Die Protokolle des Hermannstädter Rates und der Sächsischen Nationsuniversität 1391-1705

Mit einem Buchteil und einer DVD wurden jetzt die Protokolle des Hermannstädter Rates und der Sächsischen Nationsuniversität der Jahre 1391 bis 1705 ediert. Beim Buchteil des Werkes handelt es sich um einen alphabetischen Index der genannten Protokolle. Er wurde wahrscheinlich vom Hermannstädter Archivar Martin Georg Hirling zu Beginn des 19. Jahrhunderts angelegt. Käthe Hientz (Tübingen) und Bernhard Heigl (Graz) transkribierten den Index mit viel Sorgfalt. 

Der alphabetische Index ermöglicht das schnelle Orientieren in den auf der DVD im Anhang reproduzierten handschriftlichen Protokollen. Die DVD enthält neben den Protokollen von Stadt und Nation der Zeit ab 1521 auch Abschriften von Urkunden und Schriftstücken, die teils aus früheren Zeiten stammen. 

Der Einführung von Thomas Şindilariu ist zu entnehmen, dass die kritische Herausgabe der Protokolle ein Desiderat der siebenbürgisch-sächsischen Historiographie seit dem 19. Jahrhundert ist. Die ursprünglich 14 Bände umfassende Protokollserie war Mitte des 19. Jahrhunderts noch vollständig erhalten. Als Archivar Franz Zimmermann die Bestände von Nation und Stadt 1876 trennte und eine neue Bandzählung einführte, fehlten bereits die Bände 1, 5, 6 und 12 nach der alten Zählung. Der Inhalt der fehlenden Bände ist nur noch über den jetzt veröffentlichten Index zu erschließen sowie über einige wenige Teilabschriften.

Info:
„Hermannstadt und Siebenbürgen. Die Protokolle des Hermannstädter Rates und der Sächsischen Nationsuniversität. 1391-1705“, 
herausgegeben von Käthe Hientz, Bernhard Heigl und Thomas Şindilariu, 
Hermannstadt/Heidelberg (Honterus/ AKSL) 2007, 223 Seiten, DVD-Anhang (= Veröffentlichungen von Studium Transylvanicum), 14,90 Euro.

Bezug:
Siebenbürgen-Institut
Schloß Horneck
D-74831 Gundelsheim/Neckar
info@ siebenbuergen-institut.de
www.siebenbuergen-institut.de

Quelle: Liviu Cîmpeanu, Siebenbürgische Zeitung, 24.8.2008.

Postkarte von 1907 wünscht Pozdrowienie Bottrop

Das Stadtarchiv Bottrop ist um eine besondere Archivale reicher. Postkarten gehören zwar seit langem zum Bestand, diese jedoch besitzt echten Seltenheitswert. Sie ist 101 Jahre alt und wurde in der Drucklegung in polnischer Sprache verfasst.

\“Die Karte stellt wirklich einen kleinen Schatz für uns dar\“, sagt die Leiterin des Stadtarchivs Bottrop Heike Biskup. \“Sie dokumentiert ein Stück Bottroper Geschichte und auch des Ruhrgebiets insgesamt, die ja eng verknüpft ist mit der Zuwanderung der Menschen aus Oberschlesien und anderen Gebieten im heutigen Polen.\“ Das Besondere an der Karte ist, dass sie polnische Beschriftungen trägt. Möglicherweise sind solche Karten oft als Gruß in die alte Heimat gegangen. \“Pozdrowienie Bottrop i. W.\“ heißt es in großen Lettern, das heißt \“Grüße (aus) Bottrop in Westfalen\“.

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Abb.: Polnische Postkarte von 1907, Vorder- und Rückseite (Stadtarchiv Bottrop)

Die Karte ist abgestempelt mit dem Datum vom 21. Juli 1907. Adressat ist allerdings kein Empfänger in Polen sondern eine junge Frau in Hünfeld bei Kassel (\“Cassel\“). Auf der Karte ist die Zeche Prosper II (poln. \“Kopalnia Prosper\“), die alte, damals neu erbaute Herz-Jesu-Kirche (\“Nowy Kosciol\“) und eine polnische Buchhandlung (Ksiegarnia polska) zu sehen. Das Stadtarchiv vermutet, dass es sich um die Buchhandlung von F. Trzoska (Essener Str. 11) handelt, das geht aus einem alten Adressbuch aus dem Jahr 1911 hervor.

