Datenbank zur Geschichte der Fotografie in Österreich

Die Datenbank „FotoBibl. Eine Biobibliografie zur Fotografie in Österreich 1839 bis 1945“ wurde 1995 von Timm Starl konzipiert und seither bearbeitet. Die Finanzierung erfolgte mit teilweiser Unterstützung des „Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung“ in Wien. 2001 wurde die Datenbank an die „Albertina“ übergeben, deren Fotosammlung sie im März 2003 ins Internet stellte, wo sie frei zugänglich ist.

Enthalten sind Informationen zu Personen, Institutionen und Firmen, die sich mit Fotografie beschäftigt haben und in den Grenzen des heutigen Österreich tätig waren. Berücksichtigt sind damit auch Nicht-Österreicher, die für einige Zeit in Österreich gewirkt haben, und ebenso Österreicher, die zeitweilig oder länger (z.B. anlässlich von Ausstellungsbeteiligungen und Fotoreisen oder nach der Emigration) im Ausland tätig waren.

Verzeichnet sind biografische und bibliografische Daten, also solche zum Werdegang und zu den veröffentlichten Schriften und Bildern. Bearbeitet wurden und werden sämtliche Fotofachzeitschriften, die bis 1945 in Österreich erschienen sind, ferner die nationale und internationale Literatur zur Geschichte und Theorie der Fotografie. Dazu zählen aber auch Publikationen aus anderen Disziplinen (Zeitgeschichte, Volkskunde, Ethnologie usw.), sofern der betreffende Personenkreis zu Wort kommt oder erwähnt wird oder mit Bildmaterial vertreten ist.

Generell ist die Herkunft der Daten angegeben, so dass jeder Benutzer imstande ist, die Angaben zu überprüfen und bei Bedarf auf die originalen Quellen zurückzugreifen. Sämtliche Eintragungen sind überdies verschlagwortet, was einen spezifizierten Zugriff mit entsprechenden Verknüpfungen ermöglicht. Das Schlagwortregister enthält nicht nur fotografische Begriffe, sondern auch darüber hinausgehende Termini wie beispielsweise „Industrie“, „Weltausstellung“, „Militär“, „Nationalsozialismus“. Außerdem sind die Ort und Land vermerkt, worauf sich ein Text bezieht oder wo die Aufnahmen entstanden sind. Fragt man beispielsweise (in der „Erweiterten Suche“) nach „Krieg“ und „Paris“, so wird u.a. ein Vortrag über „Mikrophotographische Depeschen der Brieftaubenpost während der Belagerung von Paris (1870 – 1871)“, der am 1. Oktober 1895 in Wien gehalten und anschließend veröffentlicht worden ist, angezeigt. Nicht zuletzt können Zeiträume abgefragt werden, also zum Beispiel, ob und welche Veröffentlichungen zur „Kriminalistik“ „zwischen 1880 und 1900“ erschienen sind. Möglich sind aber auch Abfragen nach Eigennamen; so ergibt die Suche nach „Kaiser Wilhelm“ u.a. den Hinweis auf eine Aufnahme, die Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Joseph bei einer gemeinsamen Fahrt in einer Kutsche in Wien am 18. Sept. 1903 zeigt.

Zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung am 14. März 2003 standen folgende Informationen zur Verfügung:

  • über 15.000 Namen (Personen, Institutionen und Firmen) mit insgesamt
  • rund 60.000 Datensätzen. Darin verzeichnet sind etwa
  • 1.700 Kurzbiografien sowie
  • 16.500 weitere Angaben zum Werdegang und
  • 10.500 Hinweise auf Ausstellungsbeteiligungen und andere Aktivitäten;

ferner bibliografische Angaben zu etwa

  • 2.800 Büchern und anderen selbständigen Publikationen sowie
  • 8.000 Texten in Zeitschriften, Jahrbüchern und Anthologien,
  • 1.400 Besprechungen von Fachliteratur, Fotoausstellungen und anderen Veranstaltungen und nicht zuletzt
  • 10.000 Bildveröffentlichungen.

Die Datenbank wird weitergeführt; der Teil bis 1918 ist weitgehend abgeschlossen, am Zeitraum von 1919 bis 1945 wird gearbeitet. Ein Update erfolgt 2003 im Herbst, ab 2004 zumindest zweimal im Jahr.

