Ein Mannheimer Oberbürgermeister im Spiegel seines Nachlasses

Mit Hermann Heimerich (1885-1963) trat 1928 der selbstbewusste Repräsentant einer politischen Partei an die Spitze der Mannheimer Stadtverwaltung. Der neue Oberbürgermeister verstand sich zugleich als ein über den Parteien stehender Gestalter und Motor der Kommunalpolitik. Schon bald wurde seine Amtszeit von der krisengeschüttelten Weimarer Republik überschattet. Beschimpft und gedemütigt von den neuen Machthabern, wurde Heimerich im März 1933 aus dem Amt gedrängt. 1949 erfolgte seine erneute Wahl in das Amt des Oberbürgermeisters. In seiner zweiten Amtszeit bis 1955 organisierte Heimerich nicht allein den architektonischen Wiederaufbau Mannheims. Er arbeitete mit daran, auch den moralisch-geistigen Bankrott, den das NS-Regime hinterlassen hatte, zu überwinden und die Stadt und die Region in ein demokratisches Deutschland und Europa einzubinden. Einen Mann wie Heimerich beflügelte dabei der Mut zu Visionen, vor allem in der Frage des Südweststaats und der Neugliederung der Bundesländer. 

Die nun vorgelegte Studie zeigt Verbindungslinien wie fundamentale Unterschiede zwischen den beiden Amtsperioden auf. Die Autorin legt die politischen Gestaltungsspielräume des Stadtoberhaupts wie deren Grenzen dar. Ihre lebendige Darstellung von der Persönlichkeit und Bedeutung Hermann Heimerichs wird eingebettet in die Mannheimer Stadtgeschichte zwischen der Weimarer Republik und den Wirtschaftswunderjahren der noch jungen Bundesrepublik. Grundlage des Buches ist der im Stadtarchiv Mannheim verwahrte Nachlass von Hermann Heimerich. Wegen seiner überregionalen Bedeutung wird dieser Nachlass zudem auf der beigefügten CD-ROM als Verzeichnung mit vielen wertvollen Bildern und Dokumenten digital präsentiert. Noch nie publizierte Fotos aus dem reichen Fundus des Stadtarchivs runden die anschaulich geschriebene Darstellung ab. 

Info:
Angelika Tarokic: Hermann Heimerich. Ein Mannheimer Oberbürgermeister im Spiegel seines Nachlasses
Mit einer CD-ROM (Findmittel zum Nachlass Hermann Heimerichs – mit zahlreichen Bildern und Dokumenten).
Sonderveröffentlichung des Stadtarchivs Mannheim No. 30, 160 Seiten mit zahlreichen z. T. farbigen Abbildungen, Festeinband mit farbigem Umschlag und Fadenheftung Verlagsbüro v. Brandt, 20,- €
ISBN-13: 978-3-926260-70-3 ISBN-10: 3-926260-70-X 

Kontakt:
Stadtarchiv Mannheim
Institut für Stadtgeschichte
Collini-Center
Collinistr. 1
68161 Mannheim 
Fon +49 621 293-7027
Fax +49 621 293-7476
stadtarchiv@mannheim.de

Quelle: Stadt Mannheim, Pressemitteilung, 26.5.2006

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