Kurioserweise ist der handschriftliche Text der Karte in deutsch verfasst. Er ist aufgrund der Sütterlinschrift für heutige Augen nur schwer zu lesen. Unter anderem heißt es dort: \“Wir sind nun schon ganz im Industriegebiet eingewöhnt. Man gewöhnt sich allmählich an den Kohlenstaub. Es ist gar nicht so gefährlich. Heute sind wir kurz bei Friedrich vorgesprochen. Wie geht\’s bei Euch? Lasst bald was von Euch hören.\“

Den Weg der Karte in das Stadtarchiv hat die Stadt einem Anrufer aus Fulda zu verdanken, der aber gebeten hatte, seinen Namen nicht zu veröffentlichen. Bei der damaligen Empfängerin der Karte handelt es sich um eine Verwandte. Er selbst hatte auch lange Zeit im Ruhrgebiet gelebt und war im Bergbau tätig. Das Stadtarchiv bedankte sich bei dem Spender und schenkte ihm zum Dank einen Bildband von Bottrop.

Kontakt:
Stadtarchiv Bottrop
Blumenstr. 12-14
46236 Bottrop
Telefon: 02041/ 70 37 54
Telefax: 02041-70-3833
stadtarchiv@bottrop.de

Quelle: Pressedienst der Stadt Bottrop, 22.8.2008

Staatsarchiv Münster wird modernisiert

Nicht nur vor dem Hintergrund der derzeitigen Organisationsüberprüfung des 2004 gegründeten Landesarchivs Nordrhein-Westfalen wird das Staatsarchiv Münster modernisiert und umgebaut. Die Münstersche Zeitung berichtet aus diesem Anlass über die Aufgaben des Archivs, das sich in einem denkmalgeschützten und zwischen 1885 und 1889 im Stil der niederländischen Neorenaissance erbauten Gebäude befindet.

Die Leiterin des Staatsarchivs Münster Dr. Mechthild Black-Veldtrup erläutert dabei u.a. die Übernahmepraxis aus den 326 Ämtern der Regierungsbezirke Arnsberg und Münster, für die das Archiv zuständig zeichnet. „Ein Prozent der angebotenen Akten nehmen wir im Schnitt mit“, sagt Black-Veldtrup über die Bewertung. Insgesamt umfassen die Bestände 37 Regalkilometer. Mitunter entdecke man noch Dokumente aus früheren Jahrhunderten. „Aber eigentlich schaffen wir Überlieferung für morgen heran.“ 

Kontakt:
Landesarchiv NRW Staatsarchiv Münster
Bohlweg 2
48147 Münster
Telefon: 0251/4885-0
Telefax: 0251/4885-100
stams@lav.nrw.de 

Quelle: Annette Kessen, Münstersche Zeitung, 22.8.2008

Bambergs Ehrenbürger

Noch bis kurz vor Weihnachten zeigt das Stadtarchiv Bamberg die Ausstellung \“Wegen besonderer Verdienste… – Bambergs Ehrenbürger: Eine Dokumentation\“. Die Ausstellung ist in folgende fünf Abteilungen unterteilt: 1818-1933, 1933-1945, 1945-2008, Eingemeindete Gemeinden, Medaillen und Ehrenring.

Das \“Bürgerrecht\“ war bis in das beginnende 20. Jahrhundert Voraussetzung zur Teilhabe am öffentlichen Leben der Städte und Märkte. Seine Verleihung unterlag der Genehmigung durch die Gemeinde, es setzte ausreichendes Vermögen, guten Leumund und Zahlung einer Gebühr, teilweise auch Zustimmung einer Zunft voraus.

