20 Jahre Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg

Am 23. Juni 2006 fand im Stadtarchiv Karlsruhe eine Pressekonferenz des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst statt, in der Minister Prof. Dr. Peter Frankenberg als Vorsitzender der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg deren Entstehung, Aufgaben und Vorhaben erläuterte. „Ohne die Arbeit der Stiftung Kulturgut wären bedeutende Zeugnisse der Geschichte Baden-Württembergs nicht mehr im Land oder sie wären der Forschung und den Bürgern aufgrund ihres Zustandes nicht mehr zugänglich. Die Stiftung leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung unserer kulturellen Identität.“ Die Bibliotheken und Archive seien immer noch reich an Schätzen, die bisher nicht erschlossen werden konnten, und auch einige Eigentümer von Kulturgut sähen sich immer wieder gezwungen, Stücke zu veräußern. Daher würden die Aktivitäten der Stiftung noch viele Jahre benötigt, betonte der Minister. 

Die Einrichtung der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg mit über fünf Millionen Euro Stiftungskapital wurde am 23. Juni 1986 im Kabinett beschlossen. Seit ihrer Errichtung am 1. Juli 1986 hat sie über 21 Millionen Euro für die Erschließung, den Ankauf und die Erhaltung von Büchern, Urkunden und anderer Dokumente aus Bibliotheken und Archiven eingesetzt. Insgesamt wurden 170 Projekte abgeschlossen, davon 105 im Archiv- und 65 im Bibliotheksbereich. 
Besondere Highlights der Stiftungsarbeit waren der Ankauf der Inkunabeln aus der Fürstlichen Fürstenbergischen Hofbibliothek sowie der Erwerb der Nachlässe von Ernst Jünger und Eduard Mörike, die durch Zuschüsse der Stiftung möglich gemacht wurden. Durch das Landesrestaurierungsprogramm konnte das Institut für Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut in Ludwigsburg gegründet werden. In den dortigen Werkstätten werden Dokumente restauriert, konserviert und auf Mikrofilm gespeichert.

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Abb.: Prof. Dr. Peter Frankenberg am 23. Juni 2006 mit Dr. Ernst Otto Bräunche in der Ausstellung des Stadtarchivs zum Fotoatelier Hermann Schmeiser.

Anschließend stellte Dr. Ernst Otto Bräunche (Leiter des Stadtarchivs Karlsruhe und Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung Kulturgut) das mit Stiftungsmitteln erschlossene Archiv des Karlsruher Fotoateliers Schmeiser vor. Dr. Gerd Brinkhus (Leiter der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek Tübingen und ebenfalls Stiftungsratsmitglied) erläuterte das Inkunabelprojekt des Landes Baden-Württemberg, in dem die Bestände der zwischen 1450 und 1500 entstandenen Frühdrucke aus den Bibliotheken des Landes erschlossen und durch die Datenbank „INKA“ weltweit recherchierbar gemacht wurden. Dr. Ute Obhof (Leiterin der Handschriftenabteilung der Badischen Landesbibliothek und Stiftungsratsmitglied) ging auf drei Mozart-Werke aus der Fürstlich Fürstenbergischen Musikaliensammlung Donaueschingen, die mit Hilfe der Stiftung angekauft wurden, ein.

Kontakt:
Institut für Stadtgeschichte
Stadtarchiv Karlsruhe
Markgrafenstraße 29
76124 Karlsruhe
Tel: 0721/133-4223
Tel: 0721/133-4225 
Fax: 0721/133-4299 
archiv@kultur.karlsruhe.de

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