Netzinfos zum 74. Deutschen Archivtag

„Archive im gesellschaftlichen Reformprozess“ lautet das Rahmenthema des diesjährigen Deutschen Archivtages, der vom 30. September bis zum 3. Oktober in Chemnitz stattfindet. Informationen zum 74. Deutschen Archivtag können fortan den Seiten www.archivtag.de entnommen werden, die nach und nach aktualisiert werden – unter anderem mit Thesenpapieren zu den einzelnen Sektionssitzungen. Auch andere Internetangebote informieren über Inhalte und Termine einzelner Sitzungen, z.B. www.archivpaedagogen.de zur entsprechenden Arbeitskreissitzung der Archivpädagogen in Chemnitz am 30. September.

Stabi erwirbt Nicolaus Sombarts Archiv

Die Berliner Staatsbibliothek hat das Archiv des Schriftstellers und Soziologen Nicolaus Sombart als Nachlass zu Lebzeiten erworben. Das umfangreiche Archiv enthält Manuskripte, Reden und Vorträge, Tagebuchaufzeichnungen, Fotografien, private sowie berufliche Korrespondenz, außerdem Dokumente zur „Gruppe 47„, zu deren Gründungsmitgliedern der 1923 geborene Sohn des Nationalökonomen Werner Sombart (1863-1941) zählte. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen gehören „Jugend in Berlin 1933-1945“ (1983), „Nachdenken über Deutschland“ (1987) und „Wilhelm II. Sündenbock und Herr der Mitte“ (1996). (dpa/Stabi)

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Einsteins Schriften online

Rund 3.000 Dokumente des Physikers Albert Einstein sollen im Internet veröffentlicht werden. Das kündigte Diana Buchwald, die Herausgeberin der Einstein Papers, in Los Angeles an. Unter www.alberteinstein.info werden neben wissenschaftlichen Abhandlungen auch private Schriften wie Tagebücher Einsteins zugänglich sein. 

Außerdem werde die Website mit dem Titel „Einstein Archives Online“ einen Katalog der insgesamt 40.000 Schriftstücke und Korrespondenzen enthalten, die der Nachlass des Physikers umfasst. Viele der Originale sind im Besitz des Albert Einstein Archivs an der Universität von Jerusalem. Vor rund 25 Jahren begann das Einstein Papers Project, das die chronologisch geordnete Veröffentlichung der Einstein-Schriften in 25 Bänden zum Ziel hat, doch bislang sind erst 7 Bände erschienen. (ad/c't)

Studiengang „Museum und Ausstellung“

Für das WS 2003/04 ist an der Carl von Ossietzky Universität, Oldenburg, erneut eine Bewerbung möglich und erwünscht für den dann im vierten Jahrgang befindlichen Ergänzungsstudiengang „Museum und Ausstellung“ (4 Semester zu 20 SWS; Abschluß: Master of Arts). Bewerbungsschluss ist der 15.07.2003.

Getragen wird der Studiengang, der sich im Augenblick in der Akkreditierungsphase befindet, durch die Fächer Bildende Kunst/Visuelle Kommunikation, Geschichte, Textilwissenschaft und Anglistik (Landeskunde) innerhalb der neugeschaffenen Fakultäten 3 und 4 der Universität Oldenburg. Er soll aber Graduierten aller Fächer mit Museumsbezug offen stehen und ihnen die Möglichkeit bieten, sich in Theorie und Praxis weiter zu bilden und dadurch ihre Chancen für eine Beschäftigung in Museen und in Berufsfeldern wie der Denkmalpflege, Erwachsenenbildung oder im Mediensektor zu erhöhen. Der Studienbeginn liegt jeweils im Wintersemester. Zulassungsvoraussetzungen sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium (LA Gymnasien, Magister, Master, Bachelor oder vergleichbar) sowie eine befürwortende Stellungnahme des hiesigen Auswahlausschusses. Aufgenommen werden können sechs Studierende pro Jahr.

