellen und betrachten.

Das Stadtarchiv Aachen wird zunächst damit beginnen, verschiedene zentrale Planbestände und historische Plakatbestände zu digitalisieren und in die städtische Archivdatenbank einzubinden. Der Abschluss erster Projekte soll noch in diesem Jahr erfolgen und der Öffentlichkeit entsprechend bekanntgegeben werden.

Kontakt:
Stadtarchiv Aachen
Reichsweg 30
52068 Aachen
Tel.: +49 241 432-4972
Fax: +49 241 432-4979
Stadtarchiv@mail.aachen.de

Quelle: Stadt Aachen, Pressemitteilung, 27.1.2023

Stadtarchiv Ludwigsburg startet Fotodatenbank

Das Stadtarchiv Ludwigsburg hat die Coronazeit genutzt, um seine historische Fotosammlung digital zugänglich zu machen. Zukünftig können Geschichtsinteressierte über die Website des Stadtarchivs Ludwigsburg oder direkt über https://ludwigsburg.fotoware.cloud/ in den alten Fotografien stöbern.

Dank des Förderprogramms „Neustart Kultur/Wissenswandel“, das vom Deutschen Bibliotheksverband aufgelegt und von der Bundesregierung gefördert wurde, konnte die rund 50.000 Fotografien umfassende Fotosammlung des Stadtarchivs digitalisiert werden. Die Vor- und Nachbereitung der Digitalisierung gestaltete sich als sehr aufwändig, da die bisher nur analog vorhandenen Informationen zu den einzelnen Abbildungen digital erfasst und vereinheitlicht werden mussten. Parallel dazu wurde mit dem Hochladen der digitalisierten Fotografien in eine Datenbank begonnen.

Von den rund 50.000 Fotografien werden nach Abschluss aller Arbeiten aber nur ungefähr 10 Prozent öffentlich zugänglich sein, da das Stadtarchiv nicht bei jeder Aufnahme über die Bildrechte verfügt. Nur noch digital entstandene Bilder sollen in Zukunft direkt in die Datenbank eingepflegt werden. „Damit wird künftig die Suche nach historischen Bildern deutlich einfacher – sowohl für die interessierten Bürgerinnen und Bürger, die selbst über die Datenbank Bildmaterial suchen können, als auch für die Mitarbeitenden des Stadtarchivs, die die Bilder leichter verwalten können“, betont Stadtarchivleiter Dr. Simon Karzel. Zudem sind die Originalfotografien durch die Bereitstellung in der Fotodatenbank besser geschützt. Sie werden ab jetzt nur noch in Ausnahmefällen aus dem Archivmagazin geholt.


Abb.: Zur Erinnerung an die Hundertjahr-Feier des Ulanen-Regiments König Wilhelm I. (2. Württ.) Nr. 20, Datierung: 26.06.1909, S23_002631-006.jpg (Stadtarchiv Ludwigsburg)

In der Datenbank kann mittels eines Suchbegriffs nach einem Motiv gesucht werden. Ein zeitlicher Filter ermöglicht die Beschränkung der Suche auf einen bestimmten Zeitraum. Über Schlagworte sind viele der Bilder untereinander verknüpft. Beispielsweise lassen sich so alle Bilder eines Fotografen oder alle Aufnahmen zum Thema „Friedhof“ finden. Weiterhin ist in der Datenbank hinterlegt, unter welchen Bedingungen die Fotografien genutzt werden können. Für Abbildungen in einer höheren Auflösung kann das Stadtarchiv direkt kontaktiert werden.

Kontakt:
Stadtarchiv Ludwigburg
Mathildenstraße 21
71638 Ludwigsburg
Telefon (0 71 41) 9 10-24 12 (Voranmeldung)
Fax (0 71 41) 9 10-23 42
stadtarchiv@ludwigsburg.de

Quelle: Stadt Ludwigsburg, Pressemitteilung, 25.1.2023