Ausstellung zur Reichspogromnacht mit Vortragsreihe im Stadtarchiv Bielefeld

Die Wanderausstellung „9.11.1938 – Reichspogromnacht in Ostwestfalen-Lippe“, die von ostwestfälisch-lippischen Archiven 2007 erarbeitet worden ist (siehe Bericht vom 29.1.2008), wird am Dienstag, den 14. Oktober 2008 (19 Uhr) in Bielefeld von Oberbürgermeister Eberhard David eröffnet. Die Eröffnung findet im Ankergebäude, Rohrteichstraße. 19 (Raum 5/1 der Fachhochschule des Mittelstands) statt. Die Ausstellung ist anschließend vom 15. Oktober bis 12. Dezember 2008, montags bis freitags jeweils 10 bis 17 Uhr im Stadtarchiv Bielefeld geöffnet. 

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Ereignisse, Täter und Opfer der Novemberpogrome in Ostwestfalen-Lippe, eingebettet in das Geschehen des „Wendejahrs 1938“ und mit Ausblicken auf die Aufarbeitung der Reichspogromnacht nach 1945 durch die bundesdeutsche Justiz, durch Gedenkstättenarbeit und Erinnerungskultur sowie auf moderne Formen des Antisemitismus. 

Ziel des gemeinsamen Ausstellungsprojekts kommunaler und kirchlicher Archive in OWL im Verbund mit dem Landesarchiv NRW Staats- und Personenstandsarchiv Detmold ist es, der langjährigen Arbeit von Schulen, Geschichtswerkstätten, Geschichtsvereinen, Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Museen, anderen Kultureinrichtungen und Privatinitiativen vor Ort im Rahmen von Gedenkveranstaltungen zum 9. November 1938 durch den vergleichenden Blick auf die Ereignisse in der Region neue Impulse zu geben. 

Zur Ausstellung ist eine 48-seitige Broschüre erschienen, die im Bielefelder Stadtarchiv für 4,- Euro erworben werden kann. Nach Bielefeld wird die Ausstellung 2009 und 2010 u.a. noch in Bad Salzuflen, Salzkotten, Stemwede, Gütersloh und Lemgo gezeigt werden.

Eng verbunden mit der Ausstellung in Bielefeld ist eine Veranstaltungsreihe mit Vorträgen jeweils im Ankergebäude an der Rohrteichstraße. 19 (Raum 5/1 der Fachhochschule des Mittelstands). Die Termine im Überblick: 

• Dienstag, 14. Oktober, 19.00 Uhr: Eröffnung mit Oberbürgermeister Eberhard David, Dr. Johannes Kistenich (Landesarchiv NRW) und Dr. Jochen Rath (Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek); 
• Donnerstag, 13. November, 19.00 Uhr: Anne Kunze: „Praktiken der Gewalt – Der Novemberpogrom im Gestapobezirk Bielefeld“; 
• Sonntag, 16. November, 14.30 Uhr: Dr. Monika Minninger: Stadtrundgang „Spuren jüdischen Lebens in Bielefeld“ (auf 40 Personen begrenzt; Anmeldung erforderlich; Treffpunkt Stadtarchiv); 
• Donnerstag, 27. November, 19.00 Uhr: Dr. Jens Murken: „Pfarrer Hans Ehrenberg (1883-1958) – ein judenchristliches Schicksal im ´Dritten Reich\“; 
• Donnerstag, 11. Dezember, 19.00 Uhr: Dr. Jochen Rath: „Der bürokratische Tod – Die Verwaltung als rassenideologisches Verfolgungsinstrument“. 

Kontakt:
Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek
Rohrteichstraße 19
33602 Bielefeld
Tel. 0521/51 24 71 
Fax 0521/51 68 44
stadtarchiv@bielefeld.de

Quelle: Stadt Bielefeld, Pressemitteilung, 29.9.2008

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