Kennzeichen des Studiengangs sind die interdisziplinäre Ausrichtung und die spezielle Kombination von Theorie und Praxis. Verpflichtend sind Veranstaltungen über:

Museologie, Museumsgeschichte bzw. Museumsarchitektur
Museumsverwaltung inkl. Sponsoring, Finanzhoheit, administrativer  Aufbau
Historische Sachkulturforschung/Realienkunde
Historische Hilfswissenschaften (Epigraphik, Numismatik, Heraldik oder  Paläographie)
Ausstellungspraxis
Museumspädagogik bzw. Museumsdidaktik
Medien im Museum
Aktuelle Geschichts-, Kunst-, Medien-, Mode- bzw. Kulturtheorien  einschließlich Theorien aus den Frauen- und Geschlechterstudien
Grundbegriffe der Geschichte, Kunstgeschichte, Volkskunde,  Landeskunde, Archäologie
Fachwissenschaftliche Themen mit Bezug auf Ausstellungen bzw. Museen
Der Praxisbezug wird vor allem durch die Zusammenarbeit mit Museen unterschiedlicher Ausrichtung gewährleistet. Zur Ausbildung gehören neben den Pflichtlehrveranstaltungen die Teilnahme an Exkursionen, eine Tutorentätigkeit sowie ein dreimonatiges Praktikum im Bereich von Museum oder Denkmalpflege. Zum Programm gehört ferner ein Ferienkurs an der polnischen Partneruniversität Thorn, deren Restaurierungswerkstätten einen hervorragenden Ruf in Europa genießen.

Bewerbungen für das WS 2003/04 sind bis zum 15. Juli 2003 an das Immatrikulationsamt der Carl von Ossietzky Universität, 26111 Oldenburg, Tel.: 0441/798-2519, zu richten.

Weitere Informationen und Kontaktadressen:
Dr. Kurt Dröge,
BKGE (Universität Oldenburg),
Johann-Justus-Weg 147a,
26127 Oldenburg,
Tel. 0441/96195-18, Sekr.: 0441/96195-0,
E-Mail: kdroege@uni-oldenburg.de

Prof. Dr. Detlef Hoffmann,
Kulturwissenschaftliches Institut – Kunst, Textil, Medien,
Universität,
26111 Oldenburg,
Tel.: 0441/798-2318/19,
E-Mail: detlef.hoffmann@uni-oldenburg.de

Prof. Dr. Rudolf Holbach,
Institut für Geschichte, Fakultät 4,
Universität,
26111 Oldenburg,
Tel.: 0441/798-2960,
Fax: 0441/798-3021, Sekr.: 0441/798-4507,
E-Mail: rudolf.holbach@uni-oldenburg.de

Digitale Erfassung eines Kölschen Jung

Im Ramen des Forschungsprojektes „Digitale Erfassung sowie historische und sprachgeschichtliche Auswertungen des Kölner Bürgers Hermann Weinsberg (1518-1597)“ des Instituts für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande werden die umfangreichen Aufzeichnungen des Kölner Bürgers Hermann Weinsberg aus dem 16. Jahrhundert, die bisher nur in einer Auswahlpublikation erschienen sind, komplett transkribiert und sukzesssive im Internet zugänglich gemacht.

Schwerpunkt der weiteren Forschung ist die Auswertung der Namen, die schon während der Transkription erfasst werden. Für die Netzpublikation bilden sie die Grundlage eines umfangreichen Namensregisters, das es jedem Nutzer ermöglicht, Einträge zu bestimmten Orten oder Personen sofort einzusehen.

Kontakt:
Tobias Wulf
twulf@uni-bonn.de
http://www.weinsberg.uni-bonn.de/

Weiter Streit um »Bundeslöschtage«

In der Bewertung der Kanzleramts-Spurensuche von „Sonderermittler“ Burkhard Hirsch (FDP) über die letzten drei Wochen der Ära Kohl stehen sich zwei Lager gegenüber, wie die FAZ vom 15. Mai den Fall noch einmal aufgreift: Die einen glauben der These Hirschs, dass Daten absichtlich und großflächig gelöscht und Akten gezielt vernichtet bzw. verbracht worden seien, um mehr oder weniger kriminelle Machenschaften zu verdecken. Die anderen, so z.B. Unionsfraktionsgeschäftsführer Eckart von Klaeden, sehen in den Vorwürfen ein „gigantisches Täuschungsmanöver“ der Regierung Schröder.

Eckart von Klaeden beschuldigte am 7. Mai laut dpa die rot-grüne Bundesregierung, die angebliche Aktenvernichtung der Vorgängerregierung Kohl selbst getätigt zu haben. Die „Bundeslöschtage“ am 30. September sowie am 6. und 20. Oktober 1998 seien eine Technikpanne gewesen, die für eine Anti-Kohl-Kampagne benutzt wurde. Zuvor war von Seiten der Bonner Staatsanwaltschaft der Vorwurf laut geworden, dass Hirsch als Ermittler der gegenwärtigen Bundesregierung in diesem Fall Zeugen manipuliert haben soll, um belegen können, dass der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) ihm nicht genehme Akten habe vernichten lassen. Laut Staatsanwaltschaft fanden Zeugen Aussagen in der Niederschrift Hirschs, die sie so nicht gemacht hätten. Die Befragung sei suggestiv gewesen.