Anders als die Rechte von \“Inwohnern\“ oder \“Schutzverwandten\“ bot das Bürgerrecht einen herausragenden Anteil am öffentlichen Leben einer Gemeinde: Es gewährte Teilhabe an den städtischen Privilegien (Handels-, Steuer- oder Gerichtsfreiheiten, aktives und passives Wahlrecht, \“Heimat\“), verpflichtete aber auch zur Teilhabe an gemeinsamen Lasten und Pflichten (Abgaben, Verteidigung, Katastrophenschutz).

Mit der Einführung einer Gemeindeordnung im Königreich Bayern wurde den Kommunen die Befugnis zugestanden, verdiente Personen mit dem \“Ehrenbürgerrecht\“ auszeichnen zu dürfen; bis in das 20. Jahrhundert war es nur durch einen staatlichen Zustimmungsvorbehalt eingeschränkt.

Als reines Ehrenrecht – wie auch Straßenbenennungen, Ehrenzeichen u.ä. – entstanden den damit Ausgezeichneten daraus weder kommunale Vorrechte noch Pflichten, abgesehen von öffentlichen Ehrungen, Ehrengrab, Eintrag in das \“Goldene Buch\“ u.Ä. 

Ehrenbürgerrechte stellen die höchste Stufe der Anerkennung von Verdiensten durch Kommunen dar und werden daher sehr behutsam vergeben. In nahezu 200 Jahren wurden in Bamberg und den ehemals selbstständigen Gemeinden nicht mehr als 34 Personen damit geehrt.

Weitere Formen der Anerkennung bürgerlicher Leistungen sind – spätestens seit 1946 – die Benennung von Straßen, der Vorschlag für staatliche Orden durch Kommunen oder die Verleihung von kommunalen Ehrenzeichen (Ring, Medaille). 

Info:
\“Wegen besonderer Verdienste… – Bambergs Ehrenbürger: Eine Dokumentation\“
4. August bis 23. Dezember 2008 

Die Ausstellung ist während der Dienstzeiten des Stadtarchivs Bamberg zugänglich:
Mo-Mi 8:00-16:00 Uhr, Do 8:00-20:00 Uhr, Fr 8:00-14:30 Uhr, Sa, So, Feiertage geschlossen
Der Eintritt ist frei. Gruppenführungen nach Vereinbarung.

Kontakt:
Stadtarchiv Bamberg 
Untere Sandstraße 30a 
96049 Bamberg 
Tel.: 09 51/87 13 71 
Fax: 09 51/87 19 68
stadtarchiv@bamberg.de

Nachlass von Josef Fehler geht ans Stadtarchiv Bocholt

Als Deutschland unter der Schreckensherrschaft der Nazis stand, gab es nur wenige, die sich trauten, trotz Repressalien öffentlichen Widerstand gegen das Regime zu leisten. Einer davon war Josef Fehler (1893-1945). Nach längeren Verhandlungen konnte nunmehr der angereicherte Nachlass des Josef Fehler mit Fotos, Briefen Zeugnissen und weiteren Dokumenten, auch aus der Leidenszeit des gebürtigen Schlesiers aus Glogau, von der Familie für das Stadtarchiv Bocholt als Geschenk erworben werden. 

Bocholts Spezialist für die jüdische Geschichte der Stadt, Josef Niebur, hatte den Bestand gesichtet und für seine Forschungen als wichtig erachtet: den Nachlass Josef Fehlers, der im Jahre 1935, enttäuscht von der nationalsozialistischen Politik, aus der SA ausgetreten war und die sich anschließende Schikane der Nazis ertragen musste. 

Seine Schwiegertochter Elisabeth Fehler, Mitautorin der Bocholter Stadtchronik in den Jahren 1982-1988, und ihr Sohn überreichten am 6. August 2008 dem Stadtarchiv die recht umfangreiche Dokumentensammlung, die künftig zur wissenschaftlichen Nutzung im Rahmen des NRW-Archivgesetzes und der Satzung der Stadt Bocholt über das Stadtarchiv eingesehen werden kann. 