Timm Starl
timm.starl@gmx.at
Homepage http://www.albertina.at

(Quelle: H-Soz-u-Kult, 15.5.03)

Ausstellung 130 Jahre Bahnhof Kirchweyhe

Zum 130-jährigen Bestehen des Bahnhofs Kirchweyhe haben der Weyher Archivar Wilfried Meyer und die „Weserbahn“, eine Tochter der Bremer Straßenbahn AG, eine Ausstellung erarbeitet. Die Ausstellung ist am Sonntag, den 18. Mai im Rahmen des Bahnhofsfestes und Fahrradtages von 11-18 Uhr im Bahnhof Kirchweyhe zu sehen. Sie dokumentiert u.a. die Pläne zur S-Bahn-Anbindung der Gemeinde. 1873 sorgte die Fertigstellung der Eisenbahnstrecke Bremen-Osnabrück für einen Aufschwung auch in Weyhe. Der Bahnhof Kirchweyhe entwickelte sich bis zum Ende des 1. Weltkrieges zu einem der größten Verschiebebahnhöfe Preußens. Zahlreiche fremde Fachkräfte zogen mit ihren Familien in die Landgemeinde Kirchweyhe und sorgten für eine explosionsartige Bevölkerungsentwicklung. Um 1925 ernährte die Eisenbahn rund zwei Drittel aller Einwohner Kirchweyhes, aber auch zahlreiche Familien aus den umliegenden Gemeinden Leeste und Sudweyhe.

Im Herbst 1999 wurde bekannt, dass die Deutsche Bahn AG (DB) eine Schließung des Kirchweyher Bahnhofs beabsichtige, nahm diese Pläne jedoch bald nicht nur wieder zurück, sondern strebte auch eine baugestalterische Verbesserung des Bahnhofs an. Anfang 2001 überraschte die DB allerdings erneut mit Plänen, den Bahnhofsschalter ganz zu schließen und das Bahnhofsgebäude möglichst zu verkaufen. Der Bahnverkehr selber sollte aber erhalten bleiben. Anfang Juli 2002 kam jedoch die Nachricht, die Bahn AG wolle den Bahnhof Kirchweyhe doch nicht verkaufen, sondern ihn selber verwerten. Nach einer ersten Geschäftseröffnung im August 2002 war zumindest der Fahrkartenverkauf vorläufig sichergestellt.

Kontakt:
Gemeindearchiv Weyhe
Im Mühlengrunde 15 (Wassermühle)
28844 Weyhe
Postfach 1160
28844 Weyhe

Tel.: 04203/710
Fax: 04203/4609

Tagungsprogramm des 4. Unternehmens-geschichtlichen Kolloquiums

Unter dem Titel »Unternehmergeschichte, Unternehmensgeschichte, Unternehmenskultur: Sachsen und Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert« findet Im Alten Heizhaus, Hauptgebäude der Technische Universität Chemnitz (im Innenhof), Straße der Nationen, vom 25. bis 27. September 2003 das 4. Unternehmensgeschichtliche Kolloquium statt. Ansprechpartner ist Prof. Dr. Rudolf Boch <Sylvia.Liebscht@phil.tu-chemnitz.de>.

Das Tagungsprogramm sieht derzeit [Stand 06.05.2003] wie folgt aus:

Donnerstag, 25. September 2003

16.00 Uhr Begrüßung und Einleitung

Sektion 1: Grundfragen der Unternehmer- und Unternehmensgeschichte
Moderation: Rudolf Boch

16.10 Uhr Wozu Unternehmensgeschichte? Erkenntnisse, Ansätze und Perspektiven der modernen Unternehmensgeschichte
Hartmut Berghoff (Göttingen)

17.00 Uhr „Corporate Governance“ – Ein neuer Untersuchungsansatz der historischen Unternehmerforschung?
Paul Erker (München)

17.45-18.00 Pause

18.00 Uhr Ein integrierter Ansatz der Unternehmer- und Unternehmensgeschichte
Morten Reitmayer (Trier)

18.45 Uhr Mikroökonomie in der Unternehmensgeschichte? Einige Thesen zur Mikroökonomik der Unternehmensgeschichte
Mark Spoerer (Hohenheim)


Freitag, 26. September 2003

Sektion 2: Quellen, Methoden und Praxis der Unternehmenshistoriographie
Moderation: Ulrich Heß

9.15 Uhr Industriefotografien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts als unternehmensgeschichtliche Quelle
Ulrich Heß (Leipzig)

10.00 Uhr Unternehmenshistorisch relevante Quellen in den Beständen sächsischer Archive
Jörg Ludwig (Dresden)

10.45-11.00 Kaffeepause

11.00 Uhr Industriefilme. Zur Interpretation und Reichweite einer vernachlässigten Quelle
Michael Farrenkopf u. Stefan Przigoda (Deutsches Bergbaumuseum Bochum)

11.50 Uhr Ein musealer Fabrikstandort in Chemnitz – Aufbereitung der Quellen und ihre Rezeption durch die Museumsbesucher
Achim Dresler (Industriemuseum Chemnitz)

anschließend Mittagspause, Chemnitzer Hof (bis 14.00 Uhr)

(Fortsetzung Sektion 2)
14.00 Uhr        Unternehmensgeschichte als Dienstleistung – Zwischen Public Relations und Wissenschaft
Michael Schäfer (Dresden)