Die Bonner Staatsanwaltschaft will, wie Mitte April bekannt wurde, die Ermittlungen gegen zwei frühere Spitzenbeamte des Kanzleramts – Ministerialdirektor a.D. Hans-Achim Roll und Ministerialrat Theodor Grewenig – wegen verschwundener Akten und gelöschter Daten zur Amtszeit Helmut Kohls einstellen. Die Staatsanwaltschaft bezweifle, dass im Kanzleramt kurz vor dem Regierungswechsel 1998 zwei Drittel aller Daten zentral und vorsätzlich gelöscht wurden, berichtete DIE ZEIT, und sehe deshalb keinen Tatverdacht gegen die beiden Beamten. Ein Großteil der vorgeblich im Herbst 1998 verschwundenen Unterlagen unter anderem zur Privatisierung der ostdeutschen Leuna-Werke seien gefunden worden, teilte Behördensprecher Friedrich Apostel mit. Die Akten seien zum Teil falsch abgeheftet worden. Damit bestätigte Apostel einen Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Zu angeblich verschwundenen Daten habe ein Gutachten ergeben, dass der Nachweis einer vorsätzlichen Löschung nicht geführt werden könne, sagte der Sprecher.

Für Burkhard Hirsch, der bis Juni 2000 im Auftrag des Leiters des Bundeskanzleramtes im Gesetz vorgesehene disziplinarrechtliche Vorermittlungen durchgeführt, d.h. nach den Akten geforscht hatte und auf Lücken in den Akten gestoßen war, steht – einem Bericht der FAZ vom 19. April zufolge – hingegen fest, dass es sich um „ein Märchen“ handelt, dass Daten und Akten wieder aufgetaucht sein könnten. Rätselhaft ist seinen Aussagen zufolge das Schicksal der verschwundenen Akten. Die in seinem Bericht als verschwunden bezeichneten Akten – sieben Original-Ordner Leuna und sieben Originalvorgänge weiterer wirtschaftlich bedeutsamer Privatisierungsvorgänge – seien bisher nicht wieder aufgetaucht. Die in seinem Bericht nachgewiesenen zum Teil mehrjährigen Lücken in der Leuna-Akte und in anderen untersuchten Vorgängen bestünden unverändert. Es ist nach seiner Ansicht unstreitig, dass in erheblichem Umfange Daten gelöscht wurden. Streitig sei der Umfang der Löschungen, wer sie vorgenommen hat und ob diese Vorgänge strafrechtlich relevant waren.

Die Bundesregierung hatte im Sommer des Jahres 2000 Strafantrag gestellt. – Nun wurde mit Spannung erwartet, wie die Bundesregierung zu den Ermittlungsergebnissen der Bonner Staatsanwaltschaft Stellung nimmt. Das Kanzleramt stellte sich nun, laut FAZ vom 9. Mai, hinter Hirsch und bereitet eine Entgegnung vor (für die sie bis zum 30. Mai Zeit hat). Wie aus dem Amt bekannt wurde, bestehen zwischen den Darlegungen der Staatsanwaltschaft und den Bewertungen des Bundeskanzleramtes Differenzen. Im Kanzleramt wird vermutet, dass Vorwürfe gegen Hirsch, er habe Zeugen manipuliert, von Dritten lanciert wurden; es wird allerdings nicht gesagt, von wem. Nach wie vor laufen die Disziplinarverfahren gegen zwei frühere Mitarbeiter des Kanzleramtes, ruhen allerdings wegen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen.

Zum wiederholten Male widersprach das Kanzleramt der Behauptung, es seien verschwundene Akten zu „Leuna“ oder anderen Privatisierungsverfahren aus der Zeit nach der Wende in der DDR wiederaufgetaucht. Zwar seien Teile von „Leuna“-Akten durch aufgefundene Schriftstücke in anderen Ministerien rekonstruiert worden. Gleichwohl fehlten die Originalakten.

Int. Museumstag am 18. Mai

Am Sonntag, den 18. Mai 2003, begehen die Museen in ganz Deutschland den Internationalen Museumstag.

Ziel des Internationalen Museumstages ist es, auf das breite Spektrum der Museumsarbeit und die thematische Vielfalt der rund 6.000 Museen in Deutschland aufmerksam zu machen. Das Ereignis steht im Jahr 2003 unter der Schirmherrschaft des Bundesratspräsidenten, Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer.

Die Homepage www.museumstag.de hilft, die in diesem Jahr teilnehmenden Museen zu finden (Suchsystem).

