Aufbau des Hoesch-Museums

Die Hochöfen sind erloschen. Aber 160 Jahre Stahlgeschichte haben Dortmund und den Namen Hoesch miteinander verschmelzen lassen. Die Spuren bis in die Gegenwart nachzuzeichnen, ist Aufgabe des Hoesch-Museums, das im ehemaligen Portierhaus am Eingang zur Westfalenhütte entsteht.

Träger ist der 2003 gegründet Verein "Freunde des Hoesch-Museums – Forum zur Geschichte und zum Strukturwandel von Eisen und Stahl" mit 130 Mitgliedern. "Die Firma Hoesch war so prägend für diese Stadt, dass man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann", sagt der ehemalige Arbeitsdirektor Alfred Heese als Vorsitzender. Die Immobilie stellt Thyssen-Krupp mietfrei zur Verfügung und übernimmt Sachleistungen für Umbau, Renovierung und Betrieb. Bauliche und inhaltliche Gestaltung sowie wissenschaftliche Begleitung liegen beim Museum für Kunst und Kulturgeschichte.

Das wichtigste Ausstellungsstück ist zunächst das Haus selbst. Von 1912 bis 1914 errichtet, steht es seit 1988 unter Denkmalschutz. Das Portierhaus passierten täglich mehrere tausend Mitarbeiter und nahmen zur Anwesenheitskontrolle ihre Marke vom Haken. Außerdem waren hier Werkspolizei samt Arrestzelle, Lohnbüro und Speisesaal untergebracht. Für die Dauerausstellung, mit der das Portierhaus als Museum im September eröffnet wird, stehen 500 m2 zur Verfügung. Ein "Knüller" soll der virtuelle Hochofen werden, so Kurator Michael Dückershoff. Wie es war, am 1954 angeblasenen Hochofen 6 zu arbeiten, sollen die Besucher erleben können – mit Hitze, Lärm und sprühenden Funken.

Weitere Exponate kommen aus dem Hoesch-Archiv, der Gemäldesammlung und aus dem Westfälischen Wirtschaftsarchiv. Grafiken, Dokumente, Arbeitsgeräte und Produkte aus Stahl werden Info-Inseln zugeordnet. Erzählt werden Stadt-, Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte, es geht um technische Abläufe und den Alltag der Hoeschianer, behandelt werden aber auch die High-Tech-Schmieden, die der Stadt geblieben sind, etwa das benachbarte Oberflächenzentrum.

Quelle: Annegret Schach, WAZ Dortmund, 28.02.2005

Infos: Förderverein "Freunde des Hoesch-Museums e.V."
c/o Dr. Karl-Peter Ellerbrock
Märkische Str. 120
44141 Dortmund
Fax (0231) 54177296

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