1935 erstmals von der Gestapo verhaftet und wieder freigelassen, ließ sich Fehler aber seinerzeit nicht beirren, trotz Verbots in jüdischen Geschäften einzukaufen und seine Abneigung gegen das Unrechtregime auch öffentlich zu vertreten. Josef Fehler saß dafür abermals von Anfang Februar bis Mitte August 1940 in Untersuchungshaft, wurde freigesprochen, doch 1945 erneut inhaftiert und ins Konzentrationslager Neuengamme überführt. Bei der Evakuierung des KZ per Schiff kam er 1945 um. 

Seit 1994 erinnert die Josef-Fehler-Straße in Bocholt an diesen aufrechten, frommen Mann, dem Niebur in der Schriftreihe „UNSER BOCHOLT“ (1990, Heft 4) einen eigenen Beitrag zum Leben widmete. 

Stadtarchivar Dr. Hans Oppel appelliert in diesem Themenzusammenhang an alle Bürger in und um Bocholt, geeignetes Material zur Geschichte unserer Stadt, seien es Dokumente, Karten, Fotos oder auch Produkte unserer Industrie, dem Archiv zur Verfügung zu stellen und „so das Mosaik unserer Bocholter Geschichte weiter zu vervollständigen.“

Kontakt:
Stadtarchiv Bocholt
Münsterstr.76
46397 Bocholt
Tel.: 02871 / 953 – 349
Fax: 02871 / 953 – 347
stadtarchiv@mail.bocholt.de 
dr.oppel@mail.bocholt.de

Quelle: Stadt Bocholt, Pressemitteilung, 7.8.2008

Schloss Burgfarrnbach Fürther Attraktion beim »Tag des offenen Denkmals«

Das Schloss Burgfarrnbach ist die diesjährige Attraktion der Stadt Fürth beim bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“. Am Sonntag, dem 14. September 2008, beteiligt sich das Schloss von 10.00 – 17.00 Uhr mit einem informativen und unterhaltsamen Programm. Highlight ist um 10.00 Uhr die Eröffnung der Ausstellung zum Leben und Wirken der Grafen Pückler-Limpurg, die einen repräsentativen Querschnitt durch die hochherrschaftliche Zeit wiedergibt. Dabei wird die Genealogie der Grafen erläutert, Pläne des Schlosses sowie Urkunden gezeigt und auch die Geschichte des adeligen Hauses näher beleuchtet. Ausgewählte Exponate des Archäologischen Arbeitskreises aus dem Stadtgebiet führen auf die Ursprünge zurück, aber auch heutige und künftige Nutzung des Schlosses werden versinnbildlicht. Die Ausstellung dauert bis zum 9.10.2008 und ist Di – Do von 10.00 – 16.00 Uhr und zusätzlich am 27./28.9. von 11.00 Uhr – 15.00 geöffnet. An diesen beiden Tagen findet um 11.00 Uhr auch eine Führung statt.

Im Festsaal des Schlosses runden verschiedene Vorträge und eine Buchpräsentation die Informationen über die Historie der gräflichen Familie ab. Zeitversetzte Schlossführungen durch ausgewählte Räumlichkeiten gewähren weitere Einblicke in die Geschichte des Schlosses (vgl. den Bericht vom 7.6.2008).

„Einmal residieren wie die Grafen“ ist das Motto der Aktion, die in Zusammenarbeit mit einem Fotostudio angeboten wird. Die Besucher erhalten Gelegenheit, sich in historischen Kostümen im besonders stimmungsvollem Ambiente der repräsentativen Schlossräume fotografieren zu lassen. Ob langsames Lustwandeln im Park, zierliches Sitzen auf der Chaiselonge in einem repräsentativen Grafenzimmer, oder höfisches Schreiten im imposanten Treppenhaus, diese Fotos haben einen (unt)adeligen Erinnerungswert.

Kundige Senioren der benachbarten Seniorenresidenz der Arbeiterwohlfahrt bieten im Lesesaal Kurse in altdeutscher Schrift an (11.00 Uhr und 15.30 Uhr), und die Kalligraphie-Werkstatt des Schlosses lädt ganztägig Jung und Alt zur künstlerischen Entfaltung ein. Natürlich werden alle Materialien kostenlos bereitgestellt.