14.50 Uhr Der branchenbezogene regionale Zugriff als Methode des historischen Vergleichs – die Werkzeugmaschinenindustrie in Chemnitz und Cincinnati, 1870-1945
Ralf Richter  (Göttingen)

Sektion 3: Unternehmenskultur und Unternehmenskommunikation
Moderation: Eva Pietsch

15.50 Uhr Zentrale Orte der städtischen Elite – Wirtschaftsclubs in Deutschland
Volker Ackermann (Düsseldorf)

16.40 Uhr Unternehmensnachfolge und Institutionenordnung am Beispiel von Carl Zeiss Jena
Armin Müller (Konstanz)

17.40 Uhr Interkulturelle Kompetenz im Unternehmen. Die historische Dimension am Beispiel Siemens und BMW.
René Del Fabbro (Schwabhausen)

18.30 Uhr Kommunikationsproblem oder Kommunikationsstrategie? Zum Führungsstreit in der Auto Union AG Chemnitz 1931-1935
Eva Pietsch (Chemnitz)

ab 19.45 Uhr: Kleiner Empfang und Führung durch das neue Industriemuseum Chemnitz: Präsentation, Vermittlung und Forschung zu Unternehmern und Unternehmensgeschichte im Industriemuseum Chemnitz
Wolfgang Uhlmann (Chemnitz)


Samstag, 27. September 2003

Sektion 4: Unternehmerfamilien und Familienunternehmen
Moderation: Michael Schäfer

9.15 Uhr Zur Verbindung von Erbschafts-, Heirats- und Unternehmensstrategien am Beispiel französischer Unternehmerfamilien in Lyon
Hervé Joly (Lyon)

10.00 Uhr Die Entwicklung der Unternehmensorganisation in Deutschland und Frankreich zwischen 1890 und 1914 im Vergleich
Heinrich Hartmann (Berlin/Paris)

11.00 Uhr Zum Nachlass der Unternehmerfamilie Niethammer
Michael Rudloff (Leipzig)

11.45 Uhr        Crimmitschauer Familienunternehmen während des großen Textilarbeiterstreiks von 1903/04
Patricia Ober (Berlin)

12.30 Uhr Schlußdiskussion

Kontakt:
Prof. Dr. Boch, Rudolf
E-Mail:  rudolf.boch@phil.tu-chemnitz.de

Sekretariat:  Liebscht, Sylvia
Reichenhainer Str. 39, Zi. 316
 
E-Mail:  sylvia.liebscht@phil.tu-chemnitz.de 
Telefon:  +49 (0)371/531 8395 
Fax:  +49 (0)371/531 4065 
Internet:  http://www.tu-chemnitz.de/phil/wsg/ 

Zufallsfund klärt Nutzung des Neusser Regulierherren-Klosters

Ein Zufallsfund im Stadtarchiv Neuss erlaubte Archivleiter Dr. Jens Metzdorf die Frage nach dem Standort einer Großbäckerei der französischen Armee zu beantworten, die sich zumindest in den Jahren 1794 und 1795 in der Stadt befunden hat, wie verschiedene Quellen dokumentieren. Wie ngz-online (Neuss-Grevenbroicher Zeitung) am 9.5. berichtet, fand Metzdorf im Archiv zufällig einen Grundriss des Regulierherrenklosters an der Brückstraße. Der gibt nicht nur Aufschluss über die Anlage dieses imposanten Baus im „Klosterviertel“ rund um den heutigen Omnibusbahnhof, sondern belegt auch die Nutzung als Heeresbäckerei.

Diese Aussage ist für den Historiker mehr Gewissheit als These. Denn in den Beständen, die noch nicht über Findbücher erschlossen sind, förderte er vor etwa zwei Wochen einen Grundriss des Klostergebäudes zutage, von dem offensichtlich niemand etwas geahnt hat. Schließlich wurde in allen Veröffentlichungen zu diesem Kloster, dem für Metzdorf schönsten und bedeutendsten innerhalb der Stadtmauern, stets bedauernd darauf hingewiesen, dass über die Aufteilung des Gebäudes nicht das Geringste bekannt sei. Dieser Grundriss, offensichtlich auf dem Reißbrett eines französischen Offiziers entstanden, ändert das.

Wie er in den Bestand des Stadtarchivs kam, weiß Metzdorf nicht, und über den Anlass für diese präzise Zeichnung muss er spekulieren: Vielleicht entstand sie als Aufmaß für den Einbau der Bäckerei? Aber dass die Franzosen dort Kommissbrot backten, steht für ihn außer Frage. Und das nicht in kleinen Mengen. Über das Tempo allerdings, mit dem sie dabei ans Werk gingen, kann der Archivar nur staunen. Am 5. Oktober 1794 standen die Truppen des revolutionären Frankreich, im Krieg gegen die Koalitionstruppen aus Preußen und Österreich, in der Stadt. Am 9. Oktober waren die damals wohl knapp 20 Kanoniker ausquartiert, das Kloster beschlagnahmt und als Hauptquartier mit fünf Generälen und 30 Offizieren belegt. Und schon Tage später mussten 100 Bauern aus dem Amt Grevenbroich aufgeboten werden, die, so der Eintrag im Tagebuch eines Neussers, sich mit Äxten auf dem Markt einzufinden hatten um Holz zu fällen für die Bäckerei.

