Akademie der Künste erwirbt wertvolle Ergänzung zum Heinrich-Mann-Archiv

Aus privater Hand erhielt die Akademie der Künste einen der Öffentlichkeit bisher nicht bekannten Teil des Nachlasses von Heinrich Mann, der nun eine wertvolle Ergänzung zum Heinrich-Mann-Archiv bildet. Nach dem Auffinden eines umfangreichen Teilnachlasses in Prag im Jahre 2002 schließen die jetzt aufgetauchten Dokumente weitere Lücken in der Heinrich-Mann-Forschung und geben Aufschlüsse über biographische Details. Das Konvolut umfasst zwei Manuskripte, 16 Briefe von Heinrich Mann und 91 an ihn gerichtete Briefe (u.a. von Alfred Döblin, Roger Martin du Gard, Thomas Mann, Ludwig Marcuse) sowie persönliche Dokumente und Fotos. Am bedeutendsten sind 48 Briefe des französischen Germanisten Félix Bertaux an Heinrich Mann aus den Jahren 1922 bis 1928. Die Dokumentation des wohl wichtigsten geistigen Austausches, den Heinrich Mann über 26 Jahre hindurch führte, wird damit signifikant erweitert. In der 2002 im Fischer Verlag erschienenen, vielgerühmten Edition des Briefwechsels konnten 217 Briefe Heinrich Manns abgedruckt werden, dagegen nur 39 Briefe Félix Bertaux’. Mit dem neuen Fund ist der Dialog der beiden „Pioniere deutsch-französischer Verständigung“ auf einer wesentlich dichteren Materialgrundlage nachvollziehbar. 

Hervorzuheben sind außerdem neun umfangreiche Briefe Heinrich Manns an seine Mutter Julia aus den Jahren 1906 bis 1909. Eine bisher unbekannte Typoskriptfassung zum Tagebuch „Zur Zeit von Winston Churchill“ (erschienen 2004) und ein Bruchstück zu dem publizistischen Text „An die Sowjetschriftsteller“ (1941) sind – wie auch die übrigen Materialien – wertvolle Mosaiksteine im Nachlass Heinrich Manns. Die neuen Materialien werden derzeit archiviert und am 17. Februar 2009 in einer Veranstaltung in der Akademie der Künste erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Literaturwissenschaftler Peter Stein (Universität Lüneburg) spricht über Geschichte, Inhalt und Bedeutung dieses Teilnachlasses. Der Romanist Wolfgang Klein (Universität Osnabrück) stellt das darin enthaltene umfangreiche Briefkonvolut von Félix Bertaux vor. Zur Überlieferungsgeschichte spricht Dr. Wolfgang Trautwein, Direktor des Archivs der Akademie der Künste. Anschließend findet eine Lesung mit dem Schauspieler Dieter Mann statt. Eine Auswahl aus Schriftstücken und Fotos wird in Vitrinen gezeigt. Für Rückfragen steht Sabine Wolf, Leiterin des Literaturarchivs, zur Verfügung.

Kontakt
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Quelle: Pressemitteilung Akademie der Künste, 12.12.2008

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