Kinder und Jugendliche kommen ebenfalls ganztägig auf ihre Kosten. Historische Mal- und Bastelangebote in der Kreativ Werkstatt, alte Bewegungsspiele aus Urgroßmutter Zeiten im Schlosshof und ein Vorlesemarathon mit Schloss- und Gespenstergeschichten im Park-Pavillon Karolinenruh lassen keine Langeweile aufkommen. Ein besonderes Schmankerl wird am Nachmittag „Gutenbergs Druckwerkstatt“ (14.00 – 17.00 Uhr) mit dem Museum im Koffer sein. Da werden Kinder zu Lehrlingen einer alten Druckerei und können nach Herzenslust Plakate oder auch T-Shirts bedrucken. Die Sonntagskleider sollten an diesem Tag im Schrank bleiben, denn Druckerschwärze hinterlässt Spuren.

Auch der barocke Pavillon, das ehemalige Schneiderhäuschen, und die Meierei warten ab 11.00 Uhr mit Besichtigungen und Führungen auf, und das Parkpflegewerk zur Rückführung zur historischen Parkanlage wird um 11.30 Uhr und 14.30 Uhr ausgiebig erläutert. Der Marstall ist zur Besichtigung ab 10.00 Uhr geöffnet, ab 14.00 Uhr finden dort auch Führungen mit dem Museum Frauenkultur Regional – International statt.

In der Remise übernimmt die Soldatenkameradschaft Burgfarrnbach 1871 die Aufgaben des gräflichen Mundschenks und wartet mit Getränken, dabei lädt der weitläufige Schlosspark zum gemütlichen Verweilen ein.

Die Einfahrt zum Schlosshof ist an diesem Tag für Kraftfahrzeuge gesperrt, Parkmöglichkeiten in der näheren Umgebung stehen jedoch in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Informationen und Anfahrtsplan auch unter www.schloss-burgfarrnbach.de.

Link: Programm "Ein Familientag im Schloss Burgfarnbach" am 14.9.2008

Kontakt:
Stadtarchiv, Stadtbibliothek, Städtische Sammlungen im Schloss Burgfarrnbach 
Schloss Burgfarrnbach
Schlosshof 12
90768 Fürth
Telefon: (0911) 97534-3
Fax: (0911) 97 53 45 11
bettina.wiemer@archiv.fuerth.de
arch@fuerth.de
www.schloss-burgfarrnbach.de

Grundsteinlegung fürs Stadtarchiv Saarbrücken

Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz hat am 18.8.2008 den Grundstein für das neue Stadtarchiv Saarbrücken gelegt. \“Die Stadtgeschichte wird in den Räumen der ehemaligen Deutschherrnschule ein angemessenes neues Domizil erhalten\“, erklärte Britz. Der Gebäudemanagementbetrieb der Landeshauptstadt investiert in den Umbau rund 3,2 Millionen Euro. Ende 2009 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. 

Der Umzug des Archivs ist dringend notwendig (siehe Bericht vom 14.4.2007). Das aktuelle Archiv in der Nauwieser Straße mit einer Gesamtfläche von nur 500 Quadratmetern entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Das Archivmagazin ist mit einer Fläche von 300 Quadratmetern viel zu klein, platzt aus allen Nähten. Zudem ist das Klima für die Bedürfnisse eines Archivs unzureichend. Darüber hinaus gibt keine Werkstatt, die Arbeiten müssen im Vorraum des Leseraums erledigt werden. Auch der öffentliche Bereich ist unzureichend ausgestattet. Im Leseraum gibt es nur vier Benutzerarbeitsplätze ohne technische Ausstattung. Ein Ausstellungsraum ist gar nicht vorhanden, als Veranstaltungsraum kann derzeit der Vortragsraum der Musikschule genutzt werden – aber nur, wenn er frei ist. 

Mit dem neuen Gebäude werden diese Mängel allesamt beseitigt. \“Im neuen Archiv steht mit insgesamt 1.400 Quadratmetern Fläche genügend Platz zur Verfügung\“, sagte Charlotte Britz. Zudem erhält das Archiv einen eigenen Ausstellungsraum und einen eigenen Veranstaltungsraum. Im Untergeschoss und einem Erdgeschossflügel werden künftig die Archivmagazine untergebracht. Unter dem Schulhof entsteht ein Tiefmagazin, in dem Akten in Fahrregalen gelagert werden. Davor werden die Handbibliothek, das Zeitungsmagazin und die Werkstatt angeordnet. 