Für Metzdorf steht damit fest: Die sechs Backöfen (jeder mit einem Durchmesser von etwa drei Metern), die der Plan im ehemals wohl als Wohngebäude dienenden Klosterteil in Grundriss- und Ansichtszeichnung belegt, wurden in Rekordzeit gebaut und in Betrieb genommen. Mindestens ein Jahr brummte der Betrieb in der „Manutention“, der Heeresbäckerei wie auf dem Plan vermerkt ist. Auch dafür finden sich Hinweise im zitierten Tagebuch. Am 3. April steht dort notiert, dass zwei Bataillone mit 1400 Soldaten und 300 Bäckern in Neuss einrückten.

Vom 6. Juli wiederum datiert ein Befehl aus dem Generalquartier, täglich 45.000 Rationen Brot zu backen. Damit, so vermutet Metzdorf, wurden die Truppen versorgt, die vor dem Sprung über den Rhein im September 1795 am linken Niederrhein zusammen gezogen wurden. Schuf der Bau der Bäckerei den Anlass, so ist dieser einzige Grundriss doch auch in anderer Hinsicht aufschlussreich für den Historiker.

So werden Details bestätigt, die auf den im Clemens-Sels-Museum gezeigten Ansichten abgebildet sind. Eine Zisterne zum Beispiel oder die beiden Zwiebeltürmchen an der Ostseite, die keine erkennbare keine Funktion hatten, sondern nur die Fassade zur Stadtmauer hin schmücken sollten. Nicht zuletzt belegt die Zeichnung, dass die geistlichen Herren nach den Regeln des heiligen Augustinus aber nicht beengt lebten. Das um 1600 errichtete und nach 1720 erweiterte Kloster für die Regulierherren, die bis dahin vor den Stadtmauern am Obertor lebten, weist einen großzügigen Grundriss auf.

Kontakt:
Stadtarchiv Neuss
Oberstraße 15
41460 Neuss
Tel.: 02131/904250
Fax: 02131/902433
stadtarchiv@stadt.neuss.de

www.archive.nrw

Archivare versteckten Akten zum 17. Juni

Teistungen (tlz). In der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum Eichsfeld wurde eine Geschichtswerkstatt „Der 17. Juni 1953 – Ost-West-Geschichtsbilder in den Schulen und in der Gedächtniskultur der Deutschen“ veranstaltet. Im Eröffnungserferat zur „Gedächtniskultur“ nannte es der Chemnitzer Totalitarismusforscher Prof. Dr. Eckhard Jesse einen Fehler, dass die Bundesrepublik den 17. Juni als Feiertag durch den 3. Oktober ersetzt habe. Jener Tag der staatsrechtlichen Einigung sei auf Grund des damaligen Gerangels der Parteien Staatsfeiertag geworden. Der 9. November hätte sich hingegen gut geeignet.

Ein Mitarbeiter der Bildungsstätte gab methodische Hinweise zum pädagogischen Umgang mit dem Thema. Neben Zeitzeugen seien auch die Archive wichtig. Wie er sagte, hat in den Grenzkreisen Worbis und Heiligenstadt „der 17. Juni auf dem Kalender stattgefunden“. In der Diskussion erinnerte der Thüringer Stasiunterlagenbeauftragte Jürgen Haschke (Vorsitzender der Geschichtswerkstatt Jena) daran, dass zwei Jahre zuvor aus den Grenzregionen viele Bürger zwangsausgesiedelt wurden. Später habe das SED-Regime alle relevanten Akten der Stadt- und Kreisarchive einsammeln wollen, um sie in den Bezirksarchiven zu verwahren. Was aber nicht ganz gelungen sei, denn manche Archivare hätten Akten zum 17. Juni versteckt.

Kontakt:

BILDUNGSSTÄTTE am GRENZLANDMUSEUM EICHSFELD
Duderstädter Straße 7
37339 Teistungen

Telefon: 03 60 71 / 90 00 00
Telefax: 03 60 71 / 90 00 19
Bildungsstaette-GLM- Eichsfeld@t-online.de
www.bildungsstaette-grenzlandmuseum-eichsfeld.de

Homepage „Zwangsarbeit in Rheinland-Pfalz“

Das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. und das Historische Seminar Abt. III der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung
Rheinland-Pfalz informierten auf H-Soz-u-Kult über die neue Homepage Zwangsarbeit in Rheinland-Pfalz:

Zwangsarbeit war während der Kriegsjahre im „Dritten Reich“ allgegenwärtig und beschränkte sich nicht auf die Rüstungsindustrie. Auch in den verschiedenen Regionen des heutigen Landes Rheinland-Pfalz wurde die Kriegswirtschaft mit Hilfe von vielen Tausenden von Zwangsarbeitskräften in Gang gehalten, über deren Schicksal bisher nur wenig bekannt ist. In jüngster Zeit wurden allerdings vielerorts die Quellen gesichtet und einzelne lokale Forschungsprojekte begonnen.

