Bundesarchiv übernahm Fotoprojekt »Die vermessene Mauer«

Mehr als 28 lange Jahre trennte die Berliner Mauer den Berliner Osten vom Berliner Westen als Teil der deutsch-deutschen Grenze. Im Jahr 1984 beschlossen der Künstler Philipp J. Bösel M.A. und der Fotojournalist Burkhard Maus dieses "vermessene" Bauwerk fotografisch zu dokumentieren. Vom 21. bis 29. Juni 1984 entstanden 1171 Fotos, die 18,5 km der Berliner Mauer von der Bernauer Straße bis zum Treptower Dammweg von der Westseite aus fotografisch festhielten. Diese Dokumentation wurde im Juli 2009 vom Bundesarchiv übernommen.

Die Idee, die Berliner Mauer zwischen Ost- und West-Berlin komplett fotografisch festzuhalten, kam Philipp J. Bösel nicht allein, weil sein Vater aus Ost- und seine Mutter aus West-Deutschland stammten, sondern auch, weil er im Jahr des Mauerbaus geboren wurde, exakt drei Monate später am 13. November 1961 in Köln. Der studierte Grafik-Designer Bösel realisierte dieses Projekt und späterhin weitere gemeinsam mit dem am 7. November 1948 geboren Fotojournalisten Burkhard Maus, der nicht nur einer anderen Altersgruppe angehört, sondern die "Mauer" auch politisch aus einem anderen Blickwinkel betrachtete (info@die-vermessene-mauer.de).

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Abb.: Berliner Mauer, Heidelberger Straße am 21. 6. 1984 (© Philipp J. Bösel, Burkhard Maus; Quelle: Bundesarchiv, Bild 210-0063)

Das Projekt "die vermessene Mauer" wurde bereits mehrfach ausgestellt – unter anderem 1985/86 im Kunstmuseum Aarhus / Dänemark und im Jahr 2005 auf der Photo-Biennale "Pingyao International Photography Festival (PIP) in China – und durch die "Bibliotheque Nationale de Paris" ausgezeichnet. Eine Ausstellung in Paris ("Le 104") für Oktober-November 2009 ist in Arbeit.

Die Aufnahmen stellen eine weltweit einzigartige Dokumentation der Berliner Mauer dar und ergänzen die vorhandenen Aufnahmen dieses Teil der deutsch-deutschen Grenze im Bundesarchiv ideal, da weder im Bestand "Bild 183 Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst – Zentralbild", noch im Bestand "DVH 60 Bild Grenzregimenter – Bildbestand" oder im Bestand "B 145 Bild Presse- und Informationsamt der Bundesregierung" eine derartig umfassende Dokumentation vorhanden ist.

Das Bundesarchiv hat am 2. Juli 2009 die Originalnegative dieses Kunst- und Fotoprojekts übernommen und wird sie nun als Bestand "Bild 210 Sammlung Philipp J. Bösel und Burkhard Maus" dauerhaft sichern, bis Herbst 2009 vollständig digitalisieren und der Allgemeinheit über das Digitale Bildarchiv http://www.bild.bundesarchiv.de verfügbar machen.

Links:

Kontakt:
Bundesarchiv
Dr. Oliver Sander
Potsdamer Str. 1
56075 Koblenz
Tel.: +49 (0)261/505-478
o.sander@bundesarchiv.de
www.bild.bundesarchiv.de

Quelle: Bundesarchiv, Pressemitteilung, 2.7.2009

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