Bundesanzeiger 1951 – 2000 abzugeben

Das Stadtarchiv Rosenheim besitzt den Bundesanzeiger in Bandform gebunden von 1951 bis 2001 sowie die Beilagen, ebenfalls gebunden von 1977 bis 2000, ab 2000 ungebunden. Man möchte diesen Bestand auflösen und gegen Gebot interessierten Archiven anbieten.

Kontakt:
Stadtarchiv Rosenheim,
Reichenbachstr. 1a,
83022 Rosenheim,
Tel. 08031-36 1439,
Fax 36 2016
E-Mail archiv@stadtarchiv.de

Stadtarchiv Bielefeld kompensiert Stelleneinsparung

Nach der Pensionierung des langjährigen Leiters des Stadtarchivs Bielefeld, Professor Reinhard Vogelsang, ist dessen Stelle im letzten Jahr zunächst nicht wiederbesetzt worden. Die Leitung des Stadtarchivs ging über in die Hände des Stadtbibliotheksleiters.

Gegen die personellen Kürzungen erhoben verschiedene Stimmen, nicht zuletzt aus dem Kreis der Fachkollegenschaft anderer Archive der Stadt, öffentlich Protest, da das Stadtarchiv mitsamt seiner Landesgeschichtlichen Bibliothek die zentrale Anlaufstelle für lokal- und regionalgeschichtliche Forschung sowie für private Recherchen ist und eine besondere Bedeutung für den Geschichtsunterricht in den allgemeinbildenden Schulen besitzt.

Nun überraschen Stadtarchiv Bielefeld und der Historische Verein der Grafschaft Ravensberg, wie die NW am 14. Mai berichtet, mit der problematischen Idee, freiwilligen Helfern im Rahmen der „Zeitgeschichtlichen Arbeitsgemeinschaft“ des Historischen Vereins die Erschließung und Verzeichnung (zunächst) eines größeren Bestandes zu übertragen. Es geht in diesem Fall um das im Stadtarchiv deponierte Archiv der Firma Dürkopp-Adler im Umgang von 88 lfd. Metern.

Zwar ist prinzipiell nichts gegen einen qualifizierten Einsatz von Ehrenamtlichen auch bei den Kernaufgaben eines Archivs einzuwänden – notwendig ist aber eben die fachgerechte Qualifizierung dieses Personenkreises, die nur unter Anleitung des Archivs geschehen darf und kann. Da eine weitere Mitarbeiterin des Bielefelder Stadtarchivs, dem Zeitungsbericht zufolge, aber in Kürze Elternzeit in Anspruch nimmt, erscheint genau diese Möglichkeit der Aufsichtführung und fachlichen Anleitung weiter eingeschränkt zu sein. Nichtsdestotrotz wirbt die Zeitgeschichtliche Arbeitsgemeinschaft um weitere interessierte Teilnehmer an diesem Projekt. Deren Leiter Klaus Böcker, ehemaliger Leiter einer Hauptschule in Bielefeld, hofft, dass sich noch zahlreiche weitere Ehrenamtliche finden, die sich daran machen, die Bücher, Broschüren und Ordner des Bestandes zu sichten.

Man kann nur hoffen, dass das Stadtarchiv Bielefeld sich durch einen solchen zwar gut gemeinten, aber wohl – im Blick auf die fachliche Qualifikation – dem Prinzip „Masse statt Klasse“ geschuldeten Verzeichnungsprojekt nicht letztlich mehr Arbeit aufbürdet als bereits zuvor nicht abzuleisten war.

Kontakt:
Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek
Rohrteichstraße 19
33602 Bielefeld
Tel.: 0521-512469
Fax: 0521-516844
stadtarchiv@bielefeld.de
www.stadtarchiv-bielefeld.de

IFLA-Satelliten-Konferenz „Zeitungen“

Vom 9. bis 11. August findet in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften die IFLA-Satelliten-Konferenz „Zeitungen in Bibliotheken. Zeitungen und die Presse in Mittel- und Osteuropa: Zugang und Erhaltung“ statt. Die Tagung wird  von der Zeitungssektion bei der IFLA gefördert.

Zum Rahmenprogramm gehören Empfang, Besuch der Zeitungsabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, eine Bootsfahrt und ein Abendessen im Hafen. Der letzte Tag ist mit einer  Exkursion nach Leipzig ausgefüllt,  die in
die Deutsche Bücherei und das Zentralinstitut für Bestandserhaltung führt. Eine Stadttour und ein Essen in Auerbachs Keller runden den Tag in Leipzig ab.

Programm und Anmeldung: http://www.ifla.org/IV/ifla69/satellite-e.htm#11