Um die Ergebnisse dieser Projekte in den einzelnen Städten, Gemeinden und Kreisen in Rheinland-Pfalz besser bekannt zu machen und gleichzeitig die Forschenden miteinander zu vernetzen, baut das Institut für Geschichtliche Landeskunde gemeinsam mit dem Historischen Seminar, Abt. III, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz eine Homepage zum Thema „Zwangsarbeit in Rheinland-Pfalz“ auf.

Diese Homepage wird in Kooperation mit Archiven und anderen Institutionen aus Rheinland-Pfalz nach und nach inhaltlich gefüllt. Langfristig soll mit Hilfe der Homepage ein Gesamtüberblick über den Einsatz von Zwangsarbeitskräften im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz entstehen und das Schicksal der betroffenen Menschen vor dem Vergessen bewahrt werden.

Kontakt:
Dr. Hedwig Brüchert
Institut für Geschichtliche Landeskunde
an der Universität Mainz
Joh. Friedr. v. Pfeiffer-Weg 3
D-55099 Mainz
Tel. 06131-3924779
hedwig.bruechert@uni-mainz.de

Zwangsarbeit in Rheinland-Pfalz
http://www.zwangsarbeit.rlp.geschichte.uni-mainz.de/

Briefbestände aus dem Nachlass Eduard Meyer (1855-1930)

Nicht nur das DFG-Projekt „Aufbereitung wichtiger Briefbestände aus dem Nachlass Eduard Meyer“ stellte Professor Gert Audring (HU Berlin) auf H-Soz-u-Kult vor, sondern auch noch einmal den Nachlassgeber selbst: Eduard Meyer (1855-1930) gilt vielen als der nach Theodor Mommsen bedeutendste Althistoriker Deutschlands. Während sich die bisherige Forschung zu seinem wissenschaftlichen Werk vor allem auf Meyers Publikationen stützte, harrt noch mancher kleine Schatz im äußerst umfangreichen Nachlass des Althistorikers seiner Entdeckung. Dieser Nachlass verteilt sich heute auf drei Orte: die Handschriftenabteilungen der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg und der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz sowie das Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Von den drei Teilnachlässen ist der im letztgenannten Archiv mit etwa 64.000 Blatt weitaus der größte.
Auf Antrag von Prof. Dr. habil. Wilfried Nippel, Inhaber eines Lehrstuhls für Alte Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft seit Mai 2002 die EDV-gestützte Aufbereitung wichtiger Briefbestände aus Meyers Nachlass sowie der dazu noch vorhandenen Gegenbriefe Meyers, die sich in anderen Nachlässen bzw. Archivbeständen befinden. Die Aufgabe besteht in einer kompletten Transkription dieser Archivalien und ihrer schrittweisen Publikation im Internet. Abschließend sollen alle erfaßten Briefbestände in einer Datenbank zusammengeführt werden.
Für Wissenschaftshistoriker (Meyer war u. a. Vertrauensperson von Friedrich Althoff und Vorsitzender eines Fachausschusses der Notgemeinschaft für die Deutsche Wissenschaft) und für Spezialisten der Alltags- und Mentalitätsgeschichte des Wilhelminischen Deutschland und der Weimarer Republik erleichtert sich damit der Zugriff auf einen wertvollen Quellenbestand. Aber auch Althistoriker, Altorientalisten und Ägyptologen werden auf ihre Kosten kommen. Für die noch ungeschriebene, jedoch längst überfällige große wissenschaftliche Biographie Eduard Meyers verbreitert sich die Materialgrundlage erheblich.
Im Einzelnen sieht das Arbeitsprogramm vor, schrittweise zu erfassen und sukzessive im Internet vorzulegen, was von den Briefwechseln Meyers mit den nachfolgend genannten Forschern erhalten blieb:
Georg Ebers (1874-1898), Otto Crusius (1885-1918), Enno Littmann, Theodor Nöldeke, Richard Pietschmann, Adolf Erman und Ulrich Kahrstedt (1909-1930).