Im Erdgeschoss wird in einem Flügel der öffentliche Bereich eingerichtet, der aus einem Ausstellungsraum, dem Leseraum und einem Veranstaltungsraum besteht. Im Leseraum werden zehn moderne Benutzerarbeitsplätze eingerichtet, die für Besucher mit Laptop geeignet sind. Das erste Obergeschoss ist den Verwaltungsräumen vorbehalten. Im anderen Flügel werden Sondermagazine für großformatige Karten und Pläne sowie für Fotos untergebracht. Im Fotomagazin wird eine Klimabox integriert, in der Fotonegative mit speziellen klimatischen Anforderungen gelagert werden können. Auch die fachgerechte Lagerung von solchen Sonderformaten ist im jetzigen Archivgebäude nicht möglich. Zudem können in einer Werkstatt Archivalien fachgerecht gereinigt und für die Lagerung vorbereitet werden. Hier befindet sich auch der Anlieferungseingang. \“Damit sind die fachlichen Anforderungen an ein modernes Archiv erfüllt. Das neue Gebäude ist überregional konkurrenzfähig\“, sagte Britz.

Die Oberbürgermeisterin weiter: \“Die moderne Ausstattung wird zudem die Attraktivität unseres Archivs für die Bürger deutlich steigern. Wir erhoffen uns, dass es künftig stärker genutzt wird.\“

Mit dem Umbau der ehemaligen Deutschherrnschule wird zudem gewährleistet, dass das denkmalgeschützte Haus auch weiterhin sinnvoll genutzt werden kann. So war ein Ziel bei der Planung, Eingriffe in die vorhandene Substanz zu minimieren. 

Kontakt: 
Stadtarchiv Saarbrücken
Nauwieser Straße 3 
66104 Saarbrücken 
Tel: 0681/905-1258 (Sekretariat), 0681/905-1690 (Leseraum) 
Fax: 0681/905-1215 
stadtarchiv@saarbruecken.de
www.saarbruecken.de

Quelle: Landeshauptstadt Saarbrücken, Pressemitteilung, 18.8.2008

Die Kabinettsprotokolle der NRW-Landesregierung online

Kabinettsprotokolle sind eine zentrale Quelle landesgeschichtlicher Forschung. Sie dokumentieren in authentischer Form die Willensbildung der Landesregierung. Über die Kabinettsprotokolle erschließen sich wie in einem Brennglas verdichtet die für die Entwicklung des Landes prägenden Großthemen und -problemstellungen. Gleichzeitig werden in Verbindung mit den Kabinettvorlagen und weiteren Aktenstücken die Lösungsansätze und Strategien erkennbar, die im Zentrum politischer Steuerung entwickelt wurden.

Seit Beginn der 1990er Jahre veröffentlicht das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen die Kabinettsprotokolle der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen in einer wissenschaftlichen Edition. Inzwischen ist der Zeitraum von 1946 bis 1970 durch diese Edition erschlossen. Mit dem neuesten Band, der die Protokolle der sechsten Legislaturperiode von 1966 bis 1970 umfasst, wurde die Arbeit an der Edition erstmals auf eine digitale Publikationsform ausgerichtet. Sie ermöglicht es, neben der Buchveröffentlichung (PDF der Einleitung), die 2006 erschienen ist, auch die vorliegende elektronischen Edition der Protokolle zur Verfügung zu stellen.

Es ist beabsichtigt, in Zukunft auch die Folgebände der Edition als Parallelpublikation in Buchform und im Internet zu veröffentlichen. Für die älteren Bände wird eine nachträgliche Digitalisierung und schrittweise Einbindung in die Online-Edition angestrebt.