Die Reihe der vorrangig zu erfassenden Korrespondenzen (bzw. Teilkorrespondenzen) soll der Briefwechsel Eduard Meyers mit seiner Verlobten und Gattin Rosine, geb. Freymond, beschließen.
Für eine Fortführung der Arbeit zeichnen sich als lohnend ab: die Korrespondenz zwischen Eduard und Kuno Meyer, dem Bruder des Althistorikers und Keltologen; ferner die an Meyer gerichteten Briefe von Conrad Cichorius, Wilhelm Creizenach, Karl-Friedrich Lehmann-Haupt, Ernst Herzfeld, Dietrich Schäfer, Rudolf Stammler, Heinrich Swoboda und Johannes Mordtmann.
Mit den Briefwechseln zwischen Eduard Meyer und Georg Ebers bzw. Otto Crusius sowie den Briefen Ulrich Kahrstedts an Meyer werden die ersten abgeschlossenen Arbeitsschritte unter www.geschichte.hu-berlin.de/bereiche/ag/Audring/DFG_1.htm öffentlich gemacht; weitere sollen in absehbarer Zeit folgen.

Kontakt:
Prof. Dr. Gert Audring
Büro: Unter den Linden 6, Raum 3087a
Tel.: 030/2093-2246
Fax: 030/2093-2839
e-mail: AudringG@geschichte.hu-berlin.de

Ehrenamtlicher Kirchenarchivar von St. Vincentius in Dinslaken 80

Am 8. Mai wurde Heinz Deckers 80 Jahre alt. Gleichzeitig endet für den bescheidenden Dinslakener seine ehrenamtliche Aufgabe als Archivar der Kirchengemeinde St. Vincentius – offiziell, denn schon beim Neujahrsempfang hatte Pfarrer Bernhard Kösters auf den bevorstehenden Wechsel hingewiesen und Deckers aufrichtig für seine „mustergültige, korrekte und verlässliche Tätigkeit“ gedankt.

Bis 1978 gab es in St. Vincentius, wie die NRZ-online berichtet, kein systematisch geordnetes Archiv. Viele Dinge und Dokumente wurden hier und dort aufbewahrt. Im Jahre 1979 erklärte sich Heinz Deckers bereit, ehrenamtlicher Archivar der Gemeinde zu werden. Er sichtete und ordnete alles, was für die Gemeinde von Bedeutung war. „Seitdem ist das Archiv in der oberen Etage des Johannahauses eine Vorzeigeeinrichtung“, wie Kösters betont.

Deckers trug maßgeblich dazu bei, die Turmkapelle mit den historischen Gewändern, Gefäßen und Büchern einzurichten. Damit verbunden waren viele Führungen durch die Kirche und die Turmkapelle. Zu seinen weiteren jährlichen ehrenamtlichen Aufgaben gehörte außerdem die Vorbereitung der Diamantenen und Goldenen Kommunion.

Die Arbeit von Heinz Deckers in St. Vincentius wird von Hans-Hermann Bison und Johanna Otte ehrenamtlich fortgesetzt.

2. Bremer Tag der Archive vom 9.-11. Mai

Vom 9. bis 11. Mai findet der Bremer Tag der Archive statt, an dem Stadtteilarchive, das Frauenarchiv belladonna und etliche andere Bremer Archive ihre Türen öffnen. Programme liegen aus oder können unter 0421/361-4452 beim Staatsarchiv angefordert werden. Nähere Informationen sind auf der Homepage http://www.bremer-archive.de zu finden. Bei den teilnehmenden Archiven handelt es sich um:

Der Weser Kurier berichtete zunächst unter dem Titel „Weserburg veranstaltet Archivtage“:
Dass in Bremer Archiven so manch ungehobener Schatz schlummert, legt der gleichnamigeTitel der Ausstellung nah, die das in der Weserburg beheimatete Studienzentrum für Künstlerpublikationen in Kooperation mit zwölf Bremer Archiven bis zum 8. Juni zeigt. Anlass für die Schau ist der „Tag der Archive“, für den die Bremer Archive vom 9. bis zum 11. Mai zum zweiten Mal ihre Türen öffnen. Dass in der Hansestadt eine Fülle von Archiven existiert, die den Bürgern historische Bildung und Kultur vermitteln wollen, ahnt der interessierte Laie oft gar nicht. Das soll nun der „Tag der Archive“ ändern. So wird am 9. Mai am Nachmittag in Achim unter anderem eine Führung zur Ariane und zur Raumstation angeboten (Personalausweis erforderlich). Fast zeitgleich präsentiert das Landesfilmarchiv ein Potpourri alter Unterrichtsfilme. Am 10. Mai liest im „Brodelpott“ in der Schleswiger Straße Helga Claussen-Hoff aus eigenen Texten zur Geschichte des „Lyzeums des Westens“. Aber auch historische  Stadtrundgänge werden angeboten, so am 11. Mai am Nachmittag eine Tour durch Alt-Arsten mit dem „Arbeitskreis Arster Geschichte“ oder, bereits ab 13.30 Uhr ein historischer Stadtrundgang, den „belladonna“ (Treffpunkt Sögestraße).
Zum Tag der offenen Tür hat das Bremer Frauenarchiv und Dokumentationszentrum, das mit seiner Vernetzung eine Vorreiterrolle bei der Publizierung archivarischer Tätigkeiten spielt, seine Pforten in der Sonnenstraße geöffnet (Freitagnachmittag). Einblicke geben aber auch das Staatsarchiv, das Zentrale Universitäts-Archiv, das Landeskirchliche Archiv, das Dokumentationszentrum Blumenthal, das Archiv für Lebenslaufforschung, das Informations- und Dokumentationszentrum für Freizeitwissenschaft sowie das Archiv der sozialen Bewegungen Bremen. Fester Teil der vielfältigen Bremer Archivlandschaft ist das Archive for Small Press and Communication (ASPC) in der Weserburg. Am 10. Mai bietet das Studienzentrum für Künstlerpublikationen eine Führung durch die aktuelle Ausstellung an. (siehe auch www.bremer-archive.de)

„In der Vergangenheit stöbern“. Archive öffnen am Sonntag ihre Türen für ein breites Publikum
Aktuell berichtet der Weser Kurier resp. die Wümme Zeitung, dass auch das Heimatarchiv des Borgfelder Bürgervereins und die Kaisen-Scheune am 2. Bremer Tag der Archive dabei sein werden. Die beiden Borgfelder Dokumentationsstätten laden für Sonntag, 11. Mai, dazu ein, in die Vergangenheit einzutauchen.

Das Heimatarchiv des Bürgervereins im einstigen Feuerwehrhaus am Littweg hinter dem Ortsamt stellt sich an diesem Tag von 10 bis 12 Uhr und „bei Bedarf auch darüber hinaus“ auf Besuch ein. Hier haben inzwischen jede Menge Akten, Fotos, Filme und andere Unterlagen des Borgfelder Heimatforschers Wilhelm Dehlwes ihren Platz gefunden.
Dokumente jahrzehntelanger Sammelleidenschaft und eine wahre Fundgrube für jeden Geschichtsinteressierten mit einem Faible für die Entwicklung Borgfelds. Seit gut zwei Jahren kommen immer wieder Materialien aus dem Privatbesitz einiger Borgfelder hinzu.
So kann das Heimatarchiv eine „einmalige und umfangreiche Sammlung“ über die seit Beginn der fünfziger Jahre in Borgfeld siedelnden vertriebenen Landwirte präsentieren, die sich als Flüchtlinge hier niederließen.

Die Dokumentationsstätte Wilhelm Kaisen in der Kaisen-Scheune am Rethfeldsfleet 9A öffnet ihre Türen am Sonntag von 11 bis 16 Uhr.
Die Scheune dieser einst landwirtschaftlich genutzten Siedlerstelle – hier hatte der frühere Bremer Bürgermeister mit seiner Familie von 1933 bis zu seinem Tod 1979 gelebt – wurde von der Wilhelm-und-Helene-Kaisen-Stiftung zur Dokumentationsstätte umgebaut.
Sie soll an Leben und Wirken Wilhelm Kaisens und seiner Ehefrau erinnern. Außerdem ist hier die vom Heimatarchiv des Bürgervereins zusammengestellte Ausstellung „Borgfeld – ein Dorf im Wandel“ zu sehen. Ein Besuch, so werben die Initiatoren, lohnt sich in jedem Fall.

6. Brandenburgischer Landesarchivtag

Uckermark (Nordkurier). Nachdem der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg erst vor wenigen Tagen in Prenzlau eine Fachtagung abgehalten hatte, haben nun auch Archivare des Landes Brandenburg die uckermärkische Kreisstadt als Tagungsort entdeckt. Zum 6. Brandenburgischen Archivtag werden am 8. und 9. Mai etwa 80 Experten aus kommunalen und Kirchenarchiven im Dominikanerkloster erwartet, die sich an zwei Tagen dem Thema „Archive und Ortsgeschichte“ zuwenden wollen. So geht es unter anderem um Archivare als Geschichtsdienstleister für Öffentlichkeit und Verwaltung, um den Informationsgehalt von Pfarrarchiven oder Denkmaltopographie und Archive. Von dem Forum erwartet die Prenzlauer Stadtarchivarin Bärbel Schoenicke wichtige Anregungen für die eigene Arbeit. „Wir schreiben selbst die Stadtchronik, sammeln Heimatkalender und beschäftigen uns mit Ortsgeschichte“, erläutert sie.