Link: http://protokolle.archive.nrw.de 

Kontakt:
Landesarchiv NRW Hauptstaatsarchiv Düsseldorf
Mauerstr. 55
Postfach: 32 07 75
40476 Düsseldorf
Telefon: 0211-22065-0
Telefax: 0211-22065-55-501
hsa@lav.nrw.de

Im Kreisarchiv in Friesack lagern die Archivalien aus dem Havelland

Der im Westen Brandenburgs gelegene Landkreis Havelland entstand 1993 im Rahmen einer Kreisreform durch Zusammenlegung der Kreise Nauen (ehemals Landkreis Osthavelland) und Rathenow (ehemals Landkreis Westhavelland). Der Verwaltungssitz des Landkreises Havelland ist Rathenow. Das Kreisarchiv des Landkreises Havelland befindet sich hingegen in dem kleinen amtsangehörigen Städtchen Friesack.

Dort werden auf 873 Quadratmetern rund 350.000 Akten des Landkreises Havelland verwahrt, was etwa 4.000 laufende Meter Akten ergibt. Die Leiterin des Kreisarchivs, Susanne Radicke, und ihre drei Mitarbeiter Frau Kalkowski, Frau Fels und Herr Siegfried kümmern sich um das Verwaltungsarchiv und das Kreisarchiv. Zum Verwaltungsarchiv gehören das Bauarchiv, Unterlagen des früheren Rates des Kreises Nauen und Rathenow sowie der Städte und Gemeinden aus den Altkreisen. Auch die Kreismeldedatei des Altkreises Nauen gehört zum Verwaltungsarchiv. 

Die Akten im Verwaltungsarchiv werden sechs bis 120 Jahre lang aufgehoben. Bis in alle Ewigkeit werden dagegen die Akten aus dem Kreisarchiv aufbewahrt, das damit als Endarchiv fungiert. Dazu gehören unter anderem das Archivmaterial der Stadt Rathenow ab dem Jahr 1583, der Altkreise Nauen und Rathenow, der Ämter und Gemeinden nach 1992 und Kartenmaterial. Konkret sind es Haushaltspläne, Statistiken, Stellenpläne, Protokolle und Wahlunterlagen. – Die Leute wüssten mitunter gar nicht, welche Schätze im Kreisarchiv lagern, so Susanne Radicke, die seit 25 Jahren im Archiv arbeitet. 

Kontakt:
Landkreis Havelland
Kreis- und Verwaltungsarchiv 
Berliner Allee 6 
14662 Friesack 
Telefon: 033235 / 20006 
Telefax: 033235 / 20158

Quelle: Ulrike Kiefert, Märkische Allgemeine Zeitung, 14.8.2008

Pfarrarchiv Burscheid erschlossen

Am 10.8.2008 feierte die katholische St. Laurentius-Gemeinde Burscheid ihr Jubiläums-Pfarrfest zum 1750. Todesjahr des Pfarrpatrons, des heiligen Laurentius. Drei Pfarrer betreuen den Seelsorgebereich, darunter Markus Höyng aus Burscheid. Er erhielt im Anschluss an die Messe zum Pfarrfest von dem Kölner Historiker Tobias Dahl das Findbuch zum neu geordneten Gemeindearchiv überreicht.

Auf rund 50.000 Seiten schätzt Tobias Dahl den Bestand des Pfarrarchivs. In den vergangenen beiden Monaten hat er mit seinem fünfköpfigen Team das Archiv der katholischen Kirchengemeinde Burscheid geordnet und verzeichnet. Unter den 652 Einzelposten befinden sich größtenteils Rechnungen, Berichte von Gremien und Veranstaltungen. 

Das Findbuch, das auch mit einem Sachwortregister zur Schnellsuche ausgestattet ist, beginnt chronologisch mit dem Schriftwechsel zur Gründung der Pfarrverwaltung 1871. Im Archiv befindet sich unter anderem ein Korrespondenzbuch der Gemeindekasse zu Burscheid aus den Jahren 1893 bis 1903.

Kontakt:
Pfarrgemeinde St. Laurentius
Pfarrer Markus Höyng
Altenberger Straße 3 
51399 Burscheid
Telefon: 0 21 74 – 84 71 
Fax: 0 21 74 – 6 07 21

Quelle: Westdeutsche Zeitung, 11.8.2008; St. Laurentius, Pfarrfest