Die Idee, die vom Landesverband Brandenburg des VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. organisierte jährliche Fachtagung nach Prenzlau zu holen, wurde mit dem Einzug des historischen Stadtarchivs in das rekonstruierte Dominikanerkloster geboren, erinnert sich die Bärbel Schoenicke. „Wir haben uns seit drei Jahren darum bemüht, diesen ganz besonderen Erfahrungsaustausch bei uns durchführen zu können.“ Schließlich habe sowohl die Stadt Prenzlau einiges an Besonderheiten zu bieten. Das werde den Teilnehmern unter anderem mit der Besichtigung des Wahrzeichens, der Marienkirche, aber auch einem ganzen Satz von Image-, Informations- und Werbebroschüren verdeutlicht. Darüber hinaus kann das Stadtarchiv auf ein sehenswertes, modernes Niveau verweisen. Die Zeiten verstaubter Aktenberge, versteckt in dunklen Regalen, sind vorbei. Klimatisierte Räume, akribisch geordnete Akten, einladende Leseräume und Arbeitsbedingungen sowohl für Mitarbeiter als auch Nutzer gehören in der zweiten Etage des Ostflügels zum Standard. Über die Chance, der Stadt Prenzlau und ihrem etablierten Archiv einen guten Ruf zu verschaffen, hinaus, erhofft sich Bärbel Schoenicke auch einen Fortschritt in Sachen Bestandserweiterung. Denn die Verhandlungen mit dem Landeshauptarchiv Potsdam über die Rückführung stadteigener und kriegsbedingt ausgelagerter Bestände sind noch nicht abgeschlossen. Darunter befindet sich unter anderem auch die Gründungsurkunde aus dem Jahre 1234.

Nicht erst zur Fachtagung selbst verwandelt sich das Stadtarchiv im Ostflügel des Dominikanerklosters in ein Org-Büro. Erste Vorbereitungen wurden bereits im Spätsommer des Vorjahres getroffen. Je näher der Termin rückt, um so mehr Details müssen beachtet werden – von der Anmeldung der Teilnehmer und ihrer Unterbringung bis hin zu den einzelnen Namensschildchen.Je näher die Eröffnung am Donnerstag um 10 Uhr in der Nikolaikirche rückt, um so mehr ist Bärbel Schoenicke auch die Aufregung anzumerken. Doch ist alles gut vorbereitet, so dass das umfangreichen Programm beginnen kann. Am Rande des Forums im Kleinkunstsaal des Dominikanerklosters wird es auch eine Fachmesse geben, an der sich elf Unternehmen aus dem ganzen Bundesgebiet beteiligen.

Nach Beginn des 6. Landesarchivtages schreibt der Nordkurier nicht nur, dass die Gäste den Tagungsort würdigen, sondern berichtet gar noch etwas ausführlicher:
„Geschichte soll nicht das Gedächtnis beschweren, sondern den Verstand erleuchten.“ Mit diesen Worten beschloss gestern Manfred Meißner, Referatsleiter für Archive im Landeskulturministerium, seine Begrüßung des 6. Landesarchivtages in Prenzlau. Etwa 80 Experten des kommunalen und kirchlichen Archivwesens waren der Einladung des Landesverbandes des deutschen Archivaren-Vereins zur jährlichen Fachtagung ins Uckermärkische gefolgt.
Dem Thema „Archive und Ortsgeschichte“ sind auch heute zahlreiche Fachvorträge gewidmet, ein kleines Rahmenprogramm gibt Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Nach den Worten von Manfred Meißner habe es keinen besseren Ort als das Dominikanerkloster in Prenzlau für den zweitägigen Gedankenaustausch geben können.
Für den Sommer kündigte der Referatsleiter ein Gespräch der Kulturministerin Prof. Johanna Wanka mit dem Landesverband an und versicherte, dass das Ministerium trotz Sparmaßnahmen alles versuchen wird, das kommunale Archivwesen zu unterstützen.
Nach der Eröffnung in der ehemaligen Klosterkirche – heute St. Nikolai, wo Superintendent Reinhart Müller-Zetzsche die Gäste willkommen hieß – führte Ernst Otto Bräuche aus Karlsruhe zahlreiche Argumente für die Sicherung der Archive als Pflichtaufgabe der Kommunen ins Feld. Der Vorsitzende der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag hatte dazu das noch druckfrische Positionspapier des Deutschen Städtetages mitgebracht. Die Kommunen hätten die Verpflichtung, historisches Erbe zu bewahren – im Interesse ihrer Unverwechselbarkeit sowie der Identifikation der Bürger.
Archive würden Informationsträger bewahren, bewerten und der Öffentlichkeit erschließen. Dort setze auch die Aufgabe als Dienstleister der Archive an.
Weitere Vorträge beschäftigten sich mit den Pfarrarchiven, archäologischen Quellensammlungen oder kommunalen Quellen zur Orts- und Heimatgeschichte. Falko Neininger, Leiter des Landeshauptarchivs beispielsweise legte anhand der Stadt Lychen die Inventarisierung staatlicher Überlieferungen zur Stadtgeschichte dar.

Kontakt:
Stadtarchiv Prenzlau
Am Steintor 4
17291 Prenzlau
Tel.: (03984) 75120
Fax: